Lebenshaltungskosten in der Schweiz am höchsten – Türkei am niedrigsten

Ob für die Arbeit, für das Studium oder den Urlaub: Bei der Budgetplanung für Auslandsaufenthalte hilft ein internationaler Vergleich von Preisniveaus für private Konsumausgaben. Das Statistische Bundesamt (Destatis) veröffentlicht dazu das Preisniveau von 36 europäischen. Demnach war die Lebenshaltung im Juli 2021 in der Schweiz am teuersten. Das Preisniveau lag dort um mehr als die Hälfte (+51 %) höher als in Deutschland. Dagegen waren die Lebenshaltungskosten in der Türkei um knapp zwei Drittel (-64 %) geringer als hierzulande und damit unter allen verglichenen Staaten am niedrigsten.

Preise in allen Nachbarstaaten außer Polen und Tschechien höher als in Deutschland

Neben der Schweiz waren auch in den meisten anderen Nachbarstaaten Deutschlands die Lebenshaltungskosten höher als in Deutschland. In Dänemark mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher 28 % mehr für den Erwerb eines repräsentativen Warenkorbs zahlen. In Luxemburg lag das Preisniveau 25 % höher. In den Niederlanden betrug der Preisabstand zu Deutschland +7 %, in Belgien und Österreich jeweils +5 % und in Frankreich +4 %. In Polen war die Lebenshaltung dagegen 46 % und in Tschechien 28 % günstiger als in Deutschland.

Der Vergleich mit weiteren europäischen Staaten zeigt teils enorme Unterschiede bei den Lebenshaltungskosten: Diese waren in Island 40 % und in Norwegen 30 % höher als in Deutschland. In Bulgarien, Rumänien sowie Bosnien und Herzegowina waren sie jedoch rund 50 % niedriger. Litauen und Kroatien blieben jeweils 36 %, Spanien 13 % und Italien 9 % unter dem deutschen Preisniveau.

red

Umverteilung durch Zinspolitik der EZB

Die Leitzinsveränderungen der Europäischen Zentralbank (EZB) haben nicht nur eine Wirkung auf die Preisstabilität, sondern einen deutlichen Umverteilungseffekt. Dies geht aus einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin hervor. DIW-Ökonom Jan Philipp Fritsche hat diesen Effekt erstmals empirisch untersucht. Dazu standen ihm Bilanzdaten von mehr als zwei Millionen Firmen im Euroraum zur Verfügung.

„Zinsänderungen der EZB haben Einfluss sowohl auf die Lohn- und Gehaltszahlungen als auch auf die Wertschöpfung von Unternehmen“, sagt Fritsche. Seien beide Bereiche nicht gleichermaßen betroffen, habe die Geldpolitik eine Verteilungswirkung zwischen Arbeitnehmern und Anteilseignern von Unternehmen. Bei steigendem Leitzins würden die Banken weniger Kredite an Unternehmen ausgeben. Für die Unternehmen würden dadurch einerseits Investitionen teurer, andererseits sinke die Nachfrage. Um dies zu kompensieren, sparten die Unternehmen an Personalkosten.

Laut DIW zeigen die empirischen Berechnungen, dass die Lohn- und Gehaltszahlungen in arbeitsintensiven Unternehmen bei Zinserhöhungen stärker sinken als in anderen Unternehmen. Dort, wo der Personaleinsatz also besonders hoch ist, geht eine Zinserhöhung zulasten der Arbeitnehmerschaft. Bei Unternehmen mit einem hohen Fremdkapitaleinsatz, also tendenziell mit vielen Maschinen, steigt bei einer Zinserhöhung die Wertschöpfung, was den Verteilungseffekt zulasten der ArbeitnehmerInnen vergrößert.

Dies gelte umgekehrt auch bei Zinssenkungen, wie in der letzten Dekade, betont der Wirtschaftsforscher. Sinkende Zinsen würden die Verteilung zugunsten der Arbeitnehmer und zulasten der Anteilseigner von Unternehmen beeinflussen.

Da die Unternehmen in den Euro-Ländern in der Produktion Fremdkapital und Arbeit unterschiedlich stark einsetzen, könne die Geldpolitik sehr asymmetrisch wirken: In Ländern wie Frankreich, die über einen hohen Anteil an arbeitsintensiven Unternehmen verfügen, wirken Zinserhöhungen besonders umverteilend. „Da es aus makroökonomischer Sicht wünschenswert ist, wenn die Geldpolitik gleichmäßig wirkt, sollten die europäischen Arbeitsmarktinstitutionen besser harmonisiert werden“, fordert der DIW-Ökonom.

Neue geldpolitische Instrumente mit einer speziellen Ausrichtung auf Unternehmen könnten Abhilfe schaffen, zeigt sich Fritsche überzeugt. Europäische Arbeitsmärkte mit einem einheitlichen Arbeitsrecht und europäische Arbeitsmarkinstitutionen sowie die seit langem diskutierte Banken- und Kapitalmarktunion würden dazu beitragen können.

Lars Wallerang / glp

Warum Rentner weiter arbeiten

 Im Job auch im Rentenalter – dieser Trend ist unverkennbar. Während 2005 noch 3,3 Prozent der über 64-Jährigen arbeiteten, waren es 2019 bereits 7,8 Prozent. Doch liegt das an zu wenig Geld? So zumindest lautet eine häufig vorgebrachte These. Doch die greift bei genauer Betrachtung zu kurz. Eine Auswertung des Sozioökonomischen Panels (SOEP) durch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) beleuchtet nun, inwiefern Rentner durch ihre finanziellen Nöte zurück in die Arbeit gezwungen werden.

43 Prozent der erwerbstätigen Rentner sind zwischen 63 und 68 Jahre alt, über die Hälfte von ihnen lebt in einem Paar-Haushalt. Sie sind überwiegend männlich. 37 Prozent von ihnen sind hochqualifiziert, haben also einen Fachschul-, Meister- oder akademischen Abschluss. Bei den Nichterwerbstätigen liegt dieser Anteil nur bei 27 Prozent.

Das mittlere monatliche Nettoäquivalenz-Einkommen, also das nach einzelnen Haushaltsmitgliedern gewichtete Pro-Kopf-Einkommen eines arbeitenden Rentners, liegt bei 2.000 Euro, das eines Rentners ohne Arbeit bei rund 1.670 Euro. Jeder zweite erwerbstätige Rentner verdient 450 Euro brutto oder weniger, der Durchschnitt liegt bei rund 1.600 Euro.

Würde die These stimmen, dass Rentner arbeiten gehen, um ihre existenziellen Nöte zu überwinden, müsste deren Rente besonders niedrig sein. Die Auswertung der Daten zeigt allerdings, dass es in der Rentenhöhe keinen Unterschied zwischen arbeitenden und nicht arbeitenden Rentnern gibt.

Andere Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass finanzielle Motive eher eine untergeordnete Rolle spielen: „In Befragungen konnte man bereits feststellen, dass der Spaß an Arbeit und der Kontakt zu anderen Menschen wichtiger sind als zusätzliches Geld“, sagt IW-Studienautor Holger Schäfer. „Das Bild des armen Rentners, der aus Not in die Arbeit getrieben wird, kann jedenfalls nicht bestätigt werden.“

Rudolf Huber / glp

Homeoffice unter Cyber-Beschuss

Die Corona-Krise und das Abstandsgebot haben dem Homeoffice eine Blütezeit beschert. Doch jetzt lauern neue Gefahren. Sie kommen aus dem Netz. Durch das langfristig vermehrte Arbeiten von zu Hause sei davon auszugehen, dass sich Kriminelle immer wieder neuer Taktiken bedienen und sich Maschen für Cyberangriffe einfallen lassen, warnen IT-Experten des Versicherers ARAG.

Sie geben daher Tipps, wie man sich vor diesen Angriffen nicht nur zu Hause, sondern auch am Arbeitsplatz schützen kann. Grundsätzlich sollte man, egal ob im Büro oder zu Hause, seinen Arbeitsplatz immer vor einem unbefugten Zugriff schützen.

Verlässt man den Arbeitsplatz, sperrt man den Bildschirm am besten mit der Tastenkombination Windows(-Taste) + L. Mit sensiblen Informationen wie vertraulichen Dokumenten oder Passwörtern gilt es gewissenhaft umzugehen. Sie sollten sicher vor Dritten aufbewahrt werden. Nicht mehr benötigte Dokumente sollten zu Hause oder bei der Arbeit entsorgt werden. Absolutes Muss: ein sicheres Passwort.

Da IT-Experten fast täglich neue Schwachstellen finden empfiehlt es sich, Heimnetzgeräte wie beispielsweise Router, Repeater und „Smart-Devices“ mit den vom Hersteller bereitgestellten Firmware-Updates aktuell zu halten. Der Standard-WLAN-Schlüssel des Routers sollte geändert werden und aus mindestens 20 Zeichen bestehen. Um einen unautorisierten Zugriff zu vermeiden, raten die IT-Experten, das Passwort des Routers ebenfalls nach der Passwortrichtlinie neu festzulegen.

Die Sicherheit wird ebenfalls verbessert, wenn die Geräte in einem sicheren, abgeschotteten Netzwerk betrieben werden. Damit auch Gäste das Netzwerk bedenkenlos mitnutzen können, kann auf dem Router ein Gastzugang eingerichtet werden.

Der heimische Router sollte darüber hinaus einen Verbindungsaufbau von unautorisierten Geräten nicht automatisiert erlauben. Denn mit dem Wi-Fi Protected Setup (WPS) werden schnell drahtlose Netzwerkverbindung zwischen zwei Geräten hergestellt – beispielsweise kann per Knopfdruck das Smartphone an einem WLAN-Router angemeldet werden. Damit keine potenziellen Eindringlinge unbemerkt eine Verbindung mit dem Heimnetzwerk herstellen, sollte man das WPS am besten ausschalten.

Für erkannte Sicherheitslücken beim Smartphone gibt es regelmäßig Updates vom Anbieter. Wird eines angeboten, sollte die Durchführung zeitnah nach der Veröffentlichung erfolgen. Nicht vertrauenswürdige App-Quellen und damit womöglich Schadsoftware lassen sich vermeiden, wenn keine Apps außerhalb des vorgesehenen App-Stores installiert werden.

Verdächtige E-Mails, sogenannte Phishing-Mails, kann man am besten erkennen, wenn man sie auf Merkmale wie Absender, Betreff, drängender Inhalt, unsaubere Formatierung und Rechtschreibfehler überprüft. Auch kann man verschiedene Sicherheitseinstellungen vornehmen, damit eigene Aktivitäten nicht von Dritten zu Werbezwecken genutzt werden. Die ARAG Experten raten, die Verknüpfung von E-Mail-Inhalten zu Webseiten durch die Deaktivierung der HTML-Funktion (Hypertext Markup Language) zu verhindern und sich dadurch nur die einfache Textnachricht anzeigen zu lassen.

Updates zu ignorieren könnte auch beim eigenen privaten Rechner fatal sein. Es empfiehlt sich auch hier eine zeitnahe Installation, um allgemein erkannte Sicherheitslücken zu schließen. Mit einer mit einem Passwort verschlüsselten Festplatte haben es Angreifer schwerer auf die Daten zuzugreifen. Damit die Daten des Rechners vor Verlust oder Totalschaden geschützt sind empfehlen die IT-Experten, regelmäßig ein Backup auf einem externen Datenträger, der vom Rechner getrennt aufbewahrt werden sollte.

Lars Wallerang / glp

Knapper Wohnraum durch Regulierung?

Der Eigentümerverband „Haus und Grund“ Deutschland warnt mit Blick auf die Bundestagswahl vor weiteren Regulierungen für vermietende Privatpersonen. „Sollte eine künftige Regierungskoalition weitere Maßnahmen planen, die auf ein Einfrieren von Mieten hinauslaufen, rechnen wir damit, dass mindestens 10 bis 15 Prozent der Mietwohnungen vom Markt verschwinden werden“, sagt Verbandspräsident Kai Warnecke. „Das sind 1,5 bis 2,3 Millionen Wohnungen, die Mietern dann nicht mehr zur Verfügung stehen.“

Das Vermieten lohne sich schlicht nicht mehr. Die Wohnungen würden dann als Eigentumswohnungen an Investoren und Selbstnutzer verkauft. Die Praxis habe nicht nur in Berlin, sondern weltweit gezeigt, dass Mietenregulierungen ab einem gewissen Maß das Wohnungsangebot weiter verknappen und die Nachfrage anheizen.

„Dieses Maß haben wir in Deutschland überschritten“, sagt Warnecke. Er ergänzt, dass andere in einigen Wahlprogrammen enthaltene Maßnahmen den gleichen Effekt hätten. Dazu zählten etwa, die Umlagefähigkeit bestehender Betriebskosten einzuschränken oder gar abzuschaffen, Modernisierungen zu erschweren sowie Mietspiegel zu manipulieren.

Warnecke fordert die Parteien auf, nicht weitere Keile zwischen Mieter und Vermieter zu treiben. Jahrzehntelang habe der Mietwohnungsmarkt wunderbar funktioniert. Deshalb müsse der bewährte Anbieter-Mix aus Privatpersonen, privaten Unternehmen, kommunalen und genossenschaftlichen Anbietern erhalten bleiben. Man müsse zurück zu einer Politik, die Probleme löse und nicht populistische Scheinlösungen anbiete.

Lars Wallerang

Deutsche Wirtschaft vor vier Kraftakten

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln hat die vier wichtigsten Herausforderungen im Anschluss an die Corona-Krise ins Auge gefasst. In einer großen Studie hat das IW die Erfordernisse analysiert, die konkrete Betroffenheit und Chancen der Firmen untersucht und Handlungsempfehlungen an die Politik formuliert.

Die vier Herausforderungen heißen: Digitalisierung, Dekarbonisierung, demografischer Wandel und De-Globalisierung. „Die Herausforderungen der Unternehmen verstärken sich gegenseitig“, teilt das IW mit und nennt als Beispiel „Globalisierung und Klimaschutz“: In der Vergangenheit seien häufig Klimaschutzgüter gefördert worden, bei denen andere Länder komparative Vorteile hatten, in der Folge habe Deutschland Marktanteile verloren. Zugleich sähen viele Unternehmen durch den Green Deal aber auch Exportchancen.

Unterdessen blickten die Unternehmen mit Sorgen auf die Regulierung in China im Bereich der Digitalisierung und damit auf die Schnittstelle von Digitalisierung und Handel. Etwa jedes zweite Unternehmen rechne damit, dass der chinesische Markt dadurch nicht mehr mit Exporten, sondern nur noch durch Produktion vor Ort bedient werden könne.

Auch an der Schnittstelle Digitalisierung, Klimaschutz und Demografie drohten Gefahren, warnt das IW: „63 Prozent der größeren Unternehmen erwarten zur Entwicklung klimafreundlicher Technologien und Produkte in den kommenden fünf Jahren einen steigenden Bedarf an IT-Experten, 43 Prozent einen steigenden Bedarf an Ingenieuren.“ Bereits jetzt fehlten allein rund 33.000 IT-Experten, durch den demografischen Wandel könnten die Engpässe an IT-Experten und Ingenieuren weiter steigen.

„Die Firmen nehmen die fundamentalen Veränderungen an, benötigen aber politische Unterstützung, damit die Transformation gelingt und Wohlstand gesichert werden kann“, betont IW-Direktor Michael Hüther. So sei eine Kernaufgabe der Politik, eine deutlich bessere digitale Infrastruktur zu schaffen. Zudem müsse die kommende Regierung dafür Sorge tragen, dass die digitale Bildung gestärkt, die Forschung intensiviert, die Infrastruktur erneuerbarer Energien gefördert und die qualifizierte Zuwanderung noch besser geregelt wird.

Außerdem solle die Politik den Kampf gegen Wettbewerbsverzerrungen durch China intensivieren und verbindliche europäische Standards etablieren, fordert das Institut der deutschen Wirtschaft.

Lars Wallerang

Inflation in Deutschland steigt auf 28-Jahres-Hoch

Die Inflationsrate in Deutschland steigt weiter und lag im August 2021 bei +3,9 %. Damit nähert sich die Inflationsrate weiter der Vier-Prozent-Marke. Im Juli 2021 hatte sie bereits bei +3,8 % gelegen (Juni 2021: +2,3 %). Eine höhere Inflationsrate gab es zuletzt im Dezember 1993 mit +4,3 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, blieben die Verbraucherpreise im Vergleich zum Juli 2021 unverändert.

Der Anstieg der Inflationsrate seit Juli 2021 hat eine Reihe von Gründen, darunter Basiseffekte durch niedrige Preise im Jahr 2020, so die Behörde „Insbesondere die temporäre Senkung der Mehrwertsteuersätze und der Preisverfall der Mineralölprodukte in 2020 wirken sich im Vorjahresvergleich noch bis zum Jahresende 2021 erhöhend auf die Gesamtteuerung aus. Hinzu kommen die Einführung der CO2-Bepreisung seit Januar 2021 sowie krisenbedingte Effekte, wie die deutlichen Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen, die sich bisher jedoch nur teilweise und abge­schwächt im Verbraucherpreisindex niederschlagen“, sagt Christoph-Martin Mai, Leiter des Referats „Verbraucherpreise“ im Statistischen Bundesamt.

Die Preise für Nahrungsmittel stiegen im August 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,6 %, nach +4,3 % im Juli 2021. Teurer gegenüber August 2020 wurden vor allem Gemüse (+9,0 %) sowie Molkereiprodukte und Eier (+5,0 %). Darüber hinaus verteuerten sich neben den Verbrauchsgütern auch Gebrauchsgüter wie Fahrzeuge (+5,5 %) oder Möbel und Leuchten (+4,0 %) deutlich. Dagegen wurden nur wenige Waren billiger, zum Beispiel Fernsehgeräte und Ähnliches (-0,7 %).

Energie verteuerte sich binnen Jahresfrist kräftig um 12,6 %

Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich von August 2020 bis August 2021 überdurchschnittlich um 5,6 %. Vor allem die Preise für Energieprodukte lagen mit +12,6 % deutlich über der Gesamtteuerung. Der Preisauftrieb hierfür hat sich erneut verstärkt (Juli 2021: +11,6 %). Hier wirkten vor allem das niedrige Preisniveau vor einem Jahr (Basiseffekte) und die zu Jahresbeginn eingeführte CO2-Abgabe erhöhend auf die Teuerungsrate. Merklich teurer wurden Heizöl (+57,3 %) und Kraftstoffe (+26,7 %). Auch die Preise für Erdgas (+4,9 %) und Strom (+1,7 %) erhöhten sich.

red

 

DUH will Aus für Verbrenner für 2025

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert das Ende des Verbrennungsmotors schon für das Jahr 2025. Anlässlich der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in München verlangt die DUH von einer neuen Bundesregierung einen Zulassungsstopp für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ab dem 1. Januar 2025, so wie Norwegen dies bereits beschlossen hat.

Um die Umweltvorteile der Elektromobilität vollständig auszuschöpfen, müsse die Bundesregierung zudem erneuerbare Energien beschleunigt ausbauen, Effizienzstandards für E-Fahrzeuge einführen, eine Weiterverwendung gebrauchter E-Autobatterien sicherstellen und eine Recyclingquote von mindestens 70 Prozent für den Batterierohstoff Lithium bis 2025 vorgeben. Hybridfahrzeuge, Wasserstoffantrieb sowie Bio- und strombasierte Kraftstoffe seien keine umweltfreundlichen Alternativen.

„Es muss sichergestellt werden, dass auch bei importierten Rohstoffen und Batterien nachweislich vergleichbare Umwelt- und Sozialstandards wie in der EU eingehalten werden“, sagt Thomas Fischer, Leiter des Bereichs Kreislaufwirtschaft bei der DUH. Für die Herstellung von Batterien solle ausschließlich Ökostrom verwendet werden. Die Lebensdauer von Batterien müsse durch Reparatur und Wiederverwendung verlängert werden, etwa durch den Einsatz gebrauchter E-Autobatterien als stationäre Stromspeicher.

Entscheidend seien zudem strenge Vorgaben zum „Second Life“ einer ausgemusterten, aber noch intakten Batterie beziehungsweise zur Sammlung defekter Altbatterien samt Sicherstellung einer mindestens siebzigprozentigen Kreislaufführung im Recyclingprozess. Ein Pfandsystem könne einen Anreiz zur Rückgabe von Lithium-Ionen-Batterien in Fahrzeugen und Elektrogeräten setzen. Damit ausgemusterte E-Auto-Batterien so lange wie möglich weiterverwendet werden, sollte nach DUH-Vorstellungen auch unabhängigen Unternehmen Zugang zu den Batterien ermöglicht werden und nicht ausschließlich den Herstellern.

Lars Wallerang

Tourismus in Deutschland erholt sich langsam

WIESBADEN – Im Juli 2021 haben die Beherbergungsbetriebe in Deutschland 48,2 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste gezählt. Das waren 6,0 % mehr Übernachtungen als im Juli 2020, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen am Donnerstag bekannt gibt.

Die Betriebe profitierten wie bereits im Juni 2021 davon, dass das Corona-bedingte Beherbergungsverbot für privatreisende Gäste ab Mai 2021 schrittweise aufgehoben worden war. Allerdings blieben die Übernachtungszahlen im Juli 2021 weiterhin unter dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019. Im Vergleich zum Juli 2019 verbuchten die Beherbergungsbetriebe 18,0 % weniger Übernachtungen.

red

Online-Banking: Noch ein Schub durch Corona

Online-Banking ist schon längst nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Spätestens durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen geschlossenen Bank-Filialen haben viele Verbraucher umgeschwenkt: Mittlerweile nutzen 86 Prozent der Deutschen Online-Banking. Dies zeigen Daten der aktuellen YouGov-Analyse „Bankkunden-Typen und ihre Online-Banking-Nutzung“.

Männer sind demnach unter den Nutzern etwas häufiger vertreten als Frauen (87 Prozent der Männer vs. 84 Prozent der Frauen). Der Altersvergleich zeigt, dass 35- bis 44-Jährige am häufigsten Online-Banking nutzen (90 Prozent), Befragte ab 55 Jahren am seltensten (83 Prozent).

Eine Zielgruppenanalyse anhand der sechs Typen der YouGov-Bankkunden-Typologie zeigt, dass die „Digitalen Finanzexperten“ als tech-affines Segment Online-Banking am häufigsten nutzen (94 Prozent). Die „Argwöhnischen Offliner“ und „Traditionellen Finanzexperten“ haben eine geringe Digital-Affinität und treffen die Aussage, Online-Banking zu nutzen, am seltensten (jeweils 78 Prozent).

Unter allen Befragten, die Online-Banking nutzen, ist das Tätigen von Überweisungen jene Funktion, die am häufigsten angewandt wird: 82 Prozent haben angegeben, dies in den letzten 12 Monaten genutzt zu haben. Es folgt das Überprüfen des Kontostandes (80 Prozent). Am dritthäufigsten, aber weiter abgeschlagen, wird das Verwalten von Daueraufträgen genannt (48 Prozent).

Auf die verschiedenen Bankkunden-Typen heruntergebrochen zeigt sich hier, dass jene drei oben genannten Funktionen auch von allen sechs Segmenten jeweils am häufigsten genutzt werden. Differenzen ergeben sich eher bei risikofreudigeren oder erklärungsbedürftigeren Produkten: So kaufen bzw. verkaufen 32 Prozent der „Digitalen Finanzexperten“, die Online-Banking nutzen, Wertpapiere. Unter jenen „Argwöhnischen Offlinern“ wiederum, die Online-Banking nutzen, sagen dies nur 2 Prozent.

Andreas Reiners / glp