Turbulenzen bei den Franzosen – Renault mit neuer Führung

Renault kommt nicht zur Ruhe: Nach dem Rücktritt des in Japan inhaftierten Konzernchefs Carlos Ghosn hat der Autobauer eine neue Führung installiert. Wie der Verwaltungsrat des Unternehmens mitteilte, werden die Kompetenzen des ehemaligen Chefs künftig aufgeteilt.

Ghosns bisheriger Stellvertreter Thierry Bolloré leitet künftig als Generaldirektor das operative Geschäft, heißt es. Der scheidende Michelin-Chef Jean-Dominique Senard wiederum übernimmt den Präsidentenposten im Renault-Verwaltungsrat. Der 65-Jährige sei für die Auto-Allianz mit dem japanischen Hersteller Nissan verantwortlich. mid/rlo

VW und Audi weiten Diesel-Prämien aus

Volkswagen und Audi weiten den Geltungsbereich ihrer Wechsel- und Umweltprämien aus. Statt wie bisher nur in „besonders belasteten Intensivstädten“ bieten beide Hersteller die Umstiegsanreize jetzt bundesweit an.

Bei VW liegt die Wechselprämie für Neuwagen je nach gewähltem Modell bis 30. April 2019 zwischen 500 und 7.000 Euro. In Anspruch nehmen können sie alle Halter von Euro-4- und Euro-5-Dieselfahrzeugen. Wird ein Euro-1- bis Euro-4-Diesel verschrottet, gibt es bis auf Widerruf beim Umstieg auf einen Neu- oder Jahreswagen von VW deutschlandweit die Umweltprämie. Sie liegt zwischen 1.500 und 8.000 Euro.

So funktionieren diese beiden Angebote auch bei Audi, dort liegen die Wechselprämien zwischen 2.000 und 9.000 Euro, die Verschrottungs-Gutschriften bei bis zu 10.000 Euro. mid/rhu

Deutsche Elektroindustrie auf Wachstumskurs

 Die deutsche Elektroindustrie hat ihren Wachstumskurs auch 2018 fortgesetzt. Die preisbereinigte Produktion der Elektroindustrie stieg von Januar bis November 2018 um 2,8 Prozent gegenüber Vorjahr. Der Umsatz – der auch Dienstleistungen und Software umfasst – nahm im gleichen Zeitraum um 3,2 Prozent auf 179,8 Milliarden Euro zu. Für das gesamte Jahr sollte er sich auf mindestens 197 Milliarden Euro belaufen, heißt es.

Von Januar bis November nahmen die gesamten Branchenausfuhren, einschließlich Re-Exporten, um 5,4 Prozent auf 195,4 Milliarden Euro zu. Im Gesamtjahr wurden nach Schätzungen 212 Milliarden Euro erreicht, das fünfte Allzeithoch in Folge. Allerdings lag das Wachstum der Exporte damit nur noch halb so hoch wie 2017.

China blieb größter Abnehmer, gefolgt von den USA. Zwischen Januar und November 2018 gingen Ausfuhren im Wert von 19,4 Milliarden Euro nach China – ein Plus von 11,4 Prozent gegenüber Vorjahr. Die Exporte in die USA erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 3,8 Prozent auf 16,4 Milliarden Euro. cid/rlo

Die Grundrente für Geringverdiener?

Rentner träumen von einem ruhigen Lebensabend. Doch beim Blick ins Portemonnaie kommen die Tränen. In Deutschland geht die Angst vor der Altersarmut um. Daran will die Politik schon seit längerem etwas ändern. Jetzt ist der nächste Vorschlag auf dem Tisch.

Wer mindestens 35 Jahre lang als Arbeitnehmer Rentenbeiträge gezahlt, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt hat, soll einen Betrag von 100 Euro über der Grundsicherung bekommen. Das jedenfalls plant Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) laut einem Bericht der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Und so soll es gehen: Auf die Grundsicherung, die derzeit 424 Euro im Monat plus Unterkunftskosten beträgt, soll es einen Aufschlag von 25 Prozent geben. So errechnet sich der Betrag von 100 Euro monatlich. Damit würde die von Heil geplante Grundrente für Geringverdiener Gestalt annehmen.

Das Ministerium rechnet dem Bericht zufolge mit 130.000 Anspruchsberechtigten. Den Finanzminister soll die Grundrente rund 200 Millionen Euro im Jahr kosten. Neue Behörden und Verwaltungsverfahren sollen für die Grundrente nicht aufgebaut werden, heißt es. Bleibt abzuwarten, ob auch dieser Vorschlag wieder in der Schublade verschwindet. mid/rl

Chinas Wirtschaft schwächelt und belastet deutsche Autobauer

Jahrelang raste die Konjunktur-Lokomotive China mit Volldampf voraus. Andere Volkswirtschaften blickten fast schon neidisch nach Fernost. Doch die fetten Jahre sind jetzt offenbar auch im Reich der Mitte vorbei. Denn 2018 stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt so langsam wie seit 28 Jahren nicht mehr. Die vom Statistikamt in Peking mitgeteilte Wachstumsrate sank auf 6,6 Prozent. Im Jahr 2017 betrug diese noch 6,8 Prozent.Das ist die geringste Zunahme der Wirtschaftsleistung seit 1990. Unter den fünf größten Volkswirtschaften der Welt ist Chinas BIP-Wachstumsrate jedoch die höchste.

Der Handelsstreit mit den USA hinterlässt mittlerweile seine Spuren. Investitionen und Konsum schwächelten zum Jahresende. Experten erwarten weitere Konjunkturspritzen der Regierung.

Die Auswirkungen werden auch hierzulande deutlich zu spüren sein, vermuten Experten. Das dürfte vor allem die deutsche Autoindustrie treffen. Hersteller, wie VW, Audi, BMW und Daimler, die stark von China abhängig sind, müssen sich auf den ersten Einbruch des größten Fahrzeug-Marktes der Welt seit zwei Jahrzehnten einstellen. An den Finanzmärkten wird bereits befürchtet, dass die Abkühlung die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft zieht. mid/rlo

Stellenabbau bei Tesla – 3000 Mitarbeiter droht Kündigung

Elon Musk und seine E-Auto-Marke Tesla durchleben stürmische Zeiten. Nicht nur die Auslieferung des Model 3 ist seit Monaten überfällig – jetzt müssen auch noch zahlreiche Mitarbeiter gehen.

„Es gibt keinen anderen Weg“, heißt es bei Tesla für sieben Prozent bzw. 3000 der festangestellten Mitarbeiter, wie Elon Musk in seinem Firmenblog verkündet. Man müsse sich trennen. Im vergangenen Jahr habe man den Personalbestand um 30 Prozent aufgestockt, nun müsse die Reduzierung erfolgen, um die Produktion des Model 3 stemmen und das Fahrzeug für 35.000 US-Dollar auf den Markt bringen zu können, schreibt der Firmengründer. Die Aktie des Unternehmens stürzte an der Börse daraufhin zeitweise um 15% ein

„Ohne Euch wären wir nicht dort, wo wir heute sind“, schreibt Musk weiter – einen schwacher Trost für diejenigen, die gefeuert werden. mid/Mst

Positive Stimmung im Autohandel

Wilder Brexit, unzuverlässige Verbraucher-Nachfrage, endloses Diesel-Drama – all das treibt den deutschen Autohandel nicht in Depressionen. Fast jeder zweite Händler blickt positiv gestimmt aufs Jahr 2019, so eine aktuelle Umfrage von mobile.de bei 436 Fahrzeughändlern.

Demnach rechnen rund 42 Prozent der Händler mit zumindest gleichbleibenden (20 Prozent) oder sogar mit steigenden Umsätzen (22,3 Prozent). Nur 20 Prozent der Befragten gehen von weniger Umsatz als 2018 aus. Gut ein Drittel der Befragten wollten allerdings noch keine Prognose abgeben. Der Grund: „Viele externe Einflussfaktoren wie beispielsweise die Diskussion um Dieselabgase erschweren dem Handel die Einschätzung der Geschäftsentwicklung“, so Daniel Breves, Commercial Director bei mobile.de.

In der Rückschau auf 2018 wurden als positive Aspekte vor allem der Verkauf von mehr Fahrzeugen genannt, außerdem die Reduzierung des Fahrzeugbestands und Service-Optimierungen. mid/rhu

VW und Ford: Der große Deal

VW entwickelt einen City-Van, der auch als Ford vom Band läuft. Ford wiederum baut für beide Unternehmen mittelgroße Pick-ups, die 2022 auf den Markt kommen sollen: Um die Wettbewerbsfähigkeit der beiden Autobauer zu stärken, werden sie in den nächsten Jahren intensiv zusammenarbeiten. Mit einem Handschlag zwischen VW-Chef Herbert Diess und Ford-Boss Jim Hackett wurde die Kooperation jetzt öffentlich besiegelt.

Die „breit angelegte Allianz“ soll beiden Seiten dabei helfen, Skaleneffekte zu nutzen und Entwicklungskosten zu teilen. „Darüber hinaus ermöglichen die Vereinbarungen gemeinsame Investitionen in Fahrzeugarchitekturen, die unverwechselbare Leistungsmerkmale und Technologien bieten“, versprechen die Partner. Positiv auf die Bilanz auswirken soll sich das schon ab 2023.

Im Rahmen einer Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) wollen VW und Ford auch noch eine Zusammenarbeit bei autonomen Fahrzeugen, Mobilitätsdiensten und E-Autos prüfen. „Zudem sind beide Unternehmen offen dafür, in Zukunft auch weitere gemeinsame Fahrzeugprogramme in Betracht zu ziehen“ so die Hersteller in Detroit. mid/rhu

Porsche öffnet den Tresor

Moderner Autobau ist schon bald ohne Künstliche Intelligenz nicht mehr vorstellbar. Aus diesem Grund forcieren die Hersteller ihre Bemühungen auf diesem Gebiet. Porsche beispielsweise will seine Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) und IT-Technik in Produktion und Entwicklung massiv erhöhen. Wie die Zeitschrift automotiveIT in ihrer Online-Ausgabe berichtet, sollen die Ausgaben von jetzt 500 auf 700 Millionen Euro pro Jahr steigen.

Eine weitere Erhöhung auf eine Milliarde Euro wird intern bereits diskutiert. „Die zentralen strategischen Themen sind für uns in der IT Künstliche Intelligenz, Cyber Security und User Experience. In diese Felder investieren wir entsprechend – sowohl personell als auch finanziell“, bestätigte Mattias Ulbrich, CIO bei Porsche, gegenüber automotiveIT.

In der Produktion des neuen Elektro-Sportwagens Taycan werden Künstliche Intelligenz und smarte Technik genutzt, um das klassische Fließband zu ersetzen. Beim Taycan gibt es anstelle des Fließbandes autonome intelligente Transportsysteme. mid/rlo

Wechsel bei der Ludwigsburger mhplus: Thomas John übernimmt stellvertretenden Vorsitz

Wechsel im mhplus Verwaltungsrat:
Thomas John ist übernimmt stellvertretenden Vorsitz

Ludwigsburg: Thomas John (53) ist neuer alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrats der mhplus Krankenkasse. Das entschied der Verwaltungsrat der gesetzlichen Krankenkasse in der vergangenen Woche in seiner konstituierenden Sitzung nach Fusion mit der Metzinger BKK. John folgt in der Funktion als Arbeitgebervertreter im Vorsitz ab sofort Wolfgang Findeis, der weiterhin im Gremium aktiv ist. Als vorsitzenden Versichertenvertreter wählte der Verwaltungsrat erneut Jürgen Hornung. Der Versichertenvertreter hat in diesem Jahr die Federführung des Gremiums inne, die jeweils zum Beginn eines Kalenderjahres zwischen den beiden alternierenden Vorsitzenden wechselt. Thomas John ist Personalleiter der MANN+HUMMEL Gruppe. Er ist somit dem Trägerunternehmen verbunden, das die mhplus Krankenkasse 1952 als Betriebskrankenkasse MANN+HUMMEL gründete. Bereits seit Juli 2017 ist John Mitglied der Selbstverwaltung der mhplus.
Der Verwaltungsrat besteht aus ehrenamtlichen Vertretern der Arbeitgeber und der Versicherten. Diese bestimmen gemeinsam über die politische und strategische Ausrichtung ihrer Krankenversicherung.

Info:

Die mhplus Krankenkasse ist eine gesetzliche Krankenversicherung. Über 900 Mitarbeiter betreuen deutschlandweit mehr als eine halbe Million Versicherte. Die Hauptverwaltung hat ihren Sitz in Ludwigsburg. Vorstand ist Winfried Baumgärtner. Der gelernte Jurist lenkt seit August 2000 das Unternehmen.

red