Daimler verschärft Sparkurs

Der Daimler-Konzern steuert weiter auf Sparkurs. Diese Strategie sei in der Corona-Krise unverzichtbar, wie Daimler-Chef Ola Källenius jetzt auf der Online-Hauptversammlung in Stuttgart betonte. Der Vorstand habe ein Programm zur Verbesserung der Kostenstruktur verabschiedet, das alle Bereiche des Unternehmens umfasse, ergänzte Aufsichtsratschef Manfred Bischoff.

Finanzchef Harald Wilhelm sagte, Daimler müsse sich mehr fokussieren. Dazu gehöre der angekündigte Verkauf des Smart-Werkes im französischen Hambach. Und für Investitionen sei eine Obergrenze festgelegt worden. Die Gewinnschwelle dadurch früher zu erreichen, sei oberstes Ziel.

Erst om November 2019 hatte der Konzern Pläne vorgestellt, nach denen von 2020 bis 2022 mehr als 1,5 Milliarden Euro eingespart werden sollten. Die Personalkosten sollten durch den Wegfall von mehr als 10.000 der weltweit 300.000 Stellen um 1,4 Milliarden Euro sinken. Seither hat die Covid-19-Pandemie die Lage in der Autoindustrie dramatisch verschlechtert.

Im ersten Halbjahr ist der Absatz der Pkw-Marke Mercedes-Benz um knapp 19 Prozent auf 870.000 Fahrzeuge gesunken. Die Pandemie und das insgesamt schon schwächere Marktumfeld haben bei Lkw in den ersten sechs Monaten zu einem Absatzminus von 38 Prozent auf rund 150.000 Fahrzeugen geführt.

Dennoch hat das Unternehmen inzwischen wieder etwas Boden gutgemacht. Im Juni 2020 lagen die Pkw-Auslieferungen an die Endkunden laut Källenius wieder leicht über dem Vorjahresniveau. Im wichtigsten Einzelmarkt China habe Mercedes-Benz beim Absatz das bisher beste zweite Quartal erzielt.

Ralf Loweg

Immer mehr Reiche: 1.466.000 Dollar-Millionäre leben in Deutschland

Die Reichen werden noch reicher. Die Zahl der der Dollar-Millionäre ist weltweit rasant gestiegen, auch in Deutschland gab es einen starken Anstieg der Vermögenden. Zu diesem Schluss kommt zumindest der Word Health Report, der jährlich seine Ergebnisse veröffentlicht.

Das Gesamtvermögen und die Anzahl der Dollar-Millionäre (High Net Worth Individuals – HNWI ) sind demnach im Jahr 2019 trotz eines leichten globalen Wirtschaftsabschwungs, internationaler Handelskriege und geopolitischer Spannungen weltweit um fast neun Prozent gestiegen, so das Ergebnis des World Wealth Report 2020 von Capgemini. Den stärksten Zuwachs an HNWI und Vermögen gab es in Nordamerika (11%) und Europa (9%), womit diese Regionen seit 2012 in Bezug auf das Wachstum erstmals wieder vor der Region Asien-Pazifik (mit 8%) liegen. Doch der weitere Verlauf des Booms aus dem Jahr 2019 ist mit Unsicherheiten behaftet, da sich die Weltwirtschaft 2020 laut Internationalem Währungsfonds auf einen prognostizierten Rückgang von 4,9 Prozent einstellen muss.

Erstmals seit acht Jahren übertrifft das Gesamtvermögen der Millionäre in Nordamerika wieder das der Millionäre in der Region Asien-Pazifik

Mit dem Anstieg von sowohl der Anzahl als auch dem Gesamtvermögen der US-Dollar-Millionäre um jeweils rund elf Prozent in Nordamerika (gegenüber einem Vermögensrückgang um 1% im Jahr 2018) steht diese Region im Jahr 2019 für 39 Prozent des HNWI- und 37 Prozent des Vermögenswachstums weltweit. Europa übertraf mit der wachsenden Anzahl sowie dem angestiegenen Gesamtvermögen der HNWI von fast neun Prozent ebenfalls das Wachstum in den Regionen Asien-Pazifik und Lateinamerika. Trotz der robusten Marktleistung mehrerer asiatischer Länder, darunter Hongkong, China und Taiwan, wuchs diese Region 2019 insgesamt nur um knapp acht Prozent und blieb damit hinter der durchschnittlichen weltweiten Wachstumsrate bezüglich Anzahl der HNWI von fast neun Prozent zurück.

In Deutschland wuchs die Anzahl der HNWI von 2018 bis 2019 um 8,6 Prozent (rd. 116.000) auf 1.466.000 Dollar-Millionäre. Das Gesamtvermögen der deutschen HNWI stieg um 8,8 Prozent, nachdem es im Vorjahreszeitraum (2018) noch um 3,9 Prozent gesunken war.

red

Quelle: Capgemini Beratungsgesellschaft / World Health Report

So geht Urlaubsplanung in der Corona-Krise

Die Corona-Krise hat die Urlaubspläne der Deutschen ganz schön durcheinander gebracht. Während die einen nicht mehr damit gerechnet hätten, nun doch noch in die Ferien zu fahren, warten die anderen auf die Rückzahlungen von stornierten Flügen oder Pauschalreisen. Wie können sich Urlauber in dieser unbeständigen Zeit richtig absichern? Der digitale Versicherungsmanager „Clark“ klärt Fragen rund um Reise-, Rechtsschutz- und Unfallversicherung. Damit die Deutschen ihren Sommer 2020 sicher genießen können.

Wer sich in der aktuellen Situation dazu entscheidet, in den Urlaub zu fahren, muss sich darüber bewusst sein, dass Reiserücktritt- und Reiseabbruchversicherungen möglicherweise nicht greifen. Denn seitdem das Coronavirus als Pandemie klassifiziert ist, entfallen bei den meisten Versicherern in diesem Zusammenhang die Leistungen und der Schutz. Auch eine amtliche Quarantäne-Maßnahme fällt nicht unter den Versicherungsschutz – genauso wenig wie aus Angst vor Covid-19 eine Reise nicht anzutreten.

Ob die Reiserücktrittsversicherungen im Fall einer Corona-Erkrankung greift, ist vom jeweiligen Versicherer abhängig. In solchen Fällen sollte die Leistungspflicht der Reiserücktrittsversicherung direkt beim Versicherer erfragt werden, so die Experten Tipp: Die meisten Versicherer haben ihre Regelungen zur Corona-Thematik auch auf Ihren Webseiten unter Aktuelles hinterlegt.

Ähnlich sieht es aus, wenn man aus einem sogenannten „Corona-Hotspot“ in Deutschland kommt und seinen Urlaub ohne Attest nicht antreten darf oder vor Ort abbrechen muss. Denn eine Beschränkung gab es zuvor in Deutschland nicht. Daher ist sie in den Verträgen der Reiseversicherungen nicht enthalten. „In solchen Fällen ist es notwendig, dass die betroffenen Personen direkt ihren Versicherer kontaktieren und sich individuell beraten lassen – vielleicht zeigt sich dieser ja aufgrund der Ausnahmesituation kulant“, raten die Versicherungsexperten.

Wer sich zu Zeiten einer Pandemie ins Ausland begibt, sollte auf alle Fälle eine Auslandsreise-Krankenversicherung haben. Wieso? Bei Verdacht auf eine Covid-19 Erkrankung zahlt diese den Test und die Behandlung vor Ort. Denn trotz europäischem Krankenversicherungsschein kann bei der gesetzlichen Krankenkasse die Übernahme von Leistungen im Ausland nicht immer garantiert werden.

Ralf Loweg

Lufthansa: Massiver Abbau von Führungskräften

Mit weiteren Sparmaßnahmen will die angeschlagene Lufthansa ohne weitere Turbulenzen durch die Corona-Krise kommen. Im Zuge eines bis Ende 2023 angelegten Restrukturierungsprogramms soll unter anderem die Zahl der Führungskräftestellen konzernweit um 20 Prozent verringert werden, wie die Fluggesellschaft mitteilte. Außerdem sollen in der Verwaltung 1.000 Stellen gestrichen werden.

Dem Konzern zufolge besteht wegen der langfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie für den Luftverkehr auch in der Zeit nach der Krise ein rechnerischer Personalüberhang von mindestens 22.000 Vollzeitstellen in den Unternehmen der Lufthansa Group. Betriebsbedingte Kündigungen sollten aber weiterhin nach Möglichkeit vermieden werden, berichtet „tagesschau.de“.

Lufthansa verhandelt derzeit mit ver.di und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit über Sparbeiträge der Beschäftigten zur Bewältigung der Corona-Flaute. Das soll Entlassungen verhindern. Für die Kabine hat die Gewerkschaft Ufo bereits eine Vereinbarung getroffen.

Ralf Loweg

Das bringt der Sanierungs-Bonus

 Die Sommermonate bieten stets auch eine gute Gelegenheit das Eigenheim in Schuss zu bringen. Das heißt: einige Renovierungen vornehmen und eventuell feuchte Kellerräume trockenlegen. Einer Nutzung beispielsweise als Stauraum, Hobbykeller oder zusätzlicher Wohnraum steht dann nichts mehr im Weg.

Und der Wert der Immobilie wird gleichzeitig gesteigert. Neben diesem Anreiz können Immobilienbesitzer, die ihr Haus von Feuchtschäden befreien lassen, auch den sogenannten „Sanierungs-Bonus“ nutzen. 1.200 Euro Steuerbonus auf Sanierungsleistungen gewährt der Staat den Eigentümern selbstgenutzter Immobilien.

Der Sanierungs-Bonus erfasst 20 Prozent der Arbeits-, Maschinen- und Fahrtkosten mit entsprechendem Mehrwertsteueranteil und kann in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Wichtig: Der Sanierungs-Bonus kann sogar zusätzlich zum Steuerbonus für haushaltsnahe Dienstleistungen bei der Einkommensteuererklärung abgesetzt werden – und wird nicht damit verrechnet.

Darüber hinaus vergeben Banken und Sparkassen spezielle Sanierungskredite, die an diesen Zweck gebunden sind. Deshalb wird bei der Kreditvergabe die genaue Bestimmung des Darlehens vermerkt. Ein Vorteil der Zweckbindung ist, dass Banken diese Kredite günstigeren Konditionen anbieten als normale Konsumdarlehen.

Auch wenn die Zinssätze für einen Sanierungskredit möglicherweise höher ausfallen als bei einem Baudarlehen, so haben sie im Unterschied zu diesen normalerweise keine Eintragung einer Grundschuld ins Grundbuch zur Folge, erklären Experten.

Ralf Loweg

Stadt Kornwestheim legt Förderprogramm für Klimaschutz auf

Kornwestheim.  „Wir  stärken  Klima“ ist der Titel des Förderprogramms, mit dem  die  Stadt Kornwestheim einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz leisten will.   Finanziell   gefördert  werden  Maßnahmen  im  Bereich  Strom-  und Wärmeversorgung   sowie   der  Mobilität.  Welche  Fördermöglichkeiten  für einzelne  Projekte in Frage kommen, sind am Montag bei einem Pressegespräch präsentiert  worden.  Bei der individuellen Beratung stehen neben der Stadt Kornwestheim   die  Energieagentur  Landkreis  Ludwigsburg  (LEA)  und  die Verbraucherzentrale als Kooperationspartner zur Verfügung.

Für das laufende Jahr  werden  25.000  Euro aus dem städtischen Etat bereitgestellt, für das Jahr   2021  weitere  50.000  Euro.  Ergänzend  zu  dem  Förderprogramm in Kornwestheim  bieten  auch  die  Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim (SWLB)
finanzielle Anreize für Maßnahmen zum Klimaschutz.

„Mit diesem Programm möchten wir Impulse setzen, die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger stärken und diese belohnen“, betonte Oberbürgermeisterin Ursula Keck. Sollten deutlich mehr Anträge gestellt werden als erwartet, könne der Ansatz im Haushalt durchaus erhöht werden, kündigte sie an. Erster Bürgermeister Daniel Güthler machte deutlich, dass
dieses Programm ein weiterer Schritt ist, um den CO2-Verbrauch zu senken „Um der globalen Herausforderung Klimaschutz zu begegnen, sind Maßnahmen vor Ort erforderlich – und zwar durchaus auch im privaten Bereich“, sagte er.

„Das Interesse ist super. Wir haben mit dem Förderprogramm offenbar ins Schwarze getroffen“, berichtete Cordula Wohnhas, Leiterin der Stabstelle Umwelt und Klimaschutz, von zahlreichen Anfragen in jüngster Zeit. Den Reiz des Förderprogramms sieht sie in dessen Vielfalt: Gefördert werden Photovoltaikanlagen auf Dächern ebenso wie kompakte Stecker-Solargeräte,
die sich auf dem Balkon anbringen lässt. „Kornwestheim befindet sich auf einem sehr, sehr guten Weg, die CO2-Ziele zu erreichen“, so das Urteil von Christian Schneider, Geschäftsführer der SWLB, die ebenfalls Projekte in Sachen Klimaschutz fördern. Das Solarpaket der Stadtwerke ermöglicht Kunden einen Teil des Stroms, den sie benötigen, selbst zu erzeugen. Und zwar mit einer Photovoltaikanlage inklusive Energiespeicher. Produziert die Anlage mehr als benötigt, wird der überschüssige Strom ins Netz eingespeist und vergütet. Je nach Leistung fördern die Stadtwerke die Installation einer Photovoltaikanlage plus Speicher mit maximal 2000 Euro. In Vorranggebieten, in Kornwestheim handelt es sich dabei um den Bereich Südlich Salamanderpark und Bolzstraße, wird zudem der Anschluss an das Fernwärmenetz mit maximal 2200 Euro gefördert.

An wen richtet sich das Programm?
Antragsberechtigt sind sowohl Eigentümer als auch die Mieter – vorbehaltlich der Zustimmung des Vermieters – von Wohnungen und Gebäuden in Kornwestheim. Gleiches gilt für Eigentümergemeinschaften und Hausverwaltungen. Wer einen
Zuschuss für ein Lasten- oder Dreirad mit Elektroantrieb beantragen will, sollte seinen Wohnsitz in Kornwestheim haben.

Was sind die Bausteine des Förderprogramms?
Die mit 30 Euro bezuschusste Beratung durch LEA in Kooperation mit der Verbraucherzentrale soll auf dem Weg zu einer passgenauen, optimalen Förderung helfen. Einen Zuschuss von maximal 1500 Euro gibt es zum Beispiel für die Neuinstallation einer Photovoltaikanlage. In Kombination mit einem stationären Batteriespeichersystem ist ein Zuschuss von maximal 1000 Euro
möglich. Für Stecker-Solargeräte, auch unter der Bezeichnung Balkonmodule bekannt, wird ein pauschaler Zuschuss von 200 Euro pro Haushalt gewährt.

Bei maximal 1500 Euro pro Gebäude liegt der Zuschuss der Stadt bei thermischen Solaranlagen zur Wasseraufbereitung und zur Unterstützung der Heizungsanlage. Wer sich für einen Neuanschluss an das Fernwärmenetz entscheidet, kann einen Zuschuss zwischen 500 und 1000 Euro in Anspruch nehmen. Gefördert wird auch die Erneuerung einer Übergabestation für Fernwärme mit 1000 Euro und in diesem Zusammenhang auch der Einbau eines Trinkwarmwasserspeichers mit 300 Euro.

Ausdrücklich wird auch die E-Mobilität gefördert: Für Kauf oder Leasing eines Lastenrades oder eines behindertengerechten Dreirades mit Elektromotor werden pauschal 500 Euro als Zuschuss gewährt. Für Anschaffung und Installation einer Ladestation für Elektroautos  werden 20 Prozent der Kosten, höchstens jedoch 500 Euro, übernommen, wenn der Strom in der
eigenen Photovoltaikanlage erzeugt wird oder ausschließlich zertifizierter Ökostrom genutzt wird. Die Förderhöchstsumme liegt bei 3000 Euro pro Gebäude. Alle Arbeiten müssen übrigens von Fachbetrieben ausgeführt werden.

Antragsformulare können auf der Homepage der Stadt Kornwestheim abgerufen werden und sind zu richten an die: Stabsstelle für Umwelt und Klimaschutz, Jakob-Sigle-Platz 1, 70806 Kornwestheim, E-Mail: klimaschutz@kornwestheim.de.

red

Quelle: Stadt Kornwestheim

Steuertipps: Darauf müssen Rentner im Ausland achten

Deutsche Rentner, die im Ausland leben, müssen an den deutsche Fiskus Steuern zahlen. Doch stellt der Rentner bestimmte Anträge nicht aus, kann es passieren, dass er mehr von seiner Rente abgezogen bekommt als nötig. Die Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. gibt Tipps.

Besonders brisant: Rentner, die ihren Wohnsitz ins Ausland verlegen, sind in Deutschland „beschränkt steuerpflichtig“. Diese Bezeichnung beschreibt einen Nachteil: Den deutschen Rentnern im Ausland steht kein steuerfreier Grundfreibetrag zu. Stattdessen müssen sie den steuerpflichtigen Teil ihrer Rente vom ersten Euro an versteuern – schon bei einer kleinen Rente fallen also Steuern an.

Zum Vergleich: Ab 2020 darf ein allein lebender Rentner in Deutschland 9.408 Euro jährlich steuerfrei beziehen, das sind immerhin 784 Euro im Monat. Für verheiratete oder verpartnerte Rentner ist der doppelte Betrag steuerfrei.

Unter bestimmten Voraussetzungen können Auslandsrentner einen Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht stellen. Das Formular dazu gibt es entweder auf den Internetseiten des zuständigen Finanzamts zum Download, oder das Finanzamt schickt es auf Nachfrage per Post. Wenn dem Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht stattgegeben wird, wird der Auslandsrentner vom Fiskus genauso behandelt, als würde er in Deutschland leben – ihm steht also der Grundfreibetrag zu.

Voraussetzungen: Der Auslandsrentner besteuert sein Einkommen entweder zum weitaus größten Teil – nämlich 90 Prozent – in Deutschland und hat daneben nur kleine Einkünfte. Oder aber seine Einkünfte aus dem Ausland, die nicht in Deutschland versteuert werden, liegen nicht über dem Grundfreibetrag in Höhe von 9.408 Euro. In diesem Fall sollte der Auslandsrentner seinem Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht einen Nachweis darüber beilegen, wie viele Einnahmen er außerhalb Deutschlands tatsächlich bezieht.

Aber Achtung: Das Bundesfinanzministerium hat die Staaten außerhalb der EU in sogenannte Ländergruppen eingeteilt. Je nach Ländergruppe wird der Grundfreibetrag angepasst, da das Finanzamt davon ausgeht, dass in anderen Ländern ein anderes Einkommensniveau herrscht und damit in der Regel auch die Lebenshaltungskosten nicht den deutschen Verhältnissen entsprechen. So wird auf den Philippinen beispielsweise der Grundfreibetrag um 75 Prozent gekürzt.

In welcher Höhe der Grundfreibetrag im jeweiligen Land gekürzt wird, lässt sich dem Amtlichen Einkommensteuer-Handbuch des Finanzministeriums entnehmen.

Mit vielen Ländern hat Deutschland ein Abkommen geschlossen, Rentner nicht doppelt zu besteuern. Durch das sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) ist geregelt, ob entweder der alte Heimat- oder der neue Wohnsitzstaat die Steuer erheben darf. Wer beispielsweise in Griechenland oder in den USA lebt, muss keine Steuern in Deutschland zahlen. Allerdings ist die deutsche Bundesregierung daran interessiert, beim Abschluss neuer Abkommen ihre Besteuerungsrechte möglichst auszuweiten.

Lars Wallerang

Neuzulassungen weiter bescheiden

Auch der Juni 2020 hatte eine ordentliche Delle – bildlich gesprochen, in Bezug auf die Auto-Neuzulassungen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) meldet ein Minus von 32,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Und die Sechs-Monats-Bilanz: Von Januar mit Juni wurden unterm Strich 1,21 Millionen fabrikneue Personenkraftwagen (Pkw) und damit 34,5 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2019 zugelassen.

Die Juni-Bilanz fiel bei allen deutschen Marken negativ aus. Porsche verzeichnete noch den geringsten Rückgang von minus 0,5 Prozent gegenüber dem Juni des Vorjahres. Mercedes schaffte mit minus 8,7 Prozent auch einstellige Einbußen. Sonst reichten die Rückgänge von -23,8 Prozent (Mini) bis -83,6 Prozent (Smart). VW erreichte mit 17,8 Prozent wieder den größten Neuzulassungsanteil.

Bei den Importmarken konnten Mitsubishi (+11,2 Prozent), Honda (+2,8 Prozent), Subaru (+2,6 Prozent) und Fiat (+1,5 Prozent) punkten. Ansonsten gab es auch hier Rückgänge von -1,0 Prozent bei Volvo bis -66,6 Prozent bei Suzuki. Skoda verzeichnete bei den Importeuren mit 6,2 Prozent den größten Neuzulassungsanteil.

„Mit 51,5 Prozent waren erneut mehr als die Hälfte aller Neuwagen Benziner“, so das KBA. Diesel-Pkw schafften einen Anteil von 30,6 Prozent. 30.254 Neuwagen mit Hybridantrieb führten zu einem Anstieg um 60,8 Prozent und einem Anteil von 13,7 Prozent. Ebenso recht beachtlich: 8.119 Elektro-Pkw sorgten für ein Plus von 41,0 Prozent und einen Anteil von 3,7 Prozent.

Rudolf Huber

Mini-Zinsen fürs Baugeld

Wenn finanzieren, dann jetzt: Laut des jüngsten Zinsberichts des Baufinanzierungsvermittlers Interhyp ist die Situation im Sommer 2020 nach wie vor extrem günstig. Und ein Ende ist vorerst nicht in Sicht.

„Die Zinsen für Immobilienkredite liegen nicht zuletzt durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie anhaltend unter einem Prozent und das wird voraussichtlich in den nächsten Wochen so bleiben“, so Mirjam Mohr, Interhyp-Chefin für das Privatkundengeschäft. Auf Halbjahres- oder Jahressicht hält sie einen leichten Aufwärtstrend beim Baugeld wegen positiver Konjunkturprognosen „für wahrscheinlicher als noch vor einigen Wochen“. Grundsätzlich werde das Zinsniveau aber günstig bleiben.

Anfang Juli 2020 liegen die Konditionen für zehnjährige Darlehen laut Interhyp bei rund 0,70 bis 0,80 Prozent. Die befragten Experten erwarten in den nächsten Wochen gleichbleibende Zinsen. In einem halben bis zu einem Jahr sieht die Mehrheit weiterhin keine Veränderungen, allerdings halten vier von zehn befragten Instituten steigende Zinsen für wahrscheinlich.

Mirjam Mohr rät Immobilieninteressenten, die derzeit sehr günstigen Zinsen für ihr Vorhaben zu nutzen: „Wir empfehlen, die aktuell niedrigen Zinsen möglichst lange zu sichern und hohe Anfangstilgungen von drei Prozent und mehr zu wählen.“ Wie das Zinsniveau in zehn oder fünfzehn Jahren aussieht, wenn die Zinsbindung des Kredits ausläuft, könne derzeit niemand vorhersehen. Daher sei es gut, möglichst viel vom Kredit abbezahlt zu haben, wenn das Darlehen später zur Verlängerung anstehe.

Rudolf Huber

Konjunktur in der Talsohle

Schlimmer geht immer, sagt ein Sprichwort. Doch die deutsche Konjunktur hat im zweiten Quartal die Talsohle erreicht. Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin geht es mit der Wirtschaft nun wieder bergauf. Die konjunkturelle Lage zwischen April und Juni war aber dramatisch.

Das Konjunkturbarometer des DIW gibt für das zu Ende gehende zweite Quartal noch einmal deutlich nach und liegt nun bei einem neuen historischen Tiefstwert von nur noch zwei Punkten. Im Vormonat waren es immerhin noch 20 Punkte. Zum Vergleich: Für ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft müsste der Indexwert bei 100 Punkten liegen. Dementsprechend dürfte das hiesige Bruttoinlandsprodukt im zweiten Vierteljahr um rund zwölf Prozent und damit in bisher unbekanntem Ausmaß eingebrochen sein.

„Die gute Nachricht bei alldem ist, dass die deutsche Wirtschaft den Tiefpunkt bereits hinter sich gelassen haben dürfte – es geht wieder aufwärts“, sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. Die Lockerungen der Einschränkungen würden mittlerweile Wirkung zeigen: Der Konsum belebe sich allmählich, die Produktion in der Industrie laufe wieder an, wenngleich die Störungen in den Lieferketten wohl noch nachwirkten und insbesondere die zu befürchtende Absatzflaute gegen kräftigere Produktionssteigerungen spreche.

Viele Dienstleister würden zu einem etwas normaleren Geschäftsbetrieb zurückkehren, wobei vorsichtigeres Konsumverhalten, anhaltende Einschränkungen zum Infektionsschutz und vor allem eine – mit Blick auf die Einkommensentwicklung – gedämpfte Ausgabefreude eine stärkere Belebung verhinderten.

Lars Wallerang