Großkonzernen geht es ans Geld

Führende Unternehmen sollen den Gürtel in Zukunft etwas enger schnallen. Zumindest, wenn es um das Streit-Thema Steuern gehen. Darauf jedenfalls haben sich jetzt nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 130 Länder geeinigt.

Demnach soll für Großkonzerne künftig ein Steuersatz von mindestens 15 Prozent fällig sein. Die sieben führenden Industriestaaten (G7) hatten sich zuletzt bereits auf ein Grundgerüst geeinigt – mit einer Mindeststeuer für weltweit tätige Unternehmen von 15 Prozent und einer neuen Verteilung der Steuereinnahmen der 100 größten und profitabelsten Konzerne.

Von der neuen Regelung sollen vor allem Länder profitieren, in denen diese Unternehmen besonders viel Geschäft machen. Das dürfte vor allem sogenannte Schwellenländer betreffen.

Mit der geplanten Reform sollen die Steuerregeln an das Digitalzeitalter angepasst werden, heißt es. Denn global agierende Konzerne verlegen seit Jahrzehnten Gewinne in Länder, die sie mit immer niedrigeren Steuersätzen anlocken – und zahlen am Ende vergleichsweise wenig Steuern.

Vor allem Technologiekonzerne verlagern besonders häufig Gewinne aus Patenten, Software- oder Lizenzeinnahmen, die auf geistigem Eigentum basieren.

Ralf Loweg / glp

Nach 20 Jahren: UMTS geht vom Netz

Die drei großen deutschen Mobilfunkanbieter schalten schrittweise ihre UMTS-Netze ab. Nach 20 Jahren im Einsatz gilt der Mobilfunkstandard der dritten Generation (3G) als veraltet. Die meisten Kunden sollen noch nicht einmal mitbekommen, dass das UMTS-Netz verschwindet, heißt es.

Telefonieren und das Verschicken von SMS wird auch in Zukunft mit älteren Handys noch möglich sein. Problematisch wird es allerdings, wenn man mit einem alten Smartphone wie dem iPhone 4 im Internet surfen oder Apps nutzen möchte. Das geht ohne UMTS dann nur noch im Schneckentempo. Wer eine sehr alte SIM-Karte nutzt, braucht möglicherweise eine neue.

Der Anteil der persönlichen SIM-Karten, die nur die älteren Mobilfunknetze 2G/3G unterstützen, lag laut einer Studie des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) im Herbst 2020 noch bei 31,2 Prozent. Das entspricht immerhin 34,2 Millionen SIM-Karten.

Allerdings machte das mobile Datenvolumen, das über die UMTS-Netze lief, zuletzt nur noch einen sehr geringen Anteil bei den großen Anbietern aus.

Größere Störungen erwartet keiner der Mobilfunkanbieter, Telekom und Vodafone testeten die Abläufe vorab schon in einigen Regionen. Die Abschaltung läuft schrittweise ab. So will Telefonica die letzten Antennen erst Ende des Jahres 2021 außer Betrieb nehmen.

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Starkregen: Das sagt die Versicherung

Heftige Gewitter mit Starkregen ziehen im Sommer 2021 immer wieder über Deutschland hinweg. Dabei hinterlassen die Wetter-Kapriolen vielerorts eine Spur der Verwüstung. Für die Betroffenen kann das richtig teuer werden.

Was also tun? Wer nicht auf den Folgekosten sitzen bleiben will, der kann vorbeugend eine Versicherung abschließen. Welche Versicherung den richtigen Schutz bei Überschwemmung bietet und worauf beim Abschluss zu achten ist, verraten die Experten der Verbraucherzentrale NRW.

In der Regel schließen Hauseigentümer eine sogenannte verbundene Wohngebäudeversicherung ab. Sie kommt für Schäden etwa durch Brand, Sturm, Hagel, Blitzeinschlag und Leitungswasser auf. Wer die Wohngebäudeversicherung mit einer Elementarschadenversicherung kombiniert, der kann von der Versicherung auch dann Geld bekommen, wenn der Keller nach einem Unwetter unter Wasser steht.

Vor Vertragsabschluss sollte geprüft werden, ob die Elementarschadenversicherung auch Schäden durch Rückstau abdeckt und ob der Versicherer zuvor den Einbau einer Rückstauklappe verlangt. Warum das denn? Ganz einfach: Wird die Vorgabe einer vorhandenen Rückschlagklappe nicht erfüllt, läuft man Gefahr, leer auszugehen, wenn die Kanalisation nach Starkregen überlastet wird und Wasser in den Keller läuft.

Tritt auch die Hausratversicherung für die Schäden ein, wenn der Keller mit Wasser vollläuft? Nicht automatisch, so die Experten. Aber auch die Hausratversicherung, die beispielsweise Möbel, Küchengeräte oder Musikinstrumente gegen Einbruch oder Raub absichert, kann aber um einen Elementarschadenschutz erweitert werden.

Haus- und Wohngebäudeversicherung zahlen nicht für Schäden, wenn es nur hereinregnet Deshalb müssen Fenster und Türen bei Unwettern immer geschlossen sein. Aber auch rund um Haus und Keller kann vorgesorgt werden.

Sollte Wasser durch Risse ins Haus eindringen, kann es Probleme mit dem Versicherungsschutz geben. Eine wasserdichte Absiegelung von Kellern oder der Einbau regenundurchlässiger Kellerfenster sind darüber hinaus geeignete Maßnahmen, um sich gegen eine Überflutung zu schützen.

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Tanken in Deutschland wird zum Trauerspiel

Was sich derzeit an Deutschlands Tankstellen abspielt, ist für viele Autofahrer ein Trauerspiel. Die Preisspirale dreht sich offenbar immer schneller. Aus diesem Grund bricht bei vielen beim täglichen Blick auf die Preistafeln der Angstschweiß aus.

Die Frage ist: Wann wird beispielsweise bei Super Plus, Ultimate 102 oder V-Power Racing die Zwei-Euro-Marke geknackt? Da können je nach Fahrzeug schnell mal 100 Euro für eine Tankfüllung fällig sein. Und das können sich dann viele Ottonormalverbraucher nicht mehr allzu häufig leisten.

Zurück zu den Zahlen: Nach einer aktuellen ADAC-Auswertung kletterte bei Super E10 der durchschnittliche Literpreis sogar um 1,8 Cent nach oben. Damit kostet ein Liter 1,525 Euro. Bei Diesel fiel der Preissprung etwas moderater aus. Ein Liter kostet im bundesweiten Mittel aktuell 1,375 Euro und damit 0,7 Cent mehr als in der Vorwoche.

Parallel zum Preisanstieg an den Tankstellen haben sich die Rohölnotierungen vor dem anstehenden Treffen der OPEC-plus-Länder bei rund 75 Dollar je Barrel vorläufig stabilisiert. Auf der Sitzung wird ein Beschluss über eine Erhöhung der Ölfördermenge erwartet. Ob davon dann auch die Autofahrer profitieren, steht noch in den Sternen.

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Positive Signale auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Der deutsche Arbeitsmarkt sendet nach vielen düsteren Corona-Monaten wieder aufhellende Signale. Auch im Juni 2021 ist die Zahl der Arbeitslosen zurückgegangen. Sie verringerte sich im Vergleich zum Vormonat um 73.000 auf 2,614 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilt. Die Arbeitslosenquote fiel um 0,2 Punkte auf 5,7 Prozent.

„Die umfassende Besserung auf dem Arbeitsmarkt setzt sich im Juni fort“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele. „Die Unternehmen reduzieren weiter die Kurzarbeit und suchen wieder mehr nach neuem Personal.“

Auch bei der Kurzarbeit habe sich ein spürbarer Rückgang ergeben, meldete die Bundesagentur. In der Zeit vom 1. bis 24. Juni 2021 habe es lediglich noch neue Anzeigen für 59.000 Personen gegeben. Meist wird für weniger Personen Kurzarbeit tatsächlich in Anspruch genommen als angezeigt.

Daten für die tatsächlich realisierte Kurzarbeit liegen der Bundesagentur nur bis zum April vor. In diesem Monat wurde Hochrechnungen zufolge für 2,3 Millionen Menschen Kurzarbeitergeld gezahlt. In der Spitze waren es im April 2020 fast sechs Millionen.

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Arbeitnehmer aufgepasst: Hier winken feste Verträge

Arbeitgeber in Deutschlands 15 größten Städten bieten aktuell überwiegend Arbeitsplätze mit Festanstellung an. Zu diesem Ergebnis kommt die Berlin School of Business and Innovation (BSBI) in der aktuellen Analyse. Mithilfe der Online-Jobplattform StepStone untersuchte die Wirtschaftsschule an drei aufeinanderfolgenden Arbeitstagen rund 57.800 Vakanzen für feste und befristete Verträge.

Das Ergebnis: Rund 80,8 Prozent der Mitte Juni 2021 deutschlandweit ausgeschriebenen Vakanzen bieten ein Festanstellungsverhältnis an. Dabei weisen Dresden (82,8 Prozent) und Bremen (82,7 Prozent) den höchsten Anteil an unbefristeten Jobs auf. In diesen beiden Städten werden vorrangig IT-Fachkräfte gesucht.

Berlin liegt trotz der vergleichsweise hohen Quote von 79,3 Prozent nur auf dem drittletzten Platz. Weiter hinten rangiert Hamburg mit 75,9 Prozent Stellenausschreibungen für feste Arbeitsverträge. Düsseldorf ist mit 74,1 Prozent das Schlusslicht in dieser Liste.

3,4 Prozent der untersuchten Job-Anzeigen gehören zur Kategorie der befristeten Verträge. Den höchsten Anteil daran hat die Hauptstadt: In Berlin richten sich 4,8 Prozent der zu besetzenden Arbeitsplätze an Personen, die ein terminiertes Arbeitsverhältnis annehmen möchten. Diese sind in erster Linie der Gesundheitsbranche zugeordnet. Die geringste Quote an Jobs im befristeten Beschäftigungsverhältnis hat Dortmund mit nur 2,0 Prozent.

Job-Ausschreibungen für feste Arbeitsverhältnisse schreiben mehrheitlich Unternehmensberatungen und IT-Betriebe aus. In Beratungsfirmen gibt es die meisten freien Stellen in Düsseldorf (27,5 Prozent) und in Frankfurt am Main (25,2 Prozent). IT-Experten sind in Nürnberg (26,1 Prozent) und Dortmund (25,9 Prozent) am gefragtesten.

Ralf Loweg / glp

Kurzarbeit geht ans Geld

Die Kurzarbeit ist in der Corona-Krise ein probates Mittel, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. Doch für die Beschäftigten macht sich das im Geldbeutel bemerkbar. Und zwar negativ. So lagen die Reallöhne von Januar bis März 2021 um rund 0,7 Prozent niedriger als im ersten Quartal 2020, teilt das Statistische Bundesamt mit.

In die Berechnungen der Experten fließen die Bruttomonatsverdienste sowie Sonderzahlungen ein. Weil aber gleichzeitig die Verbraucherpreise in den Monaten von Januar bis März um 1,3 Prozent stiegen, sanken die Reallöhne sogar um 2,0 Prozent.

Die gesamtwirtschaftliche Lohnentwicklung im ersten Quartal 2021 sei anders als im Vorjahresquartal durch den vermehrten Einsatz von Kurzarbeit aufgrund der Corona-Pandemie beeinflusst gewesen, erläutern die Statistiker. Kurzarbeit reduziert die bezahlte Wochenarbeitszeit und damit den Bruttomonatsverdienst.

Auch wenn das Kurzarbeitergeld die Verdiensteinbußen für viele Beschäftigte abgefedert habe, sei es eine Lohnersatzleistung und kein Verdienstbestandteil. Daher werde es in den Verdienststatistiken nicht erfasst.

Bei der Wochenarbeitszeit macht sich das bemerkbar: Insgesamt reduzierte sich die bezahlte Wochenarbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten um durchschnittlich 3,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Ralf Loweg / glp

Öffentliche Schulden steigen auf über 2,2 Billionen Euro

Infolge der Corona-Krise steigen die Schulden der öffentlichen Haushalte in Deutschland auf über 2,2 Billionen Euro.

Der Öffentliche Gesamthaushalt (Bund, Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände sowie Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte) war beim nicht-öffentlichen Bereich zum Ende des 1. Quartals 2021 mit 2.205,4 Milliarden Euro verschuldet. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 26.532 Euro. Zum nicht-öffentlichen Bereich gehören Kreditinstitute und der sonstige inländische und ausländische Bereich, zum Beispiel private Unternehmen im In- und Ausland.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, stieg die öffentliche Verschuldung gegenüber dem 4. Quartal 2020 um 1,5 % oder 33,6 Milliarden Euro, was insbesondere bei Bund und Ländern weiterhin auf Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Pandemie zurückzuführen ist. Gegenüber dem 1. Quartal 2020 nahm die Verschuldung um 12,8 % oder 250,0 Milliarden Euro zu.

Schulden des Bundes wachsen um 2,0 % 

Der Schuldenanstieg des Öffentlichen Gesamthaushalts ist mit Ausnahme der Sozialversicherung auf einen Zuwachs bei allen Ebenen zurückzuführen. Den größten Anteil verzeichnete der Bund mit einer Steigerung um 2,0 % beziehungsweise 28,0 Milliarden Euro auf 1 431,4 Milliarden Euro, nachdem dieser zum Ende des 4. Quartals 2020 noch einen Rückgang der Schulden um 1,9 % beziehungsweise 26,8 Milliarden Euro gegenüber dem 3. Quartal 2020 aufwies. Gegenüber dem 1. Quartal 2020 stiegen die Schulden des Bundes um 17,3 % beziehungsweise 211,1 Milliarden Euro.

Schulden der Länder nehmen geringfügig um 0,6 % zu 

Die Länder waren zum Ende des 1. Quartals 2021 mit 639,9 Milliarden Euro verschuldet, was einem Zuwachs von 0,6 % beziehungsweise 4,1 Milliarden Euro gegenüber dem 4. Quartal 2020 entspricht. Dabei ist die Entwicklung in den einzelnen Ländern heterogen: Während Berlin und Sachsen-Anhalt (jeweils +3,9 %) sowie Nordrhein-Westfalen (+3,4 %) die höchsten Schuldenanstiege aufwiesen, verzeichneten Bremen (-12,8 %), Schleswig-Holstein (-3,3 %) und Bayern (-2,7 %) die stärksten Rückgänge.

Gegenüber dem Vorjahresquartal stiegen die Schulden der Länder um 6,2 % beziehungsweise 37,5 Milliarden Euro. Der prozentual starke Anstieg in Sachsen (+259,7 %) resultiert aus Neuaufnahmen des Corona-Bewältigungsfonds in Höhe von 2,0 Milliarden Euro sowie einer Umschichtung der Kreditaufnahmen vom bislang vornehmlich genutzten öffentlichen Bereich (z. B. bei verbundenen Unternehmen) zum nicht-öffentlichen Bereich.

Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände steigen um 1,5 Milliarden Euro 

Die Gemeinden und Gemeindeverbände wiesen zum Ende des 1. Quartals 2021 einen Schuldenstand von 134,0 Milliarden Euro aus. Der Anstieg gegenüber dem Vorquartal betrug 1,1 % beziehungsweise 1,5 Milliarden Euro. Bis auf die Gemeinden und Gemeindeverbände im Saarland (-5,1 %), in Sachsen (-3,1 %), Thüringen (-0,3 %) und Nordrhein-Westfalen (-0,1 %) stiegen die Schulden auf kommunaler Ebene in allen anderen Ländern. Prozentual am stärksten waren die Anstiege dabei in Baden-Württemberg (+5,3 %), Schleswig-Holstein (+4,3 %) und Sachsen-Anhalt (+3,6 %).

Der Schuldenrückgang der saarländischen Gemeinden und Gemeindeverbände ist zum Großteil dadurch begründet, dass im Rahmen des Saarlandpaktes seit dem 1. Januar 2020  bis zum 31. März 2021 rund 500 Millionen Euro an kommunalen Kassenkrediten vom Land übernommen wurden. In Baden-Württemberg ist der Anstieg besonders auf eine Änderung des Berichtskreises zurückzuführen.
Gegenüber dem 1. Quartal 2020 war ein Anstieg bei den Gemeinden und Gemeindeverbänden von 1,1 % (beziehungsweise 1,4 Milliarden Euro) zu verzeichnen.

red

Preise für Wohnimmobilien in Deutschland steigen deutlich: Stuttgart legt um 11,1 Prozent zu

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im 1. Quartal 2021 durchschnittlich um 9,4 % gegenüber dem 1. Quartal 2020 gestiegen. Beobachtet wurde diese Preisentwicklung sowohl in Städten als auch in ländlichen Regionen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts  stiegen besonders deutlich die Preise für Wohnungen in Großstädten über 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner mit +11,3 % und in den sieben größten Metropolen (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf) mit +11,1 % sowie für Ein- und Zweifamilienhäuser in dünn besiedelten ländlichen Kreisen (+11,3 %).

Die Nebenkosten für den Erwerb einer Immobilie sind für Käufer aufgrund des am 23.12.2020 in Kraft getretenen Gesetzes über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser um 0,3% gegenüber dem Vorjahresquartal gesunken. Während sie zwischen dem 4. Quartal 2019 und dem 4. Quartal 2020 noch deutlich angestiegen waren (+ 7,9 %), sanken sie zum 1. Quartal 2021 um 6,5 % gegenüber dem Vorquartal. Neben den Kosten für die Maklercourtage berücksichtigt der Preisindex für Erwerbsnebenkosten, der Teil des Preisindex für selbst genutztes Wohneigentum ist, Grunderwerbsteuer und Notargebühren.

red

Geld sparen bei Vertragswechsel ?

Das Leben kann ja so ungerecht sein: Wer als treuer Kunde Jahr für Jahr brav seine Rechnungen zahlt, kommt oft deutlich teurer weg als flatterhafte „Vertrags-Hopper“. Das zeigt eine repräsentative Studie.

Anders formuliert: Wer einen neuen Vertrag abschließt, bekommt bei vielen Anbietern attraktive Konditionen. Bestandskunden hingegen bezahlen oft mehr und bekommen mitunter sogar weniger Leistung. Deshalb rät der Geldratgeber Finanztip, Strom-, Handy- oder auch Versicherungsverträge regelmäßig zu prüfen und gegebenenfalls zu wechseln.

Laut der Studie sind vor allem über 50-jährige Verbraucher wechselfaul. Doch das kann teuer werden: Allein bei Strom, Handy und Kfz-Versicherung entstehen dadurch Mehrkosten von jährlich bis zu 460 Euro.

Knapp jeder Dritte über 50 hat noch nie den Stromanbieter gewechselt. „Wer schon immer Strom bei einem Anbieter bezieht, hängt in der teuren Grundversorgung“, sagt Finanztip-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen. Für Betroffene sei das Sparpotential groß – laut einer aktuellen Beispielrechnung bringe der Wechsel in einen günstigen Tarif bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch (3.000 kWh) knapp 150 Euro im Jahr.

Ein weiterer Kostenfaktor privater Haushalte sind Handytarife. „Im Mobilfunkbereich beobachten wir seit Jahren fallende Preise – erst im E-Netz, jetzt zunehmend auch im hochwertigen D-Netz“, sagt Tenhagen. Die Folge: Je älter ein Tarif ist, desto teurer ist er im Vergleich zu neuen Angeboten.

Vor allem die Generation 50 plus telefoniert besonders häufig zu hohen Kosten, denn jeder dritte einschlägige Handyvertrag ist älter als fünf Jahre. Besonders im D-Netz geht das in Geld, wie eine Beispielrechnung zeigt: Besteht hier der Vertrag schon seit zehn Jahren, zahlen die Inhaber 264 Euro im Jahr zu viel, bei fünf Jahre alten Verträgen immerhin noch 192 Euro.

Der Rat vom Finanztip-Chef: „Handyverträge sollten mindestens alle zwei Jahre überprüft werden. Oft reicht es schon, dem Anbieter mit der Kündigung zu drohen, um deutlich bessere Konditionen zu erhalten.“

Dass mit zunehmendem Alter die Autoversicherung teurer wird, ist bekannt. Trotzdem fassen 40 Prozent der über 50-Jährigen grundsätzlich ihren Tarif nicht an – vor allem, weil sie mit ihrer Versicherung zufrieden sind. Doch diese Treue kostet.

„In unserer Beispielrechnung sparten wir im Schnitt bis zu 50 Euro im Jahr durch den Wechsel in einen preiswerteren Tarif“, so Tenhagen. Vor dem Hintergrund, dass Versicherungen mit dem Thema Alter sehr unterschiedlich umgingen und auch Typ- und Regionalklassen jedes Jahr neu berechnet würden, sollten Versicherte ab 50 jedes Jahr Tarife vergleichen. „Macht die eigene Versicherung ein faires Angebot, ist die Treue verdient. Andernfalls unbedingt wechseln! Das geht mit Tarifrechnern im Netz sehr einfach und dauert maximal eine halbe Stunde“, so der Ratschlag.

Rudolf Huber / glp