Deutschland ist bei ausländischen Fachkräften nicht erste Wahl

Deutschland bei ausländischen Fachkräften nicht gefragt

Der Industrie-Standort Deutschland klagt schon seit geraumer Zeit über einen Mangel an Fachkräften aus dem Ausland. An diesem Zustand dürfte sich so schnell auch nicht ändern, wie eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeigt, die jetzt in Berlin vorgestellt wurde.

Demnach ist Deutschland für hoch qualifizierte Arbeitnehmer aus dem Ausland nicht die erste Wahl. Die Autoren der Studie stellen fest, dass Deutschland in der Rangfolge der attraktivsten Standorte für Fachkräfte mit Master-Abschluss oder Doktortitel nur den zwölften Rang belegt. Auf dem ersten Platz sehen die Forscher Australien, gefolgt von Schweden und der Schweiz. Die USA landen auf Platz sieben. Schlusslicht unter den 35 untersuchten Staaten ist die Türkei.

Untersucht wurden die Qualität der beruflichen Chancen, Einkommen, Steuern, Möglichkeiten für Familienangehörige, Einreise- und Aufenthaltsbedingungen, Zukunftsaussichten, das „Kompetenzumfeld“ sowie gesellschaftliche Diversität und Lebensqualität.

„Für Fachkräfte ist die Geschwindigkeit der Visa-Erteilung ein wichtiger Faktor, aber für viele Hochqualifizierte sind auch die Rahmenbedingungen für Partner und Kinder wichtig“, sagte der OECD-Direktor für Arbeit und Soziales, Stefano Scarpetta. wid/rlo

Fusions-Hammer: Fiat Chrysler und Renault wollen fusionieren

Die Zeiten für die großen Automobilhersteller sind stürmisch. Einen Fahrplan zum Erfolg hat aktuell niemand parat. Benziner, Diesel, Stromer oder Brennstoffzelle: Noch ist nicht entschieden, welcher Antrieb in den kommenden Jahren das Rennen macht – vom autonomen Fahren ganz zu schweigen.

Aus diesem Grund schließen Autobauer Allianzen. Gemeinsam wollen sie in ruhigeres Fahrwasser steuern. Jüngstes Beispiel: Der Autokonzern Fiat Chrysler (FCA) schlägt eine Fusion mit Renault vor. Das teilte das Unternehmen offiziell mit. Demnach sollten nach einem Zusammenschluss beide Seiten jeweils 50 Prozent, heißt es. Bei einer Fusion würde einer der größten Autokonzerne der Welt entstehen. Die Allianz aus FCA und Renault käme auf etwa 8,7 Millionen verkaufte Autos pro Jahr in allen wichtigen Märkten rund um den Globus, berichtet das Handelsblatt. Da müssten sich auch die Marktführer Volkswagen und Toyota warm anziehen.

Renault bestätigte inzwischen, den Vorschlag erhalten zu haben. Der Verwaltungsrat des französischen Konzerns wird nun über die Offerte beraten und sich danach schriftlich äußern, teilte das Unternehmen in Boulogne-Billancourt bei Paris mit.

„Der vorgeschlagene Zusammenschluss würde einen globalen Autohersteller schaffen, herausragend in Bezug auf Umsatz, Volumen, Rentabilität und Technologie sowie von Vorteil für die Anteilseigner der Unternehmen“, heißt es in einer Mitteilung von Fiat Chrysler. Es habe auch schon Gespräche zwischen beiden Unternehmen gegeben, um Produkte und Regionen für eine Zusammenarbeit zu identifizieren. mid/rlo

Weniger Aufträge im Baugewerbe

Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im März 2019 um 1,9 Prozent niedriger als im Februar 2019. Dieser Rückgang ist auf das mittlerweile sehr hohe Auftragseingangsniveau, bedingt durch die besonders gute Entwicklung der letzten Berichtsmonate, zurückzuführen.

Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich sank das Volumen der saison-,
arbeitstäglich- und preisbereinigten Auftragseingänge von Januar bis März 2019 gegenüber Oktober bis Dezember 2018 ebenfalls um 1,9 Prozent. wid/rlo

Heizölkunden zahlen drauf

Der vergleichsweise milde Winter 2018/2019 hat dafür gesorgt, dass Verbraucher sieben Prozent weniger Energie für das Heizen ihrer Wohnung benötigten als in der Vorsaison. Das brachte Gaskunden Entlastung, doch Heizölkunden zahlten drauf, wie das Vergleichsportal Check24 berichtet.

In Zahlen bedeutet das: Ein Musterhaushalt mit Gasheizung zahlte in der Heizperiode September 2018 bis April 2019 im Schnitt 1.075 Euro. Das sind 33 Euro weniger als im Winter 2017/2018. Für Verbraucher mit Ölheizung stiegen die Kosten dagegen um neun Prozent – von 1.140 Euro auf 1.248 Euro.

„Die Kostenschere zwischen Gas und Heizöl hat sich im Vergleich zur Vorsaison wieder deutlich geöffnet“, sagt Dr. Oliver Bohr, Geschäftsführer Energie bei Check24. Doch was ist der Grund dafür? „Das liegt vor allem daran, dass die Ölpreise in diesem Winter höher waren als im Vorjahreszeitraum“, so der Experte.

Der durchschnittliche Preis für Heizöl stieg im Vergleich der vergangenen beiden Heizperioden September bis April um 19 Prozent. Dieser Preisanstieg konnte durch den geringeren Energiebedarf nicht ausgeglichen werden. Der Gaspreis erhöhte sich nur um durchschnittlich drei Prozent. Somit war Heizen mit Öl 16 Prozent teurer als mit Gas. wid/rlo

Armutsrisiko steigt

Das Armutsrisiko von Rentnern ist in vielen Ländern der Europäischen Union gewachsen. Betroffen sind vor allem ältere Rentner ab 75 Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Max-Planck-Instituts für Sozialrecht und Sozialpolitik, in der die Änderungen der Anpassungsmodalitäten für Bestandsrenten im Zeitraum von 2008 bis 2017 in den EU-Staaten untersucht wurden.

Die Analyse der Experten kommt zu dem Schluss, dass gerade Renten mit einem niedrigen Einstiegsniveau regelmäßig angepasst werden müssen. Denn eine restriktive Rentenanpassung berücksichtigt zwei Punkte nicht: 1. Renten werden zunehmend länger bezogen, da die Lebenserwartung in den meisten Ländern kontinuierlich steigt. 2. Werden die Renten über die Jahre nicht angemessen an das Wohlstandsniveau eines Landes angepasst, lassen Preissteigerungen ihre Kaufkraft sinken.

„Bei unzureichender Anpassung der Renten ohne Anbindung an die Entwicklung der Lebenshaltungskosten einer Gesellschaft wächst das Risiko von Altersarmut, und wiederum dies gefährdet wiederum den sozialen Zusammenhalt“, sagt Dr. Eva Maria Hohnerlein, die die Untersuchung durchgeführt hat.

Modellrechnungen der EU für das Jahr 2066 zeigen, dass infolge der Reformen nach zehn Jahren die ausgezahlten Renten deutlich niedriger liegen werden als die Zugangsrenten. Die größte Rentenerosion mit 10 Prozentpunkten oder mehr wurde für Portugal, Ungarn, Belgien und Österreich prognostiziert.

Angesichts dessen haben vor allem Länder in Osteuropa nun begonnen, der drohenden Altersarmut von insbesondere älteren Rentnern entgegenzuwirken, darunter die Tschechische Republik, Kroatien und die Slowakei. Eine interessante Neuerung in diesem Zusammenhang ist das „Günstigkeitsprinzip“, eine Variante, die in Großbritannien schon seit 2011 praktiziert wird. So wird in Polen und der Tschechischen Republik beispielsweise der Preisindex zur Berechnung herangezogen, der sich auf die Rentenanpassung am positivsten auswirkt. wid/rlo

Trump verschiebt Entscheidung und lässt die Autoindustrie weiter zittern

Auto-Zölle: Trump verschiebt Entscheidung

Verschnaufpause für die deutsche Autoindustrie: US-Präsident Donald Trump hat seine Entscheidung über die mögliche Erhebung von Sonderzöllen auf Auto-Importe um sechs Monate verschoben.

Die USA werden bis auf weiteres keine Sonderzölle auf Importe der europäischen Automobilindustrie erheben, heißt es aus dem Weißen Haus in Washington. Der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer solle in den kommenden 180 Tagen weitere Verhandlungen führen, berichtet „tagesschau.de„.

Experten zufolge habe sich der US-Präsident der Sichtweise seines Handelsministeriums angeschlossen. Dieses hatte in einem Prüfbericht festgestellt, dass Sonderzölle auf Auto-Importe auch die heimische Wirtschaft treffen könnten und damit die nationale Sicherheit beeinträchtigen würden.

Und wie beurteilt die deutsche Autoindustrie die Entscheidung? „Die Frist von 180 Tagen muss nun intensiv genutzt werden, um in den Verhandlungen zwischen der EU und den USA zu guten Ergebnissen zu kommen“, sagt Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA).

Zölle oder Quoten würden gleichermaßen den internationalen Handel beschränken, so Bernhard Mattes weiter. „Sie schaden allen Unternehmen und Kunden in den betroffenen Ländern und führen zu Wohlfahrtsverlusten. Beide großen Wirtschaftsräume brauchen einander.“

Das Ziel der transatlantischen Verhandlungen müsse es nun sein, die Möglichkeiten für freien und fairen Handel auszuweiten und offene Märkte auf allen Seiten sicherzustellen, betont der VDA-Präsident: „Der Erfolg der deutschen Automobilindustrie basiert zu einem großen Teil auf dem freien Zugang zu den Märkten.“ mid/rlo

Gewerkschaft fordert: Unternehmen im Kreis Ludwigsburg sollen sich an die Tarifverträge halten

Schlechtere Bezahlung, längere Arbeitszeiten, weniger Urlaub: Beschäftigte, die im Landkreis Ludwigsburg in einem Unternehmen arbeiten, in dem kein Tarifvertrag gilt, sind im Job klar benachteiligt. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hingewiesen. Nach Einschätzung der NGG hält sich mittlerweile ein Großteil der rund 12.600 Betriebe im Landkreis nicht mehr an Tarifverträge. Das hat auch Folgen für die Unternehmen selbst, warnt Gewerkschafter Hartmut Zacher: „Tariflose Firmen haben in puncto Motivation und Produktivität der Mitarbeiter meist schlechtere Karten. Auch die Suche nach Fachkräften fällt ihnen schwerer“, so der Geschäftsführer der Stuttgarter NGG mit Blick auf aktuelle Studien der Hans-Böckler-Stiftung.

Zacher ruft die Firmen in der Region dazu auf, sich zur Sozialpartnerschaft und zur Mitbestimmung zu bekennen. „Gerade beim digitalen Wandel der Arbeitsplätze muss man die Belegschaften mitnehmen. Gewerkschaften und Betriebsräte sichern nicht nur Jobs. Sie helfen auch dabei, die Zukunft zu gestalten – von neuen Arbeitszeitmodellen bis hin zur Weiterbildung der Mitarbeiter.“

Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) arbeiteten zuletzt 50 Prozent der Beschäftigten in Baden-Württemberg in einem Betrieb mit Tarifvertrag. In ganz Westdeutschland liegt die Quote bei 57 Prozent – im Jahr 2000 waren es noch 70 Prozent. Nach Beobachtung von Gewerkschafter Zacher greift die „Tarifflucht“ auch im Kreis Ludwigsburg um sich: „Immer mehr Betriebe versuchen, sich um Tarifverträge zu drücken. Damit setzen sie bewährte Standards aufs Spiel und bieten ein Einfallstor für Dumping-Konkurrenz.“ Besonders niedrig ist die Tarifbindung nach Angaben des IAB dabei in kleinen Firmen: Nur 17 Prozent der baden-württembergischen Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern halten sich aktuell an einen Tarifvertrag. In Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten liegt die Quote hingegen bei 69 Prozent.

Um diesen Trend zu stoppen, macht sich die NGG insbesondere für Flächentarifverträge stark. Solche habe man etwa in Brauereien, in der Getränkeabfüllung und in der Nährmittel- und Süßwarenindustrie durchgesetzt. Zugleich sei die Politik gefordert. Landes- und Bundesregierung sollten sich für eine höhere Tarifbindung einsetzen: „Wer sich um die Zukunft der sozialen Marktwirtschaft sorgt, muss sich darum kümmern, dass die Tarifpartner gestärkt werden“, sagt Zacher. Unternehmen, die im Arbeitgeberverband seien, müssten dazu verpflichtet werden, sich an Tarifabschlüsse zu halten. Außerdem müsse es einfacher werden, Tarifverträge für ganze Branchen verpflichtend zu machen. Davon profitiere am Ende auch der Staat – durch höhere Einnahmen etwa bei der Renten-, Kranken- und Sozialversicherung.

Allerdings ist die Zahl der Tarifverträge, die für alle Betriebe einer Branche per Gesetz gelten, zuletzt stark gesunken. Eine so genannte Allgemeinverbindlichkeit wurde im Jahr 2017 lediglich 25 Mal vom Bundesarbeitsministerium erteilt. Im Jahr 2000 waren es noch 133 Fälle. Das geht aus einer aktuellen Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor (Bundestags-Drucksache 19/8626).

Attraktiver Wirtschaftsstandort – Zahl der Beschäftigten auf Höchststand

Mit mehr als 54.000 Arbeitsplätzen erreicht Ludwigsburg einen neuen Höchststand an Beschäftigten

Die Zahl der Beschäftigten die sozialversicherungspflichtig gemeldet sind liegt derzeit über der Marke von 54.000. Die Arbeitsmarktentwicklung in Ludwigsburg ist somit weiter auf einem guten Weg: Seit 2009 steigt die Zahl der Beschäftigten kontinuierlich an. Die Zahl stieg, von damals 42.451 Beschäftigten, auf  54.641 Beschäftigte (Stand 30. September 2018) an. Die Bundesagentur für Arbeit hat diese Zahl der städtischen Statistikstelle aktuell übermittelt. 2017 waren noch 52.328 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte hier gemeldet. Ein Zuwachs von 2.313 Stellen.

Dabei hat sich der Anteil der Arbeitenden im Dienstleistungssektor deutlich erhöht. Von den Beschäftigten in der Stadt arbeiteten 2018 noch 17 Prozent im produzierenden Gewerbe, 23 Prozent waren es dagegen im Jahr 2008. In Handel, Verkehr und Gastgewerbe ist der Anteil bei 22 Prozent damals wie heute in etwa gleich geblieben. Im Zehn-Jahres-Vergleich haben besonders die Beschäftigten der sonstigen Dienstleister zahlenmäßig zugelegt: Von 2008 rund 55 Prozent ist ihr Anteil auf fast 61 Prozent gestiegen. Verbunden mit dem Gesamtanstieg sind in diesem Bereich besonders viele der neuen Jobs in der Stadt entstanden.

Die Wirtschaftsförderung der Stadt führt das starke Wachstum in Ludwigsburg nicht nur auf die allgemein positive Entwicklung der Konjunktur zurück: Neben zahlreichen Erweiterungen ansässiger Firmen haben sich in den vergangenen Jahren auch große Unternehmen neu angesiedelt, dadurch wurden viele hochinnovative Arbeitsplätze in wichtigen Zukunftsbranchen geschaffen. Die Stadt hat durch begleitende Infrastrukturmaßnahmen, wie etwa den Breitbandausbau durch die Stadtwerke, den Wirtschaftsstandort noch attraktiver gemacht. Der Aufbau eines Living Lab mit namhaften Unternehmen in einem Innovationsnetzwerk aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung hat viele Pilotprojekte am Standort ermöglicht. Die nachhaltige Stadtentwicklungspolitik mit dem beispielhaften Stadtentwicklungskonzept hat Ludwigsburg darüber hinaus deutschlandweit bekannter gemacht.

Durch die Wiederbelebung des Marstalls konnten über 1.000 neue Stellen geschaffen werden.

Blumen-Boom am Muttertag

Floristen haben Hochkonjunktur, denn Muttertag steht vor der Tür. Laut Umfrage durch das Verbraucherforum „mydealz.de“ sind Blumen das mit Abstand beliebteste Geschenk, um Müttern an ihrem Ehrentag eine kleine Freude zu bereiten. Derweil sind Frauen etwas spendabler als Männer: Drei von vier befragten Frauen (75,4 Prozent), aber nur 69,3 Prozent der männlichen Befragten, geben an, ihrer Mutter dieses Jahr etwas schenken zu wollen.

Gut jeder zweite Verbraucher – 40,9 Prozent der Männer und 63,2 Prozent der Frauen – schenken ihrer Mutter dieses Jahr Blumen. Pralinen und Schokolade folgen bei Frauen (34,8 Prozent) und Männern (18,6 Prozent) auf Rang zwei. Selbstgestaltete Präsente (27,4 Prozent) vervollständigen bei den Frauen noch vor Parfüm (18,2 Prozent) die Top-3 der populärsten Muttertaggeschenke. Männer basteln scheinbar weniger gerne: Parfüm (10,7 Prozent) liegt bei ihnen auf dem dritten Rang der populärsten Präsente. Etwas Selbstgestaltetes (Rang 4) möchten 7,3 Prozent der Männer ihrer Mutter schenken. wid/wal

Gender Pay Gap: Bezwingerinnen der Lohnlücke

Wenn vom „Gender Pay Gap“ die Rede ist, dann ist die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern gemeint. In der Regel verdienen Frauen weniger als Männer – nicht so in vier ostdeutschen Städten.

In Cottbus, Frankfurt/Oder, Dessau-Roßlau und Schwerin verdienen vollzeitbeschäftigte Frauen mehr als vollzeitbeschäftigte Männer. In Cottbus sind es rund vier Prozent, obwohl der bundesweite Durchschnitt ein gant anderes Bild zeichnet – rund 21 Prozent weniger Gehalt weist der Blick in die Statistik für Frauen aus, wie eine aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt.

Die Gründe für die Geringverdienste von Frauen sind bekannt: Unterschiede bei Qualifikation, Berufswahl und Arbeitserfahrung, Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit für Kindererziehung und Familienphasen. „Als Folge müssen Frauen einen Lohnabschlag aufgrund familienbedingter Erwerbsunterbrechungen in Kauf nehmen“, schreiben die IAB-Arbeitsmarktforscherinnen Michaela Fuchs, Anja Rossen, Antje Weyh und Gabriele Wydra-Somaggio. Zudem arbeiten Frauen in Bereichen, in denen geringere Löhne gezahlt werden.

Warum aber die Unterschiede in den vier Städten? Für Cottbus liefern die Arbeitsmarktforscher eine Erklärung: Rund ein Fünftel der Frauen arbeitet dort im öffentlichen Dienst, während Männer in Cottbus überdurchschnittlich häufig in der Zeitarbeitsbranche tätig sind – was deutliche Gehaltsunterschiede mit sich bringt. wid/Mst