Das sollten Sie über die Grundrente wissen

Nicht wenige Menschen bekommen in Deutschland weniger Rente, als man zum Leben braucht. Deshalb hat die Bundesregierung die Grundrente verabschiedet, die Rentnern das Leben ab 2021 etwas erleichtern soll. Dennoch sind viele Fragen offen. Was Rentner beachten müssen, erklären jetzt die Experten vom ROLAND Rechtsschutz.

Sinn und Zweck des von der Bundesregierung eingeführten Gesetzes ist es, Rentnern zu helfen, die zwar jahrelang gearbeitet, aber unterdurchschnittlich verdient haben. Doch wer gehört dazu? Anspruch auf die Grundrente haben ab dem 1. Januar 2021 alle, die eine Alters-, Erwerbsminderungs-, Erziehungs- oder Hinterbliebenenrente beziehen.

Es profitieren daher auch Menschen, deren Rentenantrag schon länger zurückliegt. Um die Grundrente in voller Höhe zu erhalten, muss eine Versicherungszeit von mindestens 35 Jahren erfüllt sein.

Antragsteller sollten sich jedoch bewusst sein, dass die Auszahlungen voraussichtlich nicht direkt ab dem 1. Januar 2021 starten können, da die vorbereitenden Maßnahmen andauern können. Realistisch ist eher eine Auszahlung ab Juli 2021. Aber: „Dafür werden die Ansprüche auch rückwirkend wirksam und entsprechend nachgezahlt“, so die Experten von ROLAND Rechtsschutz.

Wie hoch die Grundrente ausfällt, hängt von der Höhe des Verdienstes innerhalb der Grundrentenzeiten ab. Der Verdienst, der in die Berechnung einfließt, darf nicht weniger als 30 Prozent und nicht mehr als 80 Prozent des Durchschnittsverdienstes in Deutschland betragen haben.

Aus diesen Verdienstzeiten ergeben sich sogenannte Entgeltpunkte, wonach sich die Höhe der Grundrente individuell für Rentner berechnet. „Im Maximum kann man so etwa 420 Euro zusätzlich erhalten“, so die Rechtsexperten. Auch die Lebensleistung wirkt sich positiv aus. Auch hier gilt: Wer mehr Entgeltpunkte erwirtschaftet hat, erhält einen höheren Zuschlag.

Wer die Grundrentenzeit von mindestens 35 Jahren noch nicht erreicht, aber mindestens 33 Jahre voll hat, erhält einen gestaffelten Zuschlag der Grundrente.

Um den Grundrentenbedarf zu ermitteln, sieht der Staat vor, das Einkommen der in Deutschland lebenden Rentner zu prüfen. Hierfür tauschen sich Finanzbehörden und Rentenversicherung miteinander aus. Laut Experten wird das monatliche Einkommen auf die Grundrente angerechnet.

Der Einkommensfreibetrag liegt für Alleinstehende bei 1.250 Euro im Monat, für Ehe- und. Lebenspartner bei 1.950 Euro. Liegt das monatliche Einkommen darüber, erfolgt eine 60-prozentige Anrechnung auf die Grundrente.

Ralf Loweg / gap

So viel kassiert der Staat beim Lotto

Viele Menschen träumen beim Lotto vom großen Glück. Für die meisten Tipper bleibt der „Sechser“ allerdings ein Traum. Ein Gewinner steht dagegen schon vor der Ziehung der Glückszahlen fest: der Staat.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, nahmen die öffentlichen Kassen im Jahr 2019 rund 1,97 Milliarden Euro Steuern aus Lotto, Sportwetten und Co. ein. Das Lotterierecht in Deutschland – und damit auch die Rennwett- und Lotteriesteuer – ist Ländersache.

Das heißt: Die Einnahmen stehen den Bundesländern zu. Den größten Anteil der Einnahmen hatte mit 21 Prozent das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen (419 Millionen Euro). Es folgten Bayern mit 14 Prozent (274 Millionen Euro) sowie Baden-Württemberg mit zwölf Prozent (234 Millionen Euro).

Die staatlichen Einnahmen aus Lotto, Sportwetten und Co. nahmen in den vergangenen zehn Jahren stetig zu: 2009 wurden noch 1,5 Milliarden Euro an Rennwett- und Lotteriesteuern eingenommen, 31 Prozent weniger als 2019.

Ralf Loweg / glp

Bürovermietung in Deutschland bricht ein – Stuttgart trifft es am härtesten

Die Corona-Pandemie sorgt auch auf dem deutschen Immobilienmarkt für große Verunsicherung: Im vergangenen Jahr ging die Neu-Vermietung von Büroflächen in den sogenannten „Big 7 – Großstädten“ nach Angaben des Immobilienspezialisten Jones Lang LaSalle (JLL) stark zurück. Die Schwabenmetropole Stuttgart hat es dabei am stärksten getroffen.

Die Corona-Pandemie war und ist ein unvorhergesehenes und nicht prognostizierbares Ereignis und macht sich immer mehr bemerkbar. Auch der Immobilienmarkt für Büroflächen hat das im vergangenen deutlich zu spüren bekommen. Wegen der Pandemie hätten nach Angaben von JLL viele Unternehmen ihre Umzugspläne verschoben oder streben eine Vertragsverlängerung in bestehende Flächen an.

In der Konsequenz fehlen vor allem die großflächigen Vermietungen ab 10.000 m²

Der Rückgang des Büroflächenumsatzes in den Big 7 beläuft sich auf über 33 Prozent und schließt mit einem Gesamtvolumen von 2,67 Mio. m². In der Konsequenz fehlen vor allem die großflächigen Vermietungen ab 10.000 m². Hier zeigen sich die Zurückhaltung und Nachfrageschwäche besonders deutlich. 32 Abschlüsse mit insgesamt 656.000 m² in der Aggregation über alle Big 7 konnten 2020 in dieser Größenordnung verzeichnet werden, entsprechend einem Minus von 43 Prozent gegenüber 2019 in Bezug auf die Anzahl der Deals“, erläutert Konstantin Kortmann von JLL

Umsatzrückgänge sind bei allen sieben Immobilienhochburgen zu beobachten: mit minus 25 Prozent in München bis zu minus 55 Prozent in Stuttgart. Und auch im erfolgsverwöhnten Berlin sank der Umsatz um 25 Prozent. Trotzdem reichten die 745.000 m², um sich deutlich an die Spitze der Big 7 zu setzen. „Das vielleicht sichtbarste Zeichen der Krise mag das Quartalsergebnis in München sein. Nicht einmal 100.000 m² wurden vermietet, zumindest bis 1998 zurück gab es keinen niedrigeren Umsatz in der bayerischen Landeshauptstadt“, so Helge Scheunemann von JLL.

Leerstände steigen teilweise kräftig

Wie bereits im Jahresverlauf prognostiziert, haben sich die Leerstände in den meisten Städten erhöht. Die Büro-Leerstandsquote hat zum Jahresende im Schnitt 3,7 Prozent (2019: 3,0 %) erreicht und bewegt sich damit aber immer noch deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt. Im Gegensatz zum Umsatz zeigen sich die Märkte in Bezug auf die Leerstandsentwicklung noch uneinheitlich. Während in der Aggregation aller Big 7 das Volumen freier Flächen im Jahresvergleich um 23 Prozent angestiegen ist, verzeichnete Stuttgart noch einen weiteren Rückgang und auch in Hamburg blieb der Leerstand stabil. Überdurchschnittlich mit Raten von jeweils über 50 Prozent zog der Leerstand dagegen in Berlin und München an, dennoch bleiben die Leerstandsquoten auch hier mit 2,8 und 3,5 Prozent weiterhin niedrig.

„In der Tendenz werden die Leerstände bis Ende 2021 weiter zunehmen auf durchschnittlich 4,5 Prozent. Der Büromarkt ist aber weit von einer Angebotsschwemme entfernt, Leerstandsquoten im zweistelligen Bereich wie etwa 2010 wird es mittelfristig nicht geben“, erläutert Helge Scheunemann und mit einem Blick auf die Untermietflächen fügt er an: „Solche Flächen sind in einer Krise immer ein Thema, so auch dieses Mal, lassen sich doch Einsparungen bei erfolgreicher Vermietung generieren.“ Aktuell werden in den Big 7 knapp 12 Prozent (ca. 420.000 m²) des gesamten Leerstandes zur Untermiete angeboten. Im Vergleich dazu waren es in Krisenjahren wie 2009 nur 370.000 m², 2002 aber fast 1,1 Mio. m².

red

Preisvergleich: Heizen mit Öl viel günstiger

Zwischen September und Dezember 2020 mussten Verbraucher in Deutschland rund ein Prozent weniger Energie fürs Heizen aufwenden als im Vorjahreszeitraum. Durch die Corona-Pandemie und die damit verbundene schwache Weltkonjunktur sind die Energiepreise 2020 zum Teil deutlich gesunken. So zahlte ein Haushalt mit Ölheizung in der aktuellen Heizperiode 33 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Gaskunden zahlten im Vergleich zur Heizperiode September bis Dezember 2019 rund sieben Prozent weniger.

Eine Musterfamilie, die ihr Reihenhaus mit Gas heizt, zahlte dafür von September bis Dezember 2020 insgesamt 449 Euro. Eine Familie mit Ölheizung zahlte in diesem Zeitraum 341 Euro. Mit Öl heizen Verbraucher in der aktuellen Heizperiode also knapp 24 Prozent günstiger als mit Gas.

„Im Dezember ist der Heizölpreis allerdings um knapp ein Drittel gestiegen“, sagt Lasse Schmid, Geschäftsführer Energie bei Check24. „Nicht zuletzt durch die neue CO2-Abgabe müssen sich Verbraucher 2021 auf deutlich steigende Kosten bei Heizöl gefasst machen.“

Seit Januar 2021 werden für den Ausstoß einer Tonne Kohlendioxid (CO2) 25 Euro fällig. Ein Musterhaushalt mit 20.000 kWh Energieverbrauch zahlt durch die CO2-Abgabe laut Check24 119 Euro (Gas) beziehungsweise 158 Euro (Heizöl) pro Jahr mehr.

Ralf Loweg / glp

Diese Kreditkarten-Regeln sollten Sie kennen

In der Corona-Krise ist bargeldloses Bezahlen gefragt. Schließlich geht es darum, Kontakte einzuschränken oder im besten Fall ganz zu vermeiden. Und deshalb haben Kreditkarten Hochkonjunktur. Verbraucher sollten dabei allerdings auch ein paar neue Regeln kennen, die 2021 gelten.

So ist bei allen elektronischen Zahlungen in der Europäischen Union ab Januar 2021 ein zweifacher Nachweis der eigenen Identität erforderlich. Diese EU-Richtlinie nennt sich nach Auskunft der ARAG-Experten „Payment Service Directive“, kurz PSD 2.

Mit dieser Zwei-Faktor-Authentifizierung soll die Sicherheit beim Online-Bezahlen mit Kreditkarte erhöht werden und Langfingern, die mit gestohlener Kreditkarte auf Shopping-Tour im Internet gehen, das Leben schwer machen. Bislang genügten für Web-Einkäufe in der Regel Nummer und Prüfziffer der Kreditkarte.

Ab Januar, spätestens aber ab 15. März 2021, müssen Kunden bei elektronischen Zahlungen zusätzlich mit einem Passwort, einer TAN oder einem Fingerabdruck ihre Identität bestätigen. Welches Sicherheitsverfahren zur Anwendung kommt, hängt von der jeweiligen Bank ab.

Ralf Loweg / glp

Schnelle Erholung der Wirtschaft erwartet

Die Corona-Krise setzt der Wirtschaft weltweit zu. Dennoch rechnen viele Experten im Jahr eins nach dem Pandemie-Ausbruch mit einer Erholung. So werde die deutsche Wirtschaft 2021 um deutlich mehr als vier Prozent wachsen, sagen jetzt Forscher des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) voraus.

Ein Wachstum von 4,9 Prozent hatte das Institut bereits im Dezember für 2021 verkündet. Und dabei bleibt es. Damit wird das Minus von fünf Prozent aus dem Corona-Jahr 2020 zwar noch nicht wieder ausgeglichen sein. Die Forscher rechnen aber damit, dass in der zweiten Jahreshälfte keine weiteren Einschränkungen mehr nötig sein werden. Das klingt angesichts der aktuellen Lage allerdings ein wenig zu optimistisch.

„Zum einen ist das vierte Quartal wahrscheinlich etwas besser gelaufen, als es viele erwartet haben, und zum anderen dürften viele der Ausgaben, die im Januar wegfallen, nachgeholt werden im Laufe des Jahres“, sagt Sebastian Dullien, der wissenschaftliche Direktor des Instituts. Das grundsätzliche Konjunkturbild einer kräftigen Erholung ab Frühjahr bleibt aus Sicht der IMK-Experten intakt.

Fließt dann von den Rekordsummen, die die Deutschen im vergangenen Jahr gespart haben, auch nur ein Teil in den Konsum, werde das der Wirtschaft einen enormen Schub geben. Zudem werden Unternehmen Investitionen nachholen, erklärt Dullien: „Die Finanzierungsbedingungen sind zudem noch sehr günstig, von daher gehen wir auch davon aus, dass die Investitionstätigkeit spätestens ab dem Frühjahr wieder deutlich anzieht.“

Auch die Politik müsse weiter großzügig sein: Die IMK-Forscher sprechen sich dafür aus, dass der Staat den am stärksten betroffenen Firmen etwa aus Gastronomie, Handel oder Veranstaltungsbranche 100 Prozent ihrer Fixkosten erstattet.

Ralf Loweg / glp

Das sind die wertvollsten Unternehmen der Welt

In der Rangliste der Super-Unternehmen geben die USA den Ton an. Mit fast 2,3 Billionen Dollar ist der kalifornische Technologie-Gigant Apple der wertvollste Konzern der Welt. Die Aktie hat im Corona-Jahr 2020 um satte 77 Prozent zugelegt und damit den Ölkonzern Saudi Aramco an der Spitze des Börsen-Rankings abgelöst. Dessen Wert ist um acht Prozent auf 1,5 Billionen Dollar gefallen.

Neben Apple kommen insgesamt sieben der höchstbewerteten Unternehmen weltweit aus dem Technologie-Sektor, vier von ihnen erreichen einen Billionen-Marktwert. Neben Apple sind das Microsoft (1,7 Billionen Dollar), Amazon (1,67 Billionen) und die Google-Mutter Alphabet (1,19 Billionen).

Neben den bekannten US-Firmen gehören jetzt auch die chinesischen Tech-Konzerne Tencent (weltweit die Nummer sieben mit einem Börsenwert von 581 Milliarden Dollar) und Alibaba (weltweit die Nummer acht mit einem Börsenwert von 579 Milliarden Dollar) zu den zehn wertvollsten Unternehmen der Welt.

Senkrechtstarter des Jahres 2020 ist der US-Elektroauto-Bauer Tesla, dessen Wert sich auf 631 Milliarden Dollar verachtfachte und das Unternehmen auf Platz neun der wertvollsten Konzerne katapultierte. Zum Vergleich: Toyota, der wertvollste der traditionellen Autokonzerne, kommt mit 215 Milliarden Dollar auf gerade mal ein Drittel.

Deutsche Unternehmen spielen in der Rangliste nur noch eine untergeordnete Rolle. So ist mit SAP erstmals nur noch ein deutscher Konzern unter den 100 wertvollsten Unternehmen, wie aus aktuellen Berechnungen der Unternehmensberatung EY und von Reuters hervorgeht.

Ralf Loweg / glp

Autofusion perfekt: Aktionäre geben grünes Licht für „Stellantis“

Kurz vor Heiligabend hatte bereits die EU-Kommission die geplante Automobil-Fusion zwischen dem Opel-Mutterkonzern PSA und Fiat Chrysler (FCA) genehmigt. Am Montag votierten jetzt auch die Aktionäre beider Konzerne in virtuellen Hauptversammlungen fast einstimmig für die geplante Fusion. Das aus dem Zusammenschluss hervorgehende neue Unternehmen namens „Stellantis“ wird somit der viertgrößte Automobilkonzern der Welt.

Fiat Chrysler und PSA setzten vor der Corona-Krise zusammen rund 8,7 Millionen Fahrzeuge pro Jahr ab und hatten einen Umsatz von 170 Milliarden Euro. Nur noch Volkswagen, Toyota und der französisch-japanische Renault-Nissan-Verbund waren 2019 größer.

Das französische Unternehmen PSA baut neben Opel die Marken Peugeot und Citroen. FCA führt neben Fiat und Chrysler noch Jeep, Maserati, Alfa Romeo, Dodge und Ram im Portfolio. Der Abschluss der Fusion wird für das Ende des ersten Quartals 2021 erwartet, heißt es.

red

Unerlaubte Telefonwerbung – 145.000 Euro Bußgeld verhängt

Ein Callcenter in Hamburg hat für Mobilcom-debitel und Sky Deutschland Anrufe getätigt und massiv Kunden dazu gedrängt Produkte der genannten Unternehmen zu erwerben. Die Bundesnetzagentur hat jetzt gegen das Callcenter „Cell it!“ ein Bußgeld in Höhe von 145.000 Euro verhängt. 

Das Callcenter-Unternehmen „Cell it!“ hatte nach Erkenntnissen der Bundesnetzagentur im Auftrag des Mobilfunkanbieters Mobilcom-debitel an dessen Kunden insbesondere Drittanbieterabonnements für Hörbücher und Zeitschriften, Video-on-Demand Dienste, Sicherheitssoftware oder Handyversicherungen vertrieben. Dabei kam es nach einer Pressemeldung der Bundesnetzagentur immer wieder dazu, dass den Angerufenen im Nachgang des Telefonats Zusatzdienstleistungen untergeschoben und teilweise auch in Rechnung gestellt wurden, die diese überhaupt nicht bestellt hatten.

Daneben hatte „Cell it!“ für den Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland Fernsehen telefonische Neukundenakquise übernommen. Das Unternehmen führte all diese Anrufe durch, obwohl keine gültige Werbeeinwilligung der Angerufenen vorlag. Viele Betroffene berichteten zudem gegenüber der Bundesnetzagentur, dass trotz Untersagung weiterer Anrufe gehäuft Kontaktaufnahmen erfolgten, durch die sie sich massiv belästigt fühlten, teilte die Bundesnetzagentur weiter mit.

Gegen die beiden beauftragenden Unternehmen Mobilcom-debitel und Sky Deutschland Fernsehen hatte die Bundesnetzagentur wegen der rechtswidrigen Werbeanrufe ebenfalls bereits hohe Bußgelder verhängt.

Unseriöser Datenhandel und Werbeanrufe ohne Zustimmung

Bei der telefonischen Neukundenakquise für Sky Deutschland Fernsehen hatte die Cell it! Adresskontingente bei Adresshändlern eingekauft. Angeblich hätten die Betroffenen auf Internetseiten der Adresshändler an Gewinnspielen teilgenommen und dabei auch ein Werbeeinverständnis abgegeben.

Nach Ermittlungen der Bundesnetzagentur haben Angerufenen diese Internetseiten jedoch weder besucht noch im Rahmen eines Gewinnspiels eine Werbeeinwilligung erteilt. Weder die Cell it! noch ihre Auftraggeber hatten dies im Vorfeld der Telefonkampagne ausreichend geprüft, so die Bundesnetzagentur.

Die Geldbuße gegen die Cell it! ist noch nicht rechtskräftig. Über einen möglichen Einspruch entscheidet das Amtsgericht Bonn.

red

Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland zum ersten Mal seit 14 Jahren gesunken

WIESBADEN – Im Jahresdurchschnitt 2020 waren rund 44,8 Millionen Personen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lag die Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2020 um 477 000 Personen oder 1,1 % niedriger als 2019 und war auch um 76 000 Personen oder 0,2 % geringer als 2018. 2019 hatte die Zuwachsrate noch +0,9 % betragen. Damit endete in der Corona-Krise der über 14 Jahre, auch während der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 anhaltende Anstieg der Erwerbstätigkeit in Deutschland. Allerdings wäre der seit 2007 dauernde Beschäftigungszuwachs vermutlich auch ohne die Corona-Krise bald zum Ende gekommen, da das Erwerbspersonenpotenzial aufgrund des demografischen Wandels schwindet. Diese Entwicklung wird derzeit immer schwächer durch eine höhere Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung sowie die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte kompensiert.

Dienstleistungsbereiche mit größten Beschäftigungsverlusten

In der Summe gab es im Jahr 2020 in den Dienstleistungsbereichen mit -281 000 Personen oder -0,8 % gegenüber 2019 den stärksten Rückgang der Erwerbstätigenzahl. Insgesamt waren noch rund 33,5 Millionen Personen in den Dienstleistungsbereichen tätig. Die größten Beschäftigungsverluste darunter hatten der Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe mit -207 000 Erwerbstätigen (-2,0 %) und die Unternehmensdienstleister mit -156 000 Erwerbstätigen (-2,5 %), zu denen auch die Arbeitnehmerüberlassung zählt. Beschäftigungsgewinne gab es hingegen im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit mit +153 000 Erwerbstätigen (+1,4 %).

Im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) sank die Erwerbstätigenzahl 2020 um 191 000 (-2,3 %) auf rund 8,2 Millionen. Vom Baugewerbe kamen mit einem Anstieg um 17 000 Erwerbstätige (+0,7 % auf rund 2,6 Millionen) noch positive Impulse. In der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei waren 22 000 Personen weniger erwerbstätig als 2019 (-3,7 % auf 577 000).

Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten dank Kurzarbeit stabil, Zahl der Selbständigen deutlich gesunken 

Die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sank im Jahresdurchschnitt 2020 um 324 000 Personen (-0,8 %) auf rund 40,8 Millionen. Besonders stark war der Teilbereich der marginal Beschäftigten betroffen (geringfügig Beschäftigte, kurzfristig Beschäftigte und Arbeitsgelegenheiten). Dagegen konnte bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, insbesondere durch den Einsatz von Kurzarbeit, die Beschäftigung stabil gehalten werden. Bei den Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger setzte sich der seit nunmehr 9 Jahren andauernde Abwärtstrend im Corona-Krisenjahr 2020 verstärkt fort: Ihre Zahl sank gegenüber 2019 um 153 000 auf 4,0 Millionen (-3,7 %).

Bei den Ergebnissen ist zu beachten, dass Kurzarbeitende nach den Konzepten der Erwerbstätigenrechnung und der Arbeitskräfteerhebung als Erwerbstätige und nicht als Erwerbslose zählen.

Zahl der Erwerbslosen um mehr als ein Drittel gestiegen 

Die Zahl der Erwerbslosen (nach international vergleichbarer Definition) in Deutschland stieg nach vorläufigen Schätzungen auf Basis der Arbeitskräfteerhebung im Jahresdurchschnitt 2020 im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 474 000 Personen (+34,5 %) auf 1,85 Millionen. Die Zahl der aktiv am Arbeitsmarkt verfügbaren Erwerbspersonen, definiert als Summe von Erwerbstätigen und Erwerbslosen, erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 42 000 Personen (+0,1 %) auf 46,5 Millionen. Die Erwerbslosenquote, gemessen als Anteil der Erwerbslosen an der Zahl der Erwerbspersonen, erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 3,0 % auf 4,0 %.

red