Das denken die Deutschen über Camping-Urlaub

 Deutschland geht in die Sommerferien. Die Zelt-, Camping- und Stellplätze sind gut gefüllt. Dennoch halten es knapp vier von fünf (78 Prozent) der Deutschen für unwahrscheinlich, einen Camping-Urlaub zu machen, nur 18 Prozent halten es für wahrscheinlich. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage.

Unter jenen, die einen Camping-Urlaub für wahrscheinlich halten, geben 37 Prozent als Hauptgrund die geringere Ansteckungsgefahr auf einem Campingplatz an, da man an der frischen Luft sei. Weitere 37 Prozent sagen, dass sie beim Camping flexibel seien und bei Sicherheitsbedenken jederzeit den Ort wechseln könnten. Für 34 Prozent ist Camping-Urlaub eine finanziell attraktive Möglichkeit Urlaub zu machen.

Die Hälfte der Deutschen (50 Prozent) findet, das Camping-Urlaub zu wenig Komfort bietet. Im Altersvergleich sagen dies 18- bis 24-Jährige am häufigsten (59 Prozent) und Befragte ab 55 Jahren am seltensten (47 Prozent).

Dass sie in ihrem Urlaub auf alltägliche Pflichten, wie Kochen und Spülen, verzichten wollen, sagen knapp zwei Drittel der Deutschen (63 Prozent). Diese Aussage treffen die Befragten ab 55 Jahren am häufigsten (65 Prozent). Frauen sagen dies häufiger als Männer.

Ralf Loweg

Energiewende in Städten erlahmt

Photovoltaikanlagen auf Dächern gibt es hauptsächlich im ländlichen Raum. Städte hinken bei der Energiewende dagegen hinterher. Ein Bündnis aus elf Verbänden macht nun Druck auf die Bundesregierung. Sie soll das vor drei Jahren in Kraft getretene Mieterstromgesetz überarbeiten. Denn unzumutbare Hürden für die Anwender des Mieterstrommodells und ein unnötiger Bürokratieaufwand würden bewirken, dass nur etwa ein Prozent des gesetzlich möglichen Mieterstrompotenzials in der Praxis umgesetzt werden konnte.

Zu dem Bündnis gehören der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW, der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der Deutsche Mieterbund und der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DRGV).

„Kostengünstigen Solarstrom beziehen, der vor Ort umweltschonend im eigenen Wohnviertel erzeugt wird“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des GdW. Das bleibe für Bewohner von Mehrfamilienhäusern auch drei Jahre nach Verabschiedung des Mieterstromgesetzes der absolute Ausnahmefall. Das Modell sei zu bürokratisch und rechne sich nicht. „Die Energiewende kann nur gelingen, wenn die Verbraucher sich an ihrem Wohnort aktiv am Klimaschutz beteiligen können und davon profitieren.“ Mieterinnen und Mieter hier auszuschließen, sei ungerecht und kontraproduktiv.

Die Bundesregierung hatte im Herbst 2019 einen Vorschlag zur Anpassung des Mieterstromgesetzes vorlegen wollen, dies jedoch nicht getan. Anlässlich des dritten Jahrestages des Gesetzes am 25. Juli 2020 fordert das Bündnis die Bundesregierung deshalb auf, das nachzuholen.

Der vorgelegte Plan umfasst sieben Punkte: 1. Finanzielle Förderung von Eigenstromverbrauch und Mieterstromverbrauch gleichstellen – 2. Finanzielle Förderung muss bei Mietern und Selbstnutzern von Wohneigentum ankommen – 3. „Lokalstrom“ einführen – 4. Definition „räumlicher Zusammenhang“ weiter fassen – 5. Steuerliche Hemmnisse für Vermieter abbauen – 6. Genehmigungsfristen verkürzen – 7. Contractingmodelle mit Drittanbietern ermöglichen.

Lars Wallerang

E-Autos als Wirtschaftsfaktor

Die Zahl der Auslieferungen von E-Autos nimmt zu und das Kaufinteresse steigt. Das sorgt laut einer aktuellen Analyse trotz der wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 für eine positive Entwicklung am deutschen E-Mobilitäts-Markt.

Demnach stieg die Zahl neuzugelassener Elektrofahrzeuge im April, Mai und Juni 2020 in Deutschland um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. „Der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge an der Gesamtzahl der Neuzulassungen erreichte im kompletten ersten Halbjahr 2020 mit 16,7 Prozent einen neuen Rekord“, heißt es bei PwC Autofacts und Strategy&.

Besonders deutlich bemerkbar machen sich dabei die Plug-In-Hybride mit einem massiven Zuwachs von 257 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal – reine Elektrofahrzeuge legten immerhin um 23 Prozent zu.

„Die Entwicklung der E-Mobilität beweist in der Krise, dass der Weg in Richtung eines strategisch wichtigen Marktsegments nicht nur weiterverfolgt, sondern sogar beschleunigt wird“, so Felix Kuhnert, Global Automotive Lead bei PwC. „Setzt sich der Absatzerfolg elektrifizierter Fahrzeuge fort, so erreichen die europäischen Automobilhersteller voraussichtlich in diesem Jahr die neuen CO2-Grenzwerte der EU.“ Aktuell treffe die starke Nachfrage der Verbraucher auf ein noch begrenztes Angebot, beziehungsweise auf lange Lieferzeiten. Deshalb würden die Effekte der staatlichen Fördermaßnahmen in Deutschland erst im kommenden Jahr deutlicher zu spüren sein.

Rudolf Huber

Diese FinTech-Unternehmen sind am beliebtesten

Welche der größten deutschen FinTechs sind als Arbeitgeber am beliebtesten? Studierende des Masterstudiengangs Finance and Investments an der Berlin School of Business and Innovation (BSBI) sind dieser Frage nachgegangen. Dafür untersuchten sie insgesamt über 1.050 Mitarbeiterbewertungen von 20 der führenden Unternehmen auf den Online-Bewertungsplattformen Kununu und Glassdoor, die für das Ranking zusammengefügt wurden.

Am beliebtesten ist das Buchhaltungs-Start-up Zeitgold: 125 Mitarbeiter vergaben im Schnitt 4,8 Sterne. Überdurchschnittlich zufrieden sind auch rund 70 Arbeitnehmer der Bank Raisin (im Schnitt 4,5 Sterne). Scalable Capital, ein Unternehmen für Vermögensverwaltung, belegt mit durchschnittlich 4,4 Sternen den dritten Platz.

Insgesamt scheinen sich Mitarbeiter bei den größten deutschen FinTechs aber wohl zu fühlen. Weniger als drei Sterne erhielt kein Unternehmen. Auf die Mittelstandsfinanzierungs-Plattform FinCompare (drei Sterne basierend auf 65 Bewertungen) folgen die Direktbank N26 mit 3,3 Sternen (330 Bewertungen) und das Kreditvergleichsportal Smava mit 3,4 Sternen (rund 260 Bewertungen).

Andreas Reiners

 

Eine Billionen Euro: Deutsche halten immer mehr Geld auf dem Girokonto

Die Deutschen halten mehr Geld als je zuvor auf dem Girokonto. Mit mehr als einer Billion Euro erreichte das Girovolumen im April 2020 hierzulande ein historisches Rekordhoch und hat sich damit seit dem Jahr 2013 verdoppelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine heute erschienene Analyse des Fintech-Unternehmens Deposit Solutions. Mindestens 42 Prozent des Gesamt-Geldvolumens auf deutschen Konten – über 14.000 Euro pro Bundesbürger – bleiben damit unverzinst.

„Ein großer Teil der Ersparnisse der Deutschen bleibt unverzinst auf dem Girokonto liegen, statt zinsbringend auf Tages- oder Festgeldkonten angelegt zu werden. Damit entgehen den Sparern Jahr für Jahr Erträge – auch in Zeiten von Niedrigzinsen.“, sagt Dr. Tim Sievers, CEO und Gründer von Deposit Solutions. „Klar im Vorteil sind Kunden, deren Bank es ihnen ermöglicht, höher verzinste Tages- und Festgeldprodukte anderer Institute ganz einfach über das bestehende Konto zu nutzen.“

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit seinem Giro-Anteil im Mittelfeld. Während Niederländer und Franzosen mit 17 bzw. 33 Prozent wesentlich weniger Geld auf Girokonten halten, ist der Giroanteil in Italien und Spanien mit 67 bzw. 80 Prozent am höchsten.

red

Quelle: Deposit Solutions

Darum ist das Homeoffice so beliebt

Die Corona-Krise hat auch die Arbeitswelt verändert. Denn immer mehr Menschen zieht es an den heimischen Schreibtisch. Und das kommt an. Offenbar so gut, dass viele Arbeitnehmer gar nicht mehr ins Büro zurück wollen. Denn den Wechsel ins Homeoffice bewerten viele laut einer aktuellen Studie der Krankenkasse DAK als positive Erfahrung.

Demnach bedeutet das Homeoffice für viele deutlich weniger Stress: Fühlten sich vor der Corona-Pandemie 21 Prozent der Beschäftigten regelmäßig gestresst, waren es während der Corona-Krise nur 15 Prozent. Der Anteil der Erwerbstätigen, die nie oder nur gelegentlich gestresst waren, stieg von 48 auf 57 Prozent.

56 Prozent der Befragten, die mittlerweile regelmäßig zu Hause arbeiten, sagen außerdem, sie seien dort produktiver als im Büro. Zwei Drittel erklärten, sie könnten Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren. Und ähnlich viele freuen sich über den Zeitgewinn, seit das Pendeln zum Arbeitsplatz weggefallen ist.

Viele Betroffene wollen das Homeoffice nicht mehr missen: 76,9 Prozent der Beschäftigten, die seit der Corona-Krise regelmäßig in der eigenen Wohnungen arbeiten, möchten diese Arbeitsform auch in Zukunft – zumindest teilweise – beibehalten.

Ralf Loweg

Mitpreisbremse: Eine ernüchternde Analyse

Wie wirkungsvoll ist die Mietpreisbremse wirklich? Seit fünf Jahren gilt sie in deutschen Kommunen mit angespanntem Wohnungsmarkt. Eine Zwischenbilanz ist allerdings ernüchternd, denn die Mieten steigen teilweise weiterhin stark an. Das zeigt eine aktuelle Immowelt-Analyse.

Demnach sind die Angebotsmieten in 39 von 40 untersuchten Großstädten seit Einführung des Gesetzes weiter gestiegen, in 37 davon sogar mit einem prozentual zweistelligen Wachstum. Für die Analyse wurden die Angebotsmieten von Wohnungen (40 bis 120 Quadratmeter) in Großstädten mit Mietpreisbremse jeweils im ersten Halbjahr 2010, 2015 und 2020 untersucht.

Mit der Mietpreisbremse sollen der Preisanstieg eingedämmt werden. Zunächst sollten die Regelungen nur bis Ende 2020 gelten, die Große Koalition entschied sich jedoch dafür, die Mietpreisbremse um weitere fünf Jahre zu verlängern.

Am stärksten sind die Kaltmieten in Berlin gestiegen: ein Plus von 44 Prozent seit 2015 – und damit genauso stark wie im gleichen Zeitraum vor Einführung des Gesetzes. Als Folge wurde im Februar dieses Jahres mit dem Mietendeckel ein weiteres Instrument zur Eindämmung der Preissteigerungen eingeführt.

Auch in weiteren angespannten Wohnungsmärkten zeigt die Mietpreisbremse kaum Wirkung: In München kletterten die Preise seit der Einführung um 30 Prozent. In Düsseldorf und Stuttgart beträgt der Anstieg jeweils 24 Prozent. Insgesamt sind die Anstiege nach Einführung der Mietpreisbremse in 26 Städten geringer als vorher. In vielen sind die Unterschiede allerdings gering. In Hannover ist die Steigerung zum Beispiel von 24 auf 23 Prozent zurückgegangen, in Nürnberg von 24 auf 22 Prozent.

Andreas Reiners

Kein Hausbesuch im Home-Office

Eine Arbeitsweise setzt sich durch: Noch nie waren so viele Mitarbeiter im Home-Office tätig wie seit Beginn der Corona-Pandemie. Doch die moderne Heimarbeit wirft auch viele Fragen auf. Etwa die, inwieweit der Chef seine Mitarbeiter kontrollieren darf. Die ARAG Experten wissen, was erlaubt ist.

Die Überwachungsmöglichkeiten im digitalen Zeitalter sind vielfältig. Per Videokamera, Smartphone-Ortung oder GPS-Sender am Dienstfahrzeug des Mitarbeiters könnte sich der Vorgesetzte ein Bild von dessen Arbeitsmoral machen. Der Angestellte ist aber durch die allgemeinen Persönlichkeitsrechte im Home-Office geschützt. „Ohne einen auf konkreten Tatsachen gegründeten Verdacht darf ein Arbeitnehmer daher seine Mitarbeiter nicht zu Hause überwachen“, so die Experten.

Wird der Angestellte aber beispielsweise im Kino gesehen, während er eigentlich am heimischen Schreibtisch fleißig sein sollte, sieht die Sache anders aus. Hier könnte der Chef überprüfen oder überprüfen lassen, ob der Mitarbeiter regelmäßig während der vereinbarten Arbeitszeit das Haus verlässt.

Klar ist auch: Unangemeldet darf nicht mal ein Gerichtsvollzieher in die Wohnung. Und der Chef schon gar nicht. Auch wenn sein Hausbesuch durch eine Klausel im Arbeitsvertrag festgehalten sein sollte, ist sie im Zweifelsfall nichtig. Hier greift der Schutz der eigenen Wohnung, der sogar in Artikel 13 des Grundgesetzes festgehalten ist. Leben noch weitere Personen im Haushalt, haben auch sie Hausrecht und können – selbst wenn der Mitarbeiter einverstanden wäre – den Chef an der Wohnungstür abweisen.

Rudolf Huber

Recyling ist auch in der Freizeit wichtig

Auch außerhalb der eigenen vier Wände ist Mülltrennung wichtig. Sei es beim Ausflug an den See oder beim Picknick im Park: Jeder kann damit im Sommer ganz einfach einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, der nachhaltig wirkt.

Noch immer werden beim Wandern, Grillen oder Picknicken leere Verpackungen von Eiscremes und Sonnenmilch, Getränkekartons oder Kronkorken häufig ungetrennt in öffentlichen Restmülltonnen entsorgt oder sogar in der Natur liegen gelassen. Dieses Verhalten belastet nicht nur die Umgebung und die Ökosysteme, den Wertstoffkreisläufen gehen dadurch auch wertvolle Rohstoffe verloren. Mit der Mitnahme der Abfälle nach Hause und der richtigen Entsorgung kann ein wichtiger Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz geleistet werden, so die Kampagne „Mülltrennung wirkt“ der dualen Systeme.

Abfalltrennung ist eine wichtige Voraussetzung für funktionierendes Recycling und dessen positive Umwelteffekte. So hat das Öko-Institut in Freiburg berechnet, dass durch das Recycling von Verpackungen aus dem Gelben Sack und der Gelben Tonne, Glas sowie Papier, Pappe und Karton in Deutschland jährlich rund 3,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden. Das entspricht den Emissionen einer Stadt in der Größe von Bonn im gleichen Zeitraum.

Deshalb sollten alle Verpackungen, die im Freien anfallen, je nach Material in die entsprechenden Abfallbehälter entsorgt werden. Lebensmittelreste oder Windeln, Einweggrills und Plastikgeschirr gehören in die Restmülltonne.

Jede Tonne Recyclingkunststoff, die anstelle von neu produziertem Kunststoff zum Einsatz kommt, vermeidet zwischen 1,5 und 3,2 Tonnen klimarelevanter Treibhausgase, heißt es bei der Kampagne. Und die Produktion von Recyclingpapier verbraucht nur ein Drittel der Energie und etwa ein Fünftel des Wassers, das für die Produktion von Frischfaserpapier benötigt wird.

Rudolf Huber

Corona: Gastgewerbeumsatz im Mai gestiegen – aber 65 % unter dem Vorkrisenniveau

red

Quelle: Bundesamt für Statistik