Spritpreise sinken weiter

Die Spritpreise in Deutschland sind zum zweiten Mal in Folge leicht gesunken. Ein Liter Diesel kostete am Mittwoch im Durchschnitt 2,121 Euro pro Liter und damit 3,3 Cent weniger als am Vortag, sagte eine ADAC-Sprecherin am Donnerstagmorgen der dts Nachrichtenagentur. Super E10 verbilligte sich um 1,6 Cent auf durchschnittlich 2,032 Euro pro Liter.

Die Kraftstoffpreise befinden sich damit weiter auf einem sehr hohen Niveau, entfernen sich aber etwas von den Höchstwerten, die am 10. März erreicht worden waren. An diesem Tag waren jeweils neue Allzeithochs bei Diesel und E10 aufgestellt worden. Es ist weiter unklar, welche tatsächlichen Auswirkungen die vor einer Woche angekündigte Energiesteuersenkung auf die Spritpreise haben wird.

Für den Ölpreis ging es am Donnerstag unterdessen wieder kräftig bergab – er liegt aber weiter über der psychologisch wichtigen 100-Dollar-Marke.

red / dts

Putin macht Rückzieher: Gas-Rechnungen können auch weiterhin in Euro beglichen werden

Russlands Präsident Putin und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) haben am Donnerstag telefoniert – und sich offenbar über die Zahlungsmodalitäten der russischen Gas-Rechnungen gestritten. Das Gespräch sei auf Putins Wunsch am Nachmittag zu Stande gekommen, betonte Regierungssprecher Steffen Hebestreit. Putin habe in dem Gespräch dargelegt, dass er ein Gesetz erlassen werde, wonach Gaslieferung ab dem 1. April in Rubel zu begleichen seien.

Zugleich habe er aber unterstrichen, dass sich für die europäischen Vertragspartner nichts ändern werde. Die Zahlungen würden weiterhin ausschließlich in Euro ergehen und wie üblich an die Gazprom-Bank überwiesen, die nicht von den Sanktionen betroffen sei. Die Bank konvertiere dann das Geld in Rubel.

„Bundeskanzler Scholz hat diesem Verfahren in dem Gespräch NICHT zugestimmt, sondern lediglich um schriftliche Informationen gebeten, um das Verfahren genauer zu verstehen“, hieß es in einer schriftlichen Mitteilung der Bundesregierung wörtlich. Es bleibe dabei, dass die G7-Vereinbarung gelte: „Energielieferungen werden ausschließlich in Euro oder Dollar bezahlt, so wie es die Verträge vorsehen“, sagte Hebestreit.

red / dts

Sprudelnde Einnahmen: Biontech macht 10,3 Milliarden Euro Gewinn in 2021

Die Zahlen lassen jedes Herz eines Börsianers höher schlagen: Sage und schreibe 10,3 Milliarden Euro Nettogewinn bei einem Gesamtumsatz von knapp 19 Milliarden Euro erwirtschaftete das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech im Jahr 2021. Die Zahlen veröffentlichte der Corona-Impfhersteller am Mittwoch und sorgte so bei seinen Investoren wahrscheinlich für Jubelschreie.

Insgesamt wurden im  vergangenen Jahr 2,6 Milliarden Dosen des Coronawirkstoffs Comirnaty in mehr als 165 Länder weltweit ausgeliefert. „Rückblickend war 2021 ein außergewöhnliches Jahr, in dem BioNTech mit dem ersten zugelassenen Impfstoff auf Basis unserer mRNA-Technologie einen bedeutsamen Einfluss auf die menschliche Gesundheit und die Weltwirtschaft hatte“, sagte Biontech-Unternehmensgründer Ugur Şahin.

red / ag

Ampel-Koalition beschließt Corona-Bonus für Pflegekräfte

Die Bundesregierung hat einen Corona-Bonus für Pflegekräfte auf den Weg gebracht. Je 500 Millionen Euro würden für den Pflegebonus im Bereich der Krankenhäuser sowie der Pflegeeinrichtungen zur Verfügung gestellt, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch mit. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde demnach vom Kabinett verabschiedet.

Vollzeitbeschäftigte in der direkten Pflege und Betreuung sollen den höchsten Bonus in Höhe von bis zu 550 Euro bekommen (gestaffelt nach Nähe zur Versorgung, Qualifikation, Umfang der wöchentlichen Arbeitszeit). Bis zu 370 Euro bekommen andere Beschäftigte, die in oder für eine zugelassene Pflegeeinrichtung in der Altenpflege tätig sind und die mindestens 25 Prozent ihrer Arbeitszeit gemeinsam mit Pflegebedürftigen tagesstrukturierend, aktivierend, betreuend oder pflegend tätig sind. Auch Auszubildende, Freiwilligendienstleistende, Helfer im Freiwilligen Sozialen Jahr und Leiharbeitnehmer sowie Mitarbeiter von Servicegesellschaften, die in der Alten- bzw. Langzeitpflege tätig sind, erhalten dem Ministerium zufolge einen Bonus.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bezeichnete den Beschluss als „wichtiges Zeichen“. Er versprach zudem, es nicht bei diesem Bonus zu belassen. Arbeitsbedingungen und Bezahlung von Pflegekräften müssten insgesamt „deutlich besser“ werden, so der SPD-Politiker.

Das neue Gesetz soll voraussichtlich Ende Juni 2022 in Kraft treten.

red / dts

 

Inflation steigt auf 7,3 Prozent – höchster Stand seit mehr als 40 Jahren

Die Inflationsrate in Deutschland wird im März 2022 voraussichtlich 7,3 Prozent betragen – sie ist damit so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mit. Ähnlich hoch war die Inflationsrate demnach zuletzt im Herbst 1981, als infolge der Auswirkungen des Ersten Golfkrieges die Mineralölpreise ebenfalls stark gestiegen waren.

Auf Jahressicht war in Westdeutschland die Inflation zuletzt 1973 mit 7,1 Prozent vergleichbar hoch – damals war die erste Ölpreiskrise die Ursache. Noch höher war die Inflationsrate im Jahr 1951 mit auf Jahressicht 7,8 Prozent höheren Preisen – drei Jahre nach Einführung der D-Mark. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise im März um 2,5 Prozent.

Im Februar hatte die jährliche Inflationsrate noch bei 5,1 Prozent gelegen. Die Preise für Energie erhöhten sich im Vorjahresvergleich um 39,5 Prozent. Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine stiegen vor allem die Preise für Erdgas und Mineralölprodukte nochmals merklich an – sie beeinflussen die hohe Inflationsrate erheblich.

Hinzu kommen Lieferengpässe durch unterbrochene Lieferketten aufgrund der Corona-Pandemie und die deutlichen Preisanstiege bei Energieprodukten auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen. Die Preise für Nahrungsmittel legten im Vorjahresvergleich um 6,2 Prozent zu. Dienstleistungen kosteten 2,8 Prozent mehr als im März 2021.

red / dts

 

 

 

 

Notfallplan Gas ausgerufen: Bundesregierung erwartet erhebliche Verschlechterung der Gasversorgung

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat die Frühwarnstufe des Nationalen Notfallplans Gas ausgerufen. Man bereite sich vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges auf eine erhebliche Verschlechterung der Gasversorgung vor, sagte der Minister am Mittwochmorgen in Berlin. Die Versorgungssicherheit sei aber gewährleistet, fügte er hinzu.

Der Grünen-Politiker kündigte an, einen Krisenstab einzuberufen, der täglich tagen werde. Ziel der Vorwarnstufe ist es, die Versorgung mit Erdgas auch nach einem möglichen Lieferstopp zu gewährleisten. Russland hatte zuletzt angekündigt, Gaszahlungen künftig nur noch in Rubel akzeptieren zu wollen, Deutschland lehnt dies aber ab.

Ob Russland tatsächlich das Gas abdrehen werde, sei unklar, so Habeck. Der Notfallplan Gas erlaubt es im Extremfall unter anderem, bestimmte Verbraucher vom Netz nehmen – allerdings erst in der dritten Stufe. Dies würde dann aber nicht die privaten Haushalte, sondern einzelne Großkunden aus der Industrie treffen.

red / dts

Viele Unternehmen wollen Preise erhöhen

Immer mehr Firmen in Deutschland planen, ihre Preise in den kommenden drei Monaten zu erhöhen. Das geht aus einer aktuellen Befragung des Ifo-Instituts hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Dabei wurde ein neuer Höchstwert von 54,6 Punkten erreicht, nach 47,6 im Februar.

Vor allem in den konsumnahen Branchen müssen die Menschen demnach mit stark steigenden Preisen rechnen. Im Nahrungsmittel-Einzelhandel stiegen die Preiserwartungen auf 94,0 Punkte, im übrigen Einzelhandel auf 68,2 Punkte und bei den konsumnahen Dienstleistern auf 64,0 Punkte. „Der Angriff Russlands auf die Ukraine treibt nicht nur die Energiekosten in die Höhe, sondern auch die Preise vieler Agrarrohstoffe“, sagte Timo Wollmershäuser, Leiter der Ifo-Konjunkturprognosen.

„Damit dürfte die Inflationsrate in diesem Jahr auf deutlich über 5 Prozent steigen.“ Das habe es in Deutschland zuletzt vor über 40 Jahren gegeben, als die Inflationsrate nach der zweiten Ölpreiskrise im Jahr 1981 auf 6,3 Prozent kletterte. Auch in den Wirtschaftszweigen, die dem privaten Konsum vorgelagert sind, nimmt der Preisdruck weiter zu.

Im Großhandel stiegen die Preiserwartungen auf 78,1 Punkte, in der Industrie auf 66,3 Punkte, im Baugewerbe auf 48,9 Punkte, und bei den Dienstleistern auf 42,7 Punkte. Die Punkte bei den Preisplänen geben an, wie viel Prozent der Unternehmen per saldo ihre Preise erhöhen wollen. Der Saldo ergibt sich, indem man vom prozentualen Anteil der Unternehmen, die ihre Preise anheben wollen, den prozentualen Anteil derer abzieht, die ihre Preise senken wollen.

Wenn alle befragten Unternehmen beabsichtigten, ihre Preise zu erhöhen, läge der Saldo bei +100 Punkten. Würden alle ihre Preise senken wollen, läge er bei -100.

red / glp

Automobil-Umfrage: Lediglich 12 Prozent würden sich für einen Diesel entscheiden

Es ist den Deutschen lieb und teuer, das Automobil. Vor allem teuer. Denn kostspielig wird das Autofahren ja zunehmend. Die Prüforganisation KÜS hat eine Umfrage zum Thema durchgeführt. „Die Deutschen haben immer noch Spaß am Autofahren – so viel vorneweg“, teilt KÜS mit. Jedoch: Kosten spielten eine Rolle, auch das habe der Trend-Tacho festgestellt.

Als absolut richtig sei nach Meinung von 71 Prozent der Befragten die Aussage, dass man mit dem Auto immer flexibel ist, der Besitz eines Autos ist demnach sehr wichtig für 63 Prozent und 48 Prozent haben Spaß am Autofahren. Im Jahresvergleich weniger wichtig geworden sind moderne Technik, Optik und Markenrenommee. Interessant: In Corona-Zeiten hat das Auto für 71 Prozent der Befragten an Bedeutung gewonnen.

Umweltschutz und Kostenersparnis sind nach wie vor ein Thema. Weniger das Auto nutzen würden der Umwelt zuliebe 44 Prozent und um Kosten zu sparen 61 Prozent, der vielgerühmte E-Antrieb wäre aus Umweltgründen für 29 Prozent ein Thema, aus Kostengründen für 19 Prozent.

Wenn es um den Kauf eines Neuwagens geht, dann wollen 27 Prozent der vom Trend-Tacho Befragten das in den nächsten zwölf Monaten. Grundsätzlich würden 45 Prozent einen Gebrauchten nehmen, 32 Prozent einen Neuwagen, 20 Prozent einen Vorführwagen und 18 Prozent ein Auto aus der Tageszulassung. Die Entscheidung für ein Auto-Abo würden zwei Prozent treffen.

Ein Blick auf die Antriebsart beim Neufahrzeug: 40 Prozent Benzin, 18 Prozent Hybrid, zwölf Prozent Diesel, acht Prozent Elektro, drei Prozent Brennstoffzelle und je ein Prozent Auto- oder Erdgas – so würde die Verteilung aussehen. Ein Thema sind auch die Lieferzeiten. Maximal sechs Monate wollen 80 Prozent der Befragten warten.

Der Autokauf an sich würde im Autohaus der bisher genutzten Marke bei 49 Prozent getätigt, beim markenunabhängigen Händler vor Ort bei 29 Prozent, bei der bevorzugten Marke online bei sechs Prozent, markenunabhängig online ebenfalls bei sechs Prozent. Bezahlen wollen laut Trend-Tacho 53 Prozent der Befragten in bar, 33 Prozent wollen finanzieren, acht Prozent bevorzugen Leasing und vier Prozent entscheiden sich für das Auto-Abo.

wal / glp

Energiepreise steigen teilweise um 130 Prozent

Die Energiepreise stiegen im Februar 2022 im Vergleich zum Februar 2021 auf allen Wirtschaftsstufen stark an. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, war importierte Energie 129,5 Prozent teurer als im Vorjahresmonat, im Inland erzeugte Energie kostete 68,0 Prozent mehr und Verbraucherinnen und Verbraucher mussten für Haushaltsenergie und Kraftstoffe 22,5 Prozent mehr zahlen als im Februar 2021.

Hauptverantwortlich für den hohen Anstieg der Energiepreise auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen war jeweils die Entwicklung der Erdgaspreise. Importiertes Erdgas war im Februar 2022 dreieinhalb Mal so teuer wie ein Jahr zuvor (+256,5 Prozent), Erdgas in der Verteilung kostete über alle Abnehmergruppen betrachtet mehr als doppelt so viel (+125,4 Prozent) wie ein Jahr zuvor.

Auf der Stufe des privaten Verbrauchs war der Anstieg der Energiepreise im Vorjahresvergleich vor allem durch die um 30,2 Prozent gestiegenen Heizöl- und Kraftstoffpreise verursacht.

Die Entwicklung der Preise für Erdgas war laut Destatis in den Jahren 2020 und 2021 stark von dem durch die Pandemie verursachten wirtschaftlichen Einbruch sowie der rasch folgenden Erholung der Wirtschaft geprägt. In den vergangenen Monaten seien Unsicherheiten vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine hinzugekommen. Der geringe Füllstand der Gasspeicher in Deutschland habe die ohnehin angespannte Lage verschärft. Unterdessen seien die aktuellen Preisentwicklungen nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine in den Ergebnissen noch nicht enthalten.

wal / glp

Airbus-Defence-Chef: 100 Milliarden werden nicht ausreichen

Der Chef der Airbus-Verteidigungssparte Defence and Space, Michael Schoellhorn, sieht trotz des geplanten 100-Milliarden-Euro-Sondervermögens für die Bundeswehr zusätzlichen Finanzbedarf. „Nach einer reinen Bedarfsanalyse werden die 100 Milliarden Euro nicht ausreichen“, sagte der Manager dem „Handelsblatt“. Das geplante Investment schaffe zwar Sicherheit und Stabilität für die Planung und Umsetzung großer Projekte, die für die Landesverteidigung unbedingt nötig seien, aber: „Wir werden dauerhaft zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Etat für unsere Sicherheit reservieren müssen“.

Bis vor Kurzem habe er noch erklären müssen, „warum unsere Industrie nicht in die Schmuddelecke gehört“, sagte Schoellhorn weiter. Aber Deutschland müsse lernen, dass Außen- und Sicherheitspolitik auch etwas mit der Durchsetzung von Interessen zu tun habe und eine Militärkomponente dazugehöre. „Bisher haben wir das ein wenig naiv betrachtet.“

Der Manager hofft, dass die Bundeswehr trotz der geplanten Anschaffung von F-35-Jets auch weitere Eurofighter bei Airbus ordert – über die 15 für die elektronische Kampfführung vorgesehenen hinaus. So müsse noch Ersatz gefunden werden für die verbliebenen Tornado-Einheiten in der konventionellen Jagdbomberrolle. „Hier reden wir immerhin noch über 40 Maschinen und dafür bietet sich der Eurofighter geradezu an“, so Schoellhorn.

Eine große Schwäche Deutschlands sieht der Airbus-Defence-Chef bei der Luftabwehr. „Da sind wir ungenügend aufgestellt.“ Das deutsch-amerikanische Entwicklungsprojekt eines taktischen Luftverteidigungssystems (TLVS) sei bedauerlicherweise von der alten Bundesregierung nicht fortgeführt worden.

„Dabei bräuchten wir diese Fähigkeit dringend.“

red / dts