Kleines Gehalt verstärkt die Hausfrauen-Rolle

„Je größer der Lohnunterschied, desto traditioneller die Aufgabenteilung“ – diese Gesetzmäßigkeit stellt das Institut der deutsche Wirtschaft (IW) Köln fest. Eine eher traditionelle Aufgabenteilung werde zwar immer seltener, sei aber dennoch bei Paaren mit zwei Verdienern weit verbreitet.

Ein Blick auf die Verdienstunterschiede zeige: Kümmert sich die Frau eher um Haushalt und Kinder, verdient sie im Durchschnitt durchschnittlich rund 26 Prozent pro Stunde weniger als ihr Partner. Kümmert sich der Mann mehrheitlich um hauswirtschaftliche Aufgaben, verdient er knapp sieben Prozent weniger als seine Partnerin. „Paare, die sich Aufgaben im Haushalt teilen, verdienen im Durchschnitt ähnlich“, teilt das IW mit. Zudem gibt es weitere Faktoren, die ein traditionelles Modell begünstigen: Paare, bei denen der Mann älter ist als die Frau, entscheiden sich zum Beispiel überdurchschnittlich oft für klassische Aufgabenteilung.

„Die Studie zeigt, dass finanzielle Abwägungen die Entscheidung für ein traditionelles Muster begünstigen können“, sagt IW-Ökonom und Studienautor Oliver Stettes. „Gäbe es bessere Betreuungsangebote für Kinder, könnten Mütter, die sich eine Vollzeitstelle wünschen, mit einem größeren Arbeitsvolumen in den Beruf zurückkehren und die Lohnunterschiede könnten sinken.“ Damit dürfte auch die Rollenverteilung weniger traditionell ausfallen.

Lars Wallerang / glp

Stromerzeugung: Windkraft löst Kohle als wichtigsten Energieträger ab

WIESBADEN – Im Jahr 2020 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) in Deutschland 502,6 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und in das Stromnetz eingespeist. Nach vorläufigen Ergebnissen von Destatis waren das 5,9 % weniger als im Jahr 2019. Dieser Rückgang ist zumindest teilweise auf den niedrigeren Strombedarf infolge des Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 zurückzuführen. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der im Inland erzeugten und eingespeisten Strommenge erreichte unterdessen einen neuen Höchststand: Er stieg von 42,3 % im Jahr 2019 auf 47,0 % im Jahr 2020. Mit 25,6 % hatte mit der Windkraft erstmals ein erneuerbarer Energieträger den höchsten Anteil an der in einem Jahr eingespeisten Strommenge und löste damit Kohle als wichtigsten Energieträger ab. Im Jahr 2020 wurden 5,4 % mehr Strom aus Windkraft erzeugt als 2019, als der Anteil noch bei 22,8 % gelegen hatte.

Stromerzeugung aus Kohle um mehr als ein Fünftel gesunken

Die Stromeinspeisung aus konventionellen Energieträgern sank dagegen im Vergleich zum Vorjahr um 13,6 % auf einen Anteil von nur noch 53,0 % an der eingespeisten Strommenge. Insbesondere die Einspeisung von Kohlestrom war mit einem Rückgang um 21,5 % auf einen Anteil von 24,8 % an der gesamten Strommenge deutlich niedriger als 2019, als Kohle mit einem Anteil von 29,8 % noch der wichtigste Energieträger war.

Die niedrigere Gesamtstromerzeugung sowie der gestiegene Anteil der erneuerbaren Energien und der Rückgang der Stromeinspeisung aus Kohlekraftwerken hängen teilweise mit dem Lockdown im Frühjahr 2020 zusammen: Der vergleichsweise geringe Strombedarf in dieser Zeit konnte zu einem großen Teil aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Aufgrund des Einspeisevorrangs für diese Energieträger wurden viele konventionelle Kraftwerke zurückgefahren. Nur Erdgaskraftwerke, die im Vergleich zu anderen konventionellen Kraftwerken flexibler auf Schwankungen bei der Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energiequellen reagieren können, verzeichneten 2020 einen leichten Anstieg um 3,6 % gegenüber dem Vorjahr.

Importierte Strommenge um 19,7 % gestiegen

Die importierte Strommenge ist im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 um 19,7 % auf 40,1 Milliarden Kilowattstunden gestiegen. Die exportierte Strommenge sank um 8,0 % auf 67,0 Milliarden Kilowattstunden. Insgesamt wurde weiterhin mehr Strom aus Deutschland exportiert als nach Deutschland importiert.

red

Quelle: Statistische Bundesamt

Bei stabiler Inzidenz von unter 50 darf in Landkreisen der Einzelhandel schrittweise öffnen

Nach dem Beschluss von Bund und Ländern will das Land Baden-Württemberg trotz der Lockdown-Verlängerung bis zum 28. März weitere Lockerungen zulassen. Abhängig will das die Landesregierung von der Zahl der Neuinfektionen machen. Als Maßstab soll die regionale Sieben-Tage-Inzidenz in den Stadt- und Landkreisen herangezogen werden. Das gab die Landesregierung am Donnerstagabend bekannt.

Der Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundeskanzlerin hat ein Öffnungskonzept vorgelegt, das, über die Maßnahmen im zweiten Öffnungsschritt hinaus, unterschiedliche Lockerungen ermöglicht bei Sieben-Tage-Inzidenzen unter 50 und Inzidenzen, die sich zwischen 50 und 100 bewegen.

Hierbei wurde offen gelassen, ob von einer landesweiten oder regionalen Inzidenzen („…in dem Land oder einer Region…“) ausgegangen werden soll.

Regionale Sieben-Tage-Inzidenz in den Stadt- und Landkreisen als Maßstab

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat dazu das Einvernehmen mit dem Koalitionspartner in der Landesregierung gesucht und gemeinsam mit Kultusministerin Susanne Eisenmann vereinbart, dass die Landesregierung bei den Maßnahmen die regionale Sieben-Tage-Inzidenz in den Stadt- und Landkreisen gelten lässt. Sie nimmt damit nicht die Landesinzidenz zum Maßstab, heißt es in der Mitteilung weiter.

Das bedeutet, entlang des MPK-Beschlusses, dass bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern im betreffenden Stadt- oder Landkreis der Einzelhandel geöffnet werden kann unter Einhaltung der im MPK-Beschluss definierten Quadratmeterfläche pro Kundin oder Kunde. Des Weiteren können Museen, Galerien, zoologische und botanische Gärten sowie Gedenkstätten öffnen. Und kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen soll im Außenbereich möglich sein. Der Landkreis Ludwigsburg weist aktuell einen Inzidenzwert von 50,6 aus.

Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 ist in den betreffenden Stadt- und Landkreisen „click&meet“ möglich. Das heißt die Öffnung des Einzelhandels für sogenannte terminshopping-Angebote mit der im MPK-Beschluss dargestellten Quadratmeterbegrenzung pro Kundin oder Kunde. Museen, Galerien, zoologische und botanische Gärten sowie Gedenkstätten können mit vorheriger Terminbuchung besucht werden. Kontaktfreier Sport mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten und im Freien für Gruppen mit bis zu 20 Kindern bis 14 Jahren sind möglich.

Mit den benachbarten Gebieten mit höheren Inzidenzen sollen gemeinsame Absprachen getroffen werden, um eine überregionale oder kreisübergreifende Inanspruchnahme der geöffneten Angebote möglichst zu vermeiden.

red

Quelle: Landesregierung Baden-Württermberg

Spatenstich für hochmodernes Prüfzentrum der Mercedes-AMG GmbH in Affalterbach

Affalterbach. Mercedes-AMG geht, wie auch der Mutterkonzern Mercedes-Benz, konsequent den Weg der Elektrifizierung – die ersten elektrifizierten Fahrzeuge starten in diesem Jahr. Nun unternimmt die Performance- und Sportwagenmarke den nächsten zukunftsweisenden Schritt und baut ein hochautomatisiertes Prüffeld zur Entwicklung von elektrifizierten Hochleistungsantrieben und elektrischen Komponenten. Am 04. März 2021 fand der offizielle Spatenstich für das neue „Technikum“ statt. Damit investiert AMG in wichtige Zukunftsthemen und bekennt sich klar zum Standort Affalterbach.

In Affalterbach, zwischen der Benz- und Maybachstraße, wird bis 2022 das neue Technikum mit einer Gesamtfläche von über 5.000 Quadratmetern über drei Etagen entstehen. Dabei handelt es sich um ein neues hochautomatisiertes Prüffeld für die Entwicklung von elektrifizierten Hochleistungsantrieben und elektrischen Komponenten. Mit zwei Allrad-Prüfständen und einem Hochvolt-Prüfstand für Batterien richtet sich die AMG damit für die Zukunft aus, bei Bedarf bietet das Gebäude weitere Ausbaustufen.

Philipp Schiemer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mercedes-AMG GmbH: „Mit dem Bau des Technikums bekennen wir uns als AMG klar zum Standort Affalterbach und investieren in die Zukunft der AMG.“ Jochen Hermann, Mitglied der Geschäftsführung und Chief Technology Officer der Mercedes‑AMG GmbH, ergänzt: „Mit unserem neuen Testzentrum können wir Fahrzeugkomponenten und Prototypen unter realistischen Bedingungen erproben und sie in einem frühen Entwicklungsstand auf Herz & Nieren prüfen. So gewinnen wir nicht nur Zeit im Entwicklungsprozess, sondern steigern auch die Ergebnisqualität.“

Gemeinsam mit der AMG Geschäftsführung griff auch der Bürgermeister der Gemeinde Affalterbach, Steffen Döttinger, zum Spaten, um den Baubeginn des neuen Technikums zu feiern. „Mit ihrer Erfolgsgeschichte ist die AMG ein wichtiger Arbeitgeber und ein Aushängeschild für unsere Gemeinde. Wir freuen uns sehr, dass die Mercedes-AMG GmbH mit dem Bau des Technikums weiter in den Standort Affalterbach investiert“, so Döttinger.

Das „Technikum“ im Überblick
Die Allrad-Prüfstände unterstützen die Ingenieure in Affalterbach bei der Simulation realer Fahr- und Umweltbedingungen. An die vier Maschinen eines Prüfstands werden die vier Radnaben eines Fahrzeugs gekoppelt und spiegeln so real wirkende Fahrwiderstände, um ein straßennahes Fahrverhalten abzubilden. Einer der Prüfstände ist zudem mit einer Klima-Höhenkammer ausgestattet. Mittels Unterdruck kann eine Höhe von bis zu 5.000 Metern über NN bei einer Temperatur von bis zu -30°C dargestellt werden. Bei den Tests sitzt der Entwickler nicht im Fahrzeug, sondern steuert dieses automatisiert aus einem Bedienraum. Damit leistet die AMG auch einen Beitrag für eine nachhaltigere Zukunft: Durch den Einsatz der Prüfstände müssen weniger Testkilometer im Realbetrieb zurückgelegt werden.

Egal ob arktische Temperaturen oder tropisches Klima – der Hochvolt-Prüfstand mit Klimakammer ermöglicht, die am Standort Affalterbach entwickelten Hochvolt-Batterien in einem Temperaturbereich von -40 bis +80°C vollautomatisiert zu prüfen. So gelingt es, nahezu jeden denkbaren Fall zu testen, der in der Betriebszeit auf ein Batteriesystem zukommen könnte. Der Fokus liegt hierbei insbesondere auf der Sicherheit, der Dauerhaltbarkeit sowie der Funktion und Leistung unter Extrembedingungen. Während sich in der Natur die Umweltvoraussetzungen in Sekundenschnelle ändern und nie gleich sind, können sie am Prüfstand unendlich wiederholt werden. Die umfangreiche Messtechnik des neuen Prüfzentrums und der hohe Automatisierungsgrad führen so zu reproduzierbaren und gesetzeskonformen Prüfbedingungen.

red

Das haben die DAX-Vorstände studiert

Kürzlich vermeldete der Siemens-Konzern einen Wechsel an der Spitze des Unternehmens: Der promovierte Physiker Roland Busch übernahm den Posten des vorangehenden Vorstandsvorsitzenden Joe Kaeser, der einen Abschluss als Diplom-Betriebswirt innehält. Aus diesem Anlass hat die Berlin School of Business and Innovation (BSBI) die Bildungsabschlüsse der Führungskräfte der DAX-30-Unternehmen untersucht. Dafür analysierte die Wirtschaftsschule 195 Lebensläufe der aktuellen DAX-30-Vorstände.

Am häufigsten verbreitet sind Abschlüsse im Fach Business Administration: Insgesamt 40 Personen an den Spitzen der Unternehmen graduierten in dieser Disziplin. An zweiter Stelle folgt das Fach Betriebswirtschaftslehre (38 Personen). Mit großem Abstand belegen Recht und Maschinenbau den dritten Platz (je 13 Personen). Auf dem vierten Platz rangieren Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftswissenschaften und Physik (je zehn Personen). Das Wirtschaftsingenieurwesen komplettiert die Top Fünf der beliebtesten Studiengänge (acht Personen).

Insgesamt überwiegen bei der Studienwahl die naturwissenschaftlichen Disziplinen. Geisteswissenschaftliche Fächer sind an den DAX-Spitzen selten: Lediglich ein Vorstand weist einen Abschluss in Philosophie und Literatur vor (Deutsche Bank). Ein weiterer schloss sein Studium in Internationalem Marketing und Sprachen ab (Bayer), zwei studierten unter anderem Anglistik (Daimler und Beiersdorf).

Die meisten DAX-30-Vorstände weisen als höchsten Bildungsgrad einen Masterabschluss auf (65 Personen). Fast genauso viele haben einen Doktortitel inne (60 Personen). Auch das Diplom ist weit verbreitet (49 Personen).

Die beliebteste Studienstadt der DAX-30-Chefetagen ist München: 13 der aktuellen Führungskräfte haben in der bayerischen Hauptstadt studiert. Ähnlich populär ist Aachen: Dort schlossen neun Führungskräfte ihr Studium ab. Darmstadt belegt mit acht Personen den dritten Platz.

Ralf Loweg / glp

Mobilität in Deutschland nimmt zu und nähert sich dem Vor-Corona-Niveau

Der aktuelle Corona-Lockdown hat das Bewegungsverhalten der Bevölkerung nur vorübergehend eingeschränkt. Das Statistische Bundesamt meldet, dass aktuell wieder mehr Menschen unterwegs sind.

Die Mobilität in Deutschland hat sich in der zweiten Februarhälfte 2021 (15. bis 26. Februar) stark dem Vorkrisenniveau angenähert. Während die Mobilität der Bevölkerung in den ersten beiden Februarwochen (1. bis 14. Februar 2021) noch 19 % unter dem Vorkrisenniveau des Februars 2019 lag, stieg sie in den Folgewochen deutlich: In der 7. Kalenderwoche (15. bis 21. Februar) lag sie nur noch 11 % und an den ersten fünf Tagen der 8. Kalenderwoche (22. bis 26. Februar) nur noch 4 % unter den Referenzwerten des Februars 2019. Dies geht aus einer Sonderauswertung experimenteller Daten hervor, mit denen das Statistische Bundesamt (Destatis) Mobilitätsveränderungen in der Corona-Pandemie abbildet.

Bei Frühlingswetter: Erstmals im aktuellen Lockdown höhere Mobilität als vor der Krise 

Ein Höchstwert der Mobilität im Bundesdurchschnitt wurde am Sonntag, den 21. Februar erreicht. Die Mobilität lag an diesem Tag bei frühlingshaften Temperaturen mit einem Anstieg von 6 % gegenüber 2019 erstmals seit Beginn des aktuellen Lockdowns über dem Vergleichswert des Vorkrisenjahres 2019. Diese Beobachtung gibt einen Hinweis darauf, wie stark das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung vom Wetter beeinflusst wird.

Insgesamt ist seit dem Jahresanfang 2021 eine Angleichung der Mobilität an das Vorkrisenniveau zu beobachten. Im Januar hatte die Mobilität noch durchschnittlich 16 % unter dem Referenzwert gelegen, im Februar dann durchschnittlich nur noch 14 % darunter. Die Referenzwerte aus dem Jahr 2019 werden dabei aus den Durchschnitten der Wochentage des jeweiligen Monats errechnet.

Zwischenzeitlicher Wintereinbruch führt zu einem Drittel weniger Bewegungen als 2019

Eine Abweichung von diesem Aufwärtstrend der Mobilität war um den 7. Februar 2021 zu beobachten, als der Verkehr in weiten Teilen Deutschlands durch starken Schneefall eingeschränkt war. Dies führte bundesweit zu einem Mobilitätsrückgang von 34 % gegenüber 2019. Die Unterschiede zwischen weniger und stärker vom Wintereinbruch betroffenen Bundesländern lassen sich dabei deutlich erkennen: Während die Mobilität beispielsweise im Saarland am 7. Februar 2021 um 20 % gegenüber dem Niveau von 2019 zurückging, lag sie im stärker betroffenen Niedersachsen 49 % darunter.

Mobilitätsrückgang in den Nachtstunden weiterhin stärker ausgeprägt als am Tag 

Auch nachts ging die Mobilität in den letzten beiden Februarwochen 2021 bundesweit weniger stark gegenüber 2019 zurück als in den Vorwochen. Zwischen 22 bis 6 Uhr betrug der Rückgang in der 7. Kalenderwoche noch 22 %, an den ersten fünf Tagen der 8. Kalenderwoche nur noch 13 % gegenüber Februar 2019. Damit ist der Mobilitätsrückgang in der Nacht immer noch deutlich stärker ausgeprägt als in den Tagstunden (6 bis 22 Uhr), in denen vom 22. bis 26. Februar nur 4 % weniger Bewegungen als 2019 stattfanden.

In vier Bundesländern wurde in der zweiten Februarhälfte tagsüber (6 bis 22 Uhr) sogar ein Anstieg der Mobilität gegenüber dem Vorkrisenniveau verzeichnet: In Brandenburg (+13 %), Mecklenburg-Vorpommern (+7 %), Sachsen (+5 %) und Sachsen-Anhalt (+3 %) war die Mobilität vom 15. bis 26. Februar höher als im Februar 2019. Die stärksten Mobilitätsrückgänge waren in diesem Zeitraum in Hamburg (-18 %) und Berlin (-15 %) zu beobachten.

red

Quelle: Statistisches Bundesamt

Tipps für die Steuererklärung

Das Corona-Jahr 2020 stellt viele Menschen auch bei der Steuererklärung vor neue Herausforderungen. Nicht nur eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Home-Office ist jetzt erforderlich. Auch die Frage, ob sich das Kurzarbeitergeld negativ auf die Rente auswirkt oder eine Steuernachzahlung verursacht, muss beachtet werden.

Die Experten der Steuer-App Taxando haben sich dieser Themen angenommen und Empfehlungen zusammengestellt.

Erst vor wenigen Wochen wurde im Zuge des Jahressteuergesetz 2020 die neue Home-Office-Pauschale für die Jahre 2020 und 2021 auf den Weg gebracht. Diese Pauschale beträgt maximal 600 Euro, wird allerdings auf die Werbungskostenpauschale von maximal 1.000 Euro angerechnet.

Verbraucher müssen daher die Home-Office-Pauschale nicht zwingend angeben, wenn der Werbungskostenbetrag bei ihrer Steuererklärung pauschal 1.000 Euro beträgt. Zudem umfasst die Home-Office-Pauschale maximal 120 anrechenbare Tage. Trotzdem sollten Steuerpflichtige, laut der Experten von Taxando, alle tatsächlich im Home-Office verbrachten Tage angeben. Einige Finanzämter akzeptieren die reale Anzahl.

Zu beachten ist auch, dass im Falle der Beanspruchung der Home-Office-Pauschale sich die Entfernungskostenpauschale mindern oder gar entfallen kann. Dabei dürfen Steuerpflichtige für das Jahr 2021 zukünftig ab dem 21. Kilometer 35 Cent pro Kilometer, anstatt wie bisher nur 30 Cent, abrechnen.

Das Kurzarbeitergeld (KAG) selbst ist steuerfrei, weshalb Arbeitnehmer auf den Betrag keine Steuern zahlen müssen. Allerdings unterliegt das KAG dem sogenannten Progressionsvorbehalt, sodass diese eigentlich steuerfreien Sozialleistungen zu dem Einkommen addiert werden.

Das addierte Gesamteinkommen kann wiederum den Steuersatz erhöhen. Da eine Nachzahlung von mehreren Faktoren abhängig ist, sollten sich Arbeitnehmer vorher informieren, ob und wie viel sie nachzahlen müssen.

Ehepaare und Eltern sollten in Erwägung ziehen, eine separate Steuererklärung abzugeben, wenn nur ein Lebenspartner von Kurzarbeit betroffen war.

Beschäftigte und Arbeitgeber zahlen während der Kurzarbeit die Beiträge zur Rentenversicherung weiter gemeinsam. Die Berechnungsgrundlage der Beiträge ist in diesem Fall das tatsächlich verdiente Einkommen der Arbeitnehmer. Darüber hinaus müssen Arbeitgeber gesetzlich verpflichtend einen zusätzlichen Beitrag zur Rentenversicherung leisten, im Fall von Kurzarbeit auf Basis von 80 Prozent des Unterschiedsbetrags, der wegen der Kurzarbeit fehlt.

Die Höhe des jeweiligen Rentenversicherungsbeitrages variiert daher je nach Länge und Ausprägung der Kurzarbeit der steuerpflichtigen Person stark. Da durch die Regelung aber zu jeder Zeit 80 Prozent der Beiträge gezahlt werden, fällt der negative Effekt auf die Rente eher gering aus.

Verbraucher können sich bei der deutschen Rentenversicherung kostenlos beraten lassen und klären, wie stark ihre zukünftige Rente betroffen ist und ob eine freiwillige Nachzahlung der Beiträge von Vorteil sein könnte.

Ralf Loweg / glp

Facebook auf Kuschelkurs

IT-Riese Facebook zeigt ein ganz neues Gesicht. Denn nach der Einigung über den Umgang mit journalistischen Inhalten in Australien ist der Konzern nun offenbar auch in Deutschland auf größere Kooperationen mit Verlagen aus. Nach den USA und Großbritannien will das Unternehmen auch hierzulande sein Angebot „Facebook News“ starten.

In einem eigenen Bereich seines Portals will der Konzern dann unter anderem Inhalte von überregionalen Medien wie „Spiegel“, „Zeit“ oder „FAZ“, aber auch von Regionalzeitungen wie der „Rheinischen Post“, der „Märkischen Oderzeitung“ oder den Titeln der Essener Funke-Mediengruppe präsentieren – und dafür auch bezahlen, wie „tagesschau.de“ berichtet. Darüber hinaus will Facebook Medien dabei helfen, digitale Abonnements zu generieren.

In Australien hatte die Regierung vor kurzem Plattformbetreiber zwingen wollen, für Inhalte professioneller Medien zu bezahlen, die etwa Nutzer mit ihren Freunden teilen. Während Google begann, mit australischen Medien Verträge zu schließen, sperrte Facebook in Australien zunächst grundsätzlich Beiträge von Medien und entsprechende Links.

Beiträge australischer Medien konnten auch über die Grenzen des Kontinents hinaus nicht mehr geteilt werden, darunter in Deutschland. Aber nur wenige Tage später kündigte die australische Regierung an, das Gesetz zu ändern. Der Konzern erklärte wiederum, nun großzügiger in den Journalismus investieren zu wollen. Bleibt abzuwarten, wie lange Facebook diesen Kuschelkurs fahren wird.

Ralf Loweg / glp

Gewinner und Verlierer – Einzelhandelsumsätze brechen im Januar in manchen Bereichen ein

WIESBADEN – Die Einzelhandelsunternehmen in Deutschland haben im Januar 2021 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) kalender- und saisonbereinigt real (preisbereinigt) 4,5 % und nominal (nicht preisbereinigt) 3,9 % weniger umgesetzt als im Dezember 2020. Dieser Rückgang lässt sich mit dem anhaltenden Corona-Lockdown erklären, der eine Schließung vieler Einzelhandelsgeschäfte seit dem 16. Dezember 2020 bedeutete.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank der Umsatz real um 8,7 % und nominal um 7,4 %. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, war der Umsatz im Januar 2021 kalender- und saisonbereinigt real 5,8 % niedriger.

Große Unterschiede zwischen den Branchen 

Die verschiedenen Einzelhandelsbranchen haben sich auch im Januar sehr unterschiedlich entwickelt, je nachdem, ob und wie stark sie von den Einschränkungen betroffen waren.

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im Januar 2021 real 4,3 % und nominal 6,0 % mehr um als im Januar 2020. Dabei lag der Umsatz der Supermärkte, SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte real 5,3 % und nominal 6,9 % über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich allerdings real 3,2 % und nominal 1,1 % weniger um.

Großer Verlierer der Krise: Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren

Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln waren die Umsätze im Januar 2021 real 16,4 % und nominal 15,7 % niedriger als im Vorjahresmonat. Der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren sowie der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) brachen real um 76,6 % beziehungsweise 26,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat ein. Ebenfalls betroffen war der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf mit einem Rückgang von real 43,2 % im Vergleich zu Januar 2020.

Von den Geschäftsschließungen stark profitiert hat indes der Internet- und Versandhandel mit einem Umsatzanstieg von real 31,7 % und nominal 32,6 % im Vergleich zum Vorjahresmonat.

red

Quelle: Statistische Bundesamt

So viel zahlen die Deutschen für Strom

Private Haushalte in Deutschland haben 2020 zusammen rund 37,8 Milliarden Euro für Strom ausgegeben. Laut Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft entfielen rund 26 Prozent des Stromverbrauchs auf private Haushalte.

Das entspricht 126,88 Milliarden Kilowattstunden. Der Strompreis in Deutschland lag zu dieser Zeit durchschnittlich bei etwa 30 Cent pro Kilowattstunde – so hoch wie noch nie.

2016 gaben die Deutschen zusammen nur 34,8 Milliarden Euro aus, obwohl sie mit rund 127 Milliarden kWh fast gleich viel Strom verbrauchten. Der Kilowattstundenpreis lag im Schnitt aber lediglich bei 27 Cent. Und auch im Vergleich zu 2019 stiegen die Kosten noch einmal um mehr als 900 Millionen Euro.

„Die Strompreise 2020 sorgten auch bei den Gesamtkosten für Strom für einen Rekord in Milliardenhöhe“, sagt Lasse Schmid, Geschäftsführer Energie bei Check24. „Bleibt der Stromverbrauch 2021 annähernd konstant, wird dieser Rekord nochmals übertroffen werden.“

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte angekündigt, die Zielsetzung sei eine schrittweise Absenkung der EEG-Umlage in den kommenden fünf Jahren und schließlich deren Abschaffung. Der Wegfall der EEG-Umlage würde eine Familie jährlich um 329 Euro entlasten, einen Single um 116 Euro.

„Durch die Abschaffung der EEG-Umlage könnte die Bundesregierung deutsche Haushalte um rund 9,7 Milliarden Euro entlasten“, sagt Lasse Schmid. „Soll die Energiewende gelingen, muss Strom nicht nur sauberer werden, sondern auch bezahlbar bleiben.“

149 Stromgrundversorger haben seit Jahresbeginn die Preise erhöht oder Preiserhöhungen angekündigt. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 2,7 Prozent und betreffen rund 2,1 Millionen Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 43 Euro pro Jahr, so die Rechnung der Experten von Check24.

Ralf Loweg