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Erstes Todesopfer im Kreis Ludwigsburg

Das Landratsamt in Ludwigsburg hat am Freitagabend (20. März – 19Uhr) bekanntgegeben, dass eine 90-Jährige Patientin an den Folgen von Corona gestorben ist.

Auch die Zahl der Erkrankten steigt laut den Behörden weiterhin an. Insgesamt zählt das Kreisgesundheitsamt 190 bestätige Corona-Erkrankungen im Landkreis Ludwigsburg. Davon sind 14 neue Erkrankungsfälle seit gestern. Laut dem Gesundheitsamt werden derzeit sechs Personen stationär behandelt. Sechs Betroffene sind laut der Behörde inzwischen wieder genesen.

Deshalb gilt Aufforderung der Behörden, die Gefahr ernst zu nehmen und Sozialkontakte auf ein Minimum zu beschränken.

Mann bricht in die Wohnung einer 21-Jährigen und verletzt sie schwer

Laut einer Meldung der Polizei Ludwigsburg drang am Donnerstag gegen 21:10 Uhr ein 22-Jähriger in die Wohnung einer 21-Jährigen in Ludwigsburg-Tamm ein und verletzte die Bewohnerin schwer.

Der Mann beschädigte erst den Rollladen der Erdgeschosswohnung in der Ludwigsburger Straße und gelangte so in die Räumlichkeiten der Frau. Dort kam es dann offensichtlich zur Konfrontation zwischen den Beiden, bei der die 21-Jährige durch Schläge schwer verletzt wurde. Im Anschluss an die körperliche Auseinandersetzung entfernte sich der Tatverdächtige zu Fuß. Die Frau wurde durch den Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Zu den Hintergründen der Tat konnte die Polizei noch nichts sagen.

Was in Ludwigsburg und in der Region los war

Ludwigsburg-Poppenweiler: Alkoholisierter 53-Jähriger verursacht Verkehrsunfall und begeht Unfallflucht

Der 53-jährige Tatverdächtige einer Unfallflucht am Donnerstag gegen 13:35 Uhr in Ludwigsburg-Poppenweiler konnte durch die Polizei nach dem Verkehrsunfall ermittelt werden. Ein 30-Jähriger musste verkehrsbedingt mit seinem Lieferwagen auf einer Linksabbiegespur eingeordnet in Poppenweiler im Kreuzungsbereich der Steinheimer Straße und der Straße “Am Ring” warten. Der 53-Jährige fuhr mit seinem Mitsubishi ebenfalls in den Kreuzungsbereich ein, wobei er bei seinem eigenen Abbiegevorgang vermutlich zu weit ausscherte, denn seine vordere Stoßstange streifte hierbei den hinteren Teil des Lieferwagens. Dabei wurde ein Sachschaden von insgesamt circa 6.000 Euro verursacht. Anstatt sich um den Unfallschaden zu kümmern, fuhr der 53-Jährige von der Unfallstelle weg. Die verständigten Polizeibeamten konnten den Tatverdächtigen jedoch ermitteln und noch an seiner Wohnanschrift antreffen. Da der Mann deutliche Anzeichen einer starken Alkoholisierung aufwies, wurde er in einem Krankenhaus einer Blutentnahme unterzogen. Die Beamten stellten den Führerschein noch vor Ort sicher und untersagten ihm die weiteren Nutzung von Kraftfahrzeugen.

Möglingen: Unbekannter wirft mit Gegenstand Windschutzscheibe ein

Ein bislang unbekannter Täter beschädigte zwischen Donnerstag, 16:00 Uhr, und Freitag, 6:10 Uhr, in Möglingen im Roseggerweg einen dort abgestellten Mercedes. Vermutlich warf der Unbekannte einen harten Gegenstand auf die Windschutzscheibe, so dass diese splitterte und auch Teile des Lacks in Mitleidenschaft gezogen wurden. Es entstand ein Sachschaden von circa 1.500 Euro. Das Polizeirevier Kornwestheim bittet Zeugen sich unter Tel. 07154 1313 0 zu melden.

Schwieberdingen: Jugendliche beim Graffiti sprühen erwischt

Zwei Jugendliche wurden durch einen Zeugen beobachtet, wie sie am Donnerstag gegen 15:40 Uhr in Schwieberdingen im Scheerwiesenweg beim Durchlass unter der Bundesstraße 10 Graffiti an die Wände sprühten. Der Zeuge konnte einen der Beiden bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. Der 15-Jährige wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen seinem Vater übergeben. Die Ermittlungen zu seinem Tatgenossen dauern noch an, da dieser zu Fuß flüchtete.

Mundelsheim: Brand auf Baustelle – Kriminalpolizei sucht Zeugen

Auf bisher ungeklärte Weise entstand am Freitag gegen 3:40 Uhr ein Feuer auf einer Baustelle in Mundelsheim in der Karl-Epple-Straße. Zwei Gitterboxen mit Kunststoff-Rohren, sowie dort gelagerte Verkehrsschilder und Warnbarken wurden durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen. Es entstand ein geschätzter Sachschaden von circa 500 Euro. Die Feuerwehr Mundelsheim war mit zwei Fahrzeugen und 15 Einsatzkräften vor Ort. Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg hat die Ermittlungen übernommen und bittet Zeugen sich unter Tel. 07141 18 9 zu melden.

Bietigheim-Bissingen: Vergessenes Essen löst Brandalarm aus

Ein 57-Jähriger schlief vermutlich am Donnerstag gegen 21:45 Uhr ein, nachdem er in Bietigheim-Bissingen in der Eisenbahnstraße sein Essen auf den Herd gestellt hatte. Das Essen im Topf fing in der Folge Feuer, so dass die Feuerwehr Bietigheim-Bissingen mit einem Zug und 22 Einsatzkräften anrückte. Bei Eintreffen der Feuerwehr war das brennende Essen jedoch bereits von selbst wieder ausgegangen. Das Gebäude wurde durch die Einsatzkräfte gelüftet.

RKH Kliniken schließen Tagesklinik in Vaihingen an der Enz und Notfallaufnahme in Marbach

Die RKH Kliniken haben im Rahmen der Corona-Epidemie sich entschlossen, die internistisch-geriatrische Tagesklinik in Vaihingen/Enz vorübergehend zu schließen. Das Klinikum mit Sitz in Ludwigsburg hat das gestern bekanntgegeben. Ältere Menschen mit Mehrfacherkrankungen, die dort behandelt werden, zählen in hohem Maße zur Risikogruppe bei einer Ansteckung mit dem Corona-Virus, heißt es in der Mitteilung als Grund für die Maßnahme. „Wir tun dies, um unsere Patienten vor dem Risiko einer Infektion durch den engen Kontakt mit anderen Patienten zu schützen“, sagt Privatdozent Dr. Daniel Kopf, Ärztlicher Direktor der Klinik für Geriatrie im RKH Krankenhaus Bietigheim-Vaihingen.

Zudem ist dies eine weitere Maßnahme, das dort eingesetzte Personal vorübergehend freizustellen, um es dann bei der zu erwartenden Mehrbelastung durch die bald zahlreich auftretenden COVID-19-Patienten einsetzen zu können, erklärt das Klinikum. Aus demselben Grund wird nun ab Freitag auch vorübergehend die Notaufnahme im RKH Krankenhaus Marbach geschlossen. „Wir wollen die uns zur Verfügung stehenden Personalressourcen für die kommende Krisensituation schonen, weshalb wir auch die Notfallversorgung an einzelnen Klinikstandorten bündeln müssen“, so der Geschäftsführer der Klinik, Professor Dr. Jörg Martin. Durch die Schließung der Notaufnahme in Marbach können zusätzliche Intensiv- und Personalkapazitäten im RKH Klinikum Ludwigsburg zur Verfügung gestellt werden. Martin: „Wir werden versuchen, die Versorgung der COVID-19-Patienten zunächst in Ludwigsburg und Bietigheim zu konzentrieren“.

Ludwigsburger Unternehmer klagen: Corona legt die Wirtschaft lahm

Jeden Tag erreichen uns im Landkreis Ludwigsburg neue Zahlen über Patienten, die sich nachweislich mit dem Covid-19-Virus infiziert haben. Aktuell sprechen die Verantwortlichen über 176 Infizierte im Landkreis Ludwigsburg, bundesweit von über 15.600 Fällen, Tendenz steigend, 34 Patienten haben die Infektion in Deutschland bislang nicht überlebt. Deutschland, und damit auch der Kreis Ludwigsburg, steckt in einer riesengroßen Krise. „Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst. Seit der Deutschen Einheit, nein, seit dem Zweiten Weltkrieg gab es keine Herausforderung an unser Land mehr, bei der es so sehr auf unser gemeinsames solidarisches Handeln ankam“, beschwor Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer TV-Rede zur Nation die Bevölkerung.

Sie appellierte an die Menschen, dass es auf jeden Einzelnen ankäme und die beschlossenen drastischen Maßnahmen von jedem umgesetzt werden müssten, um die Bevölkerung zu schützen und die Ansteckungskette zu unterbrechen. Das bedeutet jedoch, dass das soziale Leben in der gesamten Bundesrepublik auf ein absolutes Minimum heruntergefahren werden musste. Clubs, Discotheken, Kinos, Freizeitparks, Schwimmbäder, Indoor- sowie Outdoor-Spielplätze, Büchereien, eigentlich alles, was bislang für das soziale Leben selbstverständlich war, wurde ebenso dicht gemacht wie Kitas, Schulen und Universitäten. Betrieben schicken ihre Mitarbeiter heim. Wer kann, macht Home Office. Inzwischen gibt es eine Vielzahl an Menschen, die aus gutem Grund um ihre Jobs bangen. Unzählige Betriebe, Selbständige, Freiberufler, fürchten um ihre Existenz, weil sie ihre Firmen und Läden schließen müssen. Ganz zu schweigen von den unzähligen Künstlern, die von einem auf den anderen Moment arbeitslos waren, weil ihre Engagements komplett abgesagt wurden. Die Menschen in diesem Land haben Angst, manche sogar regelrechte Panik. Angst, dass bald gar nichts mehr geht und man auch nichts mehr an Nahrung bekommt. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der verordneten Schutzmaßnahmen sind groß und treffen jeden, aber nicht jeden gleich hart.

Ludwigsburg24 fragte bei diversen Unternehmen, Einzelhändlern und Selbständigen, aber auch bei den Stadtwerken nach, wie sie die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise spüren und welche Maßnahmen sie ergreifen, um diese Ausnahmesituation zu überstehen. 

„Als kommunaler Versorger sind wir Gasgrundversorger und im Rahmen der Daseinsvorsorge verpflichtet, infrastrukturelle Grunddienste und damit als Netzbetreiberin die Versorgung zu gewährleisten. Daher haben wir bereits schon vor Wochen intern den Krisenplan aktiviert. Täglich sitzt unser Planungsstab zusammen, der sich mit möglichen Szenarien der Ausbreitung des Coronavirus befasst“, gibt Christian Schneider als Chef der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim GmbH gleich Entwarnung und versichert, dass sich niemand Sorgen machen muss und der Betrieb der Stadtwerke wie gewohnt weitergeht. „Als Arbeitgeber für rund 450 Mitarbeiter nehmen wir unsere Fürsorgepflicht sehr ernst und haben über frühzeitige Informationen die Belegschaft haben immer wieder in punkto Verhaltens- und Hygieneregeln sensibilisiert, Home-Office für die inSchlüsselbereichen aktiven Mitarbeiter eingerichtet und Mitarbeiter in Schlüsselpositionen separiert.“ Trotzdem musste auch Christian Schneider betriebliche Einschränkungen vornehmen. „Bereits Samstag haben wir die Bäder geschlossen, um Menschenansammlungen über 100 Personen in geschlossenen Räumen zu vermeiden. Am 17.03., folgten die beiden Kundencenter in Ludwigsburg und Kornwestheim. Wir bleiben weiterhin erreichbar für unsere Kunden – über Mail und Telefon. Wir versuchen mit diesen Maßnahmen das Ziel unserer Landesregierung zu unterstützen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Als Betreiberin einer kritischen Infrastruktur bereiten wir uns über verschiedene Szenarien auf die weiteren Entwicklungen vor. Wir sind auf einen möglichen Krisenfall gut vorbereitet, um unsere Kunden zu jeder Zeit zuverlässig die Versorgung mit Energie und Wasser zu gewährleisten. Für unsere Netzgebiete sehen wir aktuell keine Auswirkungen auf die Energieversorgung. Wirtschaftliche Auswirkungen lassen sich derzeit noch nicht ableiten. Wir verfolgen aufmerksam die stündlichen Entwicklungen. Jetzt kümmern wir uns vorrangig darum, dass unsere Versorgung auch weiterhin reibungslos funktioniert.”

Jürgen Pflugfelder von Pflugfelder Immobilien hat schnell gehandelt und seine Mitarbeiter aufgeteilt, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. „Wir haben aus Sicherheitsgründen beschlossen, nur zirka die Hälfte unserer Mitarbeiter im Büro zu beschäftigen, die andere Hälfte arbeitet von Zuhause. Unser Geschäftsbetrieb läuft dadurch normal weiter“, erzählt der Immobilien-Unternehmer. „Allerdings ist das Interesse der Kunden an Besichtigungen extrem zurückgegangen. Im Mietbereich gibt es fast keine Besichtigungen mehr, im Kaufbereich bewegen wir uns bei nur noch rund 10 Prozent gemessen an vorher. Das Interesse im Netz dagegen ist rege. Man merkt, dass die Menschen daheim und entsprechend aktiv sind. Aber natürlich kauft niemand eine Immobilie, die nicht zuvor besichtigt wurde.“ Befürchtungen, dass der Immobilienmarkt einbricht und die Preise rapide fallen, hat der erfahrene Pflugfelder jedoch nicht. „Dass sich die Krise langfristig auf die Preise auswirkt, glaube ich nicht, da sich an den grundsätzlichen Marktbedingungen nichts geändert hat. Wir haben auch trotz Krise nachwievor einen großen Bedarf an Wohnraum, da noch immer zu wenig gebaut wird. Wenn wir in den nächsten sechs bis acht Wochen das Corona-Virus medizinisch in den Griff bekommen, notwendige Impf- und Behandlungsmöglichkeiten vorhanden sind, dann glaube ich nicht, dass sich die Corona-Krise langfristig wirtschaftlich auswirkt.“

Für Kathrin Geringer von Exklusiv Wellness über den Dächern von Ludwigsburg laufen die Geschäfte derzeit noch weiter, doch auch sie und ihr Team verzeichnen bereits leichte Einbußen. Laut aktuellem Stand hat die Wellness-Oase derzeit noch geöffnet, allerdings kann sich das täglich ändern. Sie habe aber Maßnahmen getroffen, um Kunden und Mitarbeiter vor Ansteckung zu schützen, erklärte die Geschäftsfrau auf Nachfrage. „Der Spa-Bereich kann nur noch einzeln gebucht werden. Aktionen wie Junggesellinnen-Abschiede mit mehreren Personen finden nicht mehr statt. Für Behandlungen terminieren wir die Kunden so, dass sie nacheinander kommen und sich somit nicht begegnen. Wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst benutzen für Behandlungen einen Mundschutz, reinigen uns schon immer aus hygienischen Gründen intensiv die Hände und desinfizieren Geräte und Oberflächen. Kunden müssen klingeln, bei Anzeichen von Erkältungssymptomen schicken wir sie sofort wieder nach Hause.“ Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sind die Geschäfte auch hier rückläufig. „Einige unserer Kunden sind vorsichtig und bleiben von sich aus lieber daheim. Das ist natürlich aus wirtschaftlicher Sicht nicht schön, aber wir haben uns hier in 5 Jahren eine große Stammkundschaft aufgebaut, so dass wir trotz der strengen Auflagen momentan noch gut aufgestellt sind“, sagt Kathrin Geringer. Aber sie jammert nicht, sondern hofft, dass sie vor einer Komplettschließung verschont bleibt. Ihre Strategie für die nächsten Wochen steht: „Wir reagieren derzeit sehr flexibel und passen uns der Nachfrage unserer Kunden an. Wir sind ja froh, dass wir trotz Corona-Krise Arbeit haben und möchten unseren Kunden bei all den täglichen Einschränkungen noch ein bisschen Freude und Abwechslung ins Leben bringen.“

Für BlüBa-Direktor Volker Kugel hat der Corona-Virus zwar die feierliche Eröffnung mit der Sonderausstellung „Frühlingserwachen“ inklusive Pressekonferenz des Blühenden Barocks verdorben, dennoch öffnet der Park an diesem Freitag wie geplant seine Pforten. „Wir werden den Park für den Saisonstart aufmachen, der Märchengarten sowie der Spielplatz und das Bähnchen aber müssen geschlossen bleiben. Wegen dieser Maßnahme bieten wir unseren Besuchern vorerst bis zum Ende der Osterferien Sondereintrittspreise an. Erwachsene zahlen nur 7 Euro, Kinder von 4 bis 15 Jahren dürfen für 2,50 Euro rein. Die Öffnungszeiten bleiben wie gewohnt bestehen, lediglich die Restaurants müssen sich den gerade gesetzlich vorgeschriebenen neuen Öffnungszeiten anpassen, wobei das Restaurant im Märchengarten sowieso geschlossen bleibt.“ Über finanzielle Einbußen denkt der BlüBa-Direktor derzeit noch nicht nach. Der Ende Februar gestartete Dauerkartenverkauf war bislang erfolgreich und mit dem beginnenden Frühling darf Kugel hoffen, dass es die Menschen nach draußen zieht. „Momentan sind wir finanziell noch in einer eher ordentlichen Situation, aber natürlich werden wir Einbußen verzeichnen. Ich will aber nicht jammern, denn andere trifft es viel schlimmer. “Personelle Konsequenzen wird er keine ziehen. Weder befürchtet Kugel eine Ansteckungsgefahr seiner Mitarbeiter durch die Besucher noch glaubt er, dass es zu Entlassungen kommen muss. „Das Personal an den Kassen steht hinter Glas und kommuniziert über eine Gegensprechanlage und kommt deshalb mit den Besuchern nicht in Kontakt. Alle personalintensiven Bereiche wie Märchengarten, der Bach und die Herzogschaukel sind geschlossen, für diese Mitarbeiter haben wir Kurzarbeit angemeldet. In den gastronomischen Betrieben halten wir uns mit 1,50m Tischabstand und entsprechende Hygienemaßnahmen an die Auflagen und unsere Gärtner müssen ebenfalls normal arbeiten, um den Park und Märchengarten weiter zu pflegen.“

Zu einer der ersten von Schließungen betroffenen Unternehmen gehörten die aus der Veranstaltungsbranche. Wurden zuerst nur große Konzerte und andere Events mit mehr als 1.000 Besuchern abgesagt, trifft es inzwischen den kompletten kulturellen Bereich. Jeder noch so kleine Auftritt musste gestrichen werden, wovon nicht nur die Künstler allein betroffen sind. Ludwigsburg24 sprach mit Übeyit Yilmaz von Best Veranstaltungsdienste: „Wir sind ein Service- und Sicherheitsdienstleister, tätig in der Veranstaltungsbranche. Unseren Hauptsitz haben wir in Berlin, dazu weitere Niederlassungen, eine davon in Ludwigsburg. Die Corona-Tragödie trifft uns zu 100 Prozent, weil alle Veranstaltungen mit Menschenansammlungen unterbunden werden. Damit fallen unsere Haupteinnahmequellen weg. Zum Glück haben wir noch ein zweites, wenn auch kleineres Standbein mit dem Werk- und Wachschutz, mit dem wir für einige Unternehmen den klassischen Pfortendienst übernehmen. Aber das macht nur einen Bruchteil unserer Einnahmen aus. Überwiegend pauschal beschäftigte Mitarbeiter können aufgrund der abgesagten Veranstaltungen momentan nichts bei uns verdienen. Für uns festangestellte Mitarbeiter – bundesweit sind wir fast 150, 6 davon arbeiten in Ludwigsburg – heißt es jetzt Kurzarbeit. Entlassungen wollen wir unbedingt vermeiden. Wir suchen derzeit nach Lösungen, wie wir als Unternehmen mit unseren Rücklagen die Festangestellten zusätzlich zum nicht ausreichenden Kurzarbeitergeld finanziell unterstützen können, damit sie nicht unter eine bestimmte Schmerzgrenze fallen. Unsere Juristen stehen mit den Arbeitsämtern in Kontakt, informieren sich, um alle Möglichkeiten auszuloten.“ 

Einen kleinen Lichtblick gibt es für Sven Seeg, den Niederlassungsleiter vom BMW-Autohaus Rhein in Asperg. Die Werkstatt darf offenbleiben, aber die Verkaufsräume des BMW-Händlers mussten geschlossen werden. „Wir haben zwei Probleme: Die Kundschaft bleibt im Verkauf nicht aus aber wir dürfen sie nicht in den Verkaufsräumen empfangen. Das größere Problem ist jedoch, dass wir die Neufahrzeuge nicht ausliefern können, weil die Zulassungsstellen entweder ganz geschlossen haben oder nur notbesetzt sind. Sven Seeg versucht derzeit, mit allen Mitarbeitern im engen Kontakt zu bleiben und ihnen vor allem die finanziellen Ängste zu nehmen. „Trotz wirtschaftlicher Schieflage ist die Rhein-Gruppe ganz gut aufgestellt. Dennoch haben wir einen Fahrzeugbestand von 2.000 Autos, die natürlich liquide Mittel einschließen, was unsere Mitarbeiter auch wissen. Trotz erschwerter Bedingungen wollen wir, soweit es in unserer Macht steht, noch so viele Neufahrzeuge ausliefern wie möglich.“ In der Werkstatt gehen die Aufträge laut Sven Seeg ebenfalls leicht zurück. Eine Umstellung auf Kurzarbeit sei aktuell nicht geplant, aber dauerhaft nicht auszuschließen, sagte der Niederlassungsleiter. Die Botschaft von Seeg ist aber trotz der Umstände eindeutig. “Das Geschäft läuft weiter. Wer einen BMW oder einen Mini bei uns kaufen will, der bekommt ihn auch. Meine Mannschaft ist per Telefon und Mail jederzeit erreichbar.”

Georges ist ein gut besuchter Italiener in der Wilhelmstraße. Wo vor der Corona-Krise Tisch an Tisch stand und das Restaurant bis auf den letzten Platz gefüllt war, kann man heute nahezu durch die Zwischenräume tanzen. „Wir müssen die Mindestabstände von 1,50m einhalten und dürfen nur noch bis 18.00 Uhr offenlassen“, bedauert Restaurant-Besitzer George Kilinc. Um seinen Betrieb am Laufen zu halten, setzt der Gastronom nun auf den Abholservice. „Bei uns konnte man zwar schon immer Essen für daheim abholen, aber wir werden diesen Bereich nun ausbauen. Auch wenn das Restaurant für die Gäste um 18.00 Uhr schließt, können Hungrige Essen bei uns bestellen, denn die Küche bleibt bis 22.00 Uhr für den Abholservice geöffnet. Personell habe ich abgebaut, aber ohne einen Mitarbeiter zu entlassen. Momentan regeln wir das über Überstunden- und Urlaubsabbau. Man muss halt kreativ sein, und die Möglichkeiten nutzen, die man hat. Schließlich weiß niemand von uns, ob uns nicht bald noch weitere drastische Maßnahmen drohen.“

Getroffen hat es auch Klaus Haidt vom Modehaus Kodweiss. Er musste wie seine Kollegen sein Geschäft Mitte der Woche schließen. Für ihn ist es derzeit nicht absehbar, wann es für ihn und seine Mitarbeiter wieder weitergehen kann. „Wir tun alles, dass wir wirtschaftlich nicht in die Knie gehen. Die Firma ist erfreulicherweise liquiditätsmäßig in einem guten Zustand. Aber alles hängt an der Frage, wie lange wir das Geschäft geschlossen lassen müssen. Es sind von politischer Seite zwar großzügige Hilfen angekündigt, die dann, wenn sie auch gewährt werden, für mich Realität sind. Im ersten Schritt haben wir jetzt versucht, mit unseren Lieferanten Arrangements zu treffen, ebenso mit dem Vermieter, aber noch ist nichts spruchreif. Die Ware für die Frühjahrssaison ist bereits im Hause und schon bezahlt. Die Angestellten erhalten jetzt zunächst die volle Lohnfortzahlung wie im Krankheitsfall und ich trage das volle Risiko dafür. Wir werden auf jeden Fall Kurzarbeitergeld beantragen und die Mitarbeiter zu 100 Prozent in Kurzarbeit schicken während der ganzen Schließungszeit. Wir können nur hoffen, dass sich die Situation bald beruhigt.“

Patricia Leßnerkraus

 

Ludwigsburg: Zahl der Infizierten steigt stark

Laut dem Landratsamt Ludwigsburg ist die Zahl der Erkrankten seit gestern (18. März) erneut stark gestiegen. Das Kreisgesundheitsamt zählte am Donnerstag insgesamt 176 bestätige Corona-Erkrankungen im Kreis Ludwigsburg. Davon 52 neue Fälle seit gestern. Die Altersspanne liegt laut der Behörde zwischen 4 und 93 Jahren, wovon zur Zeit jetzt neun Personen stationär behandelt werden. Einen Tag zuvor waren es noch sechs Patienten.

Gute Nachricht: Inzwischen wurde bekanntgegeben, dass fünf Personen wieder gesund sind.

Der dringende Appell der Behörden lautet daher weiterhin, die Gefahr ernst zu nehmen und Sozialkontakte auf ein Minimum zu beschränken.

red

 

RKH Kliniken: Besucherstop wird auf Väter ausgeweitet

Die RKH Kliniken mit Sitz in Ludwigsburg haben sich zum Schutz ihrer Mitarbeiter entschlossen, den Besucherstop nun auch auf Väter auszuweiten. Kliniken-Geschäftsführer Prof. Jörg Martin gab als Grund für diese Entscheidung die Ansteckung von zwei Hebammen mit Covid-19 in einer Klinik in Baden-Württemberg an. Laut Martin dürfen Väter oder Partner zwar weiterhin zur Geburt und Abholung von Mutter und Kind in die Klinik kommen, aber keine Besuche mehr abstatten. „Wir wollen das Risiko für die Mutter und das Kind, aber auch für die Hebammen und das gesamte Personal minimieren. Ein Ausfall der ohnehin dünn besetzten Hebammen hätte katastrophale Folgen für Mütter, die ein Kind erwarten“, sagte Martin.

Diese Entscheidung fiel laut Kliniken-Chef Martin nicht leicht, wurde aber im Sinne der Risikoabwägung auf Bitte der Frauenkliniken im RKH Klinikverbund getroffen.

red

Ein unbekannter Mann zeigt sich nackt einer 12-Jährigen

Ein unbekannter Mann hat sich am Mittwochnachmittag vor einer 12-Jährigen in Sachsenheim im Landkreis Ludwigsburg entblößt.

Eine 34-jährige Mutter befand sich am Mittwoch gegen 14:45 Uhr mit ihrer 12-jährigen Tochter am Heiligenbergsee bei Sachsenheim – Häfnerhaslach, als dem Mädchen am Ufer ein Mann auffiel, der in Blickrichtung auf das Mädchen sexuelle Handlungen an sich vornahm. Als die Mutter dem bislang unbekannten Täter etwas zurief, entfernte sich dieser von der Örtlichkeit. Der Unbekannte wird als circa 50 bis 60 Jahre alt, von großer Statur mit deutlichem Bauchansatz, einer Glatze oder Haarkranz, sonnengebräunt und dunklem Brusthaar beschrieben. Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg hat die Ermittlungen übernommen und bittet Zeugen sich unter Tel. 07141 18 9 zu melden.

Der Einzelhandel stirbt aus

Viele Geschäfte bangen angesichts der Corona-Krise um ihre Existenz. Denn sechs bis acht Wochen ohne Kunden kann niemand im Einzelhandel durchhalten.

Stefan Genth, der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), fürchtet eine Pleitewelle bei den Geschäften, die wegen der Corona-Krise schließen müssen. “Wir haben hier eine Herausforderung, die wir kaum bewältigen können.”

Die meisten Nonfood-Läden wie Elektromärkte, Textilhändler, Möbel- und Sportgeschäfte und Warenhäuser müssen zwangsweise schließen. Der Schaden ist kaum zu beziffern, dürfte aber gewaltig sein. Der HDE schätzt, dass jeden Tag 1,1 Milliarden Euro Einnahmen ausbleiben. Gleichzeitig laufen die Kosten für Mieten, Gehälter und Versicherungen weiter.

Finanzielle Reserven haben die wenigsten. “Für zahlreiche Unternehmen bedeutet dies höchstwahrscheinlich die Insolvenz”, so Genth. Er fordert, dass Zahlungen ans Finanzamt und an die Sozialversicherungsträger zwei Monate lang gestundet werden, damit es keine Pfändungen gibt. Die Betriebe bräuchten außerdem Sofortzahlungen und Bürgschaften, heißt es in einem Brief an die Bundeskanzlerin.

Die Prognose des HDE: Von den rund bundesweit 450.000 Geschäften werden innerhalb von fünf Jahren rund 45.000 schließen. Doch das war vor der Corona-Krise.

Dazu kommt: Große Handelskonzerne haben in der Regel gut ausgestattete Onlineshops, die zumindest einen Teil der Einnahmeausfälle der stationären Läden abfedern können. Bei vielen kleinen Fachgeschäften, inhabergeführten Modeläden oder Familienbetrieben ist das häufig anders.

Zwei Drittel der Läden verzichtet laut HDE noch immer darauf, über die eigene Internetseite oder Plattformen wie Amazon und eBay zu verkaufen. Ihr Umsatz sinkt durch die Schließung der Läden auf null.

Ralf Loweg

Was in Ludwigsburg und in der Region los war

Marbach:

Einer Zeugin fiel am Mittwoch gegen 17:45 Uhr auf der Kreisstraße 1603 in Fahrtrichtung Marbach am Neckar – Rielingshausen die unsichere Fahrweise eines 63-Jährigen in seinem Opel Corsa auf. Die Frau verständigte die Polizei und folgte dem Mann zunächst. Dieser fuhr dann weiter auf der Landesstraße 1124 nach Rielingshausen, bis er innerorts von der Zeugin angehalten werden konnte. In der Folge rollte der Mann dann mit seinem Opel rückwärts gegen einen hinter ihm stehenden VW Golf und richtete einen Sachschaden von circa 500 Euro an. Durch die eingetroffenen Polizeibeamten wurden deutliche Anzeichen für eine Alkoholisierung festgestellt. Der 63-Jährige musste sich anschließend im Krankenhaus einer Blutentnahme unterziehen. Der Führerschein wurde durch die Polizeibeamten noch vor Ort beschlagnahmt. Der Tatverdächtige soll zuvor einen Radfahrer am Kreisverkehr in Richtung Rielingshausen von Marbach kommend gefährdet haben. Das Polizeirevier Marbach am Neckar bittet Zeugen, insbesondere den gefährdeten Radfahrer, sich unter Tel. 07144 900 0 zu melden.

Remseck am Neckar-/ Kornwestheim-Pattonville: Unbekannter entwendet Roller und verursacht Unfall

Wegen Diebstahls und Verkehrsunfallflucht ermittelt das Polizeirevier Kornwestheim seit Mittwochabend gegen einen noch unbekannten, vermutlich jugendlichen Täter, der in Pattonville sein Unwesen trieb. Gegen 19.50 Uhr beobachteten Zeugen ein Rollerfahrer, der ohne Helm, jedoch mutmaßlich mit überhöhter Geschwindigkeit über den Parkplatz einer Schule und die John-F.-Kennedy-Allee in die Michiganstraße fuhr. Das Licht am Zweirad war drüber hinaus nicht eingeschaltet. Im Kreuzungsbereich mit der Georgiastraße wollte ein 22 Jahre alter BMW-Lenker wenden. Zwischen dem PKW-Lenker und dem Rollerfahrer kam es zu einem Zusammenstoß, worauf der Zweiradfahrer stürzte. Der Unbekannte rutschte nun mitsamt dem Roller einige Meter über die Straße und stieß gegen einen geparkten Ford. Der Fahrer, der auf etwa 16 Jahre alt geschätzt wurde, circa 170 cm groß ist und seitlich rasierte, in der Mitte hochgestellte, helle Haare hat, stand anschließend auf und ergriff zu Fuß die Flucht. Die durch die Zeugen alarmierten Beamten des Polizeireviers Kornwestheim führten Fahndungsmaßnahmen durch, konnten jedoch keinen Tatverdächtigen feststellen. Anhand der weiteren Ermittlungen stellte sich heraus, dass der durch den Unfall komplett beschädigte Roller kurz zuvor im Washingtonring entwendet worden war. Er hatte dort unter einem Carport gestanden. Der beim Unfall entstandene Gesamtsachschaden wurde auf etwa 500 Euro geschätzt. Das Polizeirevier Kornwestheim, Tel. 07154/1313-0, bittet Zeugen, die weitere Hinweise geben können, sich zu melden.

Ludwigsburg-Neckarweihingen: Feuerwehreinsatz in der Hauptstraße

Die Feuerwehr Ludwigsburg befand sich am Mittwoch gegen 09.30 Uhr mit fünf Fahrzeugen und 27 Wehrleuten in der Hauptstraße in Neckarweihingen im Einsatz. In einer Dachgeschosswohnung eines Mehrfamilienhauses war vermutlich aufgrund eines technischen Defekts eine Spülmaschine in Brand geraten, was zu einer starken Rauchentwicklung führte. Die Feuerwehr brachte die Flammen sehr zügig unter Kontrolle. Verletzt wurde niemand. Der entstandene Sachschaden konnte noch nicht beziffert werden.

Gerlingen: Unfallflucht auf der L 1187

Eine leicht verletzte Person und ein Sachschaden von rund 700 Euro sind die Bilanz einer Unfallflucht, die sich am Mittwoch gegen 21.20 Uhr auf der Landesstraße 1187 zwischen dem Glemseck und dem Kreisverkehr in Richtung Stuttgart-Büsnau ereignete. Einem 19-jährigen Honda-Lenker kam auf der kurvig verlaufenden Strecke im Bereich eines Restaurants ein noch unbekannter Fahrzeuglenker entgegen. Dieser soll eine unübersichtliche Kurve geschnitten haben, worauf der 19-Jährige ausweichen musste. Dies führte wohl dazu, dass er die Kontrolle über seinen Honda verlor und in den Straßengraben fuhr. Hierbei zog sich der junge Fahrer leichte Verletzungen zu und musste vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht werden. Der Unbekannte, der möglicherweise einen roten Seat gelenkt haben soll, setzte seine Fahrt indes unbeirrt fort. Zeugen, die Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeirevier Ditzingen, Tel. 07156/4352-0, in Verbindung zu setzen.

Ludwigsburg: Unfallflucht

Zwischen Dienstag 18:00 Uhr und Mittwoch 14:00 beschädigte ein bislang unbekannter Fahrzeuglenker vermutlich beim Ausparken in der Königsallee in Ludwigsburg einen VW Eos. Der Unbekannte verursachte dabei einen Sachschaden in Höhe von etwa 2.000 Euro und machte sich anschließend aus dem Staub. Das Polizeirevier Ludwigsburg, Tel. 07141 18-5353, sucht nun nach Zeugen.

Ingersheim-Großingersheim: Unfallflucht

Das Polizeirevier Bietigheim-Bissingen, Tel. 07142 405-0, bittet um Hinweise zu einer Verkehrsunfallflucht, die sich zwischen Dienstag 18:00 Uhr und Mittwoch 10:30 Uhr in der Andreas-Kieser-Straße in Großingersheim ereignete. Nachdem ein unbekannter Fahrzeuglenker vermutlich beim Vorbeifahren einen am Fahrbahnrand geparkten VW Passat streifte, flüchtete er ohne den Unfall der Polizei zu melden. Der Unbekannte hinterließ einen Sachschaden von etwa 1.500 Euro.