Studie: Frauen sind die besseren Chefs

Eine neue Studie in Schweden räumt mit alten Denkmustern auf. Dabei geht es um neun Führungseigenschaften, die den Geschlechtern zugeordnet werden. Fazit: Frauen sind die besseren Chefs.

Als typisch männlich gelten laut Studie “autoritär”, “selbstsicher” und “kämpferisch”. “Kompetent”, “mutig” und “ergebnisorientiert” laufen unter “neutral”, typisch weiblich sind “flexibel”, “umsichtig” und “teamfähig”.

Rund 5.500 Mitglieder der Chefgewerkschaft sind dann für die Studie des Sozialforschungsinstituts der Universität Stockholm nach ihren Prioritäten befragt worden. Dabei kam heraus, dass eine Führungskraft heute kein riesiges Selbstbewusstsein haben muss und schon gar keine Rambo-Allüren im Kampf gegen Konkurrenten und Kollegen. Wichtiger sind demnach vor allem Kompetenz und Kooperations-Willigkeit.

Auch wenn Kompetenz weder als typisch weiblich, noch typisch männlich gilt, wird sie eher Frauen zugeordnet, genau wie die Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Dabei kommt die Studie zu dem Schluss, dass Frauen in Führungspositionen als kompetenter gelten, weil sie sich auf ihrem Weg nach oben zumeist gegen mehr Widerstände behaupten müssen als Männer.

Ralf Loweg

 

Neue VDA-Chefin mit grünem Touch?

Die Suche der deutschen Automobilhersteller ist offenbar abgeschlossen: Nachdem Namen wie Sigmar Gabriel und Günther Oettinger aufploppten und wieder in der Versenkung verschwanden, scheint der Verband der Automobilindustrie (VDA) jetzt fündig geworden zu sein. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll die bisherige Innogy-Netzchefin Hildegard Müller den ausscheidenden Bernhard Mattes beerben.

Die 52-jährige Diplom-Kauffrau aus Rheine im Münsterland war am 10. November überraschend und mit sofortiger Wirkung von ihrem Posten als Vorstand für Netz & Infrastruktur von Innogy ausgeschieden – “im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat”, wie das Unternehmen mitteilte.

Hildegard Müller war laut Gabor Steingarts “Morning Briefing” Ende der neunziger Jahre Chefin der Jungen Union, dann avancierte sie zur Staatsministerin im Bundeskanzleramt von Angela Merkel. Bis heute soll sie in CSU und CDU gut vernetzt sein.

Und: Sie bringt auch einen grünen Touch mit. Schließlich war die potenzielle VDA-Chefin als Vorstandsmitglied der RWE-Tochter Innogy zuletzt für die Ladeinfrastruktur von E-Autos zuständig. “Ihr Gesprächsfaden zu den Grünen ist intakt”, konstatiert Medien-Profi Steingart. Das sei für sie ein Pluspunkt im Kandidaten-Poker gewesen. Denn die Autobosse würden auf eine schwarz-grüne Koalition in Berlin setzen.

Rudolf Huber

Kahlschlag in Raten: Audi baut 9.500 Stellen ab

Die Mitteilung aus dem Hause Audi klingt zunächst wie ein Widerspruch in sich: Die Marke mit den vier Ringen gibt dem Betriebsrat eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2029 und schließt bis dahin auch betriebsbedingte Kündigungen aus. Gleichzeitig will die VW-Tochter bis zum Jahr 2025 rund 9.500 Stellen abbauen.

Des Rätsels Lösung, zusammengefasst in einem Vertragswerk namens Audi.Zukunft: Die betroffenen Jobs sollen laut Personalvorstand Wendelin Göbel “entlang der demografischen Kurve” wegfallen, also möglichst durch Fluktuation und ein neues Vorruhestandsprogramm. “Im Management findet ein prozentual gleichwertiger Abbau statt”, so der oberste Personaler weiter. Trotzdem will Audi auch in den kommenden Jahren neue Mitarbeiter einstellen, etwa bis zu 2.000 neue Experten für Elektromobilität und Digitalisierung.

“Beide Seiten haben bewiesen, dass die Verantwortung für die Zukunft der Vier Ringe und ihrer Mitarbeiter im Fokus steht”, sagt Audi-Chef Bram Schot. Und der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Peter Mosch erklärt: “Wir haben einen wichtigen Meilenstein erreicht: Die Arbeitsplätze der Stammbelegschaft sind sicher!” Die Verlängerung der Beschäftigungsgarantie sei ein großer Erfolg in schwierigen Zeiten

Rudolf Huber

Steuersystem vor neuer Herausforderung

Vor 100 Jahren wurde das deutsche Steuersystem grundlegend umgestaltet. Das war der desaströsen Lage der öffentlichen Finanzen nach dem Ersten Weltkrieg geschuldet. Im Jahr 2019 steht das System vor ganz neuen Herausforderungen. Das sagt jedenfalls das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin.

In den vergangenen beiden Jahrzehnten habe liberale Agenda-Politik im Vordergrund der Steuerpolitik gestanden, getrieben durch Strukturprobleme, Internationalisierung und Steuerwettbewerb. Zuletzt spielten Verteilungsgesichtspunkte eine größere Rolle. Vor allem die hohen Belastungen der Arbeitseinkommen durch Sozialbeiträge und Einkommensteuer werden zunehmend als Problem gesehen, sowohl für die Verteilung, als auch für die wirtschaftliche Entwicklung. Zur Finanzierung von Entlastungen gibt es derzeit Überlegungen, die vermögensbezogenen Steuern oder die Spitzensteuersätze zu erhöhen.

Neben den Verteilungsfragen bedeuten auch Globalisierung, Digitalisierung, demografischer Wandel, Zuwanderung und Klimaschutz langfristig große Herausforderungen für die öffentlichen Finanzen. “Die internationale Integration von Wirtschaft und Finanzmärkten sowie die zunehmende Digitalwirtschaft erfordern Anpassungen der Besteuerungsgrundlagen, die international koordiniert werden müssen”, sagt Studienautor Stefan Bach vom DIW.

Soweit aber keine größeren Einsparungen auf der Ausgabenseite der öffentlichen Haushalte durchgeführt werden, seien künftig keine substanziellen Senkungen der Steuer- und Abgabenbelastung zu erwarten. “Der Wunsch nach Vereinfachung ist verständlich, die Sehnsucht nach der Steuererklärung auf dem Bierdeckel weit verbreitet.” Das sei aber mit den wirtschaftlichen Anforderungen und der Steuergerechtigkeit schwer zu vereinbaren.

Lars Wallerang

 

Der Süden zieht Fachkräfte an

Vor allem im Landkreis München und der Stadt Mainz finden arbeitslose Fachkräfte nach einem Umzug neue Jobs. Im vergangenen Jahr haben über 200.000 Arbeitslose ihren Wohnort verlassen, um in einer anderen Region zu arbeiten. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln hat hierzu Stadt- und Landkreise untersucht.

Generell gilt: Wer gelernte Fachkraft für Lagerlogistik ist, braucht sich um seine berufliche Zukunft eigentlich kaum Sorgen zu machen: In vierzehn der sechzehn Bundesländer besteht ein Engpass in diesem Beruf – nur in Berlin und Bremen gibt es für diese Fachkräfte nicht genügend Jobs, teilt das IW mit. Ein Umzug in eine andere Region könne sich für diese und viele andere Arbeitssuchende lohnen.

Insgesamt hätten nur 112 der 401 untersuchten Stadt- und Landkreise einen positiven Fernsaldo, so das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft. Auch einige große Städte verlören Arbeitskräfte an entfernte Regionen, beispielsweise Berlin. Besonders in Gera, Herne und im Landkreis Kusel im Pfälzer Bergland scheine es kaum berufliche Perspektiven für Arbeitslose zu geben. Hier nehmen deutlich mehr Arbeitslose eine Beschäftigung in der Ferne auf, als dass neue Fachkräfte zuziehen. Diese drei Kreise liegen in Regionen, die strukturelle Schwierigkeiten haben.

“Wenn es besser gelingen würde, arbeitslose Fachkräfte und offene Stellen überregional zusammenzubringen, hätten 2018 bis zu 98.000 Stellen sofort besetzt werden können”, sagt Studienautor Alexander Burstedde. Gerade für Unternehmen mit Bewerbermangel liege hier eine echte Chance. “Die Unternehmen sollten überregionale Rekrutierung nutzen und gezielt um Arbeitsuchende aus anderen Regionen werben.”

Lars Wallerang

Elektro-Exporte legen zu

Nach der Stagnation im Vormonat konnten die deutschen Elektro-Exporte im September 2019 um 2,0 Prozent gegenüber Vorjahr auf 18,2 Milliarden Euro zulegen. In den gesamten ersten drei Quartalen 2019 erreichten die Branchenausfuhren ein Volumen von 160,4 Milliarden Euro – ein Plus von 3,2 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum.

“Damit bleiben die Exporte praktisch die einzige Größe, die sich in den ersten drei Quartalen positiv entwickelt hat. Auftragseingänge, Produktion und Umsatz gaben dagegen allesamt nach”, sagte Dr. Andreas Gontermann, Chefvolkswirt des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie.

Batteriezentrum: Fall für den Rechnungshof

Der Streit über die Vergabe eines Batterieforschungszentrums an die Uni Münster schwelt weiter. Der Vorwurf: Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) soll Einfluss genommen haben. Nach Informationen von NDR, WDR und SZ schaltet sich nun der Bundesrechnungshof ein.

Andere Standorte wie Ulm, Salzgitter, Dresden oder Augsburg hatten sich ebenfalls beworben. Manche hatten dabei in einer Bewertung des Fraunhofer-Instituts zunächst sogar besser abgeschnitten als Münster. Münster liegt allerdings in unmittelbarer Nachbarschaft zu Ministerin Karliczeks Wahlkreis. Übrigens: Das 500 Millionen Euro teure Forschungszentrum wird mit Steuergeld finanziert.

Ministerin Karliczek war zuletzt auch innerhalb der eigenen Partei mit Rücktrittsforderungen konfrontiert worden. Mit Blick auf die Vorwürfe kritisierte die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) in der Stuttgarter Zeitung: “Wenn sich das bestätigt, worauf alles hindeutet, ist Karliczek als Bundesforschungsministerin nicht mehr tragbar.”

Ralf Loweg

 

Deutsche Thomas Cook wird zerschlagen

Der insolvente Thomas-Cook-Konzern soll in Einzelteilen verkauft werden. Das Warenhaus Galeria Karstadt Kaufhof will einen Großteil der Reisebüros übernehmen – 500 Arbeitsplätze sollen so gerettet werden.

“Wir haben alles versucht, Thomas Cook als Ganzes zu veräußern. Das war allerdings im Markt nicht zu realisieren”, sagte Ottmar Hermann, einer der vorläufigen Insolvenzverwalter. Nach Unternehmensangaben sollen durch die Übernahme mehr als 500 Arbeitsplätze gesichert werden, berichtet tagesschau.de.

Die deutsche Thomas Cook war in den Sog der Pleite der britischen Mutter geraten und stellte am 25. September 2019 Insolvenzantrag. Das Unternehmen hatte alle Reisen für 2020 abgesagt, auch wenn sie bereits ganz oder teilweise bezahlt sind.

Ralf Loweg

Unglücksflieger Boeing 737 Max heiß begehrt

 Verkehrte Welt unter den Wolken: Obwohl der Unglücksflieger 737 Max am Boden bleiben muss, steigt die Nachfrage aktuell an. So soll Flugzeugbauer Boeing auf der Luftfahrtmesse in Dubai Aufträge für 50 Maschinen seines zurzeit mit einem Flugverbot belegten Modells 737 Max erhalten haben.

Die kasachische Air Astana, die bereits Kunde für das Konkurrenzmodell A320neo von Airbus ist, hat nach eigenen Angaben eine Vereinbarung zum Kauf von 30 Max-Maschinen unterzeichnet. Der Auftrag ist ein absoluter Überraschungs-Coup für Boeing und hat einen Wert von umgerechnet 3,2 Milliarden Euro.

Darüber hinaus soll es eine weitere Bestellung geben. Der Auftrag bestehe aus zehn 737 Max 7 und zehn 737 Max 10. Um wen es sich bei dem Kunden handelt, wurde zunächst nicht gesagt. Die Aufträge sind für Boeing von entscheidender Bedeutung, da die 737 Max als das meistverkaufte Flugzeugmodell des US-Konzerns nach zwei Abstürzen weltweit am Boden bleiben muss.

Der Verkauf des Flugzeugs kam seither zum Erliegen, die Boeing-Papiere an der Börse verloren deutlich an Wert. Bleibt zu hoffen, dass sich das Geschäft nicht als Luftnummer entpuppt, um den Aktienkurs wieder etwas in die Höhe zu treiben.

Ralf Loweg

PC-Konzern HP lehnt Übernahme ab

Der PC-Konzern Hewlett Packard hat das Übernahmeangebot des Kopierer- und Druckerspezialisten Xerox abgelehnt – lässt aber die Tür für einen Deal offen. Der HP-Verwaltungsrat sei zu dem Schluss gekommen, dass die Offerte den Wert von HP nicht ausreichend widerspiegele und nicht im besten Interesse der HP-Aktionäre sei, teilte HP mit. Allerdings bleibe HP offen für Gespräche über einen Zusammenschluss.

Zuletzt war von einer umgerechnet fast 30 Milliarden Euro schweren Offerte die Rede. Xerox bot demnach pro HP-Aktie 17 US-Dollar plus jeweils 0,137 eigene Anteilsscheine – was einem Gesamtgebot von rund 22 Dollar entsprechen soll.

Das Größenverhältnis der Firmen beim Börsenwert wäre sehr ungewöhnlich für einen Zusammenschluss: Xerox bringt selbst nur rund neun Milliarden Dollar auf die Waage.

Ralf Loweg

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