Handel befürchtet Lieferengpässe zu Weihnachten

Der deutsche Einzelhandel befürchtet für die Weihnachtszeit erneut Lieferengpässe. „Manche Produkte wie elektronische Geräte, Spielwaren und Textilien aus Asien dürften an Weihnachten knapper sein“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben). Die Lieferketten ruckelten sich nur langsam wieder ein, sagte Genth weiter: „90 Prozent der Händler berichten weiter von Lieferschwierigkeiten. Vieles kommt später oder in der falschen Anzahl.“ Viele Schiffe hingen in Warteschlangen fest oder seien noch nicht wieder im Zeitplan. „Hinzu kommt der weltweite Chipmangel, der die Produktion ausbremst.“

Derzeit sucht der Einzelhandel zudem händeringend nach neuen Mitarbeitern. „Aktuell gibt es rund 56.500 offene Stellen im Einzelhandel – und damit rund 3.300 mehr als vor der Pandemie“, sagte Genth. Zudem seien in den beiden Kernausbildungsberufen der Branche – Kaufmann und Verkäufer – noch 35.000 Plätze unbesetzt.

red

IW warnt vor Ende der Sanktionen gegen Russland

Ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn sieht Michael Hüther, Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die westlichen Sanktionen gegen Russland weiter positiv. „Die Sanktionen wirken, vor allem die auf den Export von Hochtechnologie-Gütern“, sagte Hüther der „Rheinischen Post“ (Dienstag). Russland könne damit stets nur „die vorletzte Technik einsetzen“ und werde so dauerhaft im technischen Fortschritt behindert.

„Bei der Energie sitzen hingegen wir am kürzeren Hebel. Doch fossile Energie hat auf Dauer ohnehin keine Zukunft. Russland beschleunigt damit am Ende den Umbau der deutschen Wirtschaft zu mehr Klimaschutz.“

Der IW-Chef warnte Deutschland davor, die Sanktionen zu beenden oder nun Nord Stream 2 zu erlauben. „Die Sanktionen sind richtig, weil der Westen damit seine Solidarität mit der Ukraine zeigt. Deutschland hat die Maßnahmen im engen Schulterschluss mit den transatlantischen Partnern beschlossen; aus dieser Solidarität sollte sich Deutschland jetzt nicht herausstehlen.“

Hüther mahnte: „Die Debatte um Nord Stream 2 ist eine Scheindebatte: Es würde nichts ändern, wenn wir die Pipeline ans Netz ließen. Putin könnte auch hier Vorwände finden, um sie ab- und anzuschalten.“

red

Wirtschaft nutzt Großteil von Wasser vor allem zur Kühlung von Anlagen

Der Großteil der Wassernutzung in der deutschen Wirtschaft dient der Kühlung von Anlagen. Im Jahr 2019 setzten die Betriebe 84,7 Prozent des insgesamt verwendeten Wassers oder knapp 13,0 Milliarden Kubikmeter für die Kühlung von Produktions- und Stromerzeugungsanlagen ein, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mit. Dazu zählten vor allem Betriebe der Energieversorgung, die mit diesem Wasser ihre Kraftwerke kühlten.

Das zu anderen Zwecken als der Kühlung eingesetzte Wasser diente hauptsächlich Produktionszwecken (10,7 Prozent). Die übrige Wassermenge wurde für die Bewässerung insbesondere in der Landwirtschaft verwendet (2,5 Prozent) oder ging in die hergestellten Produkte ein (1,4 Prozent). Weitere 0,6 Prozent entfielen zudem auf sogenannte Belegschaftszwecke.

Darin ist zum Beispiel Wasser für sanitäre Einrichtungen oder den Betrieb von Kantinen enthalten. Insgesamt wurden im Jahr 2019 von Betrieben in Deutschland – ohne Betriebe der öffentlichen Wasserversorgung – gut 15,3 Milliarden Kubikmeter Frischwasser verwendet. Das im betrieblichen Bereich zur Verfügung stehende Frischwasser stammte im Jahr 2019 überwiegend aus eigener Wassergewinnung, so die Statistiker weiter.

Ein Großteil des Wassers (70,2 Prozent) wurde von den Betrieben mithilfe von Gewinnungsanlagen direkt aus Oberflächengewässern wie Flüssen, Seen oder Talsperren entnommen. Auch Grundwasser wurde zur Wassergewinnung genutzt (12,8 Prozent). Andere Quellen spielten hingegen eine eher untergeordnete Rolle: So wurden 2,4 Prozent des Wassers aus Uferfiltrat gewonnen, 1,0 Prozent aus Meer- und Brackwasser und 0,7 Prozent aus angereichertem Grundwasser.

Quellwasser und andere Wasserarten machten einen Anteil von je 0,3 Prozent aus. Einen Teil ihres Wassers erhielten die Betriebe zudem von anderen Unternehmen (9,3 Prozent) sowie aus dem öffentlichen Leitungsnetz (2,9 Prozent).

red

Ifo: Inflation frisst Sparpolster aus Corona-Zeit auf

Die Inflation frisst die zusätzlichen Ersparnisse der Deutschen auf. Das ergab eine aktuelle Analyse der Bankbilanzen durch das Münchner Ifo-Institut, die am Dienstag veröffentlicht wurde. „Die Sparpolster aus der Corona-Zeit sind bei vielen Haushalten nunmehr abgeschmolzen“, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

„Gleichzeitig werden die Verbraucherpreise weiter kräftig steigen.“ Damit werde der private Konsum im weiteren Verlauf des Jahres als „Konjunkturmotor“ in Deutschland ausfallen. Die Einlagen von privaten Haushalten bei Banken in Deutschland waren zwischen dem zweiten Quartal 2020 und dem ersten Quartal 2021 noch kräftig angeschwollen.

„Legt man die durchschnittliche Sparneigung der fünf Jahre vor Ausbruch der Coronakrise zugrunde, wurden in dieser Zeit gut 70 Milliarden Euro mehr auf den Bankkonten geparkt als üblich“, so Wollmershäuser. Doch diese Überschusseinlagen wurden bis zum Ende des ersten Quartals 2022 fast vollständig abgebaut. Und im zweiten Vierteljahr setzte sich diese Entwicklung in beinahe unverändertem Tempo fort.

„Die hohe Inflation dürfte dieses `Entsparen` der Haushalte maßgeblich getrieben haben“, sagte der Ifo-Konjunkturchef.

red

Koalition will Mitnahmeeffekte bei Gas-Umlage verhindern

Mehrere Koalitionspolitiker wollen verhindern, dass auch gesunde Unternehmen von der Gasumlage profitieren. „Um Mitnahmeeffekte und Übergewinne zu vermeiden, müssen wir als Gesetzgeber im Zweifelsfall auch bereit sein, die Kriterien für die Inanspruchnahme nachzuschärfen“, sagte Dieter Janecek, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, dem „Handelsblatt“ (Dienstagausgabe). Unter den Unternehmen, die Ausgleichszahlungen über die Umlage finanziert bekommen wollen, finden sich auch solche, die nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind.

Nina Scheer, energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, sagte dem „Handelsblatt“, wenn hochprofitable Unternehmen von der Gasumlage profitieren wollten, „entspricht dies nicht dem Zweck der Verordnung“. Es sollten vielmehr Ausgleichszahlungen an die Gasimporteure ermöglicht werden, „die ausreichen, um Insolvenzen zu verhindern, aber nicht zugleich zu einer Absicherung von Gewinnen auf Kosten der Verbraucher führen“. Sowohl dieser Umstand als auch die gesetzliche Vorgabe, dass zunächst staatliche Direkthilfen nach § 29 Energiesicherungsgesetz (EnSiG) zu prüfen seien, bevor eine Preisanpassung nach § 26 EnSiG in Betracht komme, seien in Bezug auf jedes einzelne betreffende Unternehmen einzuhalten, sagte Scheer.

red

Russland-Abschreibungen kosten deutsche Unternehmen Milliarden

Mehr als zehn Milliarden Euro im Zusammenhang mit ihren Geschäften in Russland haben deutsche Unternehmen seit Beginn des Krieges in der Ukraine abgeschrieben. Das zeigt eine Bilanzanalyse des „Handelsblatts“. Die Konzerne erwarten, dass ihre Vermögen sich nicht mehr rechnen werden.

Etliche Unternehmen weisen in ihren Halbjahresberichten immer noch Vermögenswerte in Milliardenhöhe bei ihren russischen Tochtergesellschaften aus – diese sind in Gefahr. „Weitere Belastungen sind denkbar“, sagte Siemens-Finanzchef Ralf P. Thomas. Noch schwerer als Bilanzbereinigungen wiegen die künftigen Folgen aus teurem oder fehlendem Gas aus Russland.

Energieintensiven Unternehmen wie BASF drohen Milliardenverluste, sollte es im Winter zu Produktionsausfällen kommen.

red

Innenstädte laut Studie immer unattraktiver

Deutschlands Innenstädte haben als Einkaufsort in den vergangenen Jahren deutlich an Anziehungskraft verloren, gerade bei jungen Menschen bis 30 Jahren. Das geht aus neuesten Zahlen der „Deutschlandstudie Innenstadt“ hervor, wie der „Spiegel“ berichtet. Demnach finden nur noch 40 Prozent der Befragten bis 30 Jahre, dass die Innenstadt ein attraktiver Einkaufsort ist, 35 Prozentpunkte weniger als noch 2015. Auch bei älteren Zielgruppen sind die Werte teils dramatisch abgerutscht.

Für die Zukunft erwarten die Studienautoren einen „Nettoverlust“ bei den Innenstadtbesuchen von bis zu 32 Prozent in der Altersgruppe „65+“. Fast ein Drittel aller Befragten gibt an, Innenstädte künftig „seltener als vor der Pandemie“ (26 Prozent) oder „gar nicht mehr“ (44 Prozent) aufsuchen zu wollen.  Das schlägt sich in den Warengruppen nieder: Statt Büchern, Schuhen und Kleidern suchen und kaufen die Kunden in der City immer häufiger lediglich Drogerie- und Lebensmittel – Konsum, der austauschbar und leicht ersetzbar ist. Fast 85 Prozent der Befragten finden, dass in einem Zentrum derlei Produkte zu finden sein sollten.

Uhren oder Schmuck suchen dagegen nicht mal mehr ein Viertel der Kunden in der Fußgängerzone.  Ein Grund für den dramatischen Ansehensverlust der Zentren könnte in der maroden Infrastruktur liegen: Besonders häufig bemängeln Besucher die fehlenden öffentlichen Toiletten, die kurzen Öffnungszeiten am Abend sowie „fehlende hochwertige Angebote“.  Für die aktuelle „Deutschlandstudie Innenstadt“ wurden bundesweit mehr als 2.400 Menschen im vergangenen Herbst sowie im Juni dieses Jahres befragt.

red

Sparkassen-Präsident: Mehrheit kann bald nicht mehr sparen

Der Großteil der Bundesbürger gerät wegen der hohen Inflation zunehmend an seine finanziellen Grenzen. „Wir rechnen damit, dass wegen der deutlichen Preissteigerung perspektivisch bis zu 60 Prozent der deutschen Haushalte ihre gesamten verfügbaren Einkünfte – oder mehr – monatlich für die reine Lebenshaltung werden einsetzen müssen“, sagte Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis der „Welt am Sonntag“. „Dieser Teil der Bevölkerung ist dann schlicht nicht mehr sparfähig.“

Bei 40 Millionen Haushalten bundesweit wären davon also 24 Millionen Haushalte betroffen. Vor einem Jahr waren laut Sparkassen-Vermögensbarometer lediglich 15 Prozent nicht in der Lage, Geld zurückzulegen. Die Sparkassen-Gruppe selbst hat 50 Millionen Kunden.

Auch bei den Volks- und Raiffeisenbanken beobachtet man einen schrumpfenden finanziellen Spielraum der Kunden. „Die hohe Inflation entzieht den Verbrauchern Kaufkraft, dadurch sinkt die Sparfähigkeit“, sagte Andreas Martin, Vorstand des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), der „Welt am Sonntag“. Noch profitierten viele Kunden davon, dass sie die zusätzlichen Ersparnisse, die sich während der Corona-Zeit mangels Konsummöglichkeiten ansammelten, nun wieder auflösen könnten.

„Der Spitzenwert der Sparquote lag bei rund 16 Prozent im Jahr 2020, für 2022 erwarten wir eine Rückkehr auf das Vorkrisenniveau von elf Prozent“, sagte Martin. Wobei die 772 Volks- und Raiffeisenbanken bei ihren 30 Millionen Kunden auch einen gegenteiligen Effekt sehen: „Wer kann, spart wegen der Unsicherheit rund um den Ukrainekrieg tendenziell wieder mehr“, sagte Martin. Dies zeige sich an der Entwicklung der Kundeneinlagen im ersten Halbjahr.

Genossenschaftsbanken verzeichneten bis Ende Juni eine Steigerung der Kundeneinlagen um 27 Milliarden Euro oder 3,3 Prozent auf 838 Milliarden Euro gegenüber Juni 2021. Bei den Sparkassen rechnet man insbesondere im Herbst und Winter mit einer deutlichen Verschärfung der Situation, gerade bei Beziehern kleiner und mittlerer Einkommen. Die angespannte Lage zeigt sich laut Deutschem Sparkassen- und Giroverband (DSGV), dem Spitzenverband der 363 Sparkassen, bereits bei der Überziehung des Girokontos. Wer den sogenannten Dispositionskredit nutze, um kurzfristige Engpässe zu überbrücken, der schöpfe den Rahmen im Durchschnitt inzwischen „deutlich weiter aus“, teilte der Verband mit.

Diese Entwicklung habe erkennbar im März 2022 begonnen, kurz nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine und den damit verbundenen Preissprüngen. Die Grünen fordern, die Höhe der erlaubten Dispozinsen zu begrenzen, die im Durchschnitt aktuell bei knapp zehn Prozent liegen. „Grundsätzlich halten wir Grüne es für notwendig, Dispozinsen gesetzlich zu deckeln“, sagte der Grünen-Finanzpolitiker Stefan Schmidt der „Welt am Sonntag“.

Der Zinsdeckel solle die Menschen vor ausufernden Kosten schützen. Das Bundesfinanzministerium könne eine Zinshöhe ermitteln, die über einem Referenzzinssatz liege. „Ich kann mir vorstellen, dass ein Zinssatz von sechs bis sieben Prozentpunkten über dem Referenzzinssatz diese Kriterien erfüllt und sachgerecht wäre“, sagte Schmidt.

red

Bundesregierung erwartet Zugausfälle wegen Kohle-Transport

Fahrgäste der Deutschen Bahn müssen sich auf weitere Verspätungen und Zugausfälle einstellen. Grund ist die von der Bundesregierung geplante Vorfahrt von Zügen, die Kohle, Gas oder Öl geladen haben, vor dem Personenverkehr, schreibt die „Welt“ in ihrer Samstagausgabe. Bislang gilt das umgekehrte Prinzip.

In einem Entwurf für eine Verordnung der Bundesregierung zur Priorisierung der Güterzüge heißt es, die Bürger seien von den Plänen gegebenenfalls „durch den Ausfall von Schienenpersonenverkehren betroffen, die aufgrund der vorrangigen Abwicklung von Energietransporten auf der Schiene ersatzlos ausfallen beziehungsweise zeitlich verschoben werden müssen“. Die Vorlage werde in der jetzigen Form auch angesichts punktueller Vorbehalte zeitnah verabschiedet, heißt es in Regierungskreisen. Der Druck, die Kohletransporte voll auf die Schiene zu bringen, sei groß, sagte ein Regierungsmitglied der „Welt“.

Das Echo in Bahnkreisen auf die Pläne ist kritisch. „Mit dieser Verordnung soll nun geregelt werden, was längst überfällig ist, nämlich dass genug Wagen, Personal und die Kapazitäten auf dem Schienennetz für solche Transporte vorhanden sind“, kritisiert der Chef der Bahngewerkschaft EVG, Klaus-Dieter Hommel. „Auf Streckenabschnitten, die jetzt schon zu 100 Prozent ausgelastet sind, wird das mit einer Priorisierung des Güterverkehrs nichts werden“, so Hommel.

Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn, sagt: „Eine gesicherte Energieversorgung ist wichtig, aber einen Vorrang für Güterzüge muss man sorgfältiger planen, dafür sind entsprechende Fahrpläne auszuarbeiten.“ Geringe Verspätungen einzelner Züge seien kein Problem: „Was anderes ist es, wenn Pendler wegen Kohlenzügen ihren Anschluss verpassen und eine Stunde auf den nächsten Zug warten müssen.“

red

Bundesbank erwartet Anstieg der Inflation auf zehn Prozent

Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Joachim Nagel, erwartet einen Anstieg der Inflationsrate auf zehn Prozent. „Der Tankrabatt und das Neun-Euro-Ticket laufen aus, das dürfte die Inflationsrate um gut einen Prozentpunkt erhöhen. Die Gasumlage kommt, im Gegenzug soll die Mehrwertsteuer auf Gas gesenkt werden, was wiederum die Preise dämpft. In Summe ist in den Herbstmonaten sogar eine Inflationsrate von zehn Prozent möglich“, sagte Nagel der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe). Er machte auch die historische Dimension deutlich: „Zweistellige Inflationsraten wurden in Deutschland das letzte Mal vor über siebzig Jahren gemessen. Im vierten Quartal 1951 waren es nach den damaligen Berechnungen elf Prozent.“

Nagel ergänzt: „Für das gesamte Jahr 2022 sehen wir die Inflationsrate in der europäisch harmonisierten Berechnung in Deutschland bei über acht Prozent.“ Auch im kommenden Jahr könnte die Inflation höher ausfallen als bislang erwartet: „Das Thema Inflation wird 2023 nicht verschwinden. Lieferengpässe und geopolitische Spannungen dürften fortwirken. In unserer Juni-Projektion erwarteten wir für 2023 eine Teuerung von 4,5 Prozent. Inzwischen hat Russland seine Gaslieferungen drastisch reduziert, und die Preise für Erdgas und Elektrizität sind stärker gestiegen als erwartet. Die Wahrscheinlichkeit wächst, dass die Inflation höher ausfällt als bislang prognostiziert und wir im nächsten Jahr im Schnitt eine Sechs vor dem Komma haben“, sagte der Bundesbank-Präsident weiter.

Ob sich die Lage 2024 beruhigt, ist offen: „Der EZB-Rat ging in seiner Juni-Projektion davon aus, dass wir im Jahr 2024 im Euroraum wieder eine Inflationsrate von knapp über zwei Prozent haben werden. Die Unwägbarkeiten sind derzeit aber ausgesprochen hoch“, mahnte Nagel.

red