Wirtschaft erholt sich rasant

Schneller als ursprünglich gedacht erholt sich die Wirtschaft von der Pandemie. „Die Wirtschaft hat die Corona-Krise bereits abgehakt“, schlussfolgert die international tätige Management-Beratung Horvath in der Studie „CxO Priorities 2021“. Zwei Drittel des Topmanagements auf Vorstands- und Geschäftsführungsebene würden ein Anziehen der Geschäfte verzeichnen und schon zum Jahresende mit einer Rückkehr zum Vorkrisenniveau rechnen.

Über alle Branchen hinweg zeichne sich somit eine weit schnellere Erholung ab als noch vor zwölf Monaten vorhergesagt. „Die Digitalisierung des eigenen Unternehmens ist nach Aussagen der obersten Führungsriege aber noch längst nicht abgeschlossen – ganz im Gegenteil: die (weitere) digitale Transformation hat für 69 Prozent der Studienteilnehmer und -teilnehmerinnen oberste Priorität und steht damit auf Platz eins der Managementagenda“, berichten die Referenten der Studie.

Mit 51 Prozentpunkten folgt in der diesjährigen Befragung die Ausrichtung des Unternehmens auf Nachhaltigkeit. Dieses Thema hat seit der Befragung vor einem Jahr enorm an Bedeutung gewonnen, als lediglich 14 Prozent der Befragten eine stärkere Orientierung auf ökologisch nachhaltige Strategien und Aktivitäten für sehr wichtig erachteten. Dies sind Ergebnisse einer Umfrage der Managementberatung Horvath unter 250 Vorständen und Geschäftsführern aus elf Branchen und 26 Ländern.

„Im vergangenen Jahr waren Nachhaltigkeitsstrategien und -aktivitäten durch die Corona-Krise stark in den Hintergrund gerückt, während die Digitalisierung – im Lockdown auch aus der Not heraus – weiter vorangetrieben wurde“, sagt Dr. Ralf Sauter, Partner bei Horvath. Gleichzeitig hätten sich länderübergreifend gesetzliche Vorgaben in Richtung „Sustainability“ verschärft.

„Die Unternehmen stehen jetzt unter enormem Handlungsdruck, sich kurzfristig auf die neuen Gegebenheiten einzustellen und Wege zur CO2-Reduktion beziehungsweise Dekarbonisierung zu finden, um die von der Politik vorgegebenen Ziele Richtung Klimaneutralität zu erreichen“, erklärt Sauter. Dem Experten zufolge wird die Arbeit des Topmanagements künftig auch verstärkt an Nachhaltigkeitszielen gemessen, weshalb schon jetzt eine Vielzahl neuer Projekte ins Leben gerufen wird.

Bereits an dritter Stelle der wichtigsten Agendathemen stehen Mitarbeiterbelange und „New Work“-Themen, also neue Formen der Zusammenarbeit wie Remote-Arbeit, agiles Arbeiten oder auch Changemanagement. Mehr als ein Drittel der Topmanager bewertet diesen Bereich als sehr wichtig, weitere 40 Prozent als wichtig.

„Um Transformationen erfolgreich umzusetzen, bedarf es flexibler und agiler Strukturen“, so Horvath-Partner Heiko Fink, Experte für Unternehmenstransformationen. „Die Digitalisierung hat die interdisziplinäre Zusammenarbeit erleichtert.“ Jetzt gehe es darum, hybride Formate zu etablieren, die durch Homeoffice gelockerten Hierarchien nicht gleich wieder zu zementieren und alle Mitarbeiter auf die neuen strategischen Ziele zu fokussieren.

Programme zur Kostenoptimierung liegen der Studie zufolge trotz der krisenbedingten Umsatzeinbrüchen knapp hinter Arbeitskultur-Themen auf Rang vier der Prioritätenliste. 36 Prozent der Topmanager arbeiten an der Anpassung der Kosten- und Erlösstrukturen gerade mit sehr hoher Priorität, weitere 39 Prozent mit hoher Priorität. Dieses im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Ergebnis ist laut Fink der schnellen wirtschaftlichen Erholung geschuldet.

Lars Wallerang / glp

Einzelhandel verliert Kunden auch nach Corona

Die Chancen für ein Abebben der Corona-Pandemie stehen gut. Doch wirtschaftlich gibt es eine Schneise der Verwüstung. Der Einzelhandel könnte dauerhaft unter der Pandemie leiden. Experten halten es für möglich, dass ein Viertel der Kunden für immer wegbleibt. Der aktuelle „The Shape of Retail“-Report von „Alvarez und Marsal“ sowie „Retail Economics“ zeigt, dass Verbraucher in Deutschland ihre Besuche im stationären Einzelhandel dauerhaft um 24,7 Prozent reduzieren wollen.

Damit würden sich deutsche Konsumenten im europäischen Vergleich noch konservativ verhalten, teilen die Forscher mit. Das Einkaufsverhalten ändere sich langsamer, doch auch hierzulande habe die Pandemie bestehende Trends beschleunigt.

In Deutschland geben 72,9 Prozent der Verbraucher an, dass ihr Einkaufsverhalten sich durch die Pandemie gar nicht (53,3 Prozent) oder nur temporär (19,6 Prozent) verändert habe. Dementsprechend wollen 64,8 Prozent der Befragten lokale Geschäfte genauso oft (54,3 Prozent) oder sogar öfter (10,5 Prozent) als vor Covid-19 besuchen.

35,3 Prozent der Kunden dagegen wollen ihre Besuche reduzieren, was bei 16,8 Prozent daran liegt, dass sie insgesamt weniger ausgeben wollen. Netto resultiert aus diesen Zahlen ein erwarteter Rückgang der Besuche im stationären Handel um 24,7 Prozent. Händler müssen also mehr denn je zuvor die Verwendung und Rentabilität ihrer Ladenflächen überdenken.

Lars Wallerang / glp 

Deutsche wollen früher in Rente

Mehr als die Hälfte der Deutschen kann sich einen vorgezogenen Ruhestand vorstellen. Dies geht aus einer Umfrage durch das Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) hervor. Fast ein Viertel der Menschen in Deutschland (23,5 Prozent) hat die feste Absicht, vor dem gesetzlichen Rentenalter den Ruhestand anzutreten. Hinzu kommen weitere 35,1 Prozent, die sich einen vorgezogenen Renteneintritt zumindest vorstellen können. Damit sind mehr als die Hälfte der deutschen Bürger (58,6 Prozent) potenzielle Frührentner.

„Dass sich viele Menschen mit einem vorzeitigen Ruhestand beschäftigen, überrascht nicht“, sagt Professor Dr. Michael Heuser, Wissenschaftlicher Direktor des DIVA. Doch die reale Entwicklung zeige das Gegenteil: Das Renteneintrittsalter wurde in den letzten Jahren schrittweise angehoben. „Und auch perspektivisch müssen im gesetzlichen Rentensystem immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner aufkommen.“ Deshalb müssten jüngere Erwerbstätige sogar damit rechnen, dass ihr Renteneintrittsalter von aktuell 67 Jahren noch weiter nach oben gesetzt wird.

Ein frühzeitiger Ruhestand muss allerdings auch finanziert werden. Dabei kommen verschiedene Strategien zum Einsatz, die teilweise auch kombiniert werden. „Ein Viertel der potenziellen Frührentner (26,1 Prozent) sichert sich mit zusätzlichen Rentenzahlungen ab, beispielsweise den staatlich geförderten Riester- oder Rürup-Renten“, teilt das DIVA mit. Ein weiteres Viertel (26,2 Prozent) plane die Finanzierung mit Vermögensanlagen wie etwa vermieteten Immobilien oder Aktienfonds. 28,6 Prozent besäßen eine selbstgenutzte Immobilie und rechneten mit den gesparten Mietausgaben. Knapp ein Drittel (30,8 Prozent) nehme für die vorzeitige Rente zudem Einschränkungen bei den Ausgaben in Kauf.

„Allein aufgrund der geburtenstarken Jahrgänge ist selbst ein Renteneintritt mit 67 Jahren nicht mehr haltbar, wenn der Steuerzuschuss und mit ihm die Staatsschulden nicht ausufern sollen“, sagt der Experte. Das alles stehe in einem krassen Widerspruch zum Wunsch der meisten, schon früher in Rente zu gehen.

Lars Wallerang / glp

Studie: Elektro-Wandel kommt mit Tempo

Der Wandel vom Verbrenner hin zum reinen Elektroauto wird sich beschleunigen und früher kommen als erwartet. Das ist das Ergebnis der Studie „Die Zukunft der E-Mobilität in Deutschland“, die von der Strategie- und Marketingberatung Simon-Kucher & Partners durchgeführt wurde. 1.000 Fahrzeugbesitzer in Deutschland wurde zu den Erwartungen an E-Mobilität, zum öffentlichen und privaten Laden sowie zu Kaufpräferenzen und Zahlungsbereitschaften befragt.

„Mit steigender Reichweite nähert sich die Nutzung von reinen Elektroautos immer mehr dem Verbrenner an, wobei die Reichweiten noch um etwa 40 Prozent zulegen müssen. Elektrofahrzeuge werden voraussichtlich zwischen 2023 und 2026 für die breite Masse attraktiv“, sagt Dr. Martin Gehring, Senior Partner und Automobilexperte bei Simon-Kucher.

Die Zahlungsbereitschaft für ein vollelektrisches Auto zeigt, dass in vielen Kategorien bereits preislich passende Angebote für Elektrofahrzeuge vorhanden sind und zwar schon vor der staatlichen Kaufprämie. Kompaktwagen (25 Prozent) und SUVs (21 Prozent) sind dabei die gefragtesten Fahrzeugkategorien. Zudem sollte eine Wallbox beim Kauf inkludiert sein, denn laut Studie würden 72 Prozent der Konsumenten dies bei der freien Konfiguration eines vollelektrischen Autos präferieren.

Die Möglichkeiten des Autokaufs reichen von traditionellen Händlern, E-Commerce-Hub und Abholung, dem mobilen Händler über Showrooms bis hin zum Hyperstore. Sowohl Fahrer als auch Interessenten von Elektrofahrzeugen bevorzugen mit knapp 50 Prozent den traditionellen Handel. Traditionelle Händler bleiben relevant, jedoch steige gerade im städtischen Umfeld das Interesse an neuen Kauferlebnissen, heißt es.

Ladeanbieter müssen mit neuen Preis- und Bezahlmodellen überzeugen, um im wachsenden Wettbewerb von Ladestromangeboten zu bestehen. Für Ladestationsbetreiber ergeben sich neue Chancen: Denn die nächste Generation der Fahrer von Elektrofahrzeugen bleibt zwar weiterhin an vertragsbasierten Preismodellen für öffentliches Laden interessiert, ist aber auch offen für andere Preismodelle, wie zum Beispiel Park und Charge, Preis pro Sitzung oder Abonnements.

Insbesondere das Laden an öffentlichen Ladepunkten und Tankstellen mit Gastronomieangebot sowie das Laden bei der Arbeit und beim Einkaufen gewinnen stark an Bedeutung. Das Laden zu Hause wird demzufolge relativ betrachtet an Bedeutung verlieren.

Andreas Reiners / glp

Teurere Energie treibt Inflation in Deutschland auf über 2 Prozent

Die Inflation in Deutschland steigt − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Juni 2021 bei +2,3 %. Nach dem kontinuierlichen Anstieg seit Jahresbeginn hat sich die Inflationsrate damit leicht abgeschwächt (Mai 2021: +2,5 %). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Mai 2021 um 0,4 %. Preistreiber war vor allem der Bereich Energie.

Energie verteuerte sich binnen Jahresfrist weiterhin kräftig um 9,4 %

Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich von Juni 2020 bis Juni 2021 überdurchschnittlich um 3,1 %. Die Preise für Energieprodukte lagen dabei mit +9,4 % weiterhin deutlich über der Gesamtteuerung, nach +10,0 % im Mai 2021. Hier wirkten sich neben dem aktuellen Anstieg der Energiepreise auch temporäre Sondereffekte erhöhend auf die Teuerungsrate aus, insbesondere die zu Jahresbeginn eingeführte CO2-Abgabe sowie die niedrigen Preise für Energieprodukte vor einem Jahr (Basiseffekt). Besonders günstig waren damals Mineralölprodukte. Teurer binnen Jahresfrist wurden daher vor allem Heizöl (+42,5 %) und Kraftstoffe (+23,5 %). Die Strompreise blieben unverändert.

Nahrungsmittel verteuerten sich gegenüber Juni 2020 unterdurchschnittlich um 1,2%

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im Juni 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat unterdurchschnittlich um 1,2 %, nach +1,5 % im Mai 2021. Günstiger als ein Jahr zuvor war frisches Gemüse mit -2,3 %. Die meisten Nahrungsmittelgruppen weisen einen moderaten Preisanstieg auf, zum Beispiel Fleisch und Fleischwaren (+0,6 %). Merklich teurer wurden Speisefette und Speiseöle (+5,6 %). Darüber hinaus verteuerten sich unter den Waren auch Bekleidungsartikel (+3,6 %) und Fahrzeuge (+3,1 %). Billiger wurden dagegen unter anderem Mobiltelefone (-5,8 %).

Inflationsrate ohne Energie bei +1,6 %

Die Preiserhöhungen bei den Energieprodukten gegenüber dem Vorjahresmonat haben sich deutlich auf die Inflationsrate ausgewirkt: Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate im Juni 2021 bei +1,6 % gelegen, ohne Heizöl und Kraftstoffe nur bei +1,5 %.

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist um 1,6 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im Juni 2021 um 1,6 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aufgrund des großen Anteils an den Konsumausgaben der privaten Haushalte bedeutsamen Nettokaltmieten verteuerten sich um 1,4 %. Des Weiteren stiegen unter anderem die Entgelte für Glücksspiele (+15,1 %), die Preise für Leistungen sozialer Einrichtungen (+5,5 %) sowie Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+3,7 %). Günstiger waren hingegen zum Beispiel Bahntickets (-3,4 %) und Telekommunikationsdienstleistungen (-1,1 %).

Preise gegenüber dem Vormonat um 0,4 % gestiegen

Im Vergleich zum Mai 2021 stieg der Verbraucherpreisindex im Juni 2021 um 0,4 %. Die Preise für Energieprodukte zogen um 0,8 % an, insbesondere wurden Heizöl (+3,3 %) und Kraftstoffe (+1,7 %) teurer. Die Preise für Nahrungsmittel gingen hingegen leicht zurück (-0,4 %). Vor allem für frisches Gemüse mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher weniger bezahlen als im Vormonat (-5,4 %).

red

Quelle: Statistisches Bundesamt

Stimmung der Unternehmer steigt

„Endlich wieder Optimismus“ – die Konjunktur-Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln fällt nach der tiefen Talsohle wieder positiv aus. Demnach wollen die meisten Unternehmen mehr produzieren, mehr Mitarbeiter einstellen und mehr investieren. 51 Prozent der Unternehmen rechnen nunmehr für das Jahr 2021 mit einer höheren Produktion, nur 15 Prozent planen, weniger zu produzieren als im Vorjahr.

Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Branchen: „Die Industrie musste zu Beginn der Pandemie besonders starke Produktionsrückgänge verkraften“, teilt das IW mit. „Jetzt schauen 59 Prozent der Firmen optimistisch in die Zukunft – und das, obwohl noch immer wichtige Bauteile wie Chips nicht lieferbar sind.“

Im Dienstleistungssektor schaut etwa jedes zweite Unternehmen optimistisch in die Zukunft, nur 13 Prozent der Firmen erwarten für 2021 eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorjahr. Die Bauwirtschaft wiederum ist zurückhaltender: Nur 37 Prozent der Unternehmen sind optimistisch für das Gesamtjahr 2021, 25 Prozent erwarten eine schlechtere Geschäftslage als im Vorjahr.

Das liege vor allem daran, dass die Branche deutlich besser durch die Krise gekommen sei als andere, eine deutliche Verbesserung wäre deshalb nicht zu erwarten, erklären die Experten. Zudem seien viele Baumaterialien knapp oder gar nicht lieferbar, und das trübe die Stimmung.

Damit die Wirtschaft weiter Fahrt aufnehmen könne, müsse eine hohe Impfgeschwindigkeit bestehen bleiben – ein neuer Lockdown wäre dagegen fatal, warnt das arbeitgebernahe Institut. „Aktuell verliert die Pandemie ihren Schrecken“, sagt IW-Konjunkturchef Michael Grömling. Allerdings werde es Jahre dauern, bis der Einbruch wieder ausgeglichen sei. Deshalb dürfe es in dieser fragilen Phase keine neuen Störungen geben.

Lars Wallerang / glp

Mieter darf Garten nicht groß verändern

Im Garten des eigenen Häuschens ist sehr viel erlaubt. Doch Vorsicht: Mieter einer Immobilie mit Garten müssen genau in den Mietvertrag schauen, was sie mit der Grünfläche machen dürfen und was nicht. Vor allem muss unterschieden werden, ob der Garten zu einem Einfamilienhaus oder einem Mehrfamilienhaus gehört. Versicherungsexperten erklären, was man als Mieter im Garten machen darf, machen muss und was gar nicht geht.

Hat das Haus einen Garten und steht dieser mit im Mietvertrag, darf man ihn meist auch nutzen. Hier kommt es, wie bei so vielen Dingen im Mietrecht, auf die genaue Formulierung an. Bevor die Unterschrift auf den Vertrag für das gemietete Traumhaus kommt, ist daher sorgfältiges Lesen Pflicht.

Im mitgemieteten Garten darf man laut den Experten vieles machen oder umgestalten, was keine bauliche oder optische Veränderung des Gartens darstellt. Für die Kinder und deren Freunde darf, so hat unter anderem das Amtsgericht Kerpen (Az.: 20 C 443/01) entschieden, Kinderspielzeug (Sandkasten, Schaukel, Trampolin, etc.) aufgebaut werden.

Wer darüber hinaus gerne selber Hacke und Spaten in die Hand nimmt, der kann sich am Anbau des eigenen Gemüses versuchen und Blumenbeete pflanzen. Stehen im Garten Obstbäume, für deren Pflege der Mieter zuständig ist, darf man das Obst auch für sich ernten, sofern nicht im Mietvertrag etwas anderes vereinbart wurde.

Strittiger wird es, wenn ein tiefer Swimmingpool angelegt oder ein Gartenhaus gebaut werden soll. Die Experten empfehlen daher immer die vorherige Rücksprache mit dem Vermieter und geben zu bedenken, dass es zwar erlaubt ist, den akkuraten englischen Garten in einen Naturgarten umzugestalten, der Vermieter hat hier kein Vetorecht, aber er kann verlangen, dass die Verwandlung bei Auszug wieder rückgängig gemacht wird.

Im Mietvertrag wird der Mieter meistens dazu verpflichtet oder es ergibt sich aus den Umständen, dass er sich neben dem Haus auch um den Garten kümmert. Das Düngen von Pflanzen, das Vertikutieren und neue Säen des Rasens, das Säubern eines Teiches und das Beschneiden von Gehölzen zählen nicht dazu.

Auch muss der Mieter keine abgestorbenen Pflanzen oder Bäume auf eigene Kosten ersetzen. Dies gilt, sofern ein Standardmietvertrag aufgesetzt wurde. In einem individuell verfassten Mietvertrag kann eine entsprechende Verpflichtung aber vom Vermieter eingefügt worden sein. Mit „Kümmern“ sind laut dem Oberlandesgericht Düsseldorf (Az.: 10 U 70/04) einfache Arbeiten ohne Fachkenntnisse wie Rasenmähen, Laubharken und Unkrautjäten gemeint.

Lars Wallerang / glp

Kontaktloses Bezahlen boomt

Der Trend war zwar zuvor schon deutlich erkennbar. Doch die Corona-Krise hat modernen Bezahlmethoden noch einmal einen kräftigen Schub verliehen. Das Ergebnis: Laut der Postbank Digitalstudie 2021 begleichen mittlerweile 56 Prozent der Bundesbürger Rechnungen kontaktlos mit ihrer Bankkarte, mit dem Smartphone (Mobile Payment) oder mit beidem. Im Vorjahr waren es erst 47 Prozent, vor fünf Jahren sogar nur zehn Prozent.

Beide Technologien werden vor allem aus Bequemlichkeit genutzt, heißt es in der Studie. Jeder zweite Mobile-Payment-Anwender und zwei von drei Kartennutzern finden das einfacher und schneller als Bargeld. Ein weiterer Vorteil ist das geringere Infektionsrisiko: Viele Anwender bezahlen kontaktlos, weil sie Corona-bedingt weniger mit Scheinen und Münzen hantieren möchten.

„Die Deutschen werden auch nach Corona kontaktlos bezahlen“, sagt Thomas Brosch, Leiter Digital Vertrieb der Postbank. „Die Vorteile sind zu offenkundig. Wer sich daran gewöhnt hat, im Portemonnaie nicht mehr nach Münzen zu kramen, der will das auch dann nicht mehr tun, wenn die Infektionsgefahr gebannt ist.“

Rudolf Huber / glp

Mehr Hilfen bei der Sanierung

Wann, wenn nicht jetzt? Der 1. Juli war ein interessanter Stichtag für alle, die eine neue oder frisch sanierte energieeffiziente Immobilie kaufen wollen. Auch wer baut oder einzelne energetische Maßnahmen plant, kann profitieren. Denn seitdem gelten Neuerungen bei der im Januar gestarteten „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG). Sie fasst mehrere Förderprogramme zusammen und soll der Vereinfachung dienen.

„Für Verbraucher bedeutet das mehr Durchblick im Förderdschungel. In Zukunft muss nur noch ein einziger Antrag gestellt werden – darin enthalten sind auch die Fachplanung und Baubegleitung“, erklärt Iris Ege, Expertin der Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Käufer oder Bauherren bekommen nun je nach Energieeffizienz zinsgünstige Kredite von bis zu 150.000 Euro und einen maximalen Tilgungszuschuss von 37.500 Euro je Wohneinheit statt wie bisher 30.000 Euro. Energetische Sanierungen von bestehenden Gebäuden fördert der Staat jetzt in der neuen Effizienzhaus Stufe 40 mit maximal 75.000 Euro je Wohneinheit, bisher gab es einen Tilgungszuschuss von höchstens 48.000 Euro.

Eine weitere Neuheit ist die sogenannte EE-Klasse für erneuerbare Energien. Wer sein Gebäude nicht nur energieeffizient baut oder saniert, sondern seinen Energiebedarf auch zum Heizen beziehungsweise Kühlen zu mindestens 55 Prozent aus erneuerbaren Energien deckt, kann mit einem Förderbonus von 2,5 Prozentpunkten beim Neubau und von fünf Prozentpunkten bei Sanierungen rechnen. „Alternativ gibt es auch eine erhöhte Förderung für Gebäude mit einem Nachhaltigkeitszertifikat (NH-Klasse)“, so die Verbraucherschützer.

Wer seine Immobilie nicht in einem Zug sanieren möchte, sondern schrittweise vorgeht, profitiert von höheren Zuschüssen, wenn ein Effizienzhaus-Experte einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellt. Darin schlägt der Experte sinnvolle und aufeinander abgestimmte Sanierungsschritte vor. Bei der Umsetzung gibt es dann den zusätzlichen iSFP-Bonus von fünf Prozent auf alle Maßnahmen.

Rudolf Huber / glp

Andrang in Einkaufszentren am größten

Nach Monaten des Lockdowns haben Einkaufszentren, Restaurants und Cafés wieder geöffnet. Die Abstands- und Hygieneregeln bleiben trotzdem relevant. Deshalb hat der Videomanagementsoftware-Anbieter Milestone Systems (www.milestonesys.com) analysiert, in welcher der zehn größten Städte Deutschlands Orte des öffentlichen Lebens am vollsten sind.

Dafür wurde der Besucherandrang in Einkaufszentren und Gastronomie ermittelt und in Werte von eins („Nicht stark besucht“) bis vier („Am stärksten besucht“) kategorisiert. Berlin, Frankfurt am Main und Düsseldorf führen die Rankings bei Einkaufszentren, Restaurants und Cafés an.

Von den drei untersuchten Freizeitaktivitäten sind Einkaufszentren mit einem Durchschnittswert von 3,46 am besten besucht. Bei Cafés liegt der gesamte Durchschnittswert bei 2,94 und damit im Mittelfeld verglichen mit Einkaufszentren und Restaurants. Gaststätten sind mit einem Durchschnittswert von 2,05 am wenigsten gut besucht.

Ulf Hüther, Manager DACH von Milestone Systems: „Jeder Tag Lockdown hat Arbeitsplätze im Einzelhandel und in der Gastronomie gefährdet. Die erkämpften Erfolge können wir nur aufrechterhalten, indem wir uns weiterhin an die Regeln halten, trotzdem auf Abstand achten und uns gut darüber informieren, zu welcher Zeit wir bestimmte Orte besuchen können und wann von einem Besuch abgesehen werden sollte.“

Mit einem Wert von durchschnittlich 3,6 pro Woche sind Shopping-Malls in Berlin am vollsten. München weist mit einem Wert von 3,57 das zweithöchste Besucheraufkommen auf. Mit einer Konzentration von 3,13 sind Malls in Dortmund am wenigsten besucht. Den vorletzten Platz belegt Stuttgart mit einem wöchentlichen Durchschnitt von 3,37.

In Frankfurt am Main sind die Restaurants mit einem Wert von 2,22 durchschnittlich am vollsten. Auf dem zweiten Platz liegt Dortmund mit einem wöchentlichen Besucheraufkommen von 2,17. An letzter Stelle befindet sich bei den Gaststätten Leipzig mit einem Durchschnittswert von 1,91. Den vorletzten Platz des Rankings belegt München mit einem wöchentlichen Besucheraufkommen von 1,97.

Mit einem Besucherandrang von im Schnitt 3,2 sind Cafés in Düsseldorf am besten frequentiert. Darauf folgt Frankfurt am Main mit dem zweithöchsten Durchschnitt von 3,19. Den niedrigsten Wert erzielt hingegen München mit einem Besucheraufkommen von 2,72. Köln verzeichnet einen Besucherstrom von durchschnittlich 2,76 und damit das zweitwenigste Aufkommen in Cafés.

Insgesamt besuchen Kaffee- und Kuchen-Liebhaber gern gegen 13 Uhr die Cafés ihrer Heimatstadt. Um 14 Uhr gehen Ladenbummler in den zehn größten Städten Deutschlands gern shoppen. Zusammenkünfte in Restaurants finden durchschnittlich erst gegen 17 Uhr statt.

Einkaufszentren und Kaufhäuser sind mit einem Besucheraufkommen von 3,6 und 3,84 am Freitag und Samstag am vollsten. Dasselbe gilt für den Andrang bei Restaurants mit Werten von 2,53 und 2,61 am Freitag und Samstag. Bei Cafés verhalten sich Verbraucher etwas anders: Hier sind der Samstag und Sonntag mit Aufkommen von 3,66 und 3,55 die vollsten Tage.

„Ein videogestütztes Crowd-Management kann dabei helfen, das Besucheraufkommen an Orten des öffentlichen Lebens zu erfassen und zu kontrollieren“, so Ulf Hüther. „Durch eine entsprechende Videoanalyse in Echtzeit können große Menschenansammlung unter Wahrung der Privatsphäre automatisch analysiert werden, um bei Überfüllung zielgerichtete und maßgeschneiderte Maßnahmen zu ergreifen.“ So könne Videotechnologie dabei helfen, dass der Einzelhandel und die Gastronomie jetzt auch nachhaltig geöffnet blieben.

Rudolf Huber / glp