Unwetterkatastrophe: Was Betroffene jetzt wissen müssen

Die Auswirkungen des Unwetters der vergangenen Tage sind verheerend: Starkregen und Überschwemmungen haben immense Schäden angerichtet, die für viele Menschen existenzbedrohend sind. Karin Brandl, Schadenexpertin von ERGO, erklärt, was Betroffene jetzt tun sollten und welche Versicherung für die Schäden aufkommt. Frank Mauelshagen, Kfz-Experte von ERGO, informiert außerdem über die Regulierung von Schäden am Auto.

Wer von der Starkregen- und Unwetterkatastrophe betroffen ist, sollte so schnell wie möglich seine Versicherung darüber informieren. Wenn es möglich ist, sollten sich die Betroffenen einen groben Überblick über die Situation verschaffen und alle erkennbaren Schäden mit Fotos dokumentieren.

Aber Vorsicht: „Sie können sich dabei selbst schnell in Lebensgefahr bringen, wenn sie beispielsweise einsturzgefährdete Gebäude oder vollgelaufene Keller betreten“, warnt Brandl. Und: „Wurde ein Wohngebiet evakuiert, nicht auf eigene Faust zurückkehren, sondern warten, bis es die Lage zulässt.“

Wer sein Grundstück und sein Gebäude betreten kann, sollte unter anderem prüfen, welche Räume überflutet sind, ob Fenster oder Türen beschädigt wurden oder das Dach ein Leck hat. Die entstandenen Schäden besser nur dann umgehend beseitigen, wenn sie eine unmittelbare Gefahr darstellen. Ansonsten den Schaden so gering wie möglich halten. Das heißt zum Beispiel: Beschädigte Fenster abdecken, um das Eindringen von Wasser zu vermeiden. Auch herumliegende Gegenstände wie abgebrochene Äste, Dachziegel oder Dachrinnen können Hausbesitzer bereits wegräumen.

Generell gilt aber: besser abwarten. Überstürzter Tatendrang kann sowohl gefährlich sein, als auch die spätere Regulierung erschweren. Einen Handwerker sollten Betroffene erst beauftragen, wenn die Versicherung der Regulierung des Schadens zugestimmt hat.

Wenn die Schäden gesichtet und dokumentiert sind, gilt es, sie bei der Versicherung zu melden – bei vielen Anbietern ist das auch online möglich. Für die Schadenmeldung werden folgende Informationen benötigt: Versicherungsnummer, Schadensstag, Schadensort, Schadenshergang und den Umfang des Unwetterschadens. Dafür sind beispielsweise eine Liste der beschädigten Gegenstände sowie – falls vorhanden – die dazugehörigen Rechnungen sinnvoll. Brandl empfiehlt zudem, beschädigte Gegenstände nach Möglichkeit bis zur Regulierung des Schadens aufzuheben.

Für Schäden an Mobiliar und Einrichtung wie Teppichen oder Kommoden kommt grundsätzlich die Hausratversicherung auf. Was viele nicht wissen: Schäden durch Starkregen und Hochwasser sind nicht automatisch abgedeckt. „Hierfür ist eine erweiterte Naturgefahrenversicherung notwendig, das ist meist über einen Zusatz-Baustein möglich“, erläutert die Schadenexpertin. Im Schadensfall zahlt die Hausratversicherung Reparaturen und erstattet den Wiederbeschaffungspreis, falls Teile des Mobiliars oder der Einrichtung komplett zerstört wurden.

Ist das Gebäude beschädigt, springt die Wohngebäudeversicherung ein. Auch hier muss allerdings der Baustein „weitere Naturgefahren“ mit eingeschlossen sein. Die Versicherung übernimmt dann unter anderem die Kosten für Reparaturen im und am Gebäude oder den Wiederaufbau sowie für das Abpumpen des Wassers aus dem Keller und die Trockenlegung. „Um nicht auf einem Teil der Kosten sitzen zu bleiben, sollten Hausbesitzer auf eine ausreichende Versicherungssumme achten und ihre Policen in regelmäßigen Abständen überprüfen und gegebenenfalls anpassen“, rät Brandl.

Aber nicht nur Gebäude, Mobiliar und Einrichtung sind von Starkregen betroffen: Beschädigen herabstürzende Dachziegel, Äste und abgeknickte Bäume Pkw, kommt eine Kfz-Vollkaskoversicherung für die Fahrzeugschäden auf, im Fall von Überflutungen ist eine Teilkaskoversicherung ausreichend. „Auch hier ist es für die Schadensmeldung bei der Versicherung wichtig, die Schäden an den betroffenen Fahrzeugteilen mit Fotos zu dokumentieren sowie Uhrzeit und Ort so genau wie möglich zu vermerken“, so Frank Mauelshagen.

Rudolf Huber / glp

Stromfresser im Urlaub abschalten

So spart man Geld und tut etwas für den Klimaschutz: Wer den Koffer für eine Urlaubsreise packt, sollte sein Zuhause vor der Abreise mit wenigen Handgriffen in den Energiesparmodus versetzen.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale Bayern rät, vor der Abreise alle nicht benötigten elektrischen Geräte auszuschalten oder deren Stecker zu ziehen. Denn je nach Anzahl und Art der elektrischen Verbraucher kann der Stand-by-Betrieb bis zu 20 Prozent der Stromkosten ausmachen.

Praktisch sind Steckdosenleisten mit Schalter. Damit können mehrere elektrische Geräte gleichzeitig vom Stromnetz getrennt werden. „Wichtig ist auch, daran zu denken, den Computer herunterzufahren, Ladegeräte aus den Steckdosen zu ziehen und Klimageräte sowie den Router auszuschalten“, so die Energieberatung der Verbraucherzentrale.

Vor einer Reise sollte auch geprüft werden, ob die Kühlschranktür tatsächlich geschlossen ist. Bei sehr langer Abwesenheit lohnt es sich, das Gerät auszuschalten und bei der Gelegenheit gleich abzutauen.

Ein weiterer Umwelt- und Spartipp: Wer seine Heizung selbst steuern kann, kann auf Sommerbetrieb umschalten. Denn auch mit kalten Heizkörpern verbraucht eine Heizungsanlage unnötig Energie, wenn beispielsweise die Umwälzpumpe weiterläuft.

In Einfamilienhäusern ist es ratsam, die Warmwasserbereitung und -zirkulation komplett auszuschalten. Das dauerhafte Warmhalten des Wassers kostet Energie und macht speziell Elektro-Boiler zu wahren Energiefressern. Nach dem Urlaub sollte das Wasser aus hygienischen Gründen dann einmalig auf 70 Grad Celsius aufgeheizt werden.

Rudolf Huber / glp

Reise-Frust: Unterkünfte deutlich teurer

Die Lockerung der Corona-Maßnahmen beflügelt die lange unterdrückte Reiselust der Deutschen. Das führt zu einem massiven Nachfrageschub für Hotels und Ferienwohnungen. Und dadurch steigen die Preise zum Teil kräftig – auch innerhalb Deutschlands.

So zahlten Kunden im August 2019 für eine Hotelübernachtung in Deutschland durchschnittlich 91 Euro. Im August 2021 liegen die Übernachtungskosten im Schnitt bei 115 Euro – 26 Prozent mehr. Ein weiterer Aspekt: Wer in Coronazeiten auf Nummer sicher gehen will, reist mit dem eigenen Auto in ein Ferienhaus und wahrt so Abstand zu anderen Urlaubern. Die Folge: Bei Ferienwohnungen in Deutschland sind die Preise im Schnitt um 14 Prozent gestiegen, von 96 Euro pro Nacht im August 2019 auf 110 Euro pro Nacht 2021.

„Die Preise für Hotels und Ferienwohnungen sind zur Hauptreisezeit im Sommer generell höher“, sagt Dr. Jan Kuklinski, Geschäftsführer Hotel bei Check24. „Die Coronapandemie und der Wunsch, den verpassten Urlaub 2020 nachzuholen, verstärken diesen Effekt. Wer Angebote vergleicht, kann aber auch jetzt noch günstige Unterkünfte finden.“

Im Schnitt der zehn beliebtesten europäischen Ziele sind übrigens die Preise für Hotels im Vergleich zu 2019 um 30 Prozent gestiegen, für Ferienwohnungen um 24 Prozent.

Rudolf Huber / glp

Fast 24 Millionen Tonnen gefährliche Abfälle in 2019 angefallen

Im Jahr 2019 wurden in Deutschland 23,9 Millionen Tonnen gefährliche Abfälle erzeugt. Das waren 0,1 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr (2018: 23,8 Millionen Tonnen), wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag mitteilte. 40 % dieser gefahrstoffhaltigen Abfälle waren Bau- und Abbruchabfälle (9,6 Millionen Tonnen). Weitere 28 % waren Abfälle aus Abfall- und öffentlichen Abwasserbehandlungsanlagen sowie aus der Aufbereitung von Wasser für den menschlichen Gebrauch und industrielle Zwecke (6,7 Millionen Tonnen). Bei 6 % der gefährlichen Abfälle handelte es sich um Ölabfälle und Abfälle aus flüssigen Brennstoffen (1,4 Millionen Tonnen).

Als gefährlich werden Abfälle bezeichnet, wenn sie Gefahrstoffe enthalten und damit eine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen. Dazu zählen beispielsweise Verpackungen mit Verunreinigungen, blei-, nickel- oder cadmiumhaltige Batterien, Bremsflüssigkeiten, Druckfarben, Klebstoffe und Kunstharze, Leuchtstoffröhren, Photochemikalien oder chlorierte Maschinen-, Getriebe- und Schmieröle.

Im Jahr 2019 wurden gut zwei Fünftel (41 % beziehungsweise 9,7 Millionen Tonnen) des Aufkommens an gefährlichen Abfällen im Wirtschaftsbereich „Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen“ erzeugt, gefolgt vom „Verarbeitenden Gewerbe“ mit einem Fünftel (20 % beziehungsweise 4,8 Millionen Tonnen) und der „Öffentlichen Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung“ mit knapp einem Zehntel des Aufkommens (10 % beziehungsweise 2,5 Millionen Tonnen).

Drei Viertel (75 % beziehungsweise 18,0 Millionen Tonnen) der gefährlichen Abfälle stammten im Jahr 2019 von Primärerzeugern, bei denen der Abfall erstmalig anfiel. Ein Viertel der Abfälle (25 % beziehungsweise 5,9 Millionen Tonnen) waren sogenannte sekundär erzeugte Abfallmengen aus Zwischenlagern oder von Abfallentsorgern, bei denen der Abfall nicht ursprünglich entstanden ist.

red

Corona: Viele selbstständige Frauen geben auf

Die Corona-Pandemie zwingt Selbstständige vermehrt zur Geschäftsaufgabe. Frauen sind besonders häufig betroffen. Dies geht aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschafsforschung (DIW) Berlin hervor. Während im Jahr 2019 noch rund 85 Prozent der im Vorjahr Selbstständigen weiterhin einer selbstständigen Tätigkeit nachgingen, treffe dies zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 nur noch auf rund drei Viertel zu.

Zudem erhöhe sich der Anteil der vormals Selbstständigen, die ihr Geschäft aufgeben und auch nicht in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wechseln, von neun auf 15 Prozent. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2021 stabilisiere sich für Männer die Wahrscheinlichkeit, selbständig zu bleiben, bei Frauen nehme sie hingegen weiter ab.

Während sich für selbstständige Männer die Wahrscheinlichkeit stabilisiert, an ihrem beruflichen Status festzuhalten, sinkt diese für selbstständige Frauen weiterhin deutlich. Rund 80 Prozent der zu Beginn der Pandemie selbstständigen Männer gehen dieser Erwerbsform auch noch Anfang 2021 nach. Bei Frauen trifft dies nur auf etwa 68 Prozent zu. Zudem nehmen 23 Prozent der 2020 vormals selbstständigen Frauen nicht mehr am Arbeitsmarkt teil, bei Männern sind dies nur etwa 15 Prozent.

„Damit entwickelt sich die Pandemie mehr und mehr zu einer Krise für selbstständige Frauen, die etwas mehr als ein Drittel aller Selbstständigen ausmachen“, betonen die Wirtschaftsforscher. „Dies wirkt sich letztlich nicht nur auf die betroffenen Selbstständigen selbst aus, sondern ebenso auf deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie auf diejenigen Wirtschaftszweige, die besonders von Selbstständigen abhängen wie das Gastgewerbe, der Handel oder auch das Beherbergungsgewerbe.“ Etwas allgemeiner stelle sich die Frage, inwieweit es sich eine Volkswirtschaft leisten kann, auf ein derart wichtiges Arbeitskräftepotential zu verzichten.

Lars Wallerang / glp

Verbraucherzentrale kritisiert EU-Klimapaket

Der Bundesverband Verbraucherzentrale übt Kritik am Klimapaket der Europäischen Kommission. Das Paket beinhalte eine einseitige Belastung der Verbraucher. Die Ausgestaltung des neuen Emissionshandelssystems sei daher aus Verbrauchersicht mangelhaft. Die EU-Mitgliedstaaten erhielten zu vage Vorgaben für die Verwendung der Mittel aus der CO2-Bepreisung. Eine Rückzahlung an Verbraucherinnen und Verbraucher sei vom gutem Willen der Mitgliedstaaten abhängig.

„Ein Teil der Einnahmen ist direkt für Projekte großer Unternehmen und die Innovationsförderung der Industrie eingeplant“, berichten die Verbraucherschützer. „Verbraucher finanzieren die klimaschädlichen Industriesektoren quer, die sowieso schon von CO2-Kosten weitgehend ausgenommen sind.“

Währenddessen zahlen private Haushalte die höchsten Strompreise in Europa. Die Verbraucherschützer fordern nun von der EU-Kommission, dass sie das Klimapaket deutlich nachbessert.

Lars Wallerang / glp

Wirtschaft erholt sich rasant

Schneller als ursprünglich gedacht erholt sich die Wirtschaft von der Pandemie. „Die Wirtschaft hat die Corona-Krise bereits abgehakt“, schlussfolgert die international tätige Management-Beratung Horvath in der Studie „CxO Priorities 2021“. Zwei Drittel des Topmanagements auf Vorstands- und Geschäftsführungsebene würden ein Anziehen der Geschäfte verzeichnen und schon zum Jahresende mit einer Rückkehr zum Vorkrisenniveau rechnen.

Über alle Branchen hinweg zeichne sich somit eine weit schnellere Erholung ab als noch vor zwölf Monaten vorhergesagt. „Die Digitalisierung des eigenen Unternehmens ist nach Aussagen der obersten Führungsriege aber noch längst nicht abgeschlossen – ganz im Gegenteil: die (weitere) digitale Transformation hat für 69 Prozent der Studienteilnehmer und -teilnehmerinnen oberste Priorität und steht damit auf Platz eins der Managementagenda“, berichten die Referenten der Studie.

Mit 51 Prozentpunkten folgt in der diesjährigen Befragung die Ausrichtung des Unternehmens auf Nachhaltigkeit. Dieses Thema hat seit der Befragung vor einem Jahr enorm an Bedeutung gewonnen, als lediglich 14 Prozent der Befragten eine stärkere Orientierung auf ökologisch nachhaltige Strategien und Aktivitäten für sehr wichtig erachteten. Dies sind Ergebnisse einer Umfrage der Managementberatung Horvath unter 250 Vorständen und Geschäftsführern aus elf Branchen und 26 Ländern.

„Im vergangenen Jahr waren Nachhaltigkeitsstrategien und -aktivitäten durch die Corona-Krise stark in den Hintergrund gerückt, während die Digitalisierung – im Lockdown auch aus der Not heraus – weiter vorangetrieben wurde“, sagt Dr. Ralf Sauter, Partner bei Horvath. Gleichzeitig hätten sich länderübergreifend gesetzliche Vorgaben in Richtung „Sustainability“ verschärft.

„Die Unternehmen stehen jetzt unter enormem Handlungsdruck, sich kurzfristig auf die neuen Gegebenheiten einzustellen und Wege zur CO2-Reduktion beziehungsweise Dekarbonisierung zu finden, um die von der Politik vorgegebenen Ziele Richtung Klimaneutralität zu erreichen“, erklärt Sauter. Dem Experten zufolge wird die Arbeit des Topmanagements künftig auch verstärkt an Nachhaltigkeitszielen gemessen, weshalb schon jetzt eine Vielzahl neuer Projekte ins Leben gerufen wird.

Bereits an dritter Stelle der wichtigsten Agendathemen stehen Mitarbeiterbelange und „New Work“-Themen, also neue Formen der Zusammenarbeit wie Remote-Arbeit, agiles Arbeiten oder auch Changemanagement. Mehr als ein Drittel der Topmanager bewertet diesen Bereich als sehr wichtig, weitere 40 Prozent als wichtig.

„Um Transformationen erfolgreich umzusetzen, bedarf es flexibler und agiler Strukturen“, so Horvath-Partner Heiko Fink, Experte für Unternehmenstransformationen. „Die Digitalisierung hat die interdisziplinäre Zusammenarbeit erleichtert.“ Jetzt gehe es darum, hybride Formate zu etablieren, die durch Homeoffice gelockerten Hierarchien nicht gleich wieder zu zementieren und alle Mitarbeiter auf die neuen strategischen Ziele zu fokussieren.

Programme zur Kostenoptimierung liegen der Studie zufolge trotz der krisenbedingten Umsatzeinbrüchen knapp hinter Arbeitskultur-Themen auf Rang vier der Prioritätenliste. 36 Prozent der Topmanager arbeiten an der Anpassung der Kosten- und Erlösstrukturen gerade mit sehr hoher Priorität, weitere 39 Prozent mit hoher Priorität. Dieses im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Ergebnis ist laut Fink der schnellen wirtschaftlichen Erholung geschuldet.

Lars Wallerang / glp

Einzelhandel verliert Kunden auch nach Corona

Die Chancen für ein Abebben der Corona-Pandemie stehen gut. Doch wirtschaftlich gibt es eine Schneise der Verwüstung. Der Einzelhandel könnte dauerhaft unter der Pandemie leiden. Experten halten es für möglich, dass ein Viertel der Kunden für immer wegbleibt. Der aktuelle „The Shape of Retail“-Report von „Alvarez und Marsal“ sowie „Retail Economics“ zeigt, dass Verbraucher in Deutschland ihre Besuche im stationären Einzelhandel dauerhaft um 24,7 Prozent reduzieren wollen.

Damit würden sich deutsche Konsumenten im europäischen Vergleich noch konservativ verhalten, teilen die Forscher mit. Das Einkaufsverhalten ändere sich langsamer, doch auch hierzulande habe die Pandemie bestehende Trends beschleunigt.

In Deutschland geben 72,9 Prozent der Verbraucher an, dass ihr Einkaufsverhalten sich durch die Pandemie gar nicht (53,3 Prozent) oder nur temporär (19,6 Prozent) verändert habe. Dementsprechend wollen 64,8 Prozent der Befragten lokale Geschäfte genauso oft (54,3 Prozent) oder sogar öfter (10,5 Prozent) als vor Covid-19 besuchen.

35,3 Prozent der Kunden dagegen wollen ihre Besuche reduzieren, was bei 16,8 Prozent daran liegt, dass sie insgesamt weniger ausgeben wollen. Netto resultiert aus diesen Zahlen ein erwarteter Rückgang der Besuche im stationären Handel um 24,7 Prozent. Händler müssen also mehr denn je zuvor die Verwendung und Rentabilität ihrer Ladenflächen überdenken.

Lars Wallerang / glp 

Deutsche wollen früher in Rente

Mehr als die Hälfte der Deutschen kann sich einen vorgezogenen Ruhestand vorstellen. Dies geht aus einer Umfrage durch das Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) hervor. Fast ein Viertel der Menschen in Deutschland (23,5 Prozent) hat die feste Absicht, vor dem gesetzlichen Rentenalter den Ruhestand anzutreten. Hinzu kommen weitere 35,1 Prozent, die sich einen vorgezogenen Renteneintritt zumindest vorstellen können. Damit sind mehr als die Hälfte der deutschen Bürger (58,6 Prozent) potenzielle Frührentner.

„Dass sich viele Menschen mit einem vorzeitigen Ruhestand beschäftigen, überrascht nicht“, sagt Professor Dr. Michael Heuser, Wissenschaftlicher Direktor des DIVA. Doch die reale Entwicklung zeige das Gegenteil: Das Renteneintrittsalter wurde in den letzten Jahren schrittweise angehoben. „Und auch perspektivisch müssen im gesetzlichen Rentensystem immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner aufkommen.“ Deshalb müssten jüngere Erwerbstätige sogar damit rechnen, dass ihr Renteneintrittsalter von aktuell 67 Jahren noch weiter nach oben gesetzt wird.

Ein frühzeitiger Ruhestand muss allerdings auch finanziert werden. Dabei kommen verschiedene Strategien zum Einsatz, die teilweise auch kombiniert werden. „Ein Viertel der potenziellen Frührentner (26,1 Prozent) sichert sich mit zusätzlichen Rentenzahlungen ab, beispielsweise den staatlich geförderten Riester- oder Rürup-Renten“, teilt das DIVA mit. Ein weiteres Viertel (26,2 Prozent) plane die Finanzierung mit Vermögensanlagen wie etwa vermieteten Immobilien oder Aktienfonds. 28,6 Prozent besäßen eine selbstgenutzte Immobilie und rechneten mit den gesparten Mietausgaben. Knapp ein Drittel (30,8 Prozent) nehme für die vorzeitige Rente zudem Einschränkungen bei den Ausgaben in Kauf.

„Allein aufgrund der geburtenstarken Jahrgänge ist selbst ein Renteneintritt mit 67 Jahren nicht mehr haltbar, wenn der Steuerzuschuss und mit ihm die Staatsschulden nicht ausufern sollen“, sagt der Experte. Das alles stehe in einem krassen Widerspruch zum Wunsch der meisten, schon früher in Rente zu gehen.

Lars Wallerang / glp

Studie: Elektro-Wandel kommt mit Tempo

Der Wandel vom Verbrenner hin zum reinen Elektroauto wird sich beschleunigen und früher kommen als erwartet. Das ist das Ergebnis der Studie „Die Zukunft der E-Mobilität in Deutschland“, die von der Strategie- und Marketingberatung Simon-Kucher & Partners durchgeführt wurde. 1.000 Fahrzeugbesitzer in Deutschland wurde zu den Erwartungen an E-Mobilität, zum öffentlichen und privaten Laden sowie zu Kaufpräferenzen und Zahlungsbereitschaften befragt.

„Mit steigender Reichweite nähert sich die Nutzung von reinen Elektroautos immer mehr dem Verbrenner an, wobei die Reichweiten noch um etwa 40 Prozent zulegen müssen. Elektrofahrzeuge werden voraussichtlich zwischen 2023 und 2026 für die breite Masse attraktiv“, sagt Dr. Martin Gehring, Senior Partner und Automobilexperte bei Simon-Kucher.

Die Zahlungsbereitschaft für ein vollelektrisches Auto zeigt, dass in vielen Kategorien bereits preislich passende Angebote für Elektrofahrzeuge vorhanden sind und zwar schon vor der staatlichen Kaufprämie. Kompaktwagen (25 Prozent) und SUVs (21 Prozent) sind dabei die gefragtesten Fahrzeugkategorien. Zudem sollte eine Wallbox beim Kauf inkludiert sein, denn laut Studie würden 72 Prozent der Konsumenten dies bei der freien Konfiguration eines vollelektrischen Autos präferieren.

Die Möglichkeiten des Autokaufs reichen von traditionellen Händlern, E-Commerce-Hub und Abholung, dem mobilen Händler über Showrooms bis hin zum Hyperstore. Sowohl Fahrer als auch Interessenten von Elektrofahrzeugen bevorzugen mit knapp 50 Prozent den traditionellen Handel. Traditionelle Händler bleiben relevant, jedoch steige gerade im städtischen Umfeld das Interesse an neuen Kauferlebnissen, heißt es.

Ladeanbieter müssen mit neuen Preis- und Bezahlmodellen überzeugen, um im wachsenden Wettbewerb von Ladestromangeboten zu bestehen. Für Ladestationsbetreiber ergeben sich neue Chancen: Denn die nächste Generation der Fahrer von Elektrofahrzeugen bleibt zwar weiterhin an vertragsbasierten Preismodellen für öffentliches Laden interessiert, ist aber auch offen für andere Preismodelle, wie zum Beispiel Park und Charge, Preis pro Sitzung oder Abonnements.

Insbesondere das Laden an öffentlichen Ladepunkten und Tankstellen mit Gastronomieangebot sowie das Laden bei der Arbeit und beim Einkaufen gewinnen stark an Bedeutung. Das Laden zu Hause wird demzufolge relativ betrachtet an Bedeutung verlieren.

Andreas Reiners / glp