Automobilindustrie verzeichnet deutlich weniger Exporte

Wiesbaden (dts) – Die deutschen Exporte und Importe von Personenkraftwagen sind im dritten Quartal 2021 stark zurückgegangen. Gründe für diese Entwicklung dürften der Chipmangel in der Automobilindustrie und weitere Lieferengpässe sein, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag mit. Aus Deutschland exportiert wurden von Juli bis September 2021 Pkw im Wert von 23,1 Milliarden Euro.

Das waren 17,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Pkw-Importe gingen mit -29,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal noch stärker zurück – auf 11,2 Milliarden Euro. Die deutschen Auto-Exporte und -Importe lagen damit auf dem niedrigsten Wert seit dem besonders stark von coronabedingten Einschränkungen geprägten zweiten Quartal 2020. Damals wurden Pkw im Wert von 15,5 Milliarden Euro exportiert und Pkw im Wert von 9,4 Milliarden Euro importiert.

Zuvor hatten die Auto-Exporte im ersten Quartal 2010 (22,7 Milliarden Euro) niedriger gelegen, die Importe hatten zuvor im dritten Quartal 2016 (11,1 Milliarden Euro) das Niveau des dritten Quartals 2021 unterschritten. Der Rückgang ist sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten auf Autos mit Verbrennungsmotoren zurückzuführen. Bei den reinen Elektrofahrzeugen und den sogenannten Mild-Hybridfahrzeugen, die nicht durch externe Stromquellen aufgeladen werden, waren dagegen auch im dritten Quartal 2021 starke Zuwächse zu verzeichnen: Von Juli bis September 2021 wurden 69.800 reine Elektrofahrzeuge im Wert von 2,9 Milliarden Euro exportiert – ein wertmäßiger Anstieg um mehr als ein Viertel (+26,9 Prozent) gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Bei den Importen war der Anstieg noch deutlicher: Mit 59.700 importierten Elektrofahrzeugen für 1,7 Milliarden Euro stieg der Wert im Vorjahresvergleich um mehr als die Hälfte (+58,4 Prozent), so die Statistiker. Im gleichen Zeitraum wurden 71.200 sogenannte Mild-Hybride mit Otto- und Elektromotor für 3,3 Milliarden Euro exportiert. Dieser Wert hat sich damit gegenüber dem dritten Quartal 2020 mehr als verdoppelt (+126,8 Prozent).

Importiert wurden 29.500 Mild-Hybride für 0,7 Milliarden Euro (+22,4 Prozent). Autos mit Verbrennungsmotor machten auch im Jahr 2021 noch den Großteil der deutschen Pkw-Exporte und -Importe aus, die Tendenz war jedoch stark rückläufig. In den drei wichtigsten Hubraumklassen für Pkw mit Verbrennungsmotoren wurden im dritten Quartal 2021 zusammen 254.000 Autos im Wert von 8,5 Milliarden Euro exportiert.

Damit sanken die Exporte gegenüber dem Vorjahresquartal um 44,8 Prozent. Importiert wurden in den drei Segmenten 213.900 Pkw im Wert von 4,3 Milliarden Euro (-49,8 Prozent). Die meisten Autos wurden in die Vereinigten Staaten exportiert.

Dorthin gingen Pkw im Wert von 3,2 Milliarden Euro (-12,9 Prozent gegenüber dem 3. Quartal 2020). Weitere wichtige Empfängerstaaten waren China mit Exporten in Höhe von 2,9 Milliarden Euro (-27,2 Prozent) und das Vereinigte Königreich mit 2,0 Milliarden Euro (-33,7 Prozent). Auch importseitig waren die USA auf dem Automobilmarkt der wichtigste Handelspartner Deutschlands.

Von dort wurden Pkw im Wert von 1,6 Milliarden Euro importiert (-12,6 Prozent). In dieser Rangfolge der wichtigsten Importstaaten folgten Spanien mit Pkw-Importen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro (-45,8 Prozent) und Tschechien mit Pkw-Importen für 0,9 Milliarden Euro (-34,9 Prozent).

 

Profiteure der Pandemie: Unternehmen machen 360 Milliarden Euro Gewinn

Berlin (dts) – Multinationale Konzerne haben während der Coronakrise außerordentliche Gewinne von gut 360 Milliarden Euro eingefahren. Nach einer Studie der Prager Karls-Universität im Auftrag der Linksfraktion des EU-Parlaments kamen die meisten Krisengewinner aus den Vereinigten Staaten, berichtet der „Spiegel“. Die Konzerne in Übersee konnten Pandemieprofite in Höhe von rund 100 Milliarden Euro erzielen.

Deutsche Großunternehmen gewannen 15, französische Multis 20 Milliarden Euro hinzu. Der größte Teil der Extraprofite wurde in der Industrie (41 Prozent), in der Informationstechnik (21 Prozent) und im Finanzsektor (16 Prozent) gemeldet. Dagegen sind die Gewinne kleiner US-Firmen allein im zweiten Quartal 2020 um rund 85 Prozent geschrumpft, heißt es in der Untersuchung.

Auch die Steuereinnahmen der Staaten seien während der Pandemie drastisch zurückgegangen. Als Krisengewinner stuften die Forscher 1.763 internationale Unternehmen ein, bei denen die Gewinne im Jahr 2020 über ihrem langfristigen Wachstumstrend lagen. Der Co-Chef der Linksfraktion im EU-Parlament, Martin Schirdewan, fordert die Berliner Ampelparteien auf, „eine Abgabe für Krisengewinner in der EU auf den Weg zu bringen“.

Würden diese Profite während der Coronazeit mit 10 Prozent besteuert, so geht aus der Studie hervor, könnten die Mitgliedsländer rund 5 Milliarden Euro zusätzlich einnehmen. Betrüge der Satz einer solchen Steuer 30 Prozent, läge das Aufkommen bei rund 14 Milliarden.  .

 

Black Friday: Zwischen Schnäppchen und schwarzen Schafen

Der Black Friday lockt Schnäppchenjäger in die Läden und Online-Shops. 37 Prozent der Deutschen planen laut Statista am Cyber-Wochenende online auf Schnäppchenjagd zu gehen. Im stationären Einzelhandel wollen sich allerdings nur elf Prozent der Befragten auf Einkaufstour begeben. Aber nicht jedes Angebot ist preislich attraktiv.

Experten des Versicherungsunternehmens ARAG warnen vor allzu blauäugigen Käufen: Bei extrem hohen Rabatten sollten Sie sich den Preis besonders gut anschauen. Um den Deal richtig einordnen zu können, ist es hilfreich, den üblichen Marktpreis zu kennen. Preissuchmaschinen im Internet können beim Vergleich helfen.

Sehr hohe Preisnachlässe ergeben sich oft dadurch, dass das vermeintliche Schnäppchen und die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Händlers gegenübergestellt werden. Doch die UVP ist selten der Endpreis, den der Handel für ein Produkt aufruft.

Das größte Schnäppchen, der tiefste Preis, der einzigartige Rabatt, Top-Preise ohne Ende – es winken nicht nur großartige Angebote, sondern auch einige unseriöse Deals. Nach Auskunft der Experten können Sie unseriöse Online-Händler oft schon an ihrem Internetauftritt erkennen: Es tauchen ungewöhnliche Schreibweisen oder gar Rechtschreibfehler auf, es fehlt ein Impressum oder es fehlen Angaben zu Allgemeinen Geschäftsbedingungen und eine Widerrufsbelehrung.

Tipp: Achten Sie auf die Bezahlung. Hier sollte keine Vorkasse geleistet werden, sondern per Lastschrift, auf Rechnung oder mit Bezahldiensten wie beispielsweise „PayPal“ bezahlt werden. Auf keinen Fall sollte man sich unter Druck setzen lassen, weil angeblich nur noch wenige Teile verfügbar seien oder sich gleichzeitig zig andere Kunden dieses Produkt ansehen.

Oft sind die rabattierten Waren mit dem Hinweis versehen, dass diese vom Umtausch ausgeschlossen seien. Das ist nach Angaben der Experten aber nicht ganz richtig. Der Händler muss Ware zurücknehmen, wenn sie fehlerhaft ist – egal ob reduziert oder nicht. Wenn eine Preisreduzierung allerdings ausdrücklich mit „Ware mit kleinen Fehlern“, „2. Wahl“ oder „Fehlfarben“ begründet wird, kann man sich später nicht auf diesen Fehler an der Ware berufen.

Lars Wallerang / glp

Amazon-Deutschlandchef: Spenden teurer als Entsorgung

München – Der Onlineversandhändler Amazon wehrt sich gegen den immer wieder erhobenen Vorwurf, massenhaft zurückgeschickte Waren zu vernichten. „Bei der Ware, die uns gehört, liegt dieser Anteil im Promillebereich“, sagte Amazon-Deutschlandchef Ralf Kleber dem „Handelsblatt“. Es würden im Prinzip nur Dinge entsorgt, „die aus Gründen der Hygiene oder der Produkthaftpflicht nicht mehr verkauft werden dürfen“.

Rund 1,5 Millionen unverkäufliche Packungen habe Amazon im vergangenen Jahr auch an lokale Tafeln gespendet. Verkaufspartner auf dem Amazon-Marketplace dagegen müssten häufig aus wirtschaftlicher Notwendigkeit Waren vernichten, statt sie zu spenden. „Die gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland schreiben immer noch vor, dass auf Produkte, die gespendet werden, die Umsatzsteuer gezahlt werden muss“, so Kleber.

Damit werde das Spenden teurer als die Entsorgung. „Und viele kleine Händler können sich das schlicht nicht leisten.“ Er appelliert deshalb an die künftige Bundesregierung, die gesetzlichen Bestimmungen dafür zu ändern.

Vorbild seien da Länder wie Frankreich und Großbritannien, die das längst abgeschafft hätten. „In Großbritannien wurden in kurzer Zeit allein 70 Millionen an Retouren und unverkauften Produkten von Drittanbietern gespendet“, so Kleber.

dts

 

Umsätze im Onlinehandel steigen weiter

Wiesbaden (dts) – Der Boom des Internet- und Versandhandels hat sich auch nach Wiedereröffnung der Geschäfte im Frühjahr 2021 fortgesetzt. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mit. Von Mai bis September dieses Jahres lagen die Umsätze in diesem Bereich demnach real, kalender- und saisonbereinigt um 8,8 Prozent über denen des Vorjahreszeitraums.

Damals öffneten viele Läden nach dem ersten Lockdown nur schrittweise wieder. Verglichen mit den Umsätzen von Mai bis September 2019 konnte der Onlinehandel sogar 36,0 Prozent mehr umsetzen. Der Einzelhandel in Verkaufsräumen konnte von der Wiedereröffnung der Geschäfte nach dem monatelangen Lockdown zu Beginn des Jahres 2021 bisher kaum profitieren.

Die Umsätze lagen von Mai bis September 2021 mit -0,2 Prozent in etwa auf dem Niveau des von coronabedingten Einschränkungen ebenfalls stark geprägten Vorjahreszeitraums. Verglichen mit den Umsätzen von Mai bis September 2019 konnte der Einzelhandel in Verkaufsräumen allerdings real, kalender- und saisonbereinigt trotz der Krise ein Umsatzplus von +2,9 Prozent verbuchen. Der Anstieg fiel jedoch deutlich geringer aus als im Onlinehandel.

Die Coronakrise habe einen Trend beschleunigt, der bereits seit dem Jahr 2015 deutlich erkennbar sei, so die Statistiker. Die Umsätze im Onlinehandel lagen demnach im Jahr 2020 mit 23,8 Prozent deutlich über denen des Jahres 2019. Von 2015 bis 2019 fiel das Umsatzwachstum in dieser Branche mit einer durchschnittlichen Rate von 9,5 Prozent pro Jahr noch etwas gemäßigter aus. Im Vergleich dazu konnten die Einzelhändler in Verkaufsräumen nicht erst seit Ausbruch der Coronakrise deutlich geringere Umsatzsteigerungen verbuchen.

So fiel das Umsatzplus 2020 gegenüber 2019 mit 1,2 Prozent deutlich niedriger aus als im Onlinehandel. Auch in den Jahren zuvor konnten sie nur geringere Zuwächse erzielen: Die durchschnittliche Wachstumsrate betrug von 2015 bis 2019 lediglich 1,9 Prozent. Sie erreichten also bei Weitem nicht die Anstiege wie der Onlinehandel.

 

 

Fast 150 Milliarden Euro Investitionsrückstand bei Städten und Kommunen

Berlin (dts) – Deutschlands Kommunen verlangen deutlich mehr Geld von der nächsten Bundesregierung. Die Finanzen befänden sich weiter im Corona-Tief, „der Investitionsrückstand der Kommunen beläuft sich heute auf fast 150 Milliarden Euro“, sagte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Dazu dürfe die Ampel-Koalition, die sich zum Ziel gesetzt habe, einen Neuanfang zu erreichen, nicht schweigen.

Zur angekündigten Ehrlichkeit gehöre der Grundsatz „Wer bestellt, der bezahlt“, so Landsberg. Wer große politische Versprechen ankündige, von der Kindergrundsicherung bis zum Bürgergeld, „der muss diese Versprechen auch finanzieren“. Mit Blick auf den Klimaschutz forderte der DStGB-Hauptgeschäftsführer eine engere Einbindung: Er warne die Ampel-Koalition davor, „die zentrale Rolle der Kommunen bei Klimaschutz und Klimaanpassung zu vernachlässigen und die Städte und Gemeinden an den politischen Katzentisch zu verweisen“, sagte Landsberg.

„Eine solche Politik würde scheitern.“ Der notwendige schnelle Zuwachs bei Windkraft und Solaranlagen werden nur gelingen, indem die Menschen vor Ort überzeugt und mitgenommen würden. Es seien die Städte und Gemeinden, die den notwendigen Dialog mit den Bürgern führen müssten.

„Es sind gerade die kommunalen Unternehmen, die eine zentrale Rolle beim notwendigen Ausbau der Energienetze, der Schaffung von Ladestationen und bei der Verkehrswende spielen“, so Landsberg. „Wir können bisher noch nicht erkennen, dass die Ampel-Koalition das ausreichend gewichtet.“ Auch zur Neuaufstellung des zivilen Bevölkerungsschutzes seien bei der Ampel-Koalition bisher keine Anhaltspunkte erkennbar.

Die Flutkatastrophen im Ahrtal und an der Erft hätten deutlich gemacht, welche Herausforderungen auf unsere Gesellschaft zukämen. Auch andere Szenarien, wie ein flächendeckender „Blackout“ oder Cyberangriffe, seien bedrohlich. „Auf derartige Schadensereignisse müssen wir unser Land besser vorbereiten“, appellierte Landsberg an SPD, Grüne und FDP und nannte konkrete Punkte: „Frühwarnsysteme, länderübergreifenden Krisenstäbe, eine bessere Bevorratung von notwendigen Gütern, gemeinsame Übungen, mehr Eigenvorsorge und Aufklärung der Bevölkerung sowie eine deutliche Stärkung des BBK sind unverzichtbar.“

 

Privater Konsum 2020 deutlich gesunken

Wiesbaden (dts) – Die Corona-Pandemie hat sich deutlich auf die Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland ausgewirkt. Mit durchschnittlich 2.507 Euro sanken die monatlichen Konsumausgaben im Jahr 2020 um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag mit. Für bestimmte Produkte und Dienstleistungen gaben die Haushalte allerdings mehr aus als im Vorjahr, etwa für Computer, Fahrräder, Innenausstattung, Nahrungsmittel und Wohnen.

Die monatlichen Konsumausgaben waren im Jahr 2020 im Durchschnitt je Haushalt um 67 Euro niedriger als 2019. Die coronabedingten Einschränkungen wirkten sich dabei ganz unterschiedlich auf das Konsumverhalten aus. So haben die Lockdowns und Begrenzungen der Personenzahl zum Beispiel im Freizeit- und Dienstleistungsbereich zu Ausgabenrückgängen geführt. Andererseits wirkten die Maßnahmen aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung, wie die befristete Mehrwertsteuersenkung und der Kinderbonus, positiv auf die Konsumausgaben.

Am stärksten gingen die Ausgaben für Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen zurück. Haushalte gaben hierfür 2020 durchschnittlich 102 Euro im Monat aus und damit 35 Prozent weniger als 2019 (157 Euro). Den zweithöchsten Ausgabenrückgang gab es im Bereich Bildung.

Hier lagen die Ausgaben 2020 bei monatlich 15 Euro und damit knapp 29 Prozent niedriger als im Vorjahr (21 Euro). Aufgrund der Lockdowns wurden hier vielfach die Kinderbetreuungsgebühren erstattet. Bildungsangebote wie Volkshochschulkurse fanden oft gar nicht statt.

Für den Bereich Freizeit, Unterhaltung und Kultur gaben die Haushalte durchschnittlich 239 Euro pro Monat aus, so die Statistiker weiter. Die Ausgaben waren damit insgesamt 16 Prozent geringer als 2019 (284 Euro). Dabei zeigten sich jedoch innerhalb dieses Ausgabenbereichs gegenläufige Tendenzen: Während die Haushalte für Pauschalreisen und für Veranstaltungen weniger ausgaben, investierten sie mehr Geld als im Vorjahr in ihre Ausstattung mit PC, Tablet und Notebook sowie in Wohnmobile und Campingausrüstung.

Die Ausgaben für Bekleidung waren ebenfalls rückläufig. 2020 kauften Haushalte im Schnitt für 93 Euro pro Monat Bekleidung und Schuhe ein und gaben damit zwölf Prozent weniger aus als 2019 (106 Euro). Die Ausgaben im Bereich Verkehr lagen insgesamt bei durchschnittlich 325 Euro pro Monat.

Dies waren rund sieben Prozent weniger als 2019 (351 Euro). Hier spiegelt sich der Fahrradboom des Jahres 2020 auch in den Ausgaben wider: Während die Haushalte, unter anderem aufgrund von Homeoffice, weniger für Kraftstoffe sowie Bus und Bahn ausgaben, wendeten sie im Schnitt mehr Geld als im Vorjahr für Kraft- und Fahrräder (+55 Prozent), aber auch etwas mehr für den Kauf von Autos (+6 Prozent) auf. Den höchsten Ausgabenzuwachs gab es im Bereich Innenausstattung, Haushaltsgeräte und -gegenstände.

Hierfür wendeten die Haushalte 2020 im Schnitt 160 Euro pro Monat auf und damit rund 13 Prozent mehr als 2019 (141 Euro). Angeschafft wurden in diesem Bereich vor allem größere und kleine Haushaltsgeräte, Heimtextilien und Einrichtungsgegenstände. Für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren gaben die privaten Haushalte im Schnitt 387 Euro pro Monat aus und damit neun Prozent mehr als im Vorjahr (356 Euro).

Auch für den Bereich Wohnung, Energie und Wohnungsinstandhaltung gaben die Haushalte 2020 mehr als im Vorjahr aus. Pro Monat wendeten sie 923 Euro auf und damit durchschnittlich vier Prozent mehr als 2019 (890 Euro).

 

392 Gas- und 180 Strom-Grundversorger erhöhen Preise – Gas ab 2022 deutlich teurer

Berlin (dts) – Die Verbraucherpreise für Strom und Gas sind deutlich angezogen. 180 Strom- und 392 Gas-Grundversorger haben im zweiten Halbjahr 2021 oder zum kommenden Jahreswechsel Preiserhöhungen angekündigt. Das geht aus einer Auswertung des Tarifportals Switchup für die „Bild am Sonntag“ hervor.

Der durchschnittliche Preisaufschlag lag bei 10,8 Prozent für Strom und 26,6 Prozent für Gas. Auf eine vierköpfige Familie gerechnet entspricht das einer Mehrbelastung von insgesamt 581 Euro im Jahr (Strom: 177 Euro, Gas: 404 Euro). Einzelne Anbieter haben ihre Preise mehr als verdoppelt und verlangen bis zu 54 Cent pro Kilowattstunde Strom und 19 Cent pro Kilowattstunde Gas.

Klaus Müller, Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, appellierte angesichts der gestiegenen Energiepreise an die Politik. „Niemand darf wegen der Preissprünge frieren“, sagte Müller „Bild am Sonntag“. Und weiter: „Nötig sind ein höheres Wohngeld, ein Aussetzen von Strom- und Gassperren sowie Tempo beim Ausstieg aus den fossilen Energien.“

 

Corona verringert soziale Ungleichheit

In Rezessionen sinkt temporär die Einkommensungleichheit, in Erholungsphasen steigt sie. Dies ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Studie am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin. Schwankungen seien vor allem den Gewinnen und Verlusten ganz hoher Einkommen geschuldet.

Zwar habe sich die Einkommensungleichheit in den vergangenen 40 Jahren generell erhöht, doch seien neben diesem langfristigen Trend temporäre Schwankungen zu beobachten, die den Konjunkturzyklen geschuldet seien.

Dass die Ungleichheit in Boomphasen steigt, liege fast ausschließlich an den hohen Anteilsgewinnen der einkommensstärksten zehn Prozent der deutschen Bevölkerung; in Rezessionen verlieren sie allerdings auch stark. Die unteren Einkommensdezile gewinnen in Krisenzeiten hingegen leicht Anteile hinzu, zeigt die Studie, und verlieren in Aufschwungsphasen.

Erstmals empirisch haben die DIW-ÖkonomInnen Geraldine Dany-Knedlik und Alexander Kriwoluzky untersucht, wie sich die Einkommensungleichheit in Deutschland mit den Konjunkturzyklen in den vergangenen 40 Jahren verändert hat. „Diese temporären Änderungen sind vor allem deswegen relevant, weil sie entscheidend für eine wirksame und zielgerichtete Ausgestaltung stabilisierender Wirtschaftspolitik sind, wie sich gerade in der Corona-Krise zeigt“, erläutert Studienautor Kriwoluzky.

Die Autoren haben sich zur Ungleichheitsmessung sowohl die Entwicklung des Gini-Index als das am häufigsten verwendete Ungleichheitsmaß angeschaut als auch, wie sich die Anteile der Einkommensdezile am Nationaleinkommen zyklisch verändern.

„Temporär stabilisierende Maßnahmen, die Einkommensverluste in Krisenzeiten abfedern, wie das Kurzarbeitergeld, aber auch dauerhafte Instrumente wie Hartz IV wirken also in Krisenzeiten der Einkommensungleichheit entgegen“, resümiert Studienautorin Dany-Knedlik. Das zeige sich vor allem beim untersten Einkommensdezil, das in Krisenzeiten bei den Bruttoeinkommen Anteile verliere, aber bei den Nettoeinkommen gewinnen würde.

„Wir sehen also, dass die in Krisen ergriffenen Maßnahmen helfen, die unteren Einkommen zu stabilisieren“, sagt Makroökonom Kriwoluzky. „Die soziale Absicherung von Geringverdienenden gegen negative Schocks erhöht unsere Wohlfahrt.“ Die Evaluierung der wirtschaftspolitischen Maßnahmen in der Corona-Pandemie werde voraussichtlich ähnliche Befunde zutage fördern. „Die Prozyklizität in Krisenzeiten ist politisch erwünscht.“ Die Frage sei, inwieweit man diese steigende Ungleichheit in Boomphasen für die Senkung der Ungleichheit in Krisen in Kauf nehmen müsse.

Umfrage: Fachkräftemangel in Unternehmen wird immer größer

München (dts) – Der Fachkräftemangel in der deutschen Wirtschaft verschärft sich immer weiter. Im Oktober beklagten 43 Prozent der Unternehmen in Deutschland eine Beeinträchtigung ihrer Geschäftstätigkeit, weil Fachpersonal fehlt, so eine Umfrage der Förderbank KfW und des Ifo-Instituts. Das „Handelsblatt“ berichtet darüber vorab.

Vor Ausbruch der Corona-Pandemie Anfang 2020 hatten „nur“ 29 Prozent der Firmen dies als Produktionshemmnis genannt. Mittelständler sind laut der Erhebung gleichermaßen betroffen wie Großunternehmen. Im Dienstleistungssektor klagt inzwischen jede zweite Firma über fehlende Fachkräfte, im verarbeitenden Gewerbe ist es mit 37 Prozent mehr als jede dritte – der höchste Wert seit der Wiedervereinigung.

Besonders stark betroffen ist das Beherbergungsgewerbe, wo fast drei von vier Unternehmen über Personalnot klagen, im Bereich Personen- und Güterverkehr sind es knapp zwei von drei Unternehmen, bei den IT-Dienstleistern mehr als die Hälfte. „Fehlende Fachkräfte drohen zum Nadelöhr für den weiteren Aufschwung und das Wachstum in den nächsten Jahren zu werden“, sagte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib.