Neuer Stadtbahn-Kurs der Stadt Ludwigsburg: Landrat Allgaier und Geschäftsführer Ilk kritisieren Richtungswechsel

Von Ayhan Güneş

Die Stadt Ludwigsburg plant, das umstrittene Stadtbahnprojekt LUCIE deutlich zu verkleinern. Landrat Dietmar Allgaier und Zweckverbandschef Michael Ilk äußern deutliche Kritik: Die angestrebte Reduzierung gefährde zentrale verkehrspolitische Ziele und stelle die Förderfähigkeit des Projekts infrage. Auch das Verhältnis zu den Partnerkommunen steht auf dem Prüfstand.

Ludwigsburg – Nach der überraschenden Kehrtwende der Stadt Ludwigsburg in der Stadtbahnfrage wächst der Druck aus dem Landkreis. In einer Stellungnahme zum neuen Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung zeigt sich Landrat Dietmar Allgaier, Vorsitzender des Zweckverbands Stadtbahn, „klar ablehnend“ gegenüber dem neuen Kurs. Auch Zweckverbands-Geschäftsführer Michael Ilk äußert massive Zweifel an den Plänen.

Der aktuelle Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung sieht vor, das Projekt „Stadtbahn LUCIE“ deutlich zu verkleinern. Die einzige noch aktiv verfolgte Strecke soll demnach die Reaktivierung der alten Bahnlinie zwischen Markgröningen und dem Bahnhof Ludwigsburg sein. Alle anderen Streckenäste – darunter die Trassen durch die Innenstadt, nach Schlößlesfeld und Oßweil – sollen vorerst auf Eis gelegt oder vollständig gestoppt werden. Statt einer durchgehenden Schienenverbindung wird für den Abschnitt zwischen Bahnhof und Innenstadt ein autonomer Expressbus ins Spiel gebracht.

Allgaier warnt vor „massivem Bruch im Streckennetz“

„Das bisherige in sich geschlossene und dadurch verkehrlich besonders wirksame Stadtbahnsystem wird durch diesen Kurs aufgesplittert“, kritisiert Landrat Allgaier. Dadurch gehe ein zentraler Vorteil des Projekts verloren – die Schaffung einer leistungsfähigen Ost-West-Verbindung im Ballungsraum. Die Pläne für einen Expressbus auf dem zentralen Abschnitt bezeichnet Allgaier als „massiven Bruch im Streckennetz“, der den volkswirtschaftlichen Nutzen erheblich mindere. Dies gefährde nicht nur das Gesamtprojekt, sondern auch die Förderfähigkeit durch Bund und Land.

Laut Allgaier sei ein Rückzug Ludwigsburgs aus dem Zweckverband zwar satzungsrechtlich nicht möglich, doch er kündigte Gespräche im Verband an: „Wir werden bestrebt sein, in möglichst hohem Einvernehmen zu einer Lösung zu kommen.“ Allgaier erklärte weiter: “Unser Ziel muss es nach wie vor sein, den vom Verkehr geplagten Bürgerinnen und Bürgern in und um Ludwigsburg eine sinnvolle und zuverlässige Alternative zum eigenen Auto zu bieten.“

Michael Ilk: Fahrgastzahlen und Förderlogik ignoriert

Auch Geschäftsführer Michael Ilk übt deutliche Kritik. So seien zentrale Ergebnisse aus dem jüngsten Mandatsträgerforum – etwa Fahrgastpotenziale und Förderaussagen des Landes – in der Vorlage der Stadt „nicht berücksichtigt“ worden. Er verweist auf Berechnungen, wonach bei einem Halt am Bahnhof Westausgang täglich knapp 8.000 Fahrgäste möglich wären – deutlich mehr als bei einer Einfahrt in Gleis 6, wie sie die Stadt nun anstrebt.

Zudem zeigt sich Ilk irritiert über die Annahmen der Stadt zur verkehrlichen Belastung in der Friedrichstraße. Aktuell liege keine verlässliche Verkehrsprognose vor. Auch der Vorschlag eines autonomen Expressbusses wirft für Ilk Fragen auf: „Ein Betrieb auf einer so belebten Straße wie der Myliusstraße ist technisch nicht reif, rechtlich nicht zulässig – und wird noch viele Jahre nicht realisierbar sein.“

Fördermittel in Millionenhöhe auf der Kippe ? 

Besonders brisant: Sollte der Gemeinderat den Vorschlag der Stadt vollständig übernehmen, steht die Förderfähigkeit des Gesamtprojekts auf dem Spiel. Der Nutzen-Kosten-Faktor, eine zentrale Voraussetzung für Fördermittel aus Berlin und Stuttgart, dürfte nach Einschätzung des Zweckverbands nicht mehr erreicht werden. Die Stadt könnte so auf einem erheblichen Teil der bisher eingeplanten Infrastrukturkosten sitzen bleiben.

Zugleich bringt der Alleingang der Stadt das Verhältnis zu den Partnerkommunen unter Druck. Der Vorschlag, das Stadtbahnprojekt nur noch auf ein Minimum zu reduzieren, wird in den kommenden Tagen im Zweckverband Thema sein. Ob ein Kompromiss möglich ist, bleibt offen.

Sturmböen bis 130 km/h: Baden-Württemberg erwartet turbulentes Herbstwetter am Donnerstag

Baden-Württemberg steht ein stürmischer Donnerstag bevor: Der Deutsche Wetterdienst warnt vor starken Böen, Starkregen und einzelnen Gewittern. Auf dem Feldberg sind orkanartige Windspitzen bis zu 130 km/h möglich. Auch der Donnerstag bleibt wechselhaft und deutlich kühler.

 Ludwigsburg (red) – Am Donnerstag erwartet Baden-Württemberg stürmisches und wechselhaftes Wetter. Es bleibt stark bewölkt bis bedeckt mit schauerartigem Regen, vereinzelt sind auch kurze Gewitter möglich.

Die Temperaturen erreichen 14 bis 19 Grad, in der Ortenau etwas wärmer, im Bergland dagegen nur um 12 Grad. Am Nachmittag wird es zunehmend kühler.

Besonders auffällig ist der starke Wind: Verbreitet sind stürmische Böen bis zu 80 km/h zu erwarten, südlich der Donau sogar vorübergehend schwere Sturmböen um 100 km/h.

Im höheren Schwarzwald drohen orkanartige Böen um 110 km/h, auf dem Feldberg sogar bis zu 130 km/h. Im Schwarzwald, am Hochrhein und im Norden des Landes kann es zudem gebietsweise Starkregen mit 20-30 Litern pro Quadratmeter geben.

Auch morgen bleibt das Wetter unbeständig mit einem Mix aus Sonne, Wolken und Regenschauern bei einzelnen Gewittern.

Es wird deutlich kühler mit nur noch 8 bis 13 Grad, im Bergland kaum 5 Grad. Der windige bis stürmische Charakter setzt sich fort, besonders im höheren Schwarzwald mit schweren Sturmböen.

Tödlicher Verkehrsunfall bei Bondorf: 66-Jähriger stirbt nach Frontalkollision mit Sattelzug

Bondorf – Ein schwerer Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 28 bei Bondorf hat am Mittwochmorgen (22. Oktober 2025) ein Menschenleben gefordert. Ein 66 Jahre alter Fahrer eines Mini erlag trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Stuttgart und dem Polizeipräsidium Ludwigsburg war der Mann gegen 7.30 Uhr zunächst auf dem rechten der beiden Fahrstreifen in Richtung Nagold unterwegs. Aus noch ungeklärter Ursache wechselte er auf den linken Fahrstreifen und geriet auf Höhe des Industriegebiets „Am Römerfeld“ auf die einspurig ausgebaute Gegenfahrbahn. Dort prallte der Mini frontal mit einem entgegenkommenden Sattelzug eines 57-jährigen Lkw-Fahrers zusammen.

Der Fahrer des Lastwagens versuchte zwar noch nach rechts auszuweichen, konnte die Kollision aber nicht mehr verhindern. Der 66-Jährige wurde in seinem Fahrzeug eingeklemmt und tödlich verletzt. Der Lkw-Fahrer erlitt leichte Verletzungen und wurde vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht.

Der entstandene Sachschaden wird auf etwa 40.000 Euro geschätzt. Beide Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden.

Für die Dauer der Unfallaufnahme und der Räumarbeiten war die B28 zwischenzeitlich voll gesperrt. Gegen 9.40 Uhr konnte zunächst eine Spur wieder freigegeben werden, ab 12 Uhr war die Strecke wieder vollständig befahrbar.

red

Verwendete Quelle: Staatsanwaltschaft Stuttgart / Polizeipräsidium Ludwigsburg

Schwieberdingen: Unbekannter entblößt sich vor Kindern – Kriminalpolizei bittet um Hinweise

In Schwieberdingen ermittelt die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg wegen eines schwerwiegenden Vorfalls, der sich am Donnerstag, dem 9. Oktober 2025, im Bereich eines Waldstücks südlich des Auenwegs ereignet haben soll.

Gegen 13.15 Uhr war dort eine Gruppe von Kindern im Alter zwischen sieben und acht Jahren unterwegs, als sie von einem bislang unbekannten Mann angesprochen wurde. Den bisherigen Ermittlungen zufolge soll sich der Mann im Anschluss vor den Kindern entblößt und in eindeutiger Weise an seinem Geschlechtsteil manipuliert haben.

Bei dem Tatverdächtigen soll es sich um einen etwa 50 Jahre alten Mann handeln. Er trug vermutlich eine Glatze oder hatte sehr kurze Haare.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet dringend um Zeugenhinweise. Personen, die am Donnerstag Beobachtungen im Umfeld des Waldstücks gemacht haben oder Angaben zur Identität des Mannes machen können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0800 1100225 oder per E-Mail an hinweise.kripo.ludwigsburg@polizei.bwl.de zu melden.

red

Verwendete Quelle: Polizeipräsidium Ludwigsburg

Betrüger geben sich als Bankmitarbeiter aus – vierstelliger Schaden in Benningen am Neckar

Benningen am Neckar – Ein 67 Jahre alter Mann aus Benningen am Neckar ist Opfer eines dreisten Telefonbetrugs geworden. Wie das Polizeipräsidium Ludwigsburg mitteilt, erhielt der Senior am Montag (20. Oktober 2025) gegen 13.20 Uhr einen Anruf von einem angeblichen Mitarbeiter seiner Bank. Der Anrufer behauptete, dass das Konto des Mannes gehackt worden sei – und dass nur eine Sofortüberweisung helfen könne, eine digitale Spur zu den angeblichen Tätern zurückzuverfolgen.

Durch gezielte und überzeugende Gesprächsführung gelang es dem Betrüger, den 67-Jährigen zu einer sofortigen Überweisung zu bewegen. Erst später bemerkte der Mann, dass er Opfer eines Betrugs geworden war, und informierte die Polizei. Der entstandene Schaden beläuft sich laut ersten Angaben auf einen vierstelligen Eurobetrag.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und warnt eindringlich vor dieser Betrugsmasche. Echte Bankmitarbeiter fordern niemals telefonisch zu Überweisungen auf. Wer einen entsprechenden Anruf erhält, sollte das Gespräch sofort beenden und sich direkt an seine Bank oder die Polizei wenden.

red

Verwendete Quelle: Polizeipräsidium Ludwigsburg

Stadtbahn Ludwigsburg: Vom Leuchtturmprojekt zur Sparvariante – Stadt zieht Notbremse bei „LUCIE“

Von Ayhan Güneş

Das Stadtbahnprojekt „LUCIE“ galt lange als Leuchtturm moderner Mobilität im Landkreis Ludwigsburg, Mit einer Streckenführung durch die Innenstadt bis nach Pattonville. Doch inzwischen ist von der großen Vision nicht mehr viel übrig. Angesichts knapper Kassen, wachsender Zweifel und zunehmendem Widerstand in der Bevölkerung liegt nun ein neuer Beschlussvorschlag auf dem Tisch: Der Großteil des Projekts wird gestoppt, nur die Reaktivierung der alten Bahnstrecke zwischen Markgröningen und dem Ludwigsburger Bahnhof soll umgesetzt werden. Alles andere wird auf Eis gelegt – vorerst.

Ludwigsburg – Sie war als Jahrhundertprojekt gestartet, nun bleibt von der großen Vision einer Stadtbahn durch Ludwigsburg wohl nur ein Bruchstück übrig. Die Stadtverwaltung hat dem Gemeinderat eine neue Beschlussvorlage vorgelegt, die den radikalen Kurswechsel dokumentiert: Vom geplanten Netz mit Innenstadtanbindung und Verbindungen bis nach Pattonville und Oßweil bleibt vorerst nur der Abschnitt Markgröningen–Ludwigsburg. Der Rest: eingefroren.

Kurswechsel in Zeiten knapper Kassen

Die Entscheidung kommt nicht überraschend, aber sie ist deutlich. In Zeiten angespannter Haushalte und wachsender Investitionsbedarfe – etwa in Bildung, Gesundheit, Wirtschaft und Sicherheit – will die Stadt nur noch das realisieren, was finanziell und technisch machbar ist. Die Innenstadttrasse, einst politisch ambitioniert, wird nicht weiterverfolgt. Stattdessen setzt Ludwigsburg auf eine Kombination aus Schienenreaktivierung und Busverkehr.

Konkret bedeutet das: Die Bahnstrecke zwischen Markgröningen, Möglingen und dem Bahnhof Ludwigsburg soll reaktiviert werden. Eine zweite Achse soll langfristig durch die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) über Aldingen nach Pattonville betrieben werden. Alle weiteren Streckenäste, darunter die Innenstadtquerung, sollen „bis auf Weiteres ruhend gestellt“ werden.

Kein Ausstieg, aber ein klarer Schnitt

Ein vollständiger Ausstieg aus dem Zweckverband Stadtbahn ist rechtlich nicht möglich – dafür wäre ein einstimmiger Beschluss aller Partnerkommunen nötig. Ludwigsburg wählt deshalb einen anderen Weg: die Reduktion auf das Wesentliche. Statt sich an visionären Gesamtplanungen festzuhalten, wird der Fokus auf realistische Teilprojekte gelegt.

Ein Pilotprojekt soll dabei modellhaft für Innovation stehen: Ein autonomer Expressbus soll künftig den Bahnhof mit dem Blühenden Barock verbinden. Die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim (SWLB) und die LVL Jäger GmbH sollen gemeinsam ein entsprechendes Pilotprojekt realisieren. Der Bus soll dort fahren, wo einst die Stadtbahn durch die Innenstadt rollen sollte, nur schneller, flexibler und eben auch kostengünstiger.

Die Frage nach dem Bahnhof

Ein zentraler Streitpunkt war lange die Frage: Soll die Stadtbahn direkt in den Bahnhof Ludwigsburg einfahren oder außenrum geführt werden? Die Verwaltung hat nun klargestellt: Sie hält an der Bahnhofseinfahrt fest, und zwar auf Gleis 6, mit Zweisystemfahrzeugen im 30-Minuten-Takt. Diese Lösung sei – trotz begrenzter Kapazitäten – wirtschaftlich sinnvoll, förderfähig und am schnellsten umsetzbar. Ein Verzicht auf den Bahnhof würde nicht nur neue Baustellen erfordern, sondern auch massive Eingriffe in den Verkehr, heisst es in der Beschlussvorlage weiter.

Finanzierung weiter unklar

Obwohl die Reaktivierungsstrecke als förderfähig gilt, mit bis zu 95 Prozent Zuschuss, bleiben viele Fragen offen. Wie hoch die tatsächlichen Investitions- und Betriebskosten ausfallen, ist ebenso unklar wie die langfristige Tragfähigkeit des Projekts angesichts steigender Baupreise und personeller Engpässe im öffentlichen Verkehr. Allein bis 2030 rechnet die Stadtverwaltung grob mit einem Eigenanteil in zweistelliger Millionenhöhe – ohne Berücksichtigung möglicher Kostensteigerungen.

Politisch brisant – und richtungsweisend

Mit der neuen Beschlussvorlage liefert die Stadtverwaltung, was Oberbürgermeister Matthias Knecht seit Monaten angekündigt hatte: Klarheit. Jetzt ist der Gemeinderat gefragt. Die Entscheidung dürfte nicht nur darüber bestimmen, welche Trassen gebaut werden – sondern auch, wie Ludwigsburg seine Rolle in der Region versteht: als Taktgeber für Innovation und ÖPNV-Zukunft – oder als Stadt, die sich auf das Machbare besinnt.

Migranten sind oft Schlüsselarbeitskräfte in Deutschlands Problembranchen

In vielen Berufen mit akutem Fachkräftemangel sind Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte überdurchschnittlich vertreten. Besonders hoch ist ihr Anteil in der Gastronomie, im Baugewerbe und in der Pflege. Ohne sie wäre der Betrieb in vielen Bereichen kaum noch möglich.

Ludwigsburg (red) – In vielen Engpassberufen in Deutschland sind Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte überdurchschnittlich stark vertreten. So hatten 60 Prozent der Beschäftigten in der Schweiß- und Verbindungstechnik im Jahr 2024 eine Einwanderungsgeschichte, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mitteilte.

In der Lebensmittelherstellung sowie bei Köchen traf dies auf mehr als die Hälfte der Beschäftigten zu (je 54 Prozent). Überdurchschnittlich hoch war der Anteil auch im Gerüstbau (48 Prozent), unter den Fahrern von Bussen und Straßenbahnen (47 Prozent), in der Fleischverarbeitung (46 Prozent) sowie unter Servicekräften in der Gastronomie (45 Prozent).

In der Gesamtwirtschaft hatte gut ein Viertel (26 Prozent) aller abhängig Beschäftigten eine Einwanderungsgeschichte. Sie selbst oder beide Elternteile waren also seit dem Jahr 1950 nach Deutschland eingewandert. In sogenannten Engpassberufen herrscht oder droht laut Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit (BA) ein Fachkräftemangel.

Deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt liegt der Anteil der Beschäftigten mit Einwanderungsgeschichte auch in weiteren Mangelberufen: so etwa in der Kunststoff- und Kautschukherstellung (44 Prozent), im Hotelservice (40 Prozent), bei Berufskraftfahrern im Güterverkehr (39 Prozent), in der Metallbearbeitung (37 Prozent), in der Altenpflege (33 Prozent), bei Speditions- und Logistikkaufleuten (32 Prozent) sowie im Metallbau oder der Elektrotechnik (je 30 Prozent).

Der geringste Anteil an Beschäftigten mit Einwanderungsgeschichte in einem Engpassberuf war im Rettungsdienst (8 Prozent), in der Justizverwaltung (9 Prozent) und in der Landwirtschaft (15 Prozent) zu finden. Auch wenn es sich nicht um Mangelberufe laut Engpassanalyse der BA handelt, sind Menschen mit Einwanderungsgeschichte in einigen Berufsgruppen ähnlich stark unterrepräsentiert: Das trifft vor allem auf den Polizeivollzugsdienst (7 Prozent), Berufe in der öffentlichen Verwaltung sowie in der Sozialverwaltung und -versicherung (je 9 Prozent), auf Lehrkräfte (Primarstufe: 9 Prozent, Sekundarstufe: 12 Prozent) sowie auf Berufe in der Steuerverwaltung (10 Prozent) zu.

Der Anteil der Menschen mit Einwanderungsgeschichte ist nicht nur in vielen Mangelberufen hoch – einige Branchen sind insgesamt in besonderem Maße auf diese Arbeitskräfte angewiesen, so die Statistiker. Das ist vor allem in der Gastronomie der Fall: Mehr als die Hälfte (54 Prozent) aller abhängig Beschäftigten in der Gastronomie, unabhängig vom jeweils ausgeübten Beruf, hatte 2024 eine Einwanderungsgeschichte. In der Gebäudebetreuung, die zum Großteil aus Gebäudereinigung besteht, zu der aber auch Garten- und Landschaftsbau zählen, hatte die Hälfte (50 Prozent) der Beschäftigten eine Einwanderungsgeschichte.

Einen überdurchschnittlich großen Anteil hatten Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte auch in der Beherbergung (43 Prozent), bei Wach- und Sicherheitsdiensten, in privaten Haushalten mit Hauspersonal sowie in der Lagerei und Erbringung von sonstigen Dienstleistungen für den Verkehr (je 42 Prozent) und im Spiel-, Wett- und Lotteriewesen sowie bei Post-, Kurier und Expressdiensten (je 41 Prozent).

In zwei beschäftigungsstarken Bereichen mit jeweils mehr als einer Million Beschäftigten lag der Anteil mit einem knappen Drittel ebenfalls deutlich über dem Durchschnitt in der Gesamtwirtschaft (26 Prozent): In Alten- und Pflegeheimen und ähnlichen Einrichtungen sowie in der Kraftwagenproduktion hatten je 32 Prozent der abhängig Beschäftigten eine Einwanderungsgeschichte.

Deutlich unterrepräsentiert waren Menschen mit Einwanderungsgeschichte im Jahr 2024 dagegen im Bereich öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung (12 Prozent), in der Versicherungsbranche (14 Prozent), in der Energieversorgung und in der Landwirtschaft (je 15 Prozent). Im Bereich Erziehung und Unterricht mit 2,8 Millionen Beschäftigten waren Menschen mit Einwanderungsgeschichte ebenfalls deutlich unterrepräsentiert (17 Prozent).

Unwetter im Anmarsch: Regenmassen und Sturmböen bedrohen den Südwesten

Regen, Sturm und Gewitter – Baden-Württemberg steht ein unbeständiger Mittwoch bevor. Besonders im Schwarzwald drohen stürmische Böen, teils mit Starkregen und Gewittern. Auch am Donnerstag bleibt das Wetter gefährlich: Orkanartige Böen bis in tiefe Lagen sind möglich.

Ludwigsburg (red) – In Baden-Württemberg erwartet die Menschen am Mittwoch  ein regnerischer und milder Tag. Zunächst fällt verbreitet Regen, im Laufe des Nachmittags und Abends werden die nördlichen und mittleren Landesteile trockener mit einigen Auflockerungen.

Lediglich vom Breisgau bis zum Bodensee hält der anhaltende Regen weiter an. Die Temperaturen steigen auf 13 bis 17 Grad, im Breisgau sind bis zu 19 Grad möglich, während es im höheren Bergland bei etwa 11 Grad bleibt.

Besondere Vorsicht ist im Hochschwarzwald geboten, wo den ganzen Tag über stürmische Böen um 70 km/h und am Feldberg sogar Sturmböen bis 80 km/h aus Südwest wehen.

Im Südschwarzwald sind bis zum Abend gebietsweise ergiebige Regenmengen zwischen 30 und 40 Litern pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden möglich. Am Mittag und Nachmittag können im Südschwarzwald zudem einzelne kurze Gewitter auftreten.

Für morgen kündigt sich eine weitere Verschlechterung an: Verbreitet fällt kräftiger Regen, kurze Gewitter sind nicht ausgeschlossen.

Der Wind frischt weiter auf mit stürmischen Böen, die vorübergehend bis in tiefe Lagen reichen können. Im höheren Bergland sind sogar Orkanböen möglich.

Die Temperaturen liegen zwischen 14 und 19 Grad, werden aber im Laufe des Nachmittags spürbar kühler.

Poppenweiler: Zehn Bäume müssen gefällt werden – Pilzbefall und akute Bruchgefahr

Ludwigsburg – Am Kinderspielplatz am Kechlerweiher sowie im Umfeld des Kindergartens in der Burghaldenstraße 3 müssen insgesamt zehn Bäume gefällt werden. Das hat die Stadt Ludwigsburg nach einer routinemäßigen Baumkontrolle entschieden. Grund sind akute Stand- und Bruchgefahren, wie die Verwaltung mitteilt.

Vor allem ältere Eschen, zum Teil mit einem geschätzten Alter von bis zu 100 Jahren, sind betroffen. Untersuchungen ergaben, dass die Bäume durch Pilzerkrankungen wie Hallimasch und Brandkrustenpilz sowie durch Schädlingsbefall stark geschädigt sind. Der Zustand sei so kritisch, dass ein unmittelbares Eingreifen erforderlich war.

Kindergartenbereich zuerst gesichert

Die dringendsten Fällungen im direkten Bereich des Kindergartens wurden bereits am Freitag, 17. Oktober von den Technischen Diensten Ludwigsburg durchgeführt. Die weiteren Arbeiten – darunter die Entfernung von Totholz an weiteren Bäumen – haben am Montag, 20. Oktober begonnen und sollen innerhalb weniger Tage abgeschlossen werden.

Sicherheit geht vor

Die Stadt betont, dass es sich um eine präventive Maßnahme handelt, um insbesondere Kinder und Anwohner vor möglichen Gefahren durch herabfallende Äste oder umstürzende Bäume zu schützen. Fachleute hatten den Zustand der Bäume im Rahmen der regelmäßigen Baumkontrollen festgestellt und kurzfristig einen Ortstermin anberaumt, um das weitere Vorgehen zu koordinieren.

 

„Stadtbild“-Debatte: Türkische Gemeinde wirft Merz Spaltung vor

Nach den umstrittenen Aussagen von Kanzler Friedrich Merz zum Stadtbild deutscher Innenstädte meldet sich die Türkische Gemeinde in Deutschland zu Wort, mit klarer Kritik. Vorsitzender Gökay Sofuoglu wirft Merz Spaltung vor und verweist auf soziale Ursachen statt kulturelle Vielfalt.

 Ludwigsburg (red) – Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu, hat die “Stadtbild”-Äußerungen von Kanzler Friedrich Merz (CDU) kritisiert. “Herr Merz versucht, zu polarisieren, statt darüber zu reden, wie die Gesellschaft zu gestalten ist”, sagte er dem “Redaktionsnetzwerk Deutschland” (Mittwochausgaben).

“Wir haben im Stadtbild zwar immer mehr Armut, immer mehr Obdachlose und immer mehr geschlossene Läden. Das hat aber weniger mit der Vielfalt der Städte zu tun als mit sozioökonomischen Veränderungen, für die die Regierung zuständig ist. Wir brauchen keine Nebenkriegsschauplätze”, sagte Sofuoglu.

“In Stuttgart haben 60 Prozent der unter 18-Jährigen einen Migrationshintergrund”, erklärte der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde. “Das sind Menschen, die friedlich miteinander leben. Das ist einfach die Realität.”

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