Elon Musk schnappt sich Twitter

Elon Musk hat sich mit Twitter auf die vollständige Übernahme des Kurznachrichtendienstes geeinigt. Der Kaufpreis soll 44 Milliarden US-Dollar betragen, teilte Twitter am Montag mit – umgerechnet 41,1 Milliarden Euro. Die aktuellen Inhaber sollen 54,20 US-Dollar für jede Twitter-Aktie erhalten, das entspricht umgerechnet aktuell 50,61 Euro pro Stück.

Der Ankaufs-Kurs liegt damit 38 Prozent über dem Schlusskurs der Aktie am 1. April, dem letzten Geschäftstag, bevor Musk seine Beteiligung an dem Unternehmen bekannt gab und damit eine Aktienrallye auslöste. Der Handel mit Twitter-Aktien wurde am Abend vorübergehend ausgesetzt. Offenbar haben Investoren aber noch gewisse Zweifel, dass der Deal wirklich so zu Stande kommt: In Deutschland waren Twitter-Aktien nach der Bekanntgabe für rund 48,50 Euro zu haben.

„I hope that even my worst critics remain on Twitter, because that is what free speech means“, teilte Musk am Montag mit – über Twitter natürlich. Er will den Kurznachrichtendienst von der Börse nehmen und operativ persönlich eingreifen.

red / dts

Folgen des Ukraine-Krieges: Jeder zweite deutsche Haushalt spart Energie

In jedem zweiten deutschen Haushalt wird angesichts des Ukraine-Krieges aktuell fossile Energie gespart. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom, die am Montag veröffentlicht wurde. Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) gab demnach an, seit dem Kriegsbeginn ihren Umgang mit Strom und Heizung verändert zu haben und fossile Energie einzusparen.

Bei 16 Prozent hat sich der Energieverbrauch stark verändert, 32 Prozent haben zumindest eine leichte Veränderung vorgenommen. Auch das Alter der Befragten spielt eine große Rolle: Bei jüngeren Menschen zwischen 16 und 29 Jahren ist die Tendenz zum Energie sparen etwas ausgeprägter (52 Prozent) als bei anderen Altersgruppen (30-49 Jahre: 48 Prozent; 50-64 Jahre: 49 Prozent; ab 65 Jahren: 45 Prozent). Umgekehrt geben jedoch auch 47 Prozent an, seit Beginn des Krieges in der Ukraine in dieser Hinsicht alles beim Alten zu lassen.

In Hinblick auf die Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas sind 90 Prozent der Meinung, Deutschland müsse so schnell wie möglich unabhängig davon werden. Das Tempo der Energiewende wird von 74 Prozent der Befragten als zu langsam bewertet. Das sind drei Prozentpunkte mehr als Anfang 2022, als es noch 71 Prozent waren.

Für die Erhebung befragte Bitkom Research im März 2022 telefonisch 1.003 Personen in Deutschland ab 16 Jahren.

red / dts

Rapsöl kann Sonnenblumenöl ersetzen

Der Anblick ist nicht nur schön, sondern auch beruhigend: In diesen Tagen stehen die Rapsfelder in ganz Deutschland wieder leuchtend gelb in voller Blüte. Bis die Rapssaat auf mehr als einer Million Hektar Ackerfläche geerntet werden kann, um daraus Rapsöl zu pressen, dauert es nur noch wenige Wochen.

Die Rapsbauern erwarten eine Erntemenge von insgesamt 3,5 Millionen Tonnen. Die hiesigen Ölmühlen werden daraus rund 1,4 Millionen Tonnen Rapsöl pressen. Das bedeutet: Das Gesamtangebot von Rapsöl ist erheblich, nur ein kleiner Teil wird als Speiseöl benötigt. Und: Niemand in Deutschland muss einen Mangel an Rapsöl befürchten.

Mit Blick auf die zuletzt leeren Speiseöl-Regale in deutschen Supermärkten muss man wissen, dass 2021 im Lebensmittel-Einzelhandel nur 82.000 Tonnen Rapsöl in Flaschen verkauft wurden. Das waren nur knapp zehn Prozent der für Nahrungsmittelzwecke produzierten Pflanzenölmenge und lediglich zwei Prozent der gesamten Rapsölproduktion.

Trotzdem war Rapsöl seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs in Supermärkten nur selten zu finden. Aber nur, weil Verbraucherinnen und Verbraucher gehamstert, also mehr als für den üblichen Bedarf gekauft haben.

Gut zu wissen: Das normalerweise aus der Ukraine importierte Sonnenblumenöl wird nun durch Rapsöl ersetzt werden kann. Insgesamt verarbeiteten deutsche Ölmühlen 2021 rund neun Millionen Tonnen Raps zu vier Millionen Tonnen Rapsöl. Diese Menge deckt nicht nur den Wegfall von Sonnenblumenöl aus der Ukraine, es dient gleichzeitig als Rohstoff in der Futtermittelindustrie, in der Oleochemie und auch zur Herstellung von Biodiesel.

Rudolf Huber / glp

Entlastungspaket: Grüne wollen an temporärer Mineralölsteuer-Senkung festhalten

Trotz zuletzt leicht sinkenden Spritpreisen halten die Grünen an der geplanten temporären Senkung der Mineralölsteuer fest. „Das vereinbarte Entlastungpaket ist ein guter Mix aus zielgenauen Entlastungen und Maßnahmen für die Breite der Gesellschaft. Das gilt für die Einmalzuschüsse für die am stärksten betroffenen Haushalte, das gilt aber auch für die temporäre Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe“, sagte die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Irene Mihalic, der „Rheinischen Post“ (Montag).

„Damit kann ein Teil der höheren Kosten der vergangenen Monate kompensiert werden“, sagte Mihalic. Ziel sei es, dass alle Maßnahmen so schnell wie möglich bei den Menschen ankämen. „Um die steigenden Kosten im Bereich Mobilität abzufedern, haben wir ganz konkret ein Vorziehen der geplanten Erhöhung der Entfernungspauschale um zwei Jahre vereinbart, eine temporäre Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe sowie das sogenannte 9-Euro-Ticket im öffentlichen Personennahverkehr“, so die Grünen-Politikerin.

Zudem habe man vereinbart, bereits in dieser Wahlperiode die Entfernungspauschale sozial und ökologisch zu reformieren. Mihalic sagte aber auch: „Dauerhaft hilft gegen steigende Energiekosten jedoch nur, den Energieverbrauch zu senken und auf erneuerbare Energien umzusteigen.“ In der Ampel-Koalition sorge man beispielsweise für bessere Energiestandards von Neubauten und zielgerichtete Förderung für die Gebäudesanierung.

„Den Ausbau der Erneuerbaren Energien beschleunigen wir massiv – ob zu Land, zu Wasser oder auf dem Dach“, so Mihalic weiter.

red / dts

Zahl der Teilzeitjobs sinkt um 600.000 – Armutsrisiko in der Pandemie gestiegen

Wegen des massenhaften Wegfalls von Teilzeitjobs im Zuge der Coronakrise ist das Armutsrisiko in Deutschland gestiegen. Zu dieser Schlussfolgerung gelangt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in einer Erhebung, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet. So sank allein 2020, im ersten Jahr der Pandemie, die Zahl der Teilzeitjobs um 600.000. „Beschäftigte in diesen Jobs sind weder sozial abgesichert, noch erhalten sie Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld. Vielen von ihnen droht Altersarmut“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel. Besonders betroffen seien Frauen. Die Pandemie habe zudem eine Trendwende bei der Erwerbslosenquote eingeleitet.

2020 ist die Quote in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozentpunkte angestiegen und damit stärker als im EU-Durchschnitt (0,4 Prozentpunkte). Ausgewertet wurden Daten von Eurostat, des Mikrozensus des Statistischen Bundesamts sowie Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA). Auch die Schere bei den Einkommen sei hierzulande größer als im EU-Durchschnitt.

„Bei der Überlastung der Haushalte durch Wohnkosten belegt Deutschland sogar den unrühmlichen zweiten Platz. Der Grund: Viel zu viele arbeiten in schlecht bezahlten und unsicheren Jobs“, so Piel. Länder wie Tschechien, Ungarn, Dänemark, Österreich, Portugal und Belgien zeigten: „Der Arbeitsmarkt funktioniert auch ohne großen Niedriglohnsektor und hohes Armutsrisiko, sogar mit unterdurchschnittlicher Erwerbslosenquote.“

Die geplante Ausweitung bei den Minijobs kritisiert die Gewerkschaft als „Riesenfehler“. Die Bundesregierung hatte beschlossen, die Minijob-Grenze zum Oktober von 450 auf 520 Euro anzuheben. „Minijobs taugen schlecht als Brücke in sozialversicherte Beschäftigung“, meint Piel.

Mit weniger Minijobs und mehr Sozialversicherter Beschäftigung könne der Arbeitsmarkt ihrer Ansicht nach an Stabilität gewinnen.

red / dts

Einsparpotenzial durch Tempolimit überschätzt ?

Das Einsparpotenzial bei russischen Öl-Importen durch die Einführung eines allgemeinen Tempolimits in Deutschland wird deutlich überschätzt. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Erfurter Ökonomen Dominik Maltritz, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet. In der öffentlichen Debatte werde mit „falschen, stark überhöhten Zahlen argumentiert“, kritisierte er.

So rechnet beispielsweise Greenpeace damit, dass ein allgemeines Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf der Autobahn den Kraftstoffbedarf um zwei Millionen Tonnen pro Jahr senken würde. Diese Einsparung entspreche 2,1 Prozent der deutschen Ölimporte. Bezogen auf den russischen Anteil der Importe sprechen Experten wie Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung von Werten zwischen fünf und acht Prozent.

Maltritz‘ Berechnungen zufolge ist das Einsparpotenzial höchstens halb so hoch. Er kommt für ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf 0,3 bis 0,37 Prozent weniger Rohölbedarf. Bei Tempo 100 würden die Gesamtimporte um höchstens 1,12 Prozent sinken.

Umgerechnet auf den russischen Importanteil würde das maximal 3,16 Prozent der russischen Öllieferungen ausmachen.

red / dts

Linksfraktionschef Bartsch will Mehrwertsteuer-Aus für Grundnahrungsmittel

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch fordert angesichts der hohen Inflation, dass die Bürger für Lebensmittel keine Mehrwertsteuer mehr bezahlen müssen. „Die temporäre Aussetzung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel ist eine Maßnahme, die schnell wirken würde, so etwas braucht es jetzt“, sagte er dem „Tagesspiegel“ (Freitag). „Wir brauchen allerdings ein ganzes Bündel an weiteren Maßnahmen.“

Das bislang beschlossene Entlastungspaket sei lediglich ein Päckchen, so Bartsch. Bei den Rentnern etwa komme davon kaum etwas an. Auch der Bundesverband der Verbraucherzentrale, die Deutsche Diabetes-Gesellschaft und der Sozialverband hatten sich bereits für eine Aussetzung der Mehrwertsteuer bei Grundnahrungsmitteln ausgesprochen, um den sprunghaften Anstieg der Lebensmittelpreise abzufedern.

Im März kosteten Nahrungsmittel nach Angaben des Statistischen Bundesamts 6,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

red / dts

Steuereinnahmen steigen deutlich – Bund und Länder nehmen im März 82,4 Milliarden Euro ein

Die Steuereinnahmen in Deutschland legen weiter zu. Im März lagen sie um 17,2 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahresmonats, heißt es im neuen Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums, der am Freitagmorgen veröffentlicht wird. Die Vorjahresbasis sei aber aufgrund der Corona-Pandemie „deutlich geschwächt gewesen“, so das Ministerium.

Auswirkungen des Ukraine-Konflikts seien hingegen noch nicht zu verzeichnen. Insgesamt nahmen Bund und Länder im März 82,4 Milliarden Euro ein, im ersten Quartal waren es insgesamt 203,1 Milliarden. Laut der letzten Steuerschätzung wird für das Gesamtjahr mit 779,6 Milliarden Euro Steuereinnahmen bei Bund und Ländern gerechnet.

Einerseits dürften die Erträge insbesondere aus der Umsatzsteuer angesichts der hohen Inflation noch kräftiger sprudeln als bisher angenommen, andererseits sind die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine noch kaum vorhersehbar.

red / dts

 

Kraftstoffpreise höher als in früheren Krisen – im März 47,4 Prozent teurer als im Vorjahr

Der Anstieg der Kraftstoffpreise im Vorjahresvergleich war in den vergangenen Jahrzehnten nie so stark wie in der aktuellen Krise. Das zeigt eine Analyse des Statistischen Bundesamtes, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Im März 2022 waren Kraftstoffe insgesamt 47,4 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.

Für leichtes Heizöl mussten private Verbraucher sogar fast zweieinhalb Mal so viel (+144,0 Prozent) bezahlen wie im März 2021. Ähnliche Entwicklungen waren bislang lediglich im Zusammenhang mit den beiden Ölkrisen 1974 und 1980 sowie der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 2008/2009 zu beobachten – allerdings waren die Ausschläge damals nicht so heftig. Im November 1973 stiegen die Einfuhrpreise für Erdöl gegenüber dem Vormonat Oktober heftig, nachdem einen Monat der Jom-Kippur-Krieg begonnen hatte, der als Auslöser der ersten Ölkrise gilt. Die in der OPEC organisierten erdölexportierenden Staaten hatten damals ihre Fördermenge gedrosselt, um Druck auf westliche Staaten auszuüben.

Für die privaten Verbraucher erreichte der Preisanstieg für Kraftstoffe im Februar 1974 einen Höhepunkt, mit einem Plus von 32,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Für leichtes Heizöl mussten private Verbraucher bereits im Dezember 1973 Höchstpreise bezahlen (+183,3 Prozent gegenüber Dezember 1972). Die Preise für Erdgas folgten viele Jahre mit einem zeitlichen Verzug den Erdölpreisen.

Für private Verbraucher wurde der höchste Anstieg der Erdgaspreise im Februar 1975 mit einem Plus von 15,8 Prozent gegenüber Februar 1974 erreicht. Auch während der zweiten Ölkrise 1979/1980 sahen sich Verbraucher mit deutlichen Preissteigerungen für Heizöl und Kraftstoffe konfrontiert: Die zweite Ölkrise wurde im Wesentlichen durch die Förderausfälle im Zusammenhang mit der Islamischen Revolution im Iran seit Januar 1979 und dem im September 1980 begonnenen Ersten Golfkrieg ausgelöst. Für private Verbraucher kostete im Juli 1979 leichtes Heizöl 110,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die Kraftstoffpreise erreichten im September 1981 einen damals historischen Höchststand und waren 27,7 Prozent teurer als im September 1980. Auch in dieser Krise folgte der Preisanstieg für importiertes Erdgas den hohen Preisanpassungen für Erdöl erst mit einem zeitlichen Verzug. Für private Verbraucher kam es im Januar 1981 mit einem Plus von 22,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zum höchsten Preisanstieg. Die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise war durch deutliche Schwankungen der Energiepreise geprägt: Ihren Anfang nahm die Finanzmarktkrise im August 2007 mit dem sprunghaften Anstieg der Interbankfinanzkredite in den Vereinigten Staaten.

Den Höhepunkt erreichte sie im September 2008 mit dem Zusammenbruch der US-amerikanischen Großbank Lehman Brothers, im Oktober 2009 folgte die Eurokrise, ausgelöst durch die Korrektur der Daten zur griechischen Nettoneuverschuldung. Im Sommer 2008 verzeichneten die Verbraucherpreise für Kraftstoffe und Heizöl Höchststände. Leichtes Heizöl war im Juni 2008 für Verbraucher 61,8 Prozent teurer als im Vorjahresmonat, im Juli 2008 kosteten Kraftstoffe 15,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Danach brachen die Rohölpreise ein. Innerhalb eines halben Jahres (von Juli 2008 bis Januar 2009) sanken die Preise für importiertes Erdöl um 60,3 Prozent. Private Konsumenten zahlten im Januar 2009 für Kraftstoffe fast 25 Prozent weniger als im Juli 2008, für leichtes Heizöl gut 40 Prozent weniger.

In der Coronakrise verlief die Entwicklung der Energiepreise entgegengesetzt zur Entwicklung in der Finanzmarktkrise: Auf einen starken Rückgang der Energiepreise zu Beginn der Corona-Pandemie folgte ein deutlicher Anstieg. Nachdem die Importpreise für Erdöl im Zusammenhang mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie bis April 2020 nachfragebedingt auf ihren tiefsten Stand seit August 1999 gefallen waren, stiegen sie – auch infolge der raschen wirtschaftlichen Erholung – ab Juni 2020 wieder an. Im Februar 2022 lagen sie schließlich 70,3 Prozent über dem Vorjahresmonat.

Mit den aktuellen Preissteigerungen erreichten die Importpreise für Erdöl fast den historischen Höchststand des Jahres 2012. Die Preise für importiertes Erdgas stiegen im Februar 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat um 256,5 Prozent auf ein bisher nie erreichtes Hoch.

red / dts

 

Hohe Inflation trifft ärmere Haushalte am stärksten

Ärmere Haushalte leiden laut einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung deutlich stärker unter der hohen Inflation als sehr gut verdienende. Am höchsten sind die Preise im März im Vergleich zum Vorjahresmonat für Familien mit zwei Kindern und niedrigem Einkommen gestiegen, nämlich um 7,9 Prozent, wie die „Süddeutsche Zeitung“ (Mittwochausgabe) berichtet. Die niedrigste Preissteigerung mit 6,0 Prozent verzeichneten dagegen Singles, die im Monat mehr als 5.000 Euro Nettoeinkommen zur Verfügung haben.

Die durchschnittliche Inflationsrate für alle Haushalte lag im März bei 7,3 Prozent. Die Daten stammen aus dem sogenannten Inflationsmonitor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Im März hat sich die Preissteigerung in Deutschland noch einmal stark beschleunigt, von 5,1 Prozent im Februar auf 7,3 Prozent.

Ursache dafür war vor allem der Krieg in der Ukraine, der die Preise für Energie, Kraftstoffe und Lebensmittel in die Höhe getrieben hat. Das starke Anziehen der Inflationsrate hat im März dazu geführt, dass der Unterschied zwischen den am stärksten und den am wenigsten stark betroffenen Haushalten deutlich größer geworden ist: Die Preissteigerung von 7,9 Prozent für Familien mit zwei Kindern und geringem Einkommen gegenüber 6,0 Prozent für vermögende Singles bedeutet eine Spreizung von 1,9 Prozentpunkten. Im Februar hatte diese nur 0,8 Prozentpunkte betragen.

„Das liegt daran, dass die aktuell stärksten Preistreiber – Haushaltsenergie, Kraftstoffe und Lebensmittel – unterschiedlich stark durchschlagen“, schreiben die Autoren der Studie. Bei Familien mit zwei Kindern und niedrigem Einkommen machen diese drei Komponenten 5,9 Prozentpunkte der haushaltsspezifischen Inflationsrate von 7,9 Prozent aus. Bei Alleinstehenden mit hohem Einkommen entfallen darauf hingegen 3,3 Prozentpunkte von insgesamt sechs Prozent individueller Teuerung.

„Zusammenfassend lässt sich schlussfolgern, dass Haushalte mit geringeren Einkommen durch den Preisanstieg bei Haushaltsenergie überproportional belastet sind und auch die Verteuerung der Nahrungsmittel stärker spüren“, schreiben die Studienautoren.

red /dts