Wirtschaft in Deutschland bricht um fünf Prozent ein

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2020 nach ersten Berechnungen um 5,0 % niedriger als im Vorjahr. Die deutsche Wirtschaft ist somit nach einer zehnjährigen Wachstumsphase im Corona-Krisenjahr 2020 in eine tiefe Rezession geraten, ähnlich wie zuletzt während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Der konjunkturelle Einbruch fiel aber im Jahr 2020 den vorläufigen Berechnungen zufolge insgesamt weniger stark aus als 2009 mit -5,7 %. Das gab das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag bekannt.

Corona-Krise traf Industrie und Dienstleistungsbereiche hart – nur das Baugewerbe legte zu

Die Corona-Pandemie hinterließ im Jahr 2020 deutliche Spuren in nahezu allen Wirtschaftsbereichen. Die Produktion wurde sowohl in den Dienstleistungsbereichen als auch im Produzierenden Gewerbe teilweise massiv eingeschränkt.

Im Produzierenden Gewerbe ohne Bau, das gut ein Viertel der Gesamtwirtschaft ausmacht, ging die preisbereinigte Wirtschaftsleistung gegenüber 2019 um 9,7 % zurück, im Verarbeitenden Gewerbe sogar um 10,4 %. Die Industrie war vor allem in der ersten Jahreshälfte von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen, unter anderem durch die zeitweise gestörten globalen Lieferketten.

Besonders deutlich zeigte sich der konjunkturelle Einbruch in den Dienstleistungsbereichen, die zum Teil so starke Rückgänge wie noch nie verzeichneten. Exemplarisch hierfür steht der zusammengefasste Wirtschaftsbereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe, dessen Wirtschaftsleistung preisbereinigt um 6,3 % niedriger war als 2019. Dabei gab es durchaus gegenläufige Entwicklungen: Der Onlinehandel nahm deutlich zu, während der stationäre Handel zum Teil tief im Minus war. Die starken Einschränkungen in der Beherbergung und Gastronomie führten zu einem historischen Rückgang im Gastgewerbe.

Ein Bereich, der sich in der Krise behaupten konnte, war das Baugewerbe: Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung nahm hier im Vorjahresvergleich sogar um 1,4 % zu.

Massiver Rückgang der in- und ausländischen Nachfrage

Auch auf der Nachfrageseite waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich sichtbar. Anders als während der Finanz- und Wirtschaftskrise, als der gesamte Konsum die Wirtschaft stützte, gingen die privaten Konsumausgaben im Jahr 2020 im Vorjahresvergleich preisbereinigt um 6,0 % zurück und damit so stark wie noch nie. Die Konsumausgaben des Staates wirkten dagegen mit einem preisbereinigten Anstieg von 3,4 % auch in der Corona-Krise stabilisierend, wozu unter anderem die Beschaffung von Schutzausrüstungen und Krankenhausleistungen beitrug.

Die Bruttoanlageinvestitionen verzeichneten preisbereinigt mit -3,5 % den deutlichsten Rückgang seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Dabei legten die Bauinvestitionen entgegen diesem Trend um 1,5 % zu. In Ausrüstungen – das sind vor allem Investitionen in Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge – wurden im Jahr 2020 dagegen preisbereinigt 12,5 % weniger investiert als im Vorjahr. Die Investitionen in sonstige Anlagen – darunter fallen vor allem Investitionen in Forschung und Entwicklung – fielen ersten Schätzungen zufolge preisbereinigt um 1,1 %.

Die Corona-Pandemie wirkte sich auch auf den Außenhandel massiv aus: Die Exporte und Importe von Waren und Dienstleistungen gingen im Jahr 2020 erstmals seit 2009 zurück, die Exporte preisbereinigt um 9,9 %, die Importe um 8,6 %. Besonders groß war der Rückgang der Dienstleistungsimporte, was vor allem am hohen Anteil des stark rückläufigen Reiseverkehrs lag.

Stetiger Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt nach 14 Jahren beendet

Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahresdurchschnitt 2020 von 44,8 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren 477 000 Personen oder 1,1 % weniger als 2019. Damit endete aufgrund der Corona-Pandemie der über 14 Jahre anhaltende Anstieg der Erwerbstätigkeit, der sogar die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 überdauert hatte. Besonders betroffen waren geringfügig Beschäftigte sowie Selbstständige, während die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stabil blieb. Vor allem die erweiterten Regelungen zur Kurzarbeit dürften hier Entlassungen verhindert haben.

Erstes Finanzierungsdefizit des Staates nach 8 Jahren mit Überschüssen

Die staatlichen Haushalte beendeten das Jahr 2020 nach vorläufigen Berechnungen mit einem Finanzierungsdefizit von 158,2 Milliarden Euro. Das war das erste Defizit seit 2011 und das zweithöchste Defizit seit der deutschen Vereinigung, nur übertroffen vom Rekorddefizit des Jahres 1995, in dem die Treuhandschulden in den Staatshaushalt übernommen wurden. Der Bund hatte mit 98,3 Milliarden Euro den größten Anteil am Finanzierungsdefizit, gefolgt von den Ländern mit 26,1 Milliarden Euro, den Sozialversicherungen mit 31,8 Milliarden Euro und den Gemeinden mit 2,0 Milliarden Euro. Gemessen am nominalen BIP errechnet sich für den Staat im Jahr 2020 eine Defizitquote von 4,8 %. Der europäische Referenzwert des Stabilitäts- und Wachstumspakts von 3 % und die Zielgröße für die nationale Schuldenbremse wurden demnach deutlich verfehlt. Allerdings wurde die Anwendung beider Zielgrößen aufgrund der Corona-Pandemie für die Jahre 2020 und 2021 ausgesetzt.

red

 

Höchststand bei unerlaubten Werbeanrufen

Die Zahl der bei der Bundesnetzagentur eingegangen Beschwerden über unerlaubte Werbeanrufe ist 2020 deutlich gestiegen. Nach 54.242 Meldungen im Jahr 2019 erreichte sie im vergangenen Jahr den Höchstwert von 63.273.

Besonders häufig betrafen die Beschwerden Werbeanrufe zu Versicherungs- und Finanzprodukten sowie zur Energieversorgung. Ein weiteres Kernthema bildeten aggressiv beworbene Zeitschriftenabonnements. „Die Beschwerden zu Telekommunikations-Dienstleistungen sind dagegen derzeit rückläufig, nachdem die Bundesnetzagentur hierzu im vergangenen Jahr einen Verfolgungsschwerpunkt gesetzt hatte“, so ein Behördensprecher.

Auch bei Art und Weise der Gesprächsführung stellte die Bundesnetzagentur besonders schwere Verstöße fest. So wurden zunehmend am Telefon oder im Nachgang ungewollt Verträge untergeschoben. In anderen Fällen verschleierten die Täter systematisch die Identität ihrer Auftraggeber oder traten sogar als Behördenvertreter auf, um das Vertrauen der Angerufenen zu erschleichen. Wieder andere schüchterten ihre Gesprächspartner mit aggressiven Beschimpfungen ein und belästigten sie mit Dutzenden Anrufen.

Die Bundesnetzagentur leitete gegen zahlreiche Unternehmen Ermittlungsverfahren ein und schloss 17 Fälle mit einem Bußgeld ab. Im Jahr 2020 wurden Bußgelder in einer Gesamthöhe von 1.351.500 Euro verhängt. Auch das stellt im Vergleich zu den letzten Jahren eine nochmalige Steigerung dar, 2019 waren es noch 1.309.500 Euro.

Wer Werbeanrufe erhält, ohne dass eine Einwilligung vorliegt oder obwohl ein Werbewiderruf ausgesprochen wurde, kann sich bei der Bundesnetzagentur melden. „Um die Täter überführen zu können, sind möglichst präzise und detaillierte Angaben hilfreich“, so die Behörde.

Rudolf Huber / glp

Bitcoin-Betrügern auf der Spur

Die Bitcoin-Rallye mit rasant steigenden und fallenden Kursen ist in voller Fahrt. Ganz klar, dass das auch Betrüger auf den Plan ruft. Die Verbraucherzentrale und das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz warnen jetzt vor einem angeblich „lukrativen Geschäftsmodell für investierfreudige Menschen“.

In gefälschten Online-Artikeln gaukeln Kriminelle vor, selbst Prominente hätten auf Online-Trading-Plattformen Geld investiert und seien innerhalb kürzester Zeit noch reicher geworden. „Wer sich auf die Handelsplattform locken lässt, muss zunächst ein Online-Konto anlegen und dem Anbieter zur Freischaltung des Accounts eine Telefonnummer, eine Kopie des Personalausweises und eine beliebige Rechnung in Kopie per E-Mail schicken“, so Jennifer Kaiser von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Im Anschluss „darf“ die erste Investition von 250 Euro überwiesen und ein Beleg dazu übermittelt werden. Kurze Zeit später meldet sich ein Berater telefonisch und drängt zu weiteren Geldeinzahlungen. „In einem besonders krassen Fall hat sich ein Verbraucher dazu hinreißen lassen, innerhalb von vier Monaten einen Gesamtbetrag von 13.250 Euro zu investieren“, so Kaiser. Als er eine Auszahlung beantragte, wurde ihm mitgeteilt, er müsse zunächst weitere 13.000 Euro an Steuern überweisen.

Vier Tipps, wie unseriöse Kryptowährungs-Anbieter zu erkennen sind:

– Impressum prüfen

Der erste Schritt sollte immer die Prüfung des Impressums sein. Fehlt ein Impressum, gilt es auf jeden Fall Abstand zu nehmen. Hat der Anbieter laut Impressum seinen Sitz im Ausland, kann es schwierig werden, die eigenen Rechte durchzusetzen.

– Geschäftsmodell auf Transparenz prüfen

Erhält man erst nach Kontaktaufnahme oder nach einer Registrierung genauere Informationen über das Geschäftsmodell, ist Misstrauen angesagt. Vor der Einzahlung eines Betrages sollte man sich immer unabhängig beraten lassen.

– Vorsicht bei der Aufforderung, Freunde zu werben

Wird man aufgefordert Freunde und Bekannte anzuwerben, sollte man hellhörig werden. Dahinter stecken sogenannte Schneeballsysteme. Sie brauchen eine ständig wachsende Anzahl an Teilnehmern, denn die Auszahlung an die Mitglieder wird durch die Einzahlung der neu geworbenen Teilnehmer finanziert. Solche Systeme brechen zwangsläufig nach einer gewissen Zeit in sich zusammen.

– Auf eine Lizenz achten

Es gilt zu überprüfen, ob es sich um ein von der BaFin oder einem anderen EU-Land lizenziertes Unternehmen handelt. Dies kann über die Unternehmensdatenbank der BaFin abgefragt werden.

Rudolf Huber / glp

In Deutschland wird wieder mehr Wein getrunken

Die Deutschen haben im vergangenen Weinwirtschaftsjahr (01.08.2019 – 31.07.2020) im Durchschnitt 0,6 Liter mehr Wein pro Person getrunken als im Vorjahreszeitraum.

Dies geht aus der aktuellen Weinkonsumbilanz hervor, die alljährlich im Auftrag des Deutschen Weininstituts (DWI) durch den Deutschen Weinbauverband erstellt wird. Insgesamt wurden hierzulande in dem 12-Monatszeitraum 17,2 Mio. Hektoliter in- und ausländische Stillweine konsumiert, was umgerechnet auf die 83,1 Mio. Einwohner einem Wein-Pro-Kopf-Verbrauch von 20,7 Litern entspricht.

Die Weinkonsumbilanz bildet den kompletten Weinmarkt ab. Sie beinhaltet sowohl den Konsum außer Haus, beispielsweise in der Gastronomie, als auch die Weineinkäufe im Handel und bei den Erzeugern. „Dass der Weinkonsum trotz der coronabedingt geschlossenen Gastronomie im vergangenen Weinwirtschaftsjahr unterm Strich dennoch gestiegen ist, dürfte auch auf die ausgefallenen Urlaubsreisen ins Ausland zurückzuführen sein. Zudem wurde während des ersten Lockdowns mehr Wein im Handel eingekauft und viele Verbraucher haben in dieser Zeit ihre Weinvorräte aufgefüllt“, erläutert DWI-Geschäftsführerin Monika Reule.

Deutschland an vierter Stelle der weltgrößten Verbrauchermärkte

Der Sektkonsum konnte von dieser Entwicklung nicht profitieren. Er belief sich im vergangenen Weinwirtschafts­jahr auf 2,6 Mio. Hektoliter und ist damit umgerechnet leicht um 0,1 Liter auf 3,2 Liter pro Person und Jahr gesunken.

Für den Still- und Schaumweinverbrauch ergibt sich aus der aktuellen Bilanz zusammengefasst eine Gesamtmenge von 19,8 Mio. Hektolitern, was umgerechnet auf alle Bundesbürger 23,9 Liter Wein und Sekt pro Kopf und Jahr entspricht.

Mit diesem Nachfragevolumen steht der deutsche Weinmarkt an vierter Stelle der weltgrößten Verbrauchermärkte für Wein. Der meiste Wein wird nach Angaben der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) in den USA (33 Mio. hl) getrunken gefolgt von Frankreich (26,5 Mio. hl) und Italien (22,6 Mio. hl).

red

Frauen auf dem Vormarsch

Seit Ende der 1980er Jahre hat die Beschäftigung von Frauen deutlich zugenommen, am stärksten in hochbezahlten Berufen. So ist der weibliche Anteil in den 20 Prozent der Berufe mit dem höchsten Stundenlohn von rund 21 Prozent auf rund 37 Prozent gestiegen. In Berufen mit geringeren Stundenlöhnen ist der Anstieg an weiblichen Beschäftigten weniger stark – von rund 42 Prozent auf knapp 52 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung.

„Im oberen Fünftel der Einkommensverteilung hat sich der Anteil von Frauen ebenfalls erhöht, allerdings nur von 20 Prozent auf 30 Prozent“, heißt es beim RWI. Frauen seien also deutlich häufiger in hochbezahlten Berufen zu finden als Ende der 1980er Jahre, würden aber in diesen Berufen tendenziell schlechter bezahlt als Männer.

Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn die Berufe nach Tätigkeitsniveau statt nach Stundenlohn geordnet werden: In Jobs, in denen in der Regel vor allem kognitiv gearbeitet wird und nur wenige Routinetätigkeiten anfallen, ist der Anteil von weiblichen Beschäftigten von knapp 29 Prozent auf gut 42 Prozent gestiegen. In Berufen, die überwiegend durch Routinetätigkeiten geprägt sind, hat sich der Anteil an Frauen seit Ende der 1980er Jahre dagegen nur von rund 33 Prozent auf 36 Prozent erhöht.

Bei der zunehmenden weiblichen Beschäftigung in hochbezahlten Jobs spielen soziale Kompetenzen offenbar eine wichtige Rolle: Besonders stark ist die Beschäftigung von Frauen in interaktiven Berufen angestiegen, etwa der Anteil von Lehrerinnen, Psychologinnen und Ärztinnen sowie von weiblichen Beschäftigten im Personalwesen und in der PR-Branche.

„Diese Entwicklung könnte Frauen auch in Zukunft zugutekommen“, so das RWI. Weil sich kognitive und Nicht-Routine-Tätigkeiten schwerer automatisieren ließen als andere Jobs, dürften Arbeitsplätze von Frauen tendenziell weniger durch den technologischen Wandel gefährdet sein.

Rudolf Huber / glp

Brexit macht das Porto teuer

Der Austritt der Briten aus der Europäischen Union hat Folgen für beide Seiten. Das gilt auch beim Thema Porto: es wird teuer. Bereits vor dem Brexit waren Pakete und Päckchen auf die britischen Inseln vergleichsweise kostspielig. Doch nun gibt es einen Zuschlag.

Ein Päckchen M bis zwei Kilogramm kostet online frankiert 12,70 Euro. Kauft man die Briefmarke in der Filiale, sind sogar 16 Euro fällig. Für ein Fünf-Kilo-Paket muss man online 26,90 Euro zahlen, in der Filiale 29,99 Euro. Zum Vergleich: Nach Spanien beispielsweise kostet ein Paket dieser Kategorie online 15,99 Euro oder in der Filiale 17,99 Euro.

Zudem müssen Verbraucher mit längeren Laufzeiten von Päckchen und Paketen rechnen, da Sendungen künftig zollrechtlich behandelt werden. Dazu muss für die Sendung eine sogenannte Zollinhaltserklärung ausgefüllt und in einer durchsichtigen Versandtasche von außen am Paket angebracht werden. Je nach Art der Waren werden weitere Dokumente nötig, wie etwa Gesundheitszeugnisse bei Nahrungsmitteln. Experten des Versicherers ARAG weisen darauf hin, dass auch der Weg anders herum – also der Paketversand vom Vereinigten Königreich nach Deutschland – zollpflichtig geworden ist.

Wer online shoppt und Ware aus dem Vereinigten Königreich (UK) kauft, sollte nur auf Produkte zurückgreifen, die auch für den deutschen Markt bestimmt sind. Zwar sind die Verbraucherschutzrechte des Vereinigten Königreiches wie Rückgaberecht, Anspruch auf Rückerstattung des Kaufpreises oder Gewährleistungsanspruch identisch oder gar besser als die EU-Regeln. Doch im Streitfall können Käufer ihre Beschwerde nicht mehr über die Online-Streitbeilegungs-Plattform der Europäischen Kommission einreichen, sondern müssen im schlimmsten Fall den mühsamen und teuren Weg über Gerichte in Großbritannien gehen.

Lars Wallerang / glp

Wegen Corona: Daimler verkauft 2020 deutlich weniger Autos

Die Coronavirus-Krise hat auch beim Stuttgarter Daimler-Konzern für einen deutlichen Rückgang der Verkaufszahlen gesorgt. Von der Marke Mercedes-Benz brachte der Konzern weltweit rund 2,16 Millionen Fahrzeuge an die Kunden, wie Daimler am Freitag bekannt gab. Das war zwar das fünfte Jahr in Folge über der Zwei-Millionen-Marke, im Vergleich zu 2019 aber ein Minus von 7,5 Prozent. Mehr als jeder dritte Mercedes ging nach China – mehr als 774.000 Autos wurden dort abgesetzt. Mit 2.164.187 Einheiten (-7,5%) behauptete Mercedes-Benz die weltweite Spitzenposition im Vergleich zu den Wettbewerbern.

Die Corona-Pandemie hatte dem Stuttgarter Autokonzern vor allem in den ersten sechs Monaten des Vorjahres schwer zugesetzt und die Verkaufszahlen infolge der Schließung von Autohäusern und des Stillstands in einigen Werken zeitweise einbrechen lassen. Im zweiten Halbjahr lief es dann wieder besser, doch am Ende reichte es nicht mehr die Verkaufszahlen vom Vorjahr zu erreichen. Daimler sprach angesichts der Umstände von einer starken Absatzentwicklung in einem herausfordernden Jahr.

Pkw-Absatz Mercedes-Benz nach Regionen und Märkten

Mercedes-Benz profitierte von der fortschreitenden Erholung in vielen Märkten im zweiten Halbjahr. In Asien-Pazifik beliefen sich die Verkäufe auf 1.024.315 Einheiten (+4,7%). Maßgeblicher Treiber war dabei China mit einer beispiellosen Erholung: Durch ein zweistelliges Wachstum von 11,7% konnte ein neuer Absatzrekord mit 774.382 Einheiten erzielt werden. In der Region Europa wurden im vergangenen Jahr 784.183 Pkw von Mercedes-Benz ausgeliefert (-16,4%). In Deutschland hat Mercedes-Benz im vergangenen Jahr insgesamt 286.108 Pkw (-10,1%) verkauft. Die Verkäufe in der Region Nordamerika beliefen sich auf 317.592 Einheiten (-14,7%). Mercedes-Benz lieferte im Kernmarkt USA insgesamt 274.916 Pkw aus (-13,0%). Insgesamt waren die größten Pkw-Absatzmärkte von Mercedes-Benz China, Deutschland sowie die USA, gefolgt von Großbritannien und Südkorea.

red

Das sollten Sie über die Grundrente wissen

Nicht wenige Menschen bekommen in Deutschland weniger Rente, als man zum Leben braucht. Deshalb hat die Bundesregierung die Grundrente verabschiedet, die Rentnern das Leben ab 2021 etwas erleichtern soll. Dennoch sind viele Fragen offen. Was Rentner beachten müssen, erklären jetzt die Experten vom ROLAND Rechtsschutz.

Sinn und Zweck des von der Bundesregierung eingeführten Gesetzes ist es, Rentnern zu helfen, die zwar jahrelang gearbeitet, aber unterdurchschnittlich verdient haben. Doch wer gehört dazu? Anspruch auf die Grundrente haben ab dem 1. Januar 2021 alle, die eine Alters-, Erwerbsminderungs-, Erziehungs- oder Hinterbliebenenrente beziehen.

Es profitieren daher auch Menschen, deren Rentenantrag schon länger zurückliegt. Um die Grundrente in voller Höhe zu erhalten, muss eine Versicherungszeit von mindestens 35 Jahren erfüllt sein.

Antragsteller sollten sich jedoch bewusst sein, dass die Auszahlungen voraussichtlich nicht direkt ab dem 1. Januar 2021 starten können, da die vorbereitenden Maßnahmen andauern können. Realistisch ist eher eine Auszahlung ab Juli 2021. Aber: „Dafür werden die Ansprüche auch rückwirkend wirksam und entsprechend nachgezahlt“, so die Experten von ROLAND Rechtsschutz.

Wie hoch die Grundrente ausfällt, hängt von der Höhe des Verdienstes innerhalb der Grundrentenzeiten ab. Der Verdienst, der in die Berechnung einfließt, darf nicht weniger als 30 Prozent und nicht mehr als 80 Prozent des Durchschnittsverdienstes in Deutschland betragen haben.

Aus diesen Verdienstzeiten ergeben sich sogenannte Entgeltpunkte, wonach sich die Höhe der Grundrente individuell für Rentner berechnet. „Im Maximum kann man so etwa 420 Euro zusätzlich erhalten“, so die Rechtsexperten. Auch die Lebensleistung wirkt sich positiv aus. Auch hier gilt: Wer mehr Entgeltpunkte erwirtschaftet hat, erhält einen höheren Zuschlag.

Wer die Grundrentenzeit von mindestens 35 Jahren noch nicht erreicht, aber mindestens 33 Jahre voll hat, erhält einen gestaffelten Zuschlag der Grundrente.

Um den Grundrentenbedarf zu ermitteln, sieht der Staat vor, das Einkommen der in Deutschland lebenden Rentner zu prüfen. Hierfür tauschen sich Finanzbehörden und Rentenversicherung miteinander aus. Laut Experten wird das monatliche Einkommen auf die Grundrente angerechnet.

Der Einkommensfreibetrag liegt für Alleinstehende bei 1.250 Euro im Monat, für Ehe- und. Lebenspartner bei 1.950 Euro. Liegt das monatliche Einkommen darüber, erfolgt eine 60-prozentige Anrechnung auf die Grundrente.

Ralf Loweg / gap

So viel kassiert der Staat beim Lotto

Viele Menschen träumen beim Lotto vom großen Glück. Für die meisten Tipper bleibt der „Sechser“ allerdings ein Traum. Ein Gewinner steht dagegen schon vor der Ziehung der Glückszahlen fest: der Staat.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, nahmen die öffentlichen Kassen im Jahr 2019 rund 1,97 Milliarden Euro Steuern aus Lotto, Sportwetten und Co. ein. Das Lotterierecht in Deutschland – und damit auch die Rennwett- und Lotteriesteuer – ist Ländersache.

Das heißt: Die Einnahmen stehen den Bundesländern zu. Den größten Anteil der Einnahmen hatte mit 21 Prozent das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen (419 Millionen Euro). Es folgten Bayern mit 14 Prozent (274 Millionen Euro) sowie Baden-Württemberg mit zwölf Prozent (234 Millionen Euro).

Die staatlichen Einnahmen aus Lotto, Sportwetten und Co. nahmen in den vergangenen zehn Jahren stetig zu: 2009 wurden noch 1,5 Milliarden Euro an Rennwett- und Lotteriesteuern eingenommen, 31 Prozent weniger als 2019.

Ralf Loweg / glp

Bürovermietung in Deutschland bricht ein – Stuttgart trifft es am härtesten

Die Corona-Pandemie sorgt auch auf dem deutschen Immobilienmarkt für große Verunsicherung: Im vergangenen Jahr ging die Neu-Vermietung von Büroflächen in den sogenannten „Big 7 – Großstädten“ nach Angaben des Immobilienspezialisten Jones Lang LaSalle (JLL) stark zurück. Die Schwabenmetropole Stuttgart hat es dabei am stärksten getroffen.

Die Corona-Pandemie war und ist ein unvorhergesehenes und nicht prognostizierbares Ereignis und macht sich immer mehr bemerkbar. Auch der Immobilienmarkt für Büroflächen hat das im vergangenen deutlich zu spüren bekommen. Wegen der Pandemie hätten nach Angaben von JLL viele Unternehmen ihre Umzugspläne verschoben oder streben eine Vertragsverlängerung in bestehende Flächen an.

In der Konsequenz fehlen vor allem die großflächigen Vermietungen ab 10.000 m²

Der Rückgang des Büroflächenumsatzes in den Big 7 beläuft sich auf über 33 Prozent und schließt mit einem Gesamtvolumen von 2,67 Mio. m². In der Konsequenz fehlen vor allem die großflächigen Vermietungen ab 10.000 m². Hier zeigen sich die Zurückhaltung und Nachfrageschwäche besonders deutlich. 32 Abschlüsse mit insgesamt 656.000 m² in der Aggregation über alle Big 7 konnten 2020 in dieser Größenordnung verzeichnet werden, entsprechend einem Minus von 43 Prozent gegenüber 2019 in Bezug auf die Anzahl der Deals“, erläutert Konstantin Kortmann von JLL

Umsatzrückgänge sind bei allen sieben Immobilienhochburgen zu beobachten: mit minus 25 Prozent in München bis zu minus 55 Prozent in Stuttgart. Und auch im erfolgsverwöhnten Berlin sank der Umsatz um 25 Prozent. Trotzdem reichten die 745.000 m², um sich deutlich an die Spitze der Big 7 zu setzen. „Das vielleicht sichtbarste Zeichen der Krise mag das Quartalsergebnis in München sein. Nicht einmal 100.000 m² wurden vermietet, zumindest bis 1998 zurück gab es keinen niedrigeren Umsatz in der bayerischen Landeshauptstadt“, so Helge Scheunemann von JLL.

Leerstände steigen teilweise kräftig

Wie bereits im Jahresverlauf prognostiziert, haben sich die Leerstände in den meisten Städten erhöht. Die Büro-Leerstandsquote hat zum Jahresende im Schnitt 3,7 Prozent (2019: 3,0 %) erreicht und bewegt sich damit aber immer noch deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt. Im Gegensatz zum Umsatz zeigen sich die Märkte in Bezug auf die Leerstandsentwicklung noch uneinheitlich. Während in der Aggregation aller Big 7 das Volumen freier Flächen im Jahresvergleich um 23 Prozent angestiegen ist, verzeichnete Stuttgart noch einen weiteren Rückgang und auch in Hamburg blieb der Leerstand stabil. Überdurchschnittlich mit Raten von jeweils über 50 Prozent zog der Leerstand dagegen in Berlin und München an, dennoch bleiben die Leerstandsquoten auch hier mit 2,8 und 3,5 Prozent weiterhin niedrig.

„In der Tendenz werden die Leerstände bis Ende 2021 weiter zunehmen auf durchschnittlich 4,5 Prozent. Der Büromarkt ist aber weit von einer Angebotsschwemme entfernt, Leerstandsquoten im zweistelligen Bereich wie etwa 2010 wird es mittelfristig nicht geben“, erläutert Helge Scheunemann und mit einem Blick auf die Untermietflächen fügt er an: „Solche Flächen sind in einer Krise immer ein Thema, so auch dieses Mal, lassen sich doch Einsparungen bei erfolgreicher Vermietung generieren.“ Aktuell werden in den Big 7 knapp 12 Prozent (ca. 420.000 m²) des gesamten Leerstandes zur Untermiete angeboten. Im Vergleich dazu waren es in Krisenjahren wie 2009 nur 370.000 m², 2002 aber fast 1,1 Mio. m².

red