Autoindustrie fordert Flexibilität: VDA-Präsidentin verteidigt Kurs gegen starres Verbrenner-Aus

VDA-Präsidentin Hildegard Müller stellt sich hinter die Pläne der Bundesregierung, das Verbrenner-Aus zu lockern und fordert von der EU schnelle Entscheidungen. Statt Verbote brauche es technologieoffene Lösungen und Vertrauen in die Industrie.

Berlin (red) – Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, begrüßt die deutsche Einigung zum Thema Verbrenner-Aus und dringt auf eine baldige Entscheidung in Brüssel.

“Ich begrüße, dass die Bundesregierung für technologieoffenere Lösungen wirbt – etwa dafür, Plug-in-Hybride oder hocheffiziente Verbrenner auch nach 2035 zuzulassen”, sagte Müller der “Rheinischen Post” (Mittwochsausgabe). Auch CO2-neutrale Kraftstoffe sollten endlich eine größere Rolle spielen. “Nun liegt der Ball in Brüssel.” Und man benötige rasche politische Entscheidungen, die Unternehmen brauchten Planungssicherheit. Die EU-Kommission will ihre Vorschläge für mögliche Änderungen am sogenannten Verbrenner-Aus voraussichtlich nächste Woche vorstellen.

Müller sagte, dass die Investitionen der deutschen Autoindustrie weit überwiegend in die Elektromobilität fließen. Bereits rund 40 Prozent der in Deutschland produzierten Fahrzeuge seien E-Autos. Sieben von zehn verkauften E-Autos in Deutschland stammten von deutschen Herstellern, in Europa jedes zweite. “Doch ich halte wenig von Verboten, weil sie oft Widerstand erzeugen – das hat auch das Heizungsgesetz gezeigt. Zudem gilt: Länder wie China und Indien, zusammen fast drei Milliarden Menschen, planen kein baldiges Verbrenner-Aus. Wir müssen dort aber weiterhin Fahrzeuge verkaufen können. Unsere Unternehmen brauchen Flexibilität statt starren Vorgaben und drohenden Strafzahlungen. Ich wünsche mir hier wieder mehr Vertrauen seitens der Politik in die Wirtschaft”, sagte Müller weiter.

Warum 2026 für Gutverdiener teurer wird

Höhere Sozialabgaben und steigende Krankenkassenbeiträge kosten Gutverdiener im kommenden Jahr bis zu 500 Euro netto. Betroffen sind alle mit einem Bruttolohn ab 5.500 Euro im Monat. Für Geringverdiener gibt es dagegen ein kleines Plus – dank höherer Freibeträge und Steueranpassungen.

Berlin (red) – Gutverdiener werden im nächsten Jahr weniger Nettolohn erhalten. Das Minus werde bis zu 502 Euro im Jahr betragen, berichtet die “Bild” (Mittwochausgabe) unter Berufung auf Berechnungen des Bundes der Steuerzahler. Grund sind steigende Krankenkassenbeiträge sowie höhere Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherung.

Vom Nettolohnminus betroffen sind demnach Beschäftigte mit mehr als 5.500 Euro Bruttolohn pro Monat. Beschäftigte mit weniger als 5.500 Euro Bruttolohn im Monat können sich dagegen über ein leichtes Plus beim Nettolohn freuen. Grund seien unter anderem höhere Grundfreibeträge sowie der Abbau der kalten Progression.

Verbandspräsident Reiner Holznagel kritisierte die Bundesregierung und mahnte für spätestens 2027 eine spürbare Entlastung an. “Die Große Koalition sorgt beim Nettolohn für eine große Enttäuschung”, sagte Holznagel der Zeitung. “Bei der Einkommensteuer steht im Koalitionsvertrag eine Reform erst zur Mitte der Legislatur. Wenn das ernst gemeint ist, muss 2026 endlich was passieren.”

Geheime Infos weitergegeben? Compliance-Verdacht erschüttert Autobahn GmbH

Ein möglicher Verstoß gegen Compliance-Regeln erschüttert die Autobahn GmbH: Sensible Informationen sollen an eine Unternehmensberatung weitergegeben worden sein – mit Vorteilen bei Vergaben. Das LKA Berlin hat den Fall an die Staatsanwaltschaft übergeben. Auch intern wird geprüft.

Berlin (red) – Ein Compliance-Verdacht bei Vergabeverfahren erschüttert einem Medienbericht zufolge aktuell die Autobahn GmbH. Wie das “Handelsblatt” (Mittwochsausgabe) schreibt, sollen offenbar sensible Informationen der Autobahn GmbH des Bundes an eine Unternehmensberatung geflossen sein, die diese bei Ausschreibungen der Autobahn GmbH zum eigenen Vorteil genutzt haben könnte.

Wie das “Handelsblatt” unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtet, hat das Landeskriminalamt Berlin nach Eingang eines Hinweises den Sachverhalt inzwischen an die Staatsanwaltschaft “zur rechtlichen Prüfung” übermittelt. Aus Sicht des LKA stehe der Verdacht der Bestechlichkeit wie auch der Verdacht des Verrats von Geschäftsgeheimnissen im Raum. Auch die interne Prüfung der Autobahngesellschaft ist eingeschaltet.

Die Autobahn GmbH des Bundes erklärte auf Nachfrage, dass es bereits eine “interne Prüfung” gebe, “zu der wir aus rechtlichen Gründen derzeit keine Auskunft geben können”. Die Autobahngesellschaft sei “verpflichtet, während des gesamten Verfahrens – von der Bekanntmachung bis zur Auftragsdurchführung – die Integrität der Daten zu gewährleisten und insbesondere Geschäftsgeheimnisse zu schützen”. Die Unternehmensberatung wollte sich laut Zeitung zu dem konkreten Fall nicht äußern und beschied mehrere Fragen mit dem Hinweis, “dass wir uns grundsätzlich nicht zu konkreten Kunden beziehungsweise Kundenprojekten äußern”.

Neuer Mann an der Spitze: Milan Nedeljkovic übernimmt BMW-Konzernleitung

Führungswechsel bei BMW: Der langjährige Produktionsvorstand Milan Nedeljkovic übernimmt ab Mai 2026 den Chefposten von Oliver Zipse. Der Aufsichtsrat setzt damit auf Kontinuität und auf eine klare Ausrichtung in Zeiten wirtschaftlicher und ökologischer Herausforderungen.

München (red) – Milan Nedeljkovic wird neuer BMW-Chef. Der derzeitige Produktionsvorstand werde am 14. Mai 2026 Oliver Zipse ablösen, teilte der Autobauer am Dienstag mit. Die Entscheidung traf demnach der Aufsichtsrat des Unternehmens.

“Milan Nedeljkovic überzeugt mit seinem strategischen Weitblick, großer Umsetzungsstärke und unternehmerischem Denken”, sagte Aufsichtsratschef Nicolas Peter. “Er steht für klare Fokussierung im Umgang mit Ressourcen – seien es ökonomische oder ökologische.”

Zipse ist seit 2019 Vorsitzender des Vorstands. Sein Vertrag war 2023 über die übliche Altersgrenze hinaus bis ins Jahr 2026 verlängert worden. Der designierte Vorstandsvorsitzende Nedeljkovic ist seit 2019 Mitglied des Vorstands und dort für das Ressort Produktion verantwortlich. Sein neuer Vertrag als Vorsitzender des Vorstands hat eine Laufzeit bis in das Jahr 2031 hinein.

E-Auto-Förderung bald auch für Gebrauchte? Umweltministerium prüft neue Prämie

Bisher profitierten nur Käufer neuer Elektroautos – doch das könnte sich bald ändern. Das Umweltministerium prüft eine staatliche Prämie auch für gebrauchte E-Autos. Wer bald einen Stromer aus zweiter Hand kauft oder least, könnte finanziell entlastet werden.

Berlin (red) – Der Kauf von gebrauchten E-Autos könnte in Zukunft mit einer Prämie gefördert werden. Wie der SWR berichtet, wird im Bundesumweltministerium aktuell darüber beraten und ein Vorschlag ausgearbeitet. Zunächst soll aber noch geprüft werden, welche Art der Förderung bei Gebrauchtwagen sinnvoll und nachhaltig ist. Einen konkreten Zeitpunkt dafür gibt es auch noch nicht.

Es wäre das erste Mal, dass nicht nur Neuwagen-Kunden von E-Auto-Prämien profitieren, sondern auch diejenigen, die ein gebrauchtes Elektroauto kaufen oder leasen. Bei Neuwagen zeigt eine Analyse des SWR, dass die Förderung erstmals auch die Preisunterschiede in kleineren Autoklassen zwischen E-Antrieb und Verbrenner ausgleichen kann. Diese Neuwagen-Prämie ist aber noch nicht hoch genug, um die E-Autos generell zur günstigsten Variante zu machen.

Die schwarz-rote Bundesregierung hat die Einzelheiten zur Neuwagenförderung für E-Autos vor Kurzem beschlossen. Die EU-Kommission muss noch zustimmen. Privatpersonen können, je nach Einkommen und Familiengröße, bis zu 5.000 Euro Förderprämie für Kauf oder Leasing von E-Autos und Plug-in-Hybriden bekommen.

Interner Aufstand bei der Bahn: Mitarbeiter rechnen mit Führung ab

Die Stimmung bei der Bahn ist am Tiefpunkt: Kurz vor der großen Strategie-Präsentation von DB-Chefin Evelyn Palla lassen Lokführer und Zugpersonal intern ihren Frust raus. In Chatgruppen äußern sich Mitarbeiter mit Foto und Klarnamen – und rechnen knallhart mit der Konzernführung ab.

Berlin (red) – Kurz vor der Präsentation der großen Konzernstrategie der neuen Bahn-Chefin Evelyn Palla am Mittwoch droht die Situation bei der Bahn-Tochter DB Fernverkehr zu eskalieren. Zahlreiche Lokführer, Zugbeleiter und Disponenten sind seit Monaten überlastet und wegen überlanger Schichten am Limit.

Nach einem Interview von Fernverkehrs-Vorstand Michael Peterson für die Belegschafts-App “Echt Klar” machen sie nun ihrem Frust in internen Chats Luft – häufig mit Foto und Klarnamen. Die “Süddeutsche Zeitung” konnte nach eigenen Angaben etliche Beiträge einsehen und zitiert daraus in ihrer Dienstagausgabe.

“Keine Weihnachtsfeier mehr. Die Motivation ist bei den meisten Mitarbeitern eher schlecht. Wertschätzung gleich null”, schreibt etwa Jochen D. “Wir müssen endlich aufhören, uns in die eigenen Taschen zu lügen”, schreibt sein Kollege Marcel D.

Deutlich wird auch, wie sehr viele Mitarbeiter mittlerweile an Peterson und seinem Vorstandsteam zweifeln. “Es muss alles im Konzern hinterfragt werden, auch wie es zusammenpasst, wenn Führungskräfte, die schon lange im Konzern sind, nun plötzlich den `Neustart` für richtig halten”, schreibt etwa Sascha K. “Das ganze System ist so krank”, schreibt Thomas J. “Ich habe immer noch den Eindruck, dass sich unsere Führungskräfte zu sehr über die Anzahl der angestoßenen Projekte, Powerpoint-Präsentationen und Excel-Tabellen definieren.”

In seinem “Echt Klar”-Interview hatte Peterson unter anderem einen Abbau von “rund 500 Stellen” im Jahr 2026 verkündet, keine Besserung bei den chaotischen Schichtplänen und ein Ende des Programms “Volles Funktionieren”, mit dem er den Fernverkehr wieder in die Spur bringen wollte.

Aus DB-Führungskreisen heißt es zudem, die bisherige Konzernstrategie “S3” von Ex-Bahn-Chef Richard Lutz sei ohnehin bereits “mit sofortiger Wirkung eingestellt” worden. Dass es nun ein neues Sanierungsprogramm richten soll, kommentieren viele Mitarbeiter mit einem sarkastischen Unterton. “Zukunft Bahn – abgeschafft. Starke Schiene – abgeschafft. Volles Funktionieren – abgeschafft. S3 – abgeschafft”, schreibt Morris K. Er sei erst seit 2017 im Konzern, kenne in seinem Umfeld aber wenige, die derart viele Sanierungs- und Effizienzprogramme in so kurzer Zeit mitgemacht hätten. Und er fragt: “Sind genau solche Dinge nicht auch maßgeblich daran beteiligt, warum das Vertrauen der operativen Personale in die Führungsebenen gegen null geht?” Er jedenfalls habe das Vertrauen “in die entscheidungsrelevanten Stellen massiv verloren”.

EU-Lieferkettengesetz deutlich abgeschwächt: Nur noch Großkonzerne betroffen

Strenge Regeln für Konzerne? Nicht mehr ganz: Das neue EU-Lieferkettengesetz wurde deutlich abgeschwächt. Nur noch sehr große Unternehmen müssen künftig über soziale und ökologische Standards berichten – kleinere Betriebe bleiben außen vor. Kritiker warnen vor einem Rückschritt beim Schutz der Menschenrechte.

Brüssel (red) – Das europäische Lieferkettengesetz zum Schutz von Menschenrechten wird noch vor Inkrafttreten abgeschwächt. Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments erzielten in der Nacht zum Dienstag in Brüssel eine entsprechende Einigung, wie beide Seiten mitteilten.

Die Vereinbarung zielt darauf ab, die Richtlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD) und zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht (CS3D) zu vereinfachen, indem die Berichtspflichten reduziert und der Einfluss auf kleinere Unternehmen begrenzt wird. Die Vorgaben gelten demnach nur noch für wenige große Unternehmen.

Die Einigung sieht vor, dass soziale und ökologische Berichterstattung nur noch von EU-Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über 450 Millionen Euro verlangt wird. Für Unternehmen außerhalb der EU wurde die Umsatzgrenze für die Berichterstattung ebenfalls auf 450 Millionen Euro festgelegt, sofern dieser Umsatz in der EU erzielt wird.

Die neuen Regelungen vereinfachen zudem die Berichterstattungspflichten weiter. Kleinere Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitern sind von der Pflicht zur Berichterstattung ausgenommen und können die Weitergabe von Informationen, die über die freiwilligen Standards hinausgehen, verweigern.

Die Sorgfaltspflichten gelten laut der Einigung nur für große EU-Konzerne mit mehr als 5.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über 1,5 Milliarden Euro. Diese Regelungen betreffen auch nicht-europäische Unternehmen, die in der EU einen Umsatz über diesem Schwellenwert erzielen. Bei Nichteinhaltung der Vorschriften bleiben Unternehmen auf nationaler Ebene haftbar und könnten mit Geldstrafen von bis zu drei Prozent des weltweiten Netto-Jahresumsatzes belegt werden.

Die vorläufige Einigung muss nun vom Rat und vom Europäischen Parlament gebilligt werden, was allerdings reine Formsache sein sollte.

Stromerzeugung im dritten Quartal gestiegen

Wiesbaden (red) – Im dritten Quartal 2025 sind in Deutschland 98,3 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und in das Netz eingespeist worden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen am Montag mitteilte, waren das 2,0 Prozent mehr als im dritten Quartal 2024 (96,3 Milliarden Kilowattstunden).

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien stieg dabei um 3,0 Prozent und erreichte mit einem Anteil von 64,1 Prozent des inländisch produzierten Stroms einen neuen Höchststand für ein drittes Quartal. Im dritten Quartal 2024 hatte der Anteil erneuerbarer Energien bei 63,5 Prozent gelegen. Die Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern stieg im dritten Quartal 2025 um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Aufgrund der höheren Gesamteinspeisung und dem stärkeren Anstieg der erneuerbaren Energiequellen sank der Anteil der inländischen Stromerzeugung aus konventionellen Energiequellen leicht auf 35,9 Prozent (drittes Quartal 2024: 36,5 Prozent).

Die Stromerzeugung aus Windkraft stieg im dritten Quartal 2025 gegenüber dem dritten Quartal 2024 um 10,5 Prozent. Damit blieb Windkraft im dritten Quartal 2025 mit einem Anteil von 26,8 Prozent wichtigster Energieträger in der inländischen Stromerzeugung. Auch die Stromerzeugung aus Photovoltaik legte zu: Gegenüber dem Vorjahresquartal stieg sie im dritten Quartal 2025 um 3,2 Prozent. Mit einem Anteil von 24,1 Prozent war Photovoltaik damit der zweitwichtigste Energieträger der inländischen Stromerzeugung (drittes Quartal 2024: 23,8 Prozent). Die Stromerzeugung sowohl aus Wind als auch aus Photovoltaik erreichten damit neue Höchstwerte für ein drittes Quartal. Ausschlaggebend für den Anstieg der erneuerbaren Stromerzeugung war vor allem der Ausbau von Windrädern und Photovoltaik-Anlagen.

Die in Kohlekraftwerken erzeugte Strommenge ging im dritten Quartal 2025 um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zurück und machte einen Anteil von 20,6 Prozent an der inländisch erzeugten Strommenge aus. Damit war Kohle für die Stromerzeugung der drittwichtigste Energieträger. Im dritten Quartal 2022 hatte der Anteil von Kohle noch bei 36,2 Prozent gelegen und war im dritten Quartal 2023 auf 23,4 Prozent und im dritten Quartal 2024 auf 21,5 Prozent zurückgegangen.

Dagegen stieg die Stromerzeugung aus Erdgas im dritten Quartal 2025 um 8,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal an. Erdgas machte damit 12,0 Prozent der inländischen Stromerzeugung aus (drittes Quartal 2024: 11,3 Prozent).

Die nach Deutschland importierte Strommenge sank im dritten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 11,9 Prozent auf 20,7 Milliarden Kilowattstunden. Dahingegen war ein Zuwachs bei den Stromexporten zu verzeichnen. Diese stiegen um 5,9 Prozent von 11,8 auf 12,5 Milliarden Kilowattstunden. Der Importüberschuss reduzierte sich damit um 30,3 Prozent von 11,7 Milliarden Kilowattstunden im dritten Quartal 2024 auf 8,2 Milliarden Kilowattstunden im dritten Quartal 2025.

EU-Kommission verschiebt CO2-Regeln – neue Auto-Regeln kommen am 16. Dezember

Die EU-Kommission stellt ihr überarbeitetes CO₂-Regelwerk für die Autoindustrie am 16. Dezember vor. Neben neuen Flottenzielen für Unternehmen sollen auch Fördermaßnahmen für eine klimafreundliche Industrie präsentiert werden. Die Bundesregierung hofft auf eine Abkehr vom geplanten Verbrenner-Aus ab 2035.

Brüssel (red) – Die EU-Kommission will die ursprünglich für den 10. Dezember angekündigten neuen CO2-Regeln für die europäische Automobilindustrie (“Automotive Package”) nun am 16. Dezember vorstellen.

Wie der Fachdienst “Tagesspiegel Background” unter Berufung auf zwei mit der Sache vertraute Branchenvertreter berichtet, will die Kommission an dem Tag nicht nur erklären, wie die geltende CO2-Regulierung überarbeitet werden soll. Auch neue klimafreundliche Regularien für Unternehmensflotten und Details zum sogenannten “Clean Deal Industrial Implementation Package” sollen präsentiert werden.

Das im Februar 2025 angekündigte EU-Industrie- und Dekarbonisierungspaket soll Europas Industrie wettbewerbsfähig halten und gleichzeitig schneller klimaneutral machen. Es beinhaltet unter anderem neue Beihilferegeln, Investitionen, eine veränderte Rohstoffpolitik, den Netzausbau und Maßnahmen zur Kreislaufwirtschaft.

Die EU-Kommission war laut “Tagesspiegel” am Wochenende für eine Bestätigung zunächst nicht erreichbar. Die Bundesregierung hatte vor gut einer Woche in einem Brief an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen um eine umfassende Änderung der CO2-Flottenregulierung gebeten, mit der ein striktes Verbrenner-Aus ab 2035 und Strafzahlungen für die Autohersteller vermieden werden sollten.

Chancenkarte wenig attraktiv – Fachkräfte-Einwanderung bleibt hinter Erwartungen zurück

Trotz neuer Zugangswege bleibt der erhoffte Boom bei der Fachkräfteeinwanderung aus. Statt 30.000 jährlich wurden bislang nur rund 17.500 sogenannte Chancenkarten ausgestellt. Grüne kritisieren die Bundesregierung – es fehle an echter Willkommenskultur und gezielter Werbung im Ausland.

 Berlin (red) – Die zuletzt neu geschaffenen Möglichkeiten zur Fachkräfteeinwanderung werden bisher nicht so genutzt, wie erwartet. Das zeigt eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, über die die “Welt” berichtet.

Demnach wurden zwischen Juni 2024 und November 2025 17.489 sogenannte Chancenkarten durch die Auslandsvertretungen erteilt. Mit dem Titel können Ausländer zur Arbeitsplatzsuche einreisen, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen. Anvisiert hatte die vorige Ampel-Koalition rund 30.000 Chancenkarten pro Jahr.

Außerdem wurden von März 2024 bis November 2025 838 Visa im Rahmen der sogenannten Erfahrungssäule an ausländische Arbeitskräfte erteilt. Der Titel richtet sich an Personen, die über berufspraktische Erfahrungen, aber nicht über einen in Deutschland anerkannten Abschluss verfügen. Sowohl die Chancenkarte als auch die Erfahrungssäule waren zentrale Neuerungen des 2023 reformierten Fachkräfteeinwanderungsgesetzes.

“Für eine erfolgreiche Fachkräfteeinwanderung reicht es nicht, nur die gesetzlichen Grundlagen zu ändern”, sagte Lamya Kaddor, Berichterstatterin der Grünen-Bundestagsfraktion für Fachkräfteeinwanderung, der “Welt”. Die niedrigen Zahlen bei der Erfahrungssäule zeigten das deutlich. “Es braucht eine echte Willkommenskultur, ein klares Bekenntnis zur Einwanderung und die aktive Bewerbung der neuen Möglichkeiten im Ausland.”

Genau daran scheitere aber die Bundesregierung, sagte Kaddor. “Sie bewirbt die vielfältigen Zugangswege kaum und sendet mit ständigen migrationsfeindlichen Debatten das völlig falsche Signal.” Während die Chancenkarte große Aufmerksamkeit erzeugt habe, fehle es bei anderen Wegen der Erwerbsmigration an Sichtbarkeit und Bewusstsein. “Da darf es niemanden überraschen, dass Deutschland im internationalen Wettbewerb als Einwanderungsland kaum attraktiv wirkt und die Zahlen niedrig bleiben.”

Seite 1 von 436
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 389 390 391 392 393 394 395 396 397 398 399 400 401 402 403 404 405 406 407 408 409 410 411 412 413 414 415 416 417 418 419 420 421 422 423 424 425 426 427 428 429 430 431 432 433 434 435 436