Der Landkreis Ludwigsburg verfügt laut IHK über eine überdurchschnittlich hohe Kaufkraft im Einzelhandel – fast 4,6 Milliarden Euro stehen jährlich zur Verfügung, pro Kopf rund 8.522 Euro. Doch der stationäre Einzelhandel kann diese Kaufkraft nicht vollständig binden: Rund 1,2 Milliarden Euro fließen ins Onlinegeschäft oder in andere Regionen ab. IHK-Präsident Axel Kunkel warnt: Nur ein starkes Miteinander von Handel, Gastronomie und Kommunen kann die Kaufkraft vor Ort halten.
Ludwigsburg. Mit einer einzelhandelsrelevanten Kaufkraft von fast 4,6 Milliarden Euro gehört der Landkreis Ludwigsburg zu den einkaufsstärksten Regionen in der Metropolregion Stuttgart. Das zeigt die neue IHK-Studie „Einzelhandelskennzahlen 2025“, die jetzt von der IHK-Bezirkskammer Ludwigsburg veröffentlicht wurde. Im bundesweiten Vergleich liegt der Kreis mit einer durchschnittlichen Pro-Kopf-Kaufkraft von 8.522 Euro klar über dem Bundesschnitt von 7.856 Euro.
Gerlingen an der Spitze – Ludwigsburg mit Milliardenumsatz
Gerlingen ist mit 10.319 Euro pro Kopf der sogenannte Kaufkraftkrösus im Landkreis. Insgesamt entfällt damit rund ein Fünftel des gesamten Kaufkraftvolumens der Region Stuttgart auf den Kreis Ludwigsburg.
Im stationären Einzelhandel werden im Landkreis jährlich rund 3,4 Milliarden Euro umgesetzt – davon mehr als eine Milliarde allein im Stadtgebiet Ludwigsburg, das sich damit an die Spitze setzt. Es folgen Bietigheim-Bissingen mit knapp 402 Millionen Euro und Kornwestheim mit gut 233 Millionen Euro.
IHK warnt: Kaufkraftbindung gerät ins Wanken
Trotz der günstigen Zahlen warnt die IHK vor Herausforderungen: Die Konkurrenz zwischen Innenstadt-Einzelhandel, Großflächen auf der grünen Wiese und dem Onlinehandel nimmt weiter zu. IHK-Präsident Axel Kunkel erklärt dazu: „Das Einkommenslevel und die Einwohnerzahl sind relativ hoch, das macht unseren Kreis sehr attraktiv für den Einzelhandel. Um die Bindung der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft in Form von Umsatz ringen der innerörtliche Einzelhandel in Kreis und Umland, die Großflächenangebote auf der grünen Wiese sowie der Internethandel sehr intensiv“,
Zentralitätskennziffer zeigt: Ludwigsburg zieht Kunden an
Ein zentraler Indikator für die Attraktivität eines Einzelhandelsstandorts ist die sogenannte Zentralitätskennziffer. Sie beschreibt, ob eine Kommune mehr Kaufkraftzuflüsse aus dem Umland gewinnt oder ob Kaufkraft abfließt. Ein Wert von über 100 zeigt, dass mehr Kaufkraft in die Stadt fließt als heraus. Ludwigsburg erreicht mit einem Wert von 153,1 den höchsten Wert im Landkreis – dank dezentraler Verkaufsflächen und starker Innenstadt. Dahinter folgen Kirchheim am Neckar (142,2), Steinheim an der Murr (138,2) und Bietigheim-Bissingen (122,1).
Andere Kommunen kämpfen dagegen mit Abwanderung der Kaufkraft: In Eberdingen, Erdmannhausen, Freudental, Hessigheim, Oberriexingen, Sersheim und Walheim liegt die Kennziffer unter 30 – also deutlich unterdurchschnittlich.
“Zur Stärkung der Kaufkraftbindung vor Ort empfiehlt sich ein eng verzahntes Miteinander der Akteure im stationären Einzelhandel mit denen in der Gastronomie sowie im Freizeit- und Kulturbereich. Und das in gutem Dialog mit der Kommune. Für die Kundschaft zählt das Gesamtpaket, einschließlich hoher Aufenthaltsqualität sowie guter Erreichbarkeit mit ÖPNV und Individualverkehr“, so Kunkel. Mit Blick auf die derzeitige Konsumzurückhaltung ergänzt er: „Wir hoffen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Unsicherheit nach und nach verringert, zu Gunsten einer klaren Wachstumsperspektive. Das würde auch für mehr Kauflaune und weniger Vorsichtssparen sorgen.“
Die vollständige Übersicht „Einzelhandelskennzahlen 2025“ steht hier zur Verfügung.
Bitte hier klicken: EH_Kennzahlen_LB_2025










