Landrat ist „maßlos enttäuscht“ – Ludwigsburger Abgeordnete beziehen Stellung zum Flüchtlingsgipfel

Von Ayhan Güneş

Ludwigsburg. Niemand konnte im Februar des Jahres erahnen, dass der russische Angriff gegen die Ukraine so lange andauern wird. Seit acht Monaten herrscht Krieg am östlichen Rand Europas. Folglich reißt der Zuzug von Geflüchteten nach Deutschland nicht ab. Zudem kommen wieder mehr Asylsuchende aus Syrien und Afghanistan.

Auch im Landkreis Ludwigsburg suchen Kreisverwaltung und die 39 Kreiskommunen händeringend nach Unterbringungsmöglichkeiten. In dieser Woche fand in Berlin ein Flüchtlingsgipfel statt. Bundesinnenministerin Nancy Faeser versprach den Kommunen, 4000 Übernachtungsplätze in bundeseigenen Immobilien unterzubringen. Landrat Dietmar Allgaier (CDU) zeigte sich in Einklang mit dem Deutschen Landkreistag vom Ergebnis „maßlos enttäuscht“. Das Zugeständnis der Bundesregierung sei nicht mehr als „ein Tropfen auf dem heißen Stein“.

Ludwigsburg24 bat die Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Ludwigsburg, das Ergebnis des Flüchtlingsgipfels aus ihrer Sicht zu kommentieren.

Macit Karaahmetoğlu (SPD)

Sicherlich haben sich der Landkreis Ludwigsburg und seine Kreiskommunen vom Gipfel zur Unterbringung von Geflüchteten mehr erhofft. Dass sich Landrat Dietmar Allgaier nach seinen Worten jedoch enttäuscht zeigt, kann ich nicht nachvollziehen. Ich begrüße das Ergebnis. Immerhin hat unsere SPD-Bundesinnenministerin Nancy Faeser zugesagt, kurzfristig 56 Bundesimmobilien mit 4.000 dauerhaften Unterbringungsplätzen zur Verfügung zu stellen. Dass ist mehr als „ein Tropfen auf den heißen Stein“, wie der Landrat behauptet. Ich anerkenne, dass der Landkreis Sporthallen der Kreisberufsschulzentren zur Verfügung stellt. Wir können nur hoffen, dass die Kreiskommunen diesem guten Beispiel folgen und in dieser Krisenzeit ebenfalls ausreichend öffentliche Gebäude zur Unterbringung der Ankommenden zur Verfügung stellen.

Wichtig ist, dass die Gespräche im November weitere finanzielle Hilfen für die Kommunen bringen. Der Bund hat bereits zwei Milliarden Euro für die Unterbringung bereitgestellt. Faeser hat den Kraftakt der Kommunen ausdrücklich honoriert. Sie verschließt sich nicht unliebsamen Maßnahmen, wie zum Beispiel verstärkten Grenzkontrollen, um die Lage zu verbessern.

Wir sollten bei allen berechtigten Forderungen der Kommunen nach finanzieller Unterstützung nicht vergessen, dass der Landkreis Ludwigsburg zu den reichen in Deutschland gehört. In vielen Landkreisen sind die Nöte sehr viel größer. Landrat Allgaier sollte es wertschätzen, dass wir aus eigener Kraft noch sehr viel selbst in die Hand nehmen können, um die Krise durchzustehen. Dass der Landrat das Gipfelgespräch mit der Bundesinnenministerin Faeser zu einer „reguläre Besprechung“ degradieren möchte, halte ich nicht für angemessen.

Ich wehre mich auch als Wahlkreisabgeordneter der SPD gegen die immer stärkeren Spaltungsversuche in unserer Gesellschaft auf Kosten der Geflüchteten. Meine Haltung ist klar: Ja, die Situation ist schwierig. Ja, es gibt bestimmt auch vereinzelt Fälle von Leistungsmissbrauch, welcher erkannt und geahndet werden muss.

Steffen Bilger (CDU)

Durch die Aufnahme von annähernd zwei Millionen Asylsuchenden in den vergangenen Jahren ist Deutschland so solidarisch wie kaum ein anderes Land auf der Welt. Die Zahl der in Deutschland ankommenden Migranten wächst zurzeit immer weiter, während Kommunen im ganzen Land bei der Unterbringung der Flüchtlinge bereits an oder über der Belastungsgrenze sind. Deshalb darf die Bundesregierung jetzt keine neuen Anreize zur Migration schaffen, beispielsweise das Bürgergeld, und muss illegale Migration begrenzen. Für neu ankommende ukrainische Flüchtlinge sollte der Rechtskreiswechsel zurückgenommen werden, der ihnen vom ersten Tag an volle Hartz IV – Leistungen garantiert. Ansonsten verursachen die – im Vergleich mit anderen europäischen Ländern – hohen Sozialleistungen Anreize für neue Migrationsbewegungen nach Deutschland.

Innenministerin Faeser hat endlich die Bedeutung des Themas, wohl aber nicht dessen Dringlichkeit, erkannt und einen Flüchtlingsgipfel einberufen, der aber kaum Ergebnisse gebracht hat. Die dort von der Bundesinnenministerin getroffenen Aussagen zur Begrenzung illegaler Migration sind zu begrüßen. Sie setzt sich damit deutlich von einzelnen Vertretern ihrer Partei und der Grünen ab. Den Worten müssen aber auch Taten folgen.

Die auf dem Flüchtlingsgipfel vom Bund zugesagten 4.000 Unterbringungsplätze werden schon innerhalb weniger Tage belegt sein, Kommunen und Länder warten zugleich weiter auf echte Entlastung und finanzielle Unterstützung durch den Bund. Angesichts der Größe der Herausforderung muss die Bundesregierung schnellstens das Aussitzen des Problems beenden und Maßnahmen ergreifen, um den Zuzug zu begrenzen, und die Steuerungsfähigkeit über die Zuwanderung zu wahren.

Sandra Detzer (Grüne)

Alle wissen, dass Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Ehrenamtliche im Landkreis Ludwigsburg größte Anstrengungen unternehmen, Geflüchtete gut aufzunehmen. Dafür bin ich sehr dankbar. Denn trotz aller Herausforderungen bei der Flüchtlingsunterbringung muss unsere Botschaft immer sein: Wir stehen zusammen und lassen uns nicht spalten – denn das ist, was Putin beabsichtigt.

Das Gebot der Einigkeit gilt gerade auch für die Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen bei der Flüchtlingsunterbringung. Zwar konnte der Flüchtlingsgipfel im Bundesinnenministerium in dieser Woche noch nicht die jetzt anstehenden Finanzentscheide zwischen Bund und Ländern vorwegnehmen. Aber jeder weiß: Der Bund plant für die Flüchtlingsunterbringung neue finanzielle Unterstützungsmaßnahmen für die Kommunen fest ein. Über sie wird bei einem Treffen zwischen Bund und Ländern im November entschieden. Dort müssen Länder und Kommunen nun ihre konkreten Forderungen einbringen.

Schon jetzt unterstützt der Bund Kommunen und Länder massiv bei der Aufnahme von Geflüchteten, insbesondere denen aus der Ukraine. Dafür hat der Bund nach einem Abkommen mit den Ländern im April dieses Jahres zusätzliche 2 Milliarden Euro für Mehrausgaben der Länder und Kommunen zur Verfügung gestellt. Daran werden die Gespräche im November nun anknüpfen. Für die Ampel ist klar: Wir stemmen diese Herausforderung gemeinsam.

Die Verantwortung für die Verteilung der Geflüchteten liegt grundsätzlich bei Bund und Ländern. Trotzdem war der Vorschlag von Ursula Keck, der Oberbürgermeisterin von Kornwestheim, ja ganz im Sinne eines verantwortungsvollen Umgangs mit den Geflüchteten. Wenn es hier eine Art Öffnungsklausel für eine Kooperation zwischen Kommunen gäbe, fände ich das gut.

Der Angriffskrieg Putins hat die Ukrainerinnen und Ukrainer am stärksten, aber auch uns schwer getroffen, man denke nur an die horrenden Gaspreise. Und natürlich ist es eine Belastung für alle Beteiligten, dass nun Turnhallen belegt werden müssen. Ich bin darum unglaublich froh, dass über 70 Prozent der Deutschen der Meinung sind, dass die Unterstützung der Ukraine richtig ist. Auch wenn es bei uns Mehrkosten verursacht. Wir sind ein solidarisches Land und, nochmal, werden uns von Putin nicht spalten lassen.

Martin Hess (AfD)

Die Kapazitäten für Flüchtlinge sind im Landkreis nahezu erschöpft. Das hat auch ganz klar Landrat Allgaier zum Ausdruck gebracht. Hilfe von der Regierung darf er allerdings nicht erwarten. Das hat Faesers Migrationsgipfel deutlich gemacht.

Um den Landkreis zu entlasten, brauchen wir einen fundamentalen Wechsel in der Migrationspolitik. Dies bedeutet umfassende Grenzkontrollen und die konsequente Anwendung geltender Asylgesetze. Zudem müssen wir jetzt endlich Geld- durch Sachleistungen ersetzen und dem Beispiel Dänemarks folgend Asylverfahren zukünftig in Drittländern außerhalb der EU durchführen.

Die Bundesregierung versagt aber auch auf EU-Ebene. Man hat es nicht geschafft, eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge auszuhandeln. Stattdessen sorgen weitere Pull-Faktoren dafür, dass Deutschland einmal mehr zum Migrantenmagneten geworden ist. Konsequente Abschiebungen, wie ich sie seit Jahren fordere, hätten dazu geführt, dass jetzt mehr Wohnraum für wirklich Asylberechtigte zur Verfügung stehen würde.

Übrigens finden nicht nur Ukrainer immer häufiger den Weg nach Deutschland, sondern auch wieder immer mehr illegale Migranten. Uns droht ein zweites 2015. Und das muss unter allen Umständen verhindert werden!“

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Kommunen fordern europaweite Verteilung von Flüchtlingen

Ludwigsburg begrüßt Studienanfänger

Um Studierenden den Start in Ludwigsburg zu erleichtern, waren die Bürgerdienste der Stadt Ludwigsburg und der Ludwigsburger Innenstadtverein LUIS jetzt mit dem mobilen Bürgerbüro an der Pädagogischen Hochschule. Dort haben rund 800 junge Menschen zum Wintersemester ihr Bachelor-Studium und 450 ihr Master-Studium begonnen. An einem Stand konnten sich die Studierenden über die Wohnsitzanmeldung und die Studierenden Willkommen Karte (StuWiCard) informieren.

Die StuWiCard ist das Willkommensprogramm von Stadt und LUIS für alle Studierenden der fünf Ludwigsburger Hochschulen. Die Kartenbesitzer profitieren von vielen Angeboten und Vorteilen bei Ludwigsburger Geschäften und Händlern. Wer seinen Erstwohnsitz in Ludwigsburg anmeldet, erhält einmalig einen Bonus in Höhe von 200 Euro auf die Karte gutgeschrieben. Eingelöst werden kann der Betrag bei allen beteiligten Akteuren. „Mit der StuWiCard können die Studierenden die Stadt und ihre Akteure besser kennen lernen und sich davon überzeugen, dass Ludwigsburg eine liebens- und lebenswerte Stadt ist“, so Jürgen Schindler, Leiter des städtischen Fachbereichs Bürgerdienste.

Am Dienstag, 25. Oktober wird das mobile Bürgerbüro noch einen Stopp an der Evangelischen Hochschule einlegen. Bereits im September informierte die Stadtverwaltung Studierende der Hochschule für Verwaltung und Finanzen, der Filmakademie Baden-Württemberg und der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg über die StuWiCard.

red

9-Euro-Ticket: Länder wollen bundesweites 49-Euro-Ticket vorschlagen

Als Nachfolge des 9-Euro-Tickets wollen die Verkehrsminister der Länder offenbar den Weg frei machen für ein bundesweit gültiges 49-Euro-Ticket. Wie die „Rheinische Post“ (Mittwoch) berichtet, geht dies aus einem Eckpunktepapier für die an diesem Mittwoch beginnende Verkehrsministerkonferenz hervor. Darin heißt es: „Das Ticket soll zum Start für den Preis von 49 Euro im Jahresabo erhältlich sein.“

Dieser Startpreis werde zu einem hohen Anteil von Neukunden führen und habe eine hohe Klimawirkung. Laut Zeitung soll das „Klimaticket Deutschland“ bundesweit gültig sein im ÖPNV. „Es ist personalisiert und nicht übertragbar“, heißt es weiter in dem „Eckpunktepapier der Verkehrsministerkonferenz zu Grundsätzen eines bundesweiten ÖPNV-Tickets“. Das Ticket soll sowohl digital als auch analog angeboten werden.

Der Einführungszeitpunkt hänge allerdings weiter von einer Verständigung bei der Finanzierung ab. Man erwarte, dass der Bund ein Angebot vorlege „zur Steigerung der Regionalisierungsmittel für einen Ausgleich der allgemeinen Preissteigerungen seit 2019, der Corona-Schäden sowie der Energiepreissteigerungen infolge des Ukraine-Kriegs“. Das Eckpunktepapier wurde demnach abgestimmt mit dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr, den kommunalen Spitzenverbänden und den führenden Verkehrsverbänden.

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) sagte der Redaktion, die Länder hätten im September einen Prozess gestartet, um die Eckpunkte für ein Nachfolgemodell zu konzipieren. „Dieser Prozess ist auf einem guten Weg.“ Aber es fehle weiterhin eine Gesamtfinanzierung des ÖPNV.

red

Verkehrsbericht für Ludwigsburg: Welche Straßen diese Woche gesperrt sind

Verkehrsbericht gültig ab Montag, 10. Oktober

Bärenwiese
Datum:                           Sperrzeiten:                     Parkfläche:
13.10.2022                      7 bis 12.30 Uhr                 West / Vollsperrung

Bauhofstraße
Die Bauhofstraße ist vollständig für den Fahrverkehr gesperrt. Es erfolgt eine Umleitung über den Reithausberg bis voraussichtlich Ende Dezember.

Brahmsweg
Die Straße ist wegen Erneuerung der Wasser- und Gasleitungen vollständig für den Fahrverkehr gesperrt bis voraussichtlich Ende November.

Frankfurter Straße
Wegen Verlegung von Fernwärmeleitungen sind hier die Fahrspuren verengt und nur eingeschränkt befahrbar bis voraussichtlich Ende Oktober.

Friedrichstraße
Auf Höhe der Friedrichstraße 6 ist der Gehweg für den Fußgängerverkehr gesperrt sowie die Fahrspur teils gesperrt bis voraussichtlich Ende Februar 2023.

Hohenzollernstraße
Auf Höhe der Hohenzollernstraße 18 besteht bis Ende Dezember eine halbseitige Sperrung.

L1140
Hier besteht voraussichtlich bis Ende Oktober eine spurweise Sperrung und Fahrbahneinengung sowie Sperrungen für den Fuß- und Radverkehr wegen Erkundungsbohrungen.

Münchinger Straße
Die Straße ist wegen Feuerwehrfest am Freitag, 07., und Samstag, 10. Oktober, vollständig für den Fahrverkehr gesperrt.

Nussackerweg
Der Nussackerweg ist zwischen der Markgröninger Straße und der Teinacher Straße bis voraussichtlich Ende Oktober voll gesperrt.

Schillerstraße
Die Schillerstraße ist für den Fahrzeugverkehr in Richtung Westen befahrbar. Der Radverkehr bleibt in beide Richtungen aufrechterhalten. Der Fußgängerverkehr wird über den Gehweg auf der Südseite geführt. Diese Verkehrsregelung gilt für die Dauer der Bauarbeiten bis voraussichtlich Ende 2023.

Schillerplatz / Mathildenstraße / Solitudestraße
Hier besteht wegen Erneuerung der Gas-, Wasser- und Fernwärmeleitungen voraussichtlich bis Mitte Dezember eine Vollsperrung zwischen der Myliusstraße und der Solitudestraße. Die Einfahrt aus der Solitudestraße ist nur noch nach rechts in die Mathildenstraße möglich. Die Zufahrt zum Arsenalparkplatz ist ausgeschildert.  Der Fußgänger- und Radverkehr wird weitestgehend aufrechterhalten, hier kann es zu Erschwernissen kommen.

Schorndorfer Straße
Die Straße ist wegen Leitungsarbeiten halbseitig für den Fahrverkehr gesperrt voraussichtlich bis Mitte November.

Straßenäcker
Die Straße ist voraussichtlich bis Ende Oktober wegen Tiefbauarbeiten vollständig für den Fahrverkehr gesperrt. Eine Umleitung ist vor Ort ausgeschildert.

Stuttgarter Straße/Schlossstraße/Wilhelmstraße
Abdichtungserneuerung der Unterführung Sternkreuzung bis voraussichtlich Mitte November. Es ist lediglich eine Fahrspur je Richtung nutzbar. Einrichtung einer Ampelführung auf der Sternkreuzung. Mit Beeinträchtigungen des Verkehrsablaufs ist zu rechnen. Drei Fußgängerüberwege (Zebrastreifen) sind eingerichtet.

Wilhelmstraße/Arsenalstraße/Arsenalplatz/Schillerplatz/Myliusstraße
Da am Sonntag, 09. Oktober, das Kastanienbeutelfest stattfindet, wird es hier zu Verkehrseinschränkungen kommen.

Quelle: Stadt Ludwigsburg

Europameisterschaft in Ludwigsburg: König der Kürbisse bringt 1100,5 Kilogramm auf die Waage

In Ludwigsburg fand am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein die Europameisterschaft im Kürbiswiegen statt. Im Blühenden Barock wurden die schwersten Kürbisse Europas gewogen. Der Siegerkürbis aus Italien bringt 1100,5 Kilogramm auf die Waage.

12 Teilnehmerkürbisse aus fünf Nationen waren angereist um den König der Kürbisse zu krönen. Kürbiszüchter aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Italien und Österreich traten vor der traumhaften Kulisse des Ludwigsburger Barockschlosses gegeneinander an. Trotz eines heißen Sommers brachten die Kürbisse unglaubliche Gewichte auf die Waage.

Um 13:30 Uhr ging es los. Mit Radladern wurden die Kolosse auf die spezielle Waage bugsiert und nach und nach wurden die gewogenen Kürbisse der Sorte Atlantic Giant schwerer und schwerer. Die Sorte gehört zu den „Cucurbita Maxima“ und wird vor allem zur Riesenkürbis- Züchtung verwendet. Professionelle Züchter nutzen zudem Saatgut mit Stammbaum – dieses stammt oft von ehemaligen „Meisterkürbissen“ der vergangenen Jahre ab.

Um 16:15 Uhr stand fest: Gewinner des Tages ist Vorjahressieger Stefano Cutrupi aus Italien. Cutrupis Kürbis brachte 1100,5 Kilogramm auf die Waage, auf den zweiten Platz kam Iwan Horde aus den Niederlanden mit einem 891,5-Kilogramm-Kürbis. Platz drei belegten die deutschen Meister David und Jakob Frommelt mit ihrem 789,5-Kilogramm-Riesen. Am vergangenen Wochenende – bei der deutschen Meisterschaft – hatte der Kürbis noch 796 Kilogramm auf die Waage gebracht. Sobald die Kürbisse nicht mehr am Strunk sind, verlieren sie Tag für Tag an Gewicht.

Züchter Stefano Cutrupi aus Radda in Chianti (Italien) hatte erst im vergangenen Jahr mit einem 1226 Kilogramm schweren Kürbis einen neuen Weltrekord aufgestellt – zur Europameisterschaft in diesem Jahr ist er mit drei Kürbissen angereist, von denen einer in die Wertung einging.

Die Europameisterschaft im Kürbiswiegen wurde in Zusammenarbeit mit der EGVGA (European Giant Vegetable Growers Association) durchgeführt. Eine rekordverdächtige Anzahl an Gästen besuchte das Blühende Barock zur Europameisterschaft im Kürbiswiegen. Einige der schwersten Kürbisse werden bis zum Ende der Ausstellung am 4. Dezember im Blühenden Barock für alle Besucher gut sichtbar ausgestellt.

Neben den Kürbissen wurde auch anderes Riesengemüse gewogen. Unter anderem kamen ein Kohlrabi mit 1,9 Kilogramm (Udo Karkos) und eine Melone mit 16,2 Kilogramm (Friedl Melka) auf die Waage. Ab morgen, Montag, 10. Oktober, wird ein Teil der Gewinnerkürbisse gut sichtbar auf dem Ausstellungsgelände präsentiert. Am kommenden Wochenende findet dann das Riesenkürbis-Schnitzfestival statt, bei dem die Kürbisse auf den hinteren Rängen zu kunstvollen Skulpturen werden.

Europameisterschaft im Kürbiswiegen

1. Platz 2. Platz 3. Platz

Stefano Cutrupi, Radda in Chianti, Italien: 1100,5 Kilogramm
Iwan Horde, Leerdam, Niederlande: 891,5 Kilogramm
David und Jakob Frommelt, Dankelsried, Deutschland: 798,5 Kilogramm

Verkaufsoffener Sonntag in Ludwigsburg: Große Vorfreude auf das Kastanienbeutelfest

Ludwigsburg – Shopping-Fans aufgepasst: Nach zwei Jahren Pandemie-Pause feiert die Stadt  Ludwigsburg am Sonntag, 9. Oktober, wieder einen verkaufsoffenen Sonntag. Die Stadtverwaltung sorgt für ein einladendes Programm und ist zuversichtlich – trotz Sperrung einiger Straßen.

Im Rahmen des Ludwigsburger Kastanienbeutelfestes werden an diesem Tag viele Besucherinnen und Besucher im City-Bereich erwartet. Traditionell finden an diesem Tag von 11 Uhr bis 18 Uhr ein großer Kunst– und Genussmarkt und ein buntes Programm für die ganze Familie statt. Aus diesem Grund sind die Wilhelmstraße, die Arsenalstraße und der Arsenalplatz für den Autoverkehr gesperrt.

Um den Verkehr auf den Straßen so gering wie möglich zu halten, empfiehlt die Stadtverwaltung, auf die öffentlichen Verkehrsmittel umzusteigen sowie mit dem Fahrrad oder zu Fuß in die Ludwigsburger Innenstadt zu kommen. Für die Fahrradfahrenden steht wieder ein kostenloser, durch den ADFC bewachter Fahrradparkplatz direkt am Rathaushof zur Verfügung. Mit der Ludwigsburger Stadt-Navi App – erhältlich in den App-Stores für Android und iOS – können sich Gäste zu alternativen Verkehrsmitteln informieren. Die App informiert aber unter anderem auch vor Fahrtantritt über die Auslastung der Parkhäuser.

Wer mit dem Auto in die Stadt kommt, sollte dem Parkleitsystem folgen. Für Autofahrende hat die Stadt einen Plan mit den innenstadtnahen Parkmöglichkeiten erstellt – den gibt es auch auf www.ludwigsburg.de und auf www.luis-ludwigsburg.de. Bei den dort verzeichneten kostenlosen Parkgelegenheiten in der Marbacher Straße 193, in der Martin-Luther-Straße 82, beim Parkplatz hinter der VR-Bank in der Schwieberdinger Straße, beim Finanzamt sowie beim Landratsamt befinden sich Bushaltestellen mit Direktanbindung in Fahrtrichtung Innenstadt in unmittelbarer Nähe.

red

Bewaffneter Raubüberfall auf Ludwigsburger Tankstelle – Frau schwer verletzt

Eine 43 Jahre alte Frau am frühen Donnerstagmorgen mit schweren Verletzungen vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht, nachdem sie Opfer eines Raubüberfalls geworden war.

Den bisherigen Erkenntnissen zufolge betraten zwei noch unbekannte Täter gegen 05:15 Uhr den Verkaufsraum einer Tankstelle in der Friedrichstraße im Ludwigsburger Osten. Während einer der beiden die 43-Jährige festhielt, entwendete der andere einen dreistelligen Bargeldbetrag aus der Kasse. Anschließend soll es zu einem Gerangel gekommen sein, bei welchem die Frau mutmaßlich von einem Messer, welches einer der Täter mitführte, verletzt wurde. Die Tatverdächtigen flüchteten daraufhin zu Fuß in Richtung der Straße „Riedle“. Einer der beiden soll einen dunklen Teint haben. Er soll etwa 185 cm groß sein und trug eine dunkelgrüne Jacke, eine graue Hose und helle Turnschuhe. Der zweite Täter soll einen hellen Teint haben und etwa 175 cm groß sein. Er war dunkel gekleidet. Beide waren während der Tatausführung maskiert. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, Tel. 0800 1100225, in Verbindung zu setzen.

red

Sternkreuzung in Ludwigsburg: Verkehrsführung wird ab Montag grundlegend geändert

Am kommenden Montag, 10. Oktober, soll laut einer Mitteilung der Ludwigsburger Stadtverwaltung, bei der Erneuerung der Tunnelabdichtung an der Sternkreuzung, der dritte Bauabschnitt beginnen. Damit endet die Einrichtung des Baustellenkreisverkehrs und die Verkehrsführung wird grundlegend geändert, so die Stadtverwaltung.

Die Baustelle wechselt in den Bereich der Kreuzungsmitte. Der Verkehr soll dann durch Ampelanlagen mit angepassten Signalzeiten – einen sogenannten Baustellenbetrieb – geregelt werden. Der Kfz-Verkehr wird über die südliche Hälfte der Kreuzung geleitet. Für Fußgängerinnen und Fußgänger stehen weiterhin drei Querungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Der dritte Bauabschnitt wird laut der Meldung voraussichtlich Mitte November abgeschlossen sein. Im Anschluss folgt die vierte und letzte Phase der Bauarbeiten, in welcher die verbleibende, südliche Hälfte der Kreuzung saniert wird.

Aufgrund der Verlagerung der Bauarbeiten in die Kreuzungsmitte und die dadurch zu erwartenden Erschütterungen wird am kommenden Montag, 10. Oktober, ebenfalls die Schlangenskulptur an der Sternkreuzung abgenommen und zur Restaurierung eingelagert. Der Abbau der Schlange beginnt am Montag circa um 9 Uhr und wird schätzungsweise gegen Mittag beendet sein.

red

Außerordentliches Engagement: Ehrenamtlicher Dolmetscherdienst der Stadt Ludwigsburg ausgezeichnet

Für sein außerordentliches Engagement wurde der Ehrenamtliche Dolmetscherdienst der Stadt Ludwigsburg dieses Jahr mit dem Annemarie-Griesinger-Preis ausgezeichnet. Das ist die zweite wichtige Auszeichnung nach dem Europäischen Bürgerpreis 2018.

Auf Vorschlag des CDU-Kreisvorsitzenden Rainer Wieland, Mitglied des Europäischen Parlaments, wurde der Ehrenamtlicher Dolmetscherdienst der Stadt Ludwigsburg für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement für diesen Preis nominiert. Der Preis wird seit 2014 verliehen und zeichnet Projekte und Initiativen für außergewöhnliches Engagement aus. „Der Annemarie-Griesinger-Preis ist eine tolle Anerkennung für unsere ehrenamtlichen Dolmetscherinnen und Dolmetscher. Mit ihren Einsätzen leisten sie einen wichtigen Beitrag für die Stadtgesellschaft“, so Raphael Dahler, Fachbereichsleiter Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Soziales und Sport. Der neunte Annemarie-Griesinger-Preis wurde am Tag der Deutschen Einheit im Großen Saal im Landratsamt Ludwigsburg feierlich verliehen und von einigen Ehrenamtlichen mit Stolz und Freude entgegengenommen.

Mehr als 600 Einsätze in über 40 Sprachen bewältigen die ehrenamtlichen Dolmetscherinnen und Dolmetscher in Ludwigsburg im Jahr. Seit fast 18 Jahren engagieren sich mehr als 70 Ludwigsburgerinnen und Ludwigsburger aus unterschiedlichen Ländern, indem sie Sprache und Kultur vermitteln. Die Einsätze in Schulen, Kindertagesstätten, bei Ämtern, Beratungsstellen und in sozialen Einrichtungen erleichtern den Zugang zu Institutionen und unterstützen die Hauptamtlichen bei ihrer täglichen Arbeit.

red

„Runder Tisch Gasmangel-Lage“ in Ludwigsburg: Alle müssen mehr Energie sparen

Von Ayhan Güneş

Das Landratsamt und die Kommunen des Kreises Ludwigsburg haben an Unternehmen sowie die Bürgerinnen und Bürger appelliert, weiter Energie einzusparen. Auf diese haben sich die Kommunal-Verantwortlichen beim „Runden Tisch Gasmangel-Lage“ verständigt. „Wir müssen an bestimmten Stellen unsere Wohlfühlzone verlassen“, sagte Alois Braunmiller, Leiter des Fachbereichs Gebäudemanagement und Liegenschaften im Landratsamt. „19 Grad im Büro oder die kalte Dusche nach dem Sport sind Komforteinbußen, die sicherlich niemanden freuen. Sie sind aber ein wichtiger Baustein, um den Krisenfall zu verhindern!“

Die Katastrophenschützer aus dem Landratsamt haben zudem eine Sorge, mit der sie nicht allein sind. Aufgrund der finanziellen Belastung könnten mehr Menschen zu elektrischen Heizlüftern greifen, die das Stromnetz destabilisierten. Das könnte zu Stromausfällen führen, die dann die Wasserversorgung beeinträchtigen. Auch dieses Szenario gelte es zu berücksichtigen.

Tina Prietz vom Team Klimaschutz der Kreisverwaltung wies auf das Informationsmaterial zum Thema Energiesparen hin. Dieses werde demnächst auf der Website des Landratsamts zur Verfügung stehen. In Kürze werde ein Energiespar-Tipp-Video mit Landrat Allgaier auf den Social-Media-Kanälen veröffentlicht. Sie betonte: „Die Kommunen haben nur einen Energieverbrauch von zwei bis drei Prozent selbst in der Hand. Um das gesamtgesellschaftliche Einsparziel von 20 Prozent zu erreichen, müssen vor allem die Unternehmen und auch die Bürgerinnen und Bürger engagiert handeln.“

Naheliegende Energiesparmaßnahmen, wie die Optimierung von Heizungsanlagen, die Beleuchtungsreduzierung, sowie Kaltwasser an Handwaschbecken seien bereits umgesetzt, versicherten die Verwaltungschefs. Maßnahmen, die im Zuge des Klimaschutzes ohnehin geplant sind, wie die Umrüstung auf LED-Beleuchtung, würden beschleunigt. Weitere Schritte für das Energiesparen will der Landkreis gemeinsam mit den Kommunen im Oktober beschließen. „Nicht nur die öffentlichen Behörden, nein jede und jeder Einzelne muss im Winter seinen individuellen Beitrag zum Energiesparen leisten“, sagte Landrat Dietmar Allgaier.