So sinnvoll ist der Immobilienkauf

Angesichts steigender Immobilienpreise stehen viele Deutsche vor der Frage: Lohnt sich der Immobilienkauf noch oder ist Mieten aktuell sinnvoller?

Eine aktuelle immowelt-Analyse zeigt, wie groß die Unterschiede bei der monatlichen Belastung bei der Miete und der Tilgungsrate beim Immobilienkauf in 75 deutschen Großstädten sind. Demnach ist in 51 Städten die finanzielle Belastung beim Wohnen zur Miete niedriger als beim Immobilienkauf. In 35 Städten liegen sogar mehr als 100 Euro dazwischen. Dennoch kann der Wechsel in die eigenen vier Wände vor allem mit Blick auf die Altersvorsorge und Mietfreiheit sinnvoll sein.

Für die Analyse wurden die monatlichen Raten auf Grundlage der Angebotspreise (Miete und Kauf) für eine familientaugliche Wohnung zwischen 80 und 120 Quadratmetern berechnet. Zudem wurde bei der Tilgungsrate eine 100-Prozent-Finanzierung mit einer Laufzeit von 15 Jahren mit einem Zinssatz von 1,6 Prozent und einer anfänglichen Tilgungsrate von 2,0 Prozent angenommen.

Besonders in Großstädten haben sich die Kaufpreise so weit von den Mieten entfernt, dass für viele Familien der Immobilienkauf nicht mehr realisierbar ist – trotz niedriger Zinsen bei kurzer Darlehensdauer. In München ist die Differenz bei der monatlichen Belastung am größten. Die Tilgungsrate ist 660 Euro höher als die Miete. Eine Wohnung kostet im Median 1.740 Euro Miete, die Annuität liegt indes bei 2.400 Euro.

Bei mittleren Kaufpreisen von 800.000 Euro plus Kaufnebenkosten kann der Immobilienerwerb somit nur noch im Einzelfall unter finanziellen Aspekten sinnvoll sein. Hinzu kommt, dass nach den 15 Jahren Darlehenslaufzeit eine große Restschuld wartet – im Fall von München rund 530.000 Euro.

Doch nicht nur in München haben die steigenden Kaufpreise zu großen Unterschieden geführt: In Hamburg leben Mieter 440 Euro günstiger, in Frankfurt am Main 420 Euro. Auch in kleineren Städten müssen Käufer mit einer hohen Monatsrate rechnen: In Potsdam beispielsweise zahlen sie 520 Euro mehr.

Ralf Loweg / glp

Pkw-Markt mit deutlichem Minus

Die deutsche Autoindustrie ist im ersten Quartal des Jahres schwer unter die Räder gekommen. So wurden in den ersten drei Monaten 2021 in Deutschland insgesamt 656.500 Pkw neu zugelassen. Das entspricht nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) einem deutlichen Minus von 6,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert. Damit sei der Pkw-Markt weit vom Vorkrisen-Niveau entfernt, so die Experten des VDA.

Besonders schwach entwickelte sich der Privatmarkt. Die privaten Neuzulassungen gingen im ersten Quartal 2021 laut Zahlen des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) um immerhin 13 Prozent zurück, ihr Anteil sank damit auf 32 Prozent (Vorjahr: 34 Prozent). Das Niveau der privaten Neuwagenkäufe lag damit 25 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt.

„Wir haben es seit Jahresbeginn mit einem äußerst schwachen Pkw-Markt zu tun. Dass das erste Quartal 2021 noch trüber wird, als der schon extrem schlechte Vorjahreszeitraum, hätte die Branche beim besten Willen nicht erwartet. In vielen Regionen müssen die Autohäuser nun sogar wieder auf Termin-Shopping verzichten. Das erschwert die Lage zunehmend“, sagt VDIK-Präsident Reinhard Zirpel.

Deutliche Steigerungsraten verzeichneten die alternativen Antriebe, was bei dem niedrigen Ausgangsniveau aber keine echte Überraschung ist. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) wurden im März 2021 insgesamt 30.200 Pkw mit batterieelektrischem Antrieb (plus 252 Prozent) neu zugelassen. Außerdem fuhren 35.600 neue Plug-in-Hybride (plus 278 Prozent) auf die Straßen.

Der Markt für Pkw mit Diesel-Antrieb verlor im März 5,0 Prozent. Insgesamt wurden im ersten Quartal rund 158.000 Diesel-Pkw neu zugelassen, das entspricht einem Minus von 29 Prozent.

Der Nutzfahrzeugmarkt verzeichnete im ersten Quartal 2021 mit mehr als 89.000 Neuzulassungen ein Plus von 5,0 Prozent. Schwere Nutzfahrzeuge über 16 Tonnen legten mit plus 10,0 Prozent überdurchschnittlich zu.

Ralf Loweg / glp

189,2 Milliarden Euro – Höchstes Haushaltsdefizit seit der Wiedervereinigung

Die Ausgaben des Öffentlichen Gesamthaushalts sind im Jahr 2020 gegenüber 2019 um 12,1 % auf 1 678,6 Milliarden Euro gestiegen. Gleichzeitig sanken die Einnahmen um 3,5 % auf 1 489,4 Milliarden Euro. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mitteilt, errechnet sich daraus in Abgrenzung der Finanzstatistiken ein kassenmäßiges Finanzierungsdefizit von 189,2 Milliarden Euro. Dieses Ergebnis zeigt deutlich die Folgen der Corona-Krise für die öffentlichen Haushalte. Es handelt sich um das erste Defizit seit 2013 und das höchste seit der deutschen Vereinigung. 2019 war noch ein Finanzierungsüberschuss von 45,2 Milliarden Euro erzielt worden. Die Angaben beziehen sich auf vorläufige Ergebnisse der Kern- und Extrahaushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Gemeindeverbänden, der Sozialversicherung sowie der EU-Anteile im Rahmen der vierteljährlichen Kassenstatistik.

Zuweisungen und Zuschüsse treiben die Ausgaben 

Die gestiegenen Ausgaben des Öffentlichen Gesamthaushalts lassen sich hauptsächlich durch die gestiegenen Zuweisungen und Zuschüsse infolge der Corona-Pandemie erklären. So gingen vom Bund an die Länder rund 17,8 Milliarden Euro, die als Corona-Hilfen an kleine Unternehmen und Soloselbstständige weitergeleitet werden (davon 14,1 Milliarden Euro Soforthilfen und 3,7 Milliarden Euro Überbrückungshilfen). Rund 13 Milliarden Euro gingen als Zuweisungen an den Gesundheitsfonds, aus dem die Krankenkassen Mittel erhalten, um Leistungen für ihre Versicherten zu finanzieren.

Sinkende Steuererträge führen zu Einnahmenrückgang 

Der Rückgang der Einnahmen des Öffentlichen Gesamthaushalts begründet sich im Wesentlichen durch die geringeren Einnahmen aus Steuern und steuerähnlichen Abgaben. Diese sind im Jahr 2020 gegenüber 2019 um 3,8 % auf 1 308,4 Milliarden Euro gesunken. Allein beim Bund sanken die Einnahmen aus Steuern und steuerähnlichen Abgaben im Jahr 2020 im Vorjahresvergleich um 11,5 % auf 315,8 Milliarden Euro.

Der Bund glich dieses Einnahmendefizit im Wesentlichen durch Schuldenaufnahme aus. Die starken Einnahmenausfälle der Länder sowie Gemeinden und Gemeindeverbände infolge der Corona-Pandemie konnten zum großen Teil durch Zuweisungen vom Bund an die Länder und von den Ländern an die Gemeindeebene ausgeglichen werden.

Finanzierungsdefizit bei Bund, Ländern, Finanzierungsüberschuss bei Gemeinden und Gemeindeverbänden 

Im Jahr 2020 sind die Ausgaben des Bundes gegenüber dem Vorjahr um 28,9 % auf 511,7 Milliarden Euro gestiegen, während die Einnahmen um 7,3 % auf 381,8 Milliarden Euro sanken. Daraus ergibt sich ein Finanzierungsdefizit für den Bund von 129,9 Milliarden Euro im Vergleich zu einem Finanzierungsüberschuss von 14,8 Milliarden Euro im Jahr 2019.

Obwohl die Länder im Gegensatz zum Bund einen Anstieg der Einnahmen (+4,6 % auf 453,8 Milliarden Euro) verzeichneten, führte der hohe Zuwachs bei den Ausgaben (+16,8 % auf 487,2 Milliarden Euro) zu einem Finanzierungsdefizit von 33,5 Milliarden Euro im Jahr 2020. Im Vorjahr konnte noch ein Finanzierungsüberschuss von 16,6 Milliarden Euro realisiert werden.

Bei den Gemeinden und Gemeindeverbänden stiegen die Ausgaben um 5,9 % auf 293,2 Milliarden Euro und die Einnahmen um 4,5 % auf 295,2 Milliarden Euro. Daraus ergibt sich für 2020 ein Finanzierungsüberschuss von 2,0 Milliarden Euro (2019: 5,6 Milliarden Euro). Der Anstieg der Einnahmen begründet sich in erster Linie durch die Zuweisungen und Zuschüsse von den Ländern. Diese überstiegen die Mindereinnahmen bei den Steuern und steuerähnlichen Abgaben infolge der Corona-Pandemie deutlich. Die um rund 6,0 Milliarden Euro gesunkenen Einnahmen aus Steuern und steuerähnlichen Abgaben konnten durch die um 23,2 Milliarden Euro auf 183,9 Milliarden Euro gestiegenen laufenden Zuweisungen, Zuschüsse und Schuldendiensthilfen – überwiegend von den Ländern – kompensiert werden.

red

Quelle: Statisches Bundesamt

Kirchen klagen über Steuerverluste

In den Kirchen läuten die Alarmglocken. Denn die Gotteshäuser leiden unter weggebrochenen Steuereinnahmen. Aufgrund der Corona-Pandemie rechnen sie für 2020 mit einem Steuerverlust von mindestens acht Prozent, also mit mehr als einer Milliarde Euro. Das wäre ein doppelt so starker Einbruch wie in der Finanzkrise 2009, als die Steuereinnahmen um vier Prozent schrumpften, berichtet „tagesschau.de“.

Laut der „Welt am Sonntag“ geht der Leiter der Finanzabteilung der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD), Carsten Simmer, von acht bis elf Prozent Rückgang der Kirchensteuer-Einnahmen aus. Das Bistum Mainz befürchtet gar einen Einbruch von 20 Prozent.

Grund für den Kirchensteuer-Rückgang ist vor allem die massive Zunahme der Kurzarbeit in der Corona-Krise. Auf das Kurzarbeiter-Geld wird nämlich keine Kirchensteuer erhoben. Die Kirchensteuer ist die mit Abstand größte Einnahmequelle der Kirchen. Rund 12,7 Milliarden Euro flossen auf diesem Weg an die deutschen Gemeinden. Die Kirchensteuer ist direkt an die Einkommenssteuer gekoppelt.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Immer mehr Menschen treten in Deutschland aus der Kirche aus. 2019 verloren die Evangelische und Katholische Kirche zusammen mehr als eine halbe Million Mitglieder.

Ob sich der Negativtrend 2020 fortgesetzt hat, ist noch unklar. Die Zahlen zu den Kirchenaustritten werden erst im Juli 2021 bekannt gegeben.

Ralf Loweg / glp

Bernds Pischetsrieder ist neuer Aufsichtsrats-Chef bei Daimler

Bernd Pischetsrieder ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender beim Autobauer Daimler. Der ehemalige Volkswagen- und BMW-Chef folgt in diesem Amt auf Manfred Bischoff (78), der aus Altersgründen aus dem Aufsichtsrat ausscheidet.

Bischoff stand 14 Jahre an der Spitze des Kontrollgremiums. In fünf Jahrzehnten des Wandels sei Bischoff eine verlässliche Konstante gewesen, teilt der Auto-Konzern mit. Deshalb soll Bischoff dem Unternehmen mit seinem Wirken erhalten bleiben: als Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates der Daimler AG.

„Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Manfred Bischoff ein Stück deutsche Wirtschaftsgeschichte geprägt hat. Dieses Unternehmen ist hervorragend für die Zukunft gerüstet. Das ist zu großen Teilen sein Verdienst“, sagte Daimler-Vorstand Ola Källenius in seiner Rede auf der virtuellen Hauptversammlung.

Der 73-jährige Pischetsrieder sitzt seit 2014 im Daimler-Aufsichtsrat. Er war in den 1990er-Jahren Vorstandschef bei BMW, danach stand er an der Spitze des Volkswagen-Konzerns.

Ralf Loweg / glp

Wenn mit dem Alter die Armut kommt

Viele Senioren in Deutschland krempeln im hohen Alter noch mal die Ärmel hoch. Sie wollen oder müssen sich noch etwas für den Lebensabend hinzuverdienen. Denn mit der staatlichen Rente allein wird der gewohnte Lebensstandard im Alter nicht zu halten sein.

Laut einer repräsentativen GfK-Studie im Auftrag der Generali Deutschland unter 18- bis 32-Jährigen bereitet das Thema daher zwei von drei jungen Menschen Bauchschmerzen: Sie machen sich Sorgen um ihre Zukunft – nicht zuletzt auch wegen der aktuellen Corona-Pandemie.

Insbesondere jungen Frauen macht der Gedanke zu schaffen, im Alter arm zu sein (68,3 Prozent). Sie fühlen sich grundsätzlich zum Thema Altersvorsorge schlecht informiert (68,2 Prozent) – noch schlechter als ihre männlichen Altersgenossen, wie eine zeitgleich erhobene empirische Studie des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) in Marburg ergab.

Mütter sind besonders gefährdet, in die Altersarmut abzurutschen. Trotz aller Diskussionen unterbrechen sie weiter viel häufiger als Männer ihre Erwerbsarbeit zugunsten der Kindererziehung. Und auch wenn sie später wieder in den Beruf einsteigen, entscheiden sie sich häufig nur für einen Teilzeitjob.

Frauen trifft der Generationenvertrag häufig gleich doppelt: Sie zahlen zum einen in die Rentenkasse ein, obwohl das Rentenniveau stetig sinkt. Und sie treten darüber hinaus in der Regel für die Familie beruflich stärker zurück, wohlwissend, dass sie im Alter umso weniger als Rente ausgezahlt bekommen.

Daher finden insbesondere junge Frauen ihre Generation unzureichend in der Politik beachtet (82,4 Prozent). Immerhin geben 62,5 Prozent an, dass die aktuelle Rentenpolitik ihre Wahlentscheidung im nächsten Jahr beeinflussen wird. 63,7 Prozent der jungen Frauen fordern, dass die Politik mehr, andere und konkretere Lösungen über die gesetzliche Rente hinaus anbieten soll. Jede Vierte möchte, dass die Politik enger mit Versicherern bzw. privaten Anbietern von Altersvorsorge zusammenarbeiten soll.

Dass die gesetzliche Rente nicht ausreichen wird, befürchten 69,3 Prozent der Frauen zwischen 18 und 32 Jahren. Bei einigen rührt die Sorge auch aus der Unübersichtlichkeit der Angebote heraus: 20,7 Prozent der Frauen mit dieser Befürchtung finden das Thema Altersvorsorge zu komplex. Sie haben das Gefühl, nicht zu wissen, was sie tun sollen. Da ist offenbar auch die Öffentlichkeit keine Hilfe.

Vor allem junge Frauen (68,2 Prozent) vermissen passende Informationen und fühlen sich im Vergleich zu Männern (44,3 Prozent) schlechter informiert.

Ralf Loweg / glp

 

So teuer sind leer stehende Büroräume

Home-Office ist in der Corona-Krise für immer mehr Menschen angesagt. So arbeitet etwa ein Viertel aller bundesweit Beschäftigten zurzeit von zu Hause, wie aus einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung hervorgeht.

Dies wirkt sich stark auf die interne Kommunikation, aber auch auf die Unternehmensbilanz aus: Durch die leer stehenden Büroräume fielen für Firmen in den zehn größten Städten Deutschlands seit Beginn der Pandemie insgesamt über 15 Millionen Euro an Kosten an. Zu diesem Ergebnis kommt der Digital Workplace-Marktführer Unily (www.unily.com) in seiner aktuellen Analyse und erläutert, welche Lösungsansätze Arbeitgebern langfristig zur Verfügung stehen.

Die größten finanziellen Einschnitte sind 2020 für Berliner Unternehmen entstanden: In der Bundeshauptstadt zahlten Arbeitgeber knapp fünf Millionen Euro für vorübergehend unbesetzte Plätze in ihren Büroräumen. In München flossen rund 3,5 Millionen Euro für die ungenutzten Quadratmeter ins Leere. Und Frankfurt am Main rangiert auf dem dritten Platz: In Deutschlands Finanzhochburg gaben Firmen knapp zwei Millionen Euro für Büroflächen aus.

Vergleichsweise geringe Verluste verzeichneten Unternehmen in Leipzig (rund 382.000 Euro), Essen (knapp 240.000 Euro) und Dortmund (213.000 Euro).

„Die Situation zeigt, dass Büroräume für erfolgreiches Arbeiten und Wirtschaften nicht länger grundlegend sind. Mehr noch, die hohen Mietpreise in Ballungsgebieten belasten die Unternehmen in dieser schwierigen Zeit enorm – dabei werden die teuren Flächen nicht einmal genutzt“, kommentiert Miriam Rügamer, Vice President Central Europe bei Unily, die Ergebnisse.

Ralf Loweg / glp

8,41 Millionen Hektoliter: Deutsche Winzer produzieren in 2020 mehr Wein

Im Pandemie-Jahr 2020 haben die Winzerinnen und Winzer in Deutschland 8,41 Millionen Hektoliter Wein einschließlich Most erzeugt. Damit ist die Wein- und Mosterzeugung um 187 500 Hektoliter (2,3 %) gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Im Vergleich zum Sechsjahresmittel 2014 bis 2019 lag die Wein- und Mosterzeugung allerdings um 4,8 % niedriger, meldete das Statistische Bundesamt am Donnerstag.

Ein Grund für den mengenmäßig unterdurchschnittlichen Jahrgang ist, dass das Weinjahr 2020 das dritte Jahr in Folge mit einem sehr trockenen Sommer war. Die Niederschläge waren zudem sehr ungleich verteilt. 2018 konnten die geringeren Niederschläge noch dadurch kompensiert werden, dass die Reben nach dem außergewöhnlich kleinen Jahrgang 2017 im Folgejahr ausgeruht waren (sogenannte Alternanz) und noch ausreichend Bodenwasser verfügbar war. Zudem war der Fruchtansatz hoch und es gab keine Ertragsminderung durch Fäulnis.

Zwei Drittel (67 %) der im Jahr 2020 erzeugten Weine waren Weißweine, ein Drittel (33 %) Rotweine (einschließlich Roséwein und Rotling). Umgerechnet in 0,75-Liter-Flaschen ergibt die Wein- und Mosterzeugung des Jahres 2020 rund 1,1 Milliarden Flaschen.

Qualitativ lassen die überwiegend gesunden, physiologisch reifen Trauben einen guten Jahrgang erwarten: Von der gesamten Wein- und Mosterzeugung 2020 betrug der Anteil an Prädikatswein 32 % (2,72 Millionen Hektoliter). Zudem wurden 5,36 Millionen Hektoliter Qualitätswein (64 %) und nur 326 300 Hektoliter der Qualitätsstufen Wein oder Landwein (4 %) erzeugt.

In den zwei großen Weinanbaugebieten Rheinhessen (2,53 Millionen Hektoliter) und Pfalz (1,75 Millionen Hektoliter) wurde zusammen mehr als die Hälfte (51 %) des gesamten deutschen Weins und Mosts erzeugt. Auf Platz drei folgte das Weinanbaugebiet Mosel mit 1,42 Millionen Hektoliter (17 %), dessen Ergebnis maßgeblich auch durch dort ansässige große Handelskellereien geprägt ist, die auch Trauben von anderen Weinanbaugebieten in größeren Mengen aufnehmen und zu Wein verarbeiten. Auf den Plätzen vier und fünf lagen Baden mit 1,09 Millionen Hektoliter (13 %) und Württemberg mit 744 200 Hektoliter (9 %).

red

 

Weniger Insolvenzen im Corona-Jahr

Die befürchtete Flut von Unternehmens-Pleiten im Corona-Jahr hat sich nicht bestätigt. So haben die deutschen Amtsgerichte im Jahr 2020 insgesamt 15.841 Insolvenzen gemeldet. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 15,5 Prozent weniger als 2019.

Die Zahl der beantragten Unternehmens-Insolvenzen sank damit auf den niedrigsten Stand seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999. Einen Anstieg hat es zuletzt im Krisenjahr 2009 gegeben (+11,6 Prozent gegenüber 2008).

Die durch die Corona-Krise verursachte wirtschaftliche Not vieler Unternehmen spiegelt sich somit nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider. Ein Grund dafür ist, dass die Insolvenzantragspflicht für überschuldete Unternehmen bis zum 31. Dezember 2020 ausgesetzt war.

Die bereits seit Oktober 2020 wieder geltende Insolvenzantragspflicht für zahlungsunfähige Unternehmen machte sich im Jahresergebnis 2020 unter anderem aufgrund der Bearbeitungszeiten in den Gerichten nur leicht bemerkbar.

Ausgesetzt ist die Insolvenzantragspflicht bis Ende April 2021 für jene Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit dem 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch aussteht.

Die meisten Unternehmens-Insolvenzen gab es im Jahr 2020 im Baugewerbe mit 2.500 Fällen (2019: 3.044). Unternehmen des Wirtschaftsbereichs Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) stellten 2.466 Insolvenzanträge (2019: 3 166). Im Gastgewerbe wurden lediglich 1.775 (2019: 2.156) Insolvenzanträge gemeldet.

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmens-insolvenzen beliefen sich im Jahr 2020 auf knapp 44,1 Milliarden Euro. 2019 hatten sie noch bei rund 26,8 Milliarden Euro gelegen. Der Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass 2020 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt haben als 2019.

Ralf Loweg / glp

Flughäfen schlagen Alarm

Trotz aktuell gestiegener Buchungszahlen durch den Osterreiseverkehr kämpft die Luftverkehrsbranche in der Corona-Krise weiter massiv ums Überleben. Verschärfte Einreisebeschränkungen und Quarantäneregelungen bremsen jede Erholung des Luftverkehrs. Das Passagieraufkommen liegt fernab jeder Normalität.

Ein Jahr Corona-Pandemie – und kein Erholungstrend des Luftverkehrs in Sicht. Das bekommen die Flughäfen deutlich zu spüren. „Selbst die viel diskutierten Buchungen zu Ostern sind nur ein zartes Aufblühen von kurzer Dauer. Die Durststrecke hält unvermindert an“, so die Einschätzung von Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV.

Deutschlands Flughäfen melden dramatische Einnahmenrückgänge und hohe Verluste. Im Zeitraum von März 2020 bis Februar 2021 sind die Passagierzahlen um 85,5 Prozent eingebrochen. Das entspricht laut Flughafenverband dem Niveau der 1980er Jahre. Der voraussichtliche Verlust aller Flughäfen in Deutschland im Jahr 2020 beträgt demnach 1,8 Milliarden Euro. Und für 2021 erwarten die Experten ein Minus von 1,2 Milliarden Euro.

Hinzu kommt die große Unsicherheit der Arbeitnehmer. Etwa 65 Prozent der Beschäftigten befinden sich aktuell in Kurzarbeit, 2020 waren es sogar bis zu 80 Prozent. Offiziellen Angaben zufolge sind mehr als 40.000 der rund 180.000 Arbeitsplätze an Flughafen-Standorten in Deutschland gefährdet.

Im Durchschnitt der Monate Januar und Februar 2021 flogen nur etwa zehn Prozent der Passagiere im Vergleich zum Vorkrisenniveau. Und der Ausblick? „Verantwortungsvolle Mobilität im Flugverkehr kann durch optimierte Teststrategien ermöglicht werden. Ich ersuche die Politik, auf Testverfahren statt auf pauschale Quarantänebestimmungen zu setzen“, sagt Ralph Beisel.

Ralf Loweg / glp