Mehrheit der Deutschen gegen späteren Renteneintritt

Fast drei Viertel der Deutschen lehnen eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters ab. Das ergab eine Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Die Umfrage wurde wenige Tage nach der Veröffentlichung der Bundesbank-Prognose durchgeführt, wonach der Beitrag in der gesetzlichen Rentenversicherung wegen der Alterung der deutschen Bevölkerung bis 2070 auf 26 Prozent steigen soll.

Als Schlussfolgerung aus der Prognose hatte die Bundesbank eine Erhöhung des Renteneintrittsalters bis 2070 auf 69 Jahre und vier Monate vorgeschlagen. 73 Prozent der Befragten sind jedoch gegen eine Kopplung des Renteneintritts an die Entwicklung der Lebenserwartung und die damit verbundene Erhöhung des Renteneintrittsalters. 14 Prozent der Befragten stimmten diesem Vorschlag zu. Dabei sind Ablehnung und Zustimmung in den verschiedenen Altersgruppen ähnlich.

Jedoch: Mit steigendem Einkommen nimmt die Zustimmung zu einer Erhöhung des Renteneintrittsalters zu. Während sich lediglich neun Prozent der Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 1.000 Euro dafür aussprechen, steigt dieser Anteil kontinuierlich bis auf 23 Prozent der Befragten mit einem Einkommen von 4.000 Euro und mehr.

Unterdessen ist keine Wählergruppe mehrheitlich für eine Erhöhung. Die größte Zustimmung kommt von den Wählern der FDP (29 Prozent), gefolgt von den Grünen-Wählern (22 Prozent) und den Unions-Wählern (19 Prozent). Hierzu sagt DIA-Sprecher Klaus Morgenstern: “Angesichts dieser Stimmung in der Wählerschaft ist es sehr unwahrscheinlich, dass Politiker tatsächlich den Mut finden werden, eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters ernsthaft in Betracht ziehen, so plausibel die Argumente dafür auch sein mögen.”

Lars Wallerang

Grünes Licht für Auto-Fusion von PSA und FCA

Die Autokonzerne PSA und FCA fusionieren. Dies haben nun die obersten Gremien beschlossen. Wörtlich heißt es: “Der Aufsichtsrat von Peugeot S.A. und der Vorstand von Fiat Chrysler (FCA) haben jeweils einstimmig zugestimmt, auf eine vollständige Zusammenlegung ihrer jeweiligen Unternehmen im Wege einer 50/50-Fusion hinzuarbeiten.”

Der Plan, das PSA- und das FCA-Geschäft zusammenzulegen, verfolgt das Ziel, einen Branchenführer zu schaffen, der über Know-how und Ressourcen verfügt, die neuen Herausforderungen künftiger Mobilität zu bewältigen. Mit dem vorgeschlagenen Zusammenschluss würde der weltweit viertgrößte Erstausrüster in (Absatz: 8,7 Mio. Fahrzeuge) mit einem Umsatz von fast 170 Milliarden Euro und einem Betriebsergebnis von mehr als 11 Milliarden Euro entstehen.

Der sich aus der Transaktion ergebende Wertzuwachs wird auf jährlich rund 3,7 Mrd. Euro geschätzt. Ergeben soll sich dies hauptsächlich aus einer effizienteren Nutzung von Ressourcen für alle möglichen Investitionen in Fahrzeugplattformen, Antriebsstrang und Technologie sowie aus den damit verbundenen verbesserten Einkaufsmöglichkeiten. Werksschließungen seien in diese Effizienz-Prognose nicht einberechnet, heißt es in einer Mitteilung von PSA.

Laut Prognose werden 80 Prozent der Synergien nach vier Jahren erreicht. Die einmaligen Gesamtkosten für das Erreichen der Synergien werden auf 2,8 Milliarden Euro geschätzt. Die Aktionäre jeder Gesellschaft würden 50 Prozent des Eigenkapitals der neu zusammengeschlossenen Gruppe besitzen und daher zu gleichen Teilen von den Vorteilen profitieren, die sich aus dem Zusammenschluss ergeben.

Lars Wallerang

LEDs sparen Weihnachtsstrom

153 Millionen Euro Stromkosten fallen 2019 für die deutsche Weihnachtsbeleuchtung an, so das Ergebnis einer Umfrage. Das Überraschende daran: Letztes Jahr war die Summe mit 182 Millionen noch deutlich höher. Woran liegt das?

Ganz einfach: Immer mehr hält die energieeffizientere LED-Technik auch bei der Weihnachtsbeleuchtung Einzug, so Volker Walzer vom Ökostromanbieter LichtBlick. LED-Lichterketten nutzen zwar mehr Lämpchen, verbrauchen aber trotzdem weniger Strom. Immerhin schon 77 Prozent der Befragten nutzen diese Variante (2018: 72 Prozent), nur 13 Prozent nehmen weiterhin herkömmliche Glühlampen (2018: 17 Prozent).

“Die weihnachtliche Beleuchtung wird in diesem Jahr rund 510 Millionen Kilowattstunden Strom verbrauchen”, heißt es bei LichtBlick. 2018 waren es noch 600 Millionen Kilowattstunden. “Mit dieser Leistung könnten rund 170.000 Haushalte ein ganzes Jahr lang mit Strom versorgt werden”, sagt Walzer. Grundsätzlich ist das Interesse an der weihnachtlichen Lichterstimmung auf Plätzen und an Gebäuden weiter groß: 76 Prozent der Befragten gaben an, dass die stimmungsvolle Beleuchtung ein wichtiger Bestandteil der Weihnachtszeit ist.

Rudolf Huber

 

So beliebt sind Ratenkredite

Wenn es um die Anschaffung von Konsumgütern geht, ist der Ratenkredit immer noch die beliebteste Variante. Eine Studie des Bankenfachverbandes kommt zu dem Ergebnis, dass einer von vier Verbraucherhaushalten regelmäßig Ratenkredite nutzt. Für die Studie wurden mehr als 1.800 Haushalte in Deutschland nach ihren Konsum- und Finanzierungsgewohnheiten befragt.

“Monatsraten ermöglichen vielen Verbrauchern die Anschaffung langlebiger Konsumgüter”, erläutert Jens Loa, Geschäftsführer des Bankenfachverbandes. Der Klassiker für eine Finanzierung ist und bleibt der Kauf eines Pkw. Rund zwei Drittel aller Ratenkredit-Nutzer schaffen sich mit ihrem Kredit ein Auto an. Neuwagen werden im Schnitt mit 19.400 Euro und Gebrauchtwagen mit 11.500 Euro finanziert.

Generell gilt: Wer einen Kredit aufnimmt, verdient nicht automatisch schlecht. Im Gegenteil. “Auch Gutverdiener zahlen in Raten und schonen damit ihre Liquidität”, sagt Loa. Rund 3.000 Euro beträgt das monatliche Haushaltsnettoeinkommen von Kreditnutzern, es liegt damit mehr als 200 Euro über dem Durchschnitt aller Befragten.

Viele Verbraucher erwarten heute Angebote zur Finanzierung von Konsumgütern. Oder anders gesagt: Ohne diese Angebote wären zwei Drittel aller finanzierten Käufe nicht erfolgt. Dieses Ergebnis der Studie untermauert die volkswirtschaftliche Bedeutung von Finanzierungen, die den privaten Konsum stützen und Verbraucherbedürfnisse befriedigen.

Andreas Reiners

Black Friday : Konsumenten sollten flexibel sein

Das Black Friday-Shopping im Internet ist für manche Konsumenten der Einkaufs-Höhepunkt des Jahres. Am 29. November 2019 werden also wieder die Datenleitungen glühen. Die große Frage: Lohnt sich das eigentlich wirklich?

Die Shopping- und Vergleichsplattform idealo ist dieser Frage anhand der Preisentwicklung bei über 2.500 Topsellern am und kurz vor dem Black Friday 2018 auf den Grund gegangen. Das Ergebnis: 74 Prozent der untersuchten Produkte waren tatsächlich günstiger als in den vier Wochen davor. Echte Schnäppchen mit mindesten 20 Prozent Rabatt waren mit nur 14 Prozent allerdings Mangelware, die durchschnittliche Preisersparnis lag bei lediglich sechs Prozent. Am meisten konnten die Verbraucher noch bei Gesellschaftsspielen (19 Prozent), Gamepads (19 Prozent) und Spielekonsolen (15 Prozent) sparen.

“Wer am Black Friday echte Schnäppchen machen möchte, sollte vor allem flexibel sein”, heißt es bei idealo. Also bei Marke und/oder Ausstattung Kompromisse machen. Die Erkenntnis: “Wer nicht auf Modell, Ausstattung und Farbe festgelegt ist, erhöht die Chance auf ein echtes Schnäppchen deutlich.” Das gelte auch für andere Produktkategorien wie Spielekonsolen, Fernseher oder Sneaker.

Rudolf Huber

 

Erneuerbare Energien im Aufwind

Die Erneuerbaren Energien haben in den ersten drei Quartalen 2019 in Deutschland zusammen 42,9 Prozent des Bruttostromverbrauchs gedeckt. Das ist ein Anstieg von fast fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (38,1 Prozent) und ein neuer Bestwert.

Im März 2019 erreichten die Erneuerbaren aufgrund des starken Windaufkommens sogar 52 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommen das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in einer ersten Auswertung. Wenn sich das Wind- und Sonnenaufkommen im vierten Quartal wie im Durchschnitt der letzten Jahre gestaltet, könnte der Erneuerbaren-Anteil im Gesamtjahr 2019 bei mehr als 42 Prozent liegen.

“Es ist erfreulich, dass die Erneuerbaren so stark zugelegt haben und der Einsatz konventioneller Energieträger kontinuierlich zurückgeht”, sagt Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Die Rekordzahlen stünden jedoch im scharfen Kontrast zur dramatischen Situation beim Ausbau der Windenergie: Aufgrund fehlender Flächen und immer restriktiverer Abstandsregelungen rutsche man in eine regelrechte Rezession. “Wenn die Politik nicht endlich die Bremsen für den Ausbau der Windanlagen lockert, werden wir das 65-Prozent-Ziel krachend verfehlen”, so Stefan Kapferer.

Ralf Loweg

Der Konsum-Motor stottert

Die abflauende Konjunktur verdirbt den Deutschen die Laune: Der Creditplus-Verbraucherindex ist zum Herbst 2019 auf den tiefsten Wert seit mehr als zwei Jahren gesunken. Er liegt nun bei 100,2 Punkten und damit 3,6 Punkte unter dem Wert vom Frühjahr. Die Studie erfasst halbjährlich die Zukunftserwartungen, Konsumbereitschaft und die finanzielle Lage von Verbrauchern.

“Der deutsche Konjunkturmotor stockt aktuell, auch wenn sich einige Indikatoren wieder etwas aufgehellt haben. Die Verbraucher haben sich auf schwierigere Zeiten eingestellt und halten ihre Ersparnisse zusammen”, sagt Belgin Rudack, Vorstandsvorsitzende der Creditplus Bank.

Insgesamt erwarten 74 Prozent der Befragten für die nächsten Monate einen höheren Lebensstandard und ein verbessertes Haushaltseinkommen. Das entspricht einem Rückgang um vier Prozentpunkte im Vergleich zum Frühjahreswert.

Nur noch 63 Prozent der Befragten haben grundsätzlich Lust zum Geldausgeben, fünf Prozentpunkte weniger als im Frühjahr. Dies ist der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebungen im Frühjahr 2015. Dagegen befinden sich die finanziellen Rücklagen der Deutschen nach wie vor auf hohem Niveau. 70 Prozent der Befragten können problemlos mindestens 625 Euro für unerwartete Ausgaben aufbringen. 39 Prozent verfügen über eine eiserne Reserve von mehr als 2.500 Euro.

Ralf Loweg

Wertvollste Marken: Apple und Google vorn

 Apple und Google behaupten auch das siebte Jahr in Folge ihre Spitzenpositionen als wertvollste Marken der Welt. Laut der jährlichen Studie des Marktforschungsinstituts Interbrand erreicht der iPhone-Hersteller Apple einen Markenwert von 234 Milliarden Dollar, das sind neun Prozent mehr als 2018. Damit ist Apple der mit Abstand wertvollste Konzern der Welt.

Auf Platz zwei folgt der Suchmaschinenbetreiber Google mit einem Marktwert von 167,7 Milliarden Dollar, auch das sind neun Prozent mehr als 2018. Amazon konnte mit 24 Prozent Wachstum erneut stark zulegen und liegt mit 125,3 Milliarden Dollar nach 2018 zum zweiten Mal auf Platz drei. Der Online-Händler und Anbieter der Sprachassistentin Alexa konnte damit den Vorsprung zur Nummer vier im weltweiten Ranking, Microsoft, ausbauen: Den Markenwert des Software-Riesen schätzt Interbrand auf knapp 109 Milliarden Dollar.

Beim Markenwert von Facebook sehen die Marktforscher einen Rückgang von zwölf Prozent auf knapp 40 Milliarden Dollar. Das Online-Netzwerk fiel damit vom neunten auf den 14. Platz in der Rangliste.

Interbrand berechnet den Markenwert auf Basis von Geschäftszahlen, der Wirkung der Marke auf die Kunden sowie einer Einschätzung der Fähigkeit, in der Zukunft Gewinne zu sichern.

Ralf Loweg

Handwerker heiß begehrt

Im Jahr 2017 waren in Deutschland im Handwerk rund 5,2 Millionen Personen tätig. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis der Ergebnisse der Handwerkszählung weiter mitteilt, erwirtschafteten die rund 554.000 Handwerksunternehmen mehr als 574 Milliarden Euro Umsatz.

Die Unternehmen des Handwerks sind nach ihrem ausgeübten Gewerbe in sieben Gewerbegruppen gegliedert. Bezogen auf die Anzahl der Unternehmen, die tätigen Personen sowie den Umsatz war das Ausbaugewerbe die größte Gewerbegruppe. Dazu gehören beispielsweise Handwerksunternehmen der Bereiche Installation und Heizungsbau, Malerei und Lackiererei sowie Elektrotechnik.

Die kleinste Gewerbegruppe war das Gesundheitsgewerbe. Hier waren rund 202.000 Personen in etwa 20.000 Unternehmen tätig und erzielten rund 16 Milliarden Euro Umsatz. Besonders relevante Gewerbezweige in dieser Gruppe sind Unternehmen der Zahntechnik und Augenoptik.

Ralf Loweg

Klima-Paket: Wer die Zeche wirklich zahlt

Die Politik feiert das Klima-Paket als großen Wurf. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung sieht das anders. In einer aktuellen Studie haben die Experten berechnet, dass durch den geplanten CO2-Preis Geringverdiener stärker belastet werden als Spitzenverdiener.

Ein wichtiger Bestandteil des Klima-Pakets ist die Bepreisung des CO2-Ausstoßes, durch die beispielsweise Benzin oder Diesel teurer werden sollen. Ab 2021 soll der Preis bei zehn Euro pro Tonne CO2 liegen. Danach soll er schrittweise steigen. Der Einstiegspreis wurde von vielen Wissenschaftlern als zu niedrig und damit nahezu wirkungslos kritisiert.

Ökonomen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) haben einen weiteren Kritikpunkt: Gemessen am Haushaltseinkommen trifft der CO2-Preis in seiner jetzt geplanten Form vor allem Geringverdiener. In einer neuen Studie des DIW heißt es zur CO2-Bepreisung: “Die privaten Haushalte mit niedrigen Einkommen werden dabei deutlich stärker belastet als die hohen Einkommen.” Die Studie liegt dem ARD-Hauptstadtstudio exklusiv vor.

Die Wissenschaftler haben berechnet, dass auf Haushalte mit niedrigerem Einkommen im Durchschnitt eine Belastung in Höhe von teils mehr als einem Prozent ihres Nettoeinkommens zukommt. Das oberste Zehntel der Haushalte hat hingegen im Durchschnitt nur eine Mehrbelastung von 0,4 Prozent seines Nettoeinkommens zu erwarten.

Zwar ist der CO2-Ausstoß von reicheren Menschen tendenziell höher, doch auch ärmere Menschen müssen im Winter heizen. Gemessen an ihrem Einkommen trifft sie eine CO2-Bepreisung proportional mehr.

Ralf Loweg

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