Inder haben in Deutschland die höchsten Löhne

Unter allen in Deutschland lebenden Ausländern verdienen Inder im Mittel am meisten, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln. Auch Ausländer aus einigen andere Staaten verdienen mehr als Deutsche, während Ausländer insgesamt im Mittel weniger verdienen.

Entscheidend seien die Qualifikationen der Beschäftigten, betont das IW. Mit einem Bruttomedianlohn von über 4.800 Euro liegen demnach Inder unter allen Vollzeitbeschäftigten in Deutschland auf dem ersten Platz. Knapp dahinter liegen Skandinavier und Österreicher. Auch die US-Amerikaner, Iren, Briten und Schweizer liegen über der 4.000 Euro Schwelle.

Zum Vergleich: Das mittlere Bruttogehalt der vollzeitbeschäftigten Deutschen liegt momentan bei rund 3.500 Euro im Monat. Das zeigt eine neue Auswertung des IW auf Basis von Daten der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit – Stand Dezember 2020.

Vergleichsweise gering sind die Entgelte bei Syrern, Rumänen und Bulgaren. Viele von ihnen arbeiten in sogenannten Helfertätigkeiten. Bei den syrischen Beschäftigten übt fast jeder zweite einen solchen Beruf aus – ihr Medianlohn liegt bei rund 2.200 Euro. Bei Bulgaren und Rumänen sind es sogar über die Hälfte – die Medianlöhne liegen im Monat bei 2.100 Euro und 2.150 Euro.

Deutlich besser verdienen dagegen Beschäftigte in den akademischen MINT-Berufen wie Informatiker, Ingenieure oder Naturwissenschaftler. Seit 2012 hat sich die Zahl der Ausländer aus allen Drittstaaten in diesen Berufen fast verdreifacht, die der Inder sogar fast verfünffacht. Inder im Alter zwischen 25 und 44 haben in diesen Berufen einen Monatsmedianlohn von fast 5.300 Euro, Deutsche von 5.200 Euro.

Mit über 36 Prozent liegt der Beschäftigtenanteil von Indern im Alter zwischen 25 und 44 Jahren in akademischen MINT-Berufen weit höher als der entsprechende Anteil von Deutschen mit nur sieben Prozent. Die Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften aus Drittstaaten in den akademischen MINT-Berufen trage stark zur Fachkräftesicherung und Innovationskraft in Deutschland bei und habe den mittleren Bruttolohn einiger Ausländergruppen erheblich gesteigert, erklärt das Institut der deutschen Wirtschaft.

Lars Wallerang / glp

Merkel wirbt auf Klimakonferenz für weltweite CO2-Bepreisung

Glasgow (dts) – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei ihrem Auftritt auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow für eine weltweite CO2-Bepreisung geworben. „Mit einer solchen Bepreisung können wir unsere Industrie, unsere Wirtschaft dazu bringen, die technologisch besten und effizientesten Wege zu finden, um zur Klimaneutralität zu kommen“, sagte Merkel am Montag. Es gehe um die Veränderung des Wirtschaftens, Arbeitens – „und das ist eine umfassende Transformation“, so Merkel.

Die Bundesregierung hatte schon im Vorfeld angekündigt, sich in Glasgow um Fortschritte vor allem in den Bereichen der Emissionsminderung und der internationalen Klimafinanzierung zu kümmern. Wichtig seien neben ambitionierteren Zielen zur Emissionsminderung auch erkennbare Fortschritte bei der Umsetzung von Klimaschutzzielen und der langfristigen Verpflichtung zur Treibhausgasneutralität bis spätestens 2050, hieß es. Die Weltklimakonferenz läuft noch bis 12. November, 197 Nationen nehmen daran teil.

 

Ex-BASF-Chef bezeichnet Atomausstieg als Fehler

Mannheim (dts) – Der frühere Vorstandsvorsitzende des Chemiekonzerns BASF, Jürgen Hambrecht, hat sich für eine Laufzeitverlängerung der sechs verbliebenen deutschen Atomkraftwerke ausgesprochen. „Wenn ich aus heutiger Sicht, mit dem heutigen Wissen zurückschaue: Ja, es war ein Fehler“, sagte Hambrecht der Online-Ausgabe des Magazins Cicero. Hambrecht war Mitglied der nach dem Reaktorunglück in Fukushima von der Bundesregierung eingesetzten Ethikkommission „Sichere Energieversorgung“, die 2011 einen Ausstieg aus der Kernenergie empfahl.

„Wir haben die Komplexität der Probleme unterschätzt. Wir haben uns damals singulär auf die Risiken der Kernkraft konzentriert und andere Aspekte der Energieversorgung vernachlässigt.“ Auf erneuerbare Energien zu setzen, sei richtig, „diesen Weg sollten wir weiter verfolgen“, so der Ex-Manager.

„Aber wir brauchen grundlastfeste Energieversorgungssysteme und dafür bietet sich die Kernkraft an.“ Jürgen Hambrecht war von 2003 bis 2011 Vorstandsvorsitzender der BASF und von 2014 bis 2020 deren Aufsichtsratsvorsitzender.

 

Streit um möglichen „Freedom day“ im März

Berlin (dts) – Nach dem Willen der Ampel-Parteien sollen alle Corona-Maßnahmen am 20. März 2022 enden – manche Gesundheitsminister und Fachleute finden diese Festlegung gewagt. „Keiner von uns weiß, was am 20. März ist“, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) der FAS. „Wenn ich signalisiere, dass bald alles vorbei ist, funktionieren die Maßnahmen auch nicht mehr, weil die Menschen nicht mehr bereit sind, die Regeln einzuhalten.“ Bedauerlich findet Holetschek auch, dass die Länder künftig nur noch aus einem kleinen Katalog an Maßnahmen wählen dürfen, etwa Maskenpflicht und Abstandsregeln.

„Ich habe nicht verstanden, warum man den Ländern die Handlungsoptionen weggenommen hat. Und das in einer Zeit, in der die Dynamik unglaublich zunimmt“, sagte er der Zeitung. Der Berliner Physiker Kai Nagel überschlägt, dass es im März immer noch kalt ist, es weiter viele Gefährdete geben wird und die Krankenhäuser auch mit anderen Atemwegskranken belegt sein werden.

„Ich hätte gesagt: lieber Mitte April.“ Was den Winter anbelangt, warnt Nagel vor der Möglichkeit weiterer Mutationen. Die Delta-Variante kam 2021 „rasend schnell“, ihre Verbreitung sprang innerhalb eines Monats von acht auf 77 Prozent aller Infektionen.

Die brandenburgische Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher von den Grünen findet es „zumindest sportlich, wenn man sagt, dass am 20. März Schicht im Schacht ist“. Es sei „unnötig, sich apodiktisch auf ein Datum festzulegen“, sagte sie der FAS. „Wir sind mitten in der vierten Welle.“ Der hessische Staatskanzleichef Axel Wintermeyer erwartet von den Ampel-Parteien jetzt „eine umgehende Vorlage eines Gesetzestextes und eine schnelle Bundestagsentscheidung“, damit die Landesregierungen bald ihre Verordnungen überarbeiten können und es nicht zu einer versehentlichen Rechtslücke kommt.

„Wir wollen einen sicheren Winter. Ein Drittel der Menschen ist bisher aber nicht oder nicht vollständig geimpft. Deshalb brauchen wir weiter Schutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht und Abstandsregeln, um dem Anstieg der Infektionen entgegenzuwirken“, sagte Wintermeyer der FAS. Der CDU-Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel würde gegen Ende der Pandemie gerne mehr auf Freiwilligkeit setzen. „Irgendwann muss man auch mal in der Lage sein, Eigenverantwortung zu tragen. Wir können den Menschen als Staat nicht jede Verantwortung abnehmen. Auf was wollen wir denn noch warten?“, sagte Rüddel. In den zur Zeit steigenden Infektionszahlen sieht Rüddel kein zwingendes Argument gegen weitere Lockerungen. „Die Inzidenz steigt, aber das führt nicht automatisch zu einer Überforderung des Gesundheitssystems. Deshalb sollten wir sehen, dass wir so viele Freiheiten wie eben möglich wieder gewähren. Das kann man in bestimmten Regionen forscher machen.“ Wenn es um Lockerungen geht, lehnt die Linken-Gesundheitspolitikerin Kathrin Vogler den Begriff „Freedom Day“ ab. „Ich würde den Begriff Freedom Day nicht benutzen. Der hat etwas Propagandistisches. In Großbritannien haben wir gesehen, dass er für sehr viele Leute zu schweren körperlichen und psychischen Belastungen geführt hat“, sagte sie der FAS. Wenn die Ampel-Parteien eine Novelle des Infektionsschutzgesetzes in den Bundestag einbringen, laut der bis zum 20. März weitere Maßnahmen wie die Maskenpflicht möglich sind, begrüßt Vogler das. „Wir werden das in der Fraktion beraten. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass ich meiner Fraktion empfehlen werde, zuzustimmen.“ Fehler sieht sie in der Arbeit des scheidenden Gesundheitsministers Jens Spahn von der CDU. „Was ich immer anmahne, ist, dass wir vorausschauender handeln sollten. Die ganze Sommerpause ist nichts passiert, um darauf zu reagieren, dass die epidemische Lage ausläuft. Obwohl alle Fachleute gesagt haben, dass wir im Herbst eine Verstärkung des Infektionsgeschehens beobachten werden. Da hat der Gesundheitsminister seine Hausaufgaben nicht gemacht.“ Den Druck auf Ungeimpfte findet Vogler in manchen Bereichen unklug. „Ich halte die Kostenpflichtigkeit der Tests für sozial unausgewogen. Das kann auch dazu führen, dass man auf einem Auge blind ist, weil man das Infektionsgeschehen nicht mitbekommt“, sagt sie. „Das Gleiche passiert bei der Entscheidung, dass Ungeimpfte im Quarantänefall keine Lohnfortzahlung bekommen. So werden Leute dahin getrieben, keinen PCR-Test zu mache, damit ihnen nicht ein halbes Monatseinkommen wegfällt.

 

Beamtenbund droht mit Streiks im öffentlichen Dienst

Berlin (dts) – Kurz vor dem zweiten Treffen in der Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder mahnt der Chef des Beamtenbunds DBB, Ulrich Silberbach, Entgegenkommen des Tarifpartners an. „Wenn die Arbeitgeber nicht endlich vernünftig mit uns diskutieren, werden wir verstärkt streiken“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Ihm geht es unter anderem um die Situation der Beschäftigten in Gesundheitsberufen.

„Wir wollen von den Arbeitgebern eine konkrete Zusage, dass wir an einem Extra-Tisch über die Löhne und Arbeitsbedingungen dort verhandeln“, sagte er. 300 Euro pro Monat mehr sollen die Beschäftigten hier nach dem Willen der Gewerkschaften mindestens erhalten. Für Pflegehelfer zum Beispiel entspräche das einem Plus von bis zu 12,8 Prozent.

„Die Personalsituation ist hier besonders kritisch“, argumentierte Silberbach. Die Arbeitgeber lehnen solche Extras aber weiterhin ab. „Für die Tarifgemeinschaft der Länder ist es von herausragender Bedeutung, die Einheitlichkeit der Tarifpolitik zu bewahren“, sagte Chef-Verhandler Reinhold Hilbers (CDU) der „Welt am Sonntag“.

Deshalb verbiete sich eine separate Verhandlung für bestimmte Berufsgruppen. Verhandelt wird am Montag und Dienstag in Potsdam. DBB-Chef Silberbach verwies zusätzlich auf die Inflation: „Damit die Reallöhne überhaupt steigen, müssten wir unsere Forderung eigentlich noch einmal erhöhen“, sagte er mit Blick auf die geforderte lineare Lohnerhöhung von fünf Prozent, mindestens aber 150 Euro pro Monat für zwölf Monate.

„Als wir unsere Forderung erhoben haben, lag die Inflation noch bei unter drei Prozent. Jetzt ist sie aber davongalloppiert“, sagte er. Tatsächlich stiegen die Verbraucherpreise im Oktober um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Nachjustieren sei nun aber nicht mehr möglich, so der DBB-Chef.

 

Deutsche Wirtschaft legt im dritten Quartal um 1,8 Prozent zu

Wiesbaden (dts) – Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist nach einem Rückgang im ersten und einem Plus im zweiten Quartal auch im dritten Quartal des Jahres weiter gestiegen. Die Wirtschaftsleistung kletterte gegenüber dem Vorquartal um 1,8 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Das Wachstum sei den vorläufigen Berechnungen zufolge vor allem von höheren privaten Konsumausgaben getragen worden, so die Statistiker.

Im Vorjahresvergleich war das BIP im dritten Quartal preisbereinigt um 2,5 Prozent höher. Im Vergleich zum Zeitraum Oktober-Dezember 2019, also dem Quartal vor Beginn der Coronakrise, lag die Wirtschaftsleistung aber noch immer um 1,1 Prozent niedriger. Das BIP für das zweite Quartal 2021 wurde gleichzeitig auf einen Zuwachs von 1,9 Prozent revidiert.

Die Unsicherheiten während der Coronakrise könnten generell zu stärkeren Revisionen als sonst üblich führen, so das Bundesamt. Ausführliche Ergebnisse will das Statistische Bundesamt am 25. November bekanntgeben.

 

So legen die Deutschen ihr Geld an

Wie legen die Menschen ihr Geld an? Dieser Frage ist das Vergleichsportal Check24 nachgegangen. In einer YouGov-Umfrage gaben 50 Prozent an, ihre Ersparnisse auf dem Girokonto anzulegen. 26 Prozent halten Vermögen in Form von Bargeld und 25 Prozent legen derzeit kein Geld an. Auf Tages- und Festgeldkonten greifen 23 Prozent zurück. 21 Prozent der Befragten sparen unter anderem mit Aktien und ETF-Fonds und zwei Prozent in Form von (Staats-) Anleihen. 

Der Vergleich mit Umfragewerten aus dem Mai 2020 zeigt, dass im Zuge der Corona-Krise vor allem die Geldanlage auf dem Girokonto und in Form von Bargeld zugenommen hat. Beide Optionen stiegen jeweils um sieben Prozentpunkte an. Tages- und Festgelder nutzen aktuell ein Prozentpunkt der Befragten weniger und Aktien und ETF-Fonds zwei Prozentpunkte mehr.

„Die Corona-Krise hat deutsche Sparer stark verunsichert und sie lassen ihr Geld lieber auf dem Girokonto liegen“, sagt Christian Geist, Managing Director Finanzservice bei Check24. „Durch die gestiegene Inflation und Negativzinsen verlieren sie so allerdings Teile ihres Vermögens. Mit Tages- und Festgeldkonten lassen sich diese Effekte abfedern und das Geld ist sicher geparkt. Außerdem ist das Geld auf einem Tagesgeldkonto ähnlich schnell verfügbar wie auf dem Girokonto.“

Verbraucher in Deutschland lassen teilweise hohe Summen auf unverzinsten Konten liegen. 36 Prozent der Befragten gaben an, Vermögen bis zu 5.000 Euro auf unverzinsten Konten angelegt zu haben. 34 Prozent belassen noch höhere Summen zum Beispiel auf dem Girokonto oder in Bargeld, ohne eine Rendite zu erhalten – das sind rund 24 Millionen Menschen. Bei vier Prozent der Befragten beläuft sich das unverzinste Vermögen sogar auf über 50.000 Euro.

„Millionen Deutsche horten Geld auf unrentablen Konten“, sagt Geist. „Denn besonders bei hohen Summen schlagen Verwahrentgelte der Banken besonders zu Buche. Verbraucher sollten sich deshalb mit ihrem Vermögen beschäftigen. Beispielsweise kann es sinnvoll sein, verschiedene Anlageformen zu kombinieren. Im ersten Schritt ist flexibles Tagesgeld ein guter Schutz vor Negativzinsen.“ Angebote mit positivem Zinssatz gibt es nicht mehr bei jeder Bank, deshalb lohnen sich Vergleiche besonders.

Andreas Reiners / glp

Stellenanzeigen: Duzen liegt im Trend

Siezen oder duzen? Während die Etikette eine formelle Ansprache am Arbeitsplatz lange Zeit voraussetze, entscheiden sich heute immer mehr Unternehmen ganz bewusst für eine Ansprache per Du. Dieser Trend zeichnet sich 2021 auch im Recruiting ab, denn in Stellenanzeigen wird immer häufiger geduzt – und das nicht nur etwa bei Schülerjobs und Ausbildungsplätzen. So das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung der Jobseite Indeed.

Sie hat untersucht, in welcher Häufigkeit Unternehmen Jobsuchende in Stellenanzeigen duzen. In Deutschland hat sich der Anteil der Jobangebote mit einer Ansprache per Du in den letzten drei Jahren fast verdoppelt und ist von 12,8 auf 24,2 Prozent gestiegen. Ein Vergleich zum Nachbarland Schweiz etwa zeigt auf, dass es hierzulande überraschend leger zuzugehen scheint: Während in Deutschland in jeder vierten Stellenanzeige geduzt wird, sind Unternehmen bzw. Recruiter in der Schweiz in der Erstansprache von Jobsuchenden deutlich konservativer unterwegs: Im Jahr 2018 lag der Anteil informeller deutschsprachiger Jobgesuche dort nur bei 8,7 Prozent, 2021 bei 16,9 Prozent.

Wie die Untersuchung auch aufzeigt, werden Berufseinsteigerinnen und -einsteiger in Stellenausschreibungen besonders häufig per Du angesprochen. Ausbildungsplatzsuchende werden hierbei in 64 Prozent der Stellen geduzt. Bei Anwärtern für Praktikumsplätze beträgt der Du-Anteil 51 Prozent, bei Hochschulabsolventen 43 Prozent.

Zudem hat Indeed untersucht, welche Titel die Jobinserate tragen, in denen besonders häufig auf eine Ansprache per Du gesetzt wird. Die mitunter überraschenden Ergebnisse: Neben Stellenanzeigen, die sich vor allem an Schüler und Verkäufer im Einzelhandel richten, werden auch angehende Finanzberater (99,4 Prozent), Berater für Informations- und Datenstrategie und Manager für Schifffahrt (jeweils 90,1 Prozent) in Stellenanzeigen nahezu ausschließlich geduzt.

„Der Umgang zwischen Berufstätigen und Arbeitgebern hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Eine Ansprache per Du wurde in der Vergangenheit oft als unhöflich oder gar respektlos interpretiert. Heute ist das anders: Je nach Branche, Zielgruppe und Position, ist die informelle Ansprache ein Teil der Unternehmenskultur“, so Frank Hensgens, Geschäftsführer Indeed DACH. „Sie kann sogar dabei helfen, Barrieren abzubauen und das ‚Wir-Gefühl‘ stärken. Und das wiederum kommt vorwiegend bei jüngeren Arbeitnehmenden und Berufseinsteigern sehr gut an. Das Wichtigste ist aber, dass die Form der Ansprache auch zur Unternehmenskultur passt. Es macht keinen Sinn, Kandidaten zu duzen, wenn in einem Unternehmen das Sie der verbreitete Standard ist. Damit wecken Unternehmen nur falsche Erwartungen, die gegebenenfalls zu Enttäuschungen führen.“

Rudolf Huber / glp

Luftverkehr peilt Vorkrisen-Niveau an

Am 31. Oktober 2021 beginnt der Winterflugplan 2021/2022. In den Flugplänen an den deutschen Flughäfen sind gegenüber dem Vorkrisenniveau 68 Prozent des Flugangebots wiederhergestellt. Das so eine aktuelle Auswertung des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL).

„Wir sehen Licht am Ende des Tunnels, aber wichtige Verkehrsströme sind nach wie vor durch Reisebeschränkungen blockiert. Insbesondere im Verkehr mit asiatischen Ländern bleibt das Flugangebot spürbar hinter dem Vorkrisenniveau zurück“, so BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow. „Hier braucht es dringend praktikable Regelungen bei den Einreisebestimmungen, die sich am tatsächlichen Pandemiegeschehen orientieren, damit ein nachfragegerechtes Flugangebot aufgebaut werden kann.“

Trotz der starken Zunahme des Flugangebots sei die wirtschaftliche Lage der Luftverkehrsunternehmen aufgrund der massiven Verluste und der Verschuldungssituation erheblich angespannt. „Umso wichtiger ist im Hinblick auf die regulatorischen Rahmenbedingungen für die Luftfahrt, dass den Unternehmen nicht weitere wettbewerbsverzerrende Sonderlasten auferlegt werden“, so von Randow.

Im Verkehr zu interkontinentalen Zielen werden im Winter wieder 71 Prozent der Flüge des Vorkrisen-Niveaus angeboten. Insgesamt werden von den 140 interkontinentalen Zielen, die vor der Krise angeflogen wurden, 119 wieder bedient. Vor allem das Angebot in Zielländer, in denen jetzt Reisebeschränkungen abgebaut werden, kehrt mit dem Winterflugplan wieder zurück – etwa der transatlantische Verkehr in die USA und nach Kanada.

Das Angebot in Länder, in denen nach wie vor rigide Reisebeschränkungen gelten, kommt laut BDL „nur in geringem Maße zurück in den Markt. Ganz besonders gilt das für den Verkehr mit asiatischen Zielen: Das Angebot nach Indien und Japan ist unterproportional wiederhergestellt“. China und Thailand – grundsätzlich sehr wichtige Märkte auch im internationalen Wirtschaftsverkehr – seien aufgrund der dortigen rigiden Reisebeschränkungen gar nicht mehr unter den Top-15-Zielländern im Interkontinentalverkehr.

Das Angebot zu innereuropäischen Zielen ist zu 72 Prozent wiederhergestellt. Insbesondere das Flugangebot in die Ferienländer Spanien, Portugal, Griechenland und Türkei ist weitgehend wieder im Markt. Das Flugangebot in die Türkei geht sogar über den Winterflugplan 2019/2020 hinaus. Das Flugnetz insgesamt ist größtenteils wiederhergestellt: Von den 185 europäischen Zielen, die vor der Krise angeflogen wurden, sind 183 wieder in den Flugplänen.

Der innerdeutsche Verkehr zeigt im aktuellen Winterflugplan eine Wiederaufnahme-Rate von 50 Prozent. Gründe für die unterproportionale Entwicklung sind vielseitig. Dazu gehören eine veränderte Verkehrsmittelwahl bei den Menschen, die verstärkt Pkw und Bahn nutzen, weitere Fortschritte bei der Verknüpfung von Bahn- und Luftverkehr, der Rückzug des Anbieters easyJet aus dem innerdeutschen Markt sowie der Wegfall von Reiseanlässen, etwa durch ausfallende Messen und Veranstaltungen.

Rudolf Huber / glp

Inflation in Deutschland steigt weiter – Teuerungsrate im Oktober bei 4,5 Prozent

Wiesbaden (dts) – Der deutliche Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland hat sich im Oktober fortgesetzt. Die Inflationsrate erhöhte sich auf 4,5 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mit. Im September hatte sie bei 4,1 Prozent gelegen. Es ist die höchste Inflationsrate seit 28 Jahren. Auch im Oktober erwiesen sich die Energiekosten als größte Preistreiber.

Insbesondere die temporäre Senkung der Mehrwertsteuersätze und der Preisverfall der Mineralölprodukte werden sich wohl noch bis zum Jahresende 2021 erhöhend auf die Gesamtteuerung auswirken. Hinzu kommen unter anderem die Einführung der CO2-Bepreisung seit Januar 2021 sowie krisenbedingte Effekte, so die Statistiker. Gegenüber dem Vormonat steigen die Verbraucherpreise im zehnten Monat des Jahres um 0,5 Prozent.

Die Preise für Energie erhöhten sich im Vorjahresvergleich um 18,6 Prozent, die Preise für Nahrungsmittel um 4,4 Prozent. Dienstleistungen kosteten 2,4 Prozent mehr als im Oktober 2020. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine Inflation von genau zwei Prozent an. Das Ziel ist symmetrisch – negative Abweichungen von dem Zielwert werden als ebenso unerwünscht betrachtet wie positive.