Gewerkschaft: Über 20.000 Vollzeit-Beschäftigte im Kreis Ludwigsburg arbeiten zum Niedriglohn

40 Stunden Arbeit pro Woche und trotzdem bleibt es klamm im Portemonnaie: Aktuell arbeiten im Landkreis Ludwigsburg 14 Prozent aller Vollzeit-Beschäftigten im Niedriglohnsektor. Insgesamt rund 20.200 Menschen erzielen trotz voller Stundenzahl ein Einkommen unterhalb der amtlichen Niedriglohnschwelle von derzeit 2.350 Euro brutto im Monat (Wert für Westdeutschland). Darauf hat die Gewerkschaft IG BAU hingewiesen.

Die Zahlen gehen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag hervor.
„Dass selbst eine Vollzeitstelle häufig nicht ausreicht, um finanziell halbwegs abgesichert zu sein, ist alarmierend“, sagt Mike Paul, Bezirksvorsitzender der IG BAU Stuttgart. In der Region zählten unter anderem die Landwirtschaft, die Gebäudereinigung und die Floristik zu den Branchen, in denen besonders wenig gezahlt werde. Grund dafür sei auch die schwindende Tarifbindung. „Je mehr Firmen aus Tarifverträgen aussteigen, desto schlechtere Karten haben die Beschäftigten. Es droht eine immer tiefere Spaltung des Arbeitsmarktes“, warnt Paul. Diese werde durch die Corona-Pandemie teils verschärft: Beschäftigte im Handwerk könnten nur selten Homeoffice machen. Wegen hoher Mieten in den Städten müssten sie zudem oft weite Pendelwege in Kauf nehmen.

Der Gewerkschafter ruft die Unternehmen im Landkreis dazu auf, sich zu Mitbestimmung und Tarifautonomie zu bekennen: „Die Sozialpartnerschaft ist ein Erfolgsmodell, das den Beschäftigten – und den Betrieben – über Jahrzehnte wachsenden Wohlstand beschert hat. Sie darf nicht unter die Räder kommen.“ Nach Untersuchungen der Hans-Böckler-Stiftung profitieren davon auch die Firmen. In tarifgebundenen Unternehmen steige die Produktivität, Mitarbeiter seien motivierter.

„Aber auch die Politik ist am Zug. Sie sollte mehr für die Tarifbindung tun“, erklärt Paul und nennt das Beispiel des Maler- und Lackiererhandwerks: Dort haben Gesellen Anspruch auf einen tariflichen Mindestlohn von 13,50 Euro pro Stunde. Diese Lohnuntergrenze wurde von der Politik für die ganze Branche zur Pflicht gemacht. Zum Vergleich: Der gesetzliche Mindestlohn liegt aktuell bei 9,35 Euro pro Stunde. „Klar ist aber auch: Je mehr Menschen sich in den Gewerkschaften engagieren, desto mehr lässt sich gegenüber den Arbeitgebern herausholen“, so Paul.

red

Polizeirazzia in Ludwigsburg: Illegale Spielhölle aufgedeckt

Es begann am Sonntagmorgen mit einer Kontrolldurchsuchung der Polizei in LudwigsburgWeil der Verdacht des wiederholten illegalen Glückspiels bestand, durchsuchte die Polizei eine Gaststätte im südlichen Stadtgebiet von Ludwigsburg, bei der bereits Mitte April eine Razzia durchgeführt wurde. (siehe unsere Meldung vom 15.04. ).

Laut der Pressemitteilung der Polizei befanden sich bei der Durchsuchung insgesamt 8 Personen in der Gaststätte. Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg ermittelt nun wegen unerlaubter Veranstaltung eines Glückspiels. Ob es sich wieder um den 55 Jahre alten Gaststättenbetreiber aus Ludwigsburg handelt, gegen den bereits im April ermittelt wurde, konnte eine Sprecherin vom Polizeipräsidium Ludwigsburg nicht sagen.

Was war passiert?

Am Sonntagmorgen gegen 05:40 Uhr überprüften Polizeibeamte erneut eine Gaststätte im südlichen Stadtgebiet von Ludwigsburg und stellten wie bereits im April dieses Jahres die unerlaubte Veranstaltung eines Glückspiels fest.

Schon bei der Annäherung bemerkten die Beamten, dass die Fenster teilweise mit heruntergelassenen Jalousien oder Gardinen verdunkelt und aus dem hinteren Bereich leise Stimmen zu hören waren. Die Polizisten verschafften sich Zutritt zur Gaststätte und stießen auf einen regen Betrieb im Gastraum. Ein 29-Jähriger verschwand auf der Toilette und versuchte dort mehrere tausend Euro Bargeld zu verstecken.

In einem Nebenraum spielten ein 46-Jähriger und 66-Jähriger Karten. An einem Pokertisch waren weitere fünf Männer zu Gange, wobei drei davon beim Eintreten der Beamten noch die Karten in den Händen hielten. Alle hatten größere Bargeldbeträge vor sich auf dem Tisch liegen.

Insgesamt beschlagnahmten die Beamten über 13.000 Euro Bargeld. Der Gaststättenschlüssel wurde sichergestellt und die Gaststätte nach Abschluss der Maßnahmen vor Ort versiegelt.

Auch in diesem Fall wird die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg die weiteren Ermittlungen übernehmen.

red

Quelle: Polizeipräsidium Ludwigsburg

Stadtverwaltung: Corona-Infektionszahlen steigen in Ludwigsburg

Reiserückkehrer, private Feiern und der wieder begonnene Schulalltag haben die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland deutlich steigen lassen. Auch in der Stadt Ludwigsburg sind seit August wieder sehr viel mehr Neuinfektionen zu verzeichnen. Die Stadtverwaltung verfolgt und beurteilt die Entwicklung täglich, teilt die Behörde am Montag in einer Pressemeldung mit.

Nach der ersten Welle im März/April haben sich die Neuinfektionszahlen in Ludwigsburg bis Mitte August nur moderat erhöht, so die Stadtverwaltung. Seitdem gibt es einen deutlichen Anstieg, wenn auch mit Schwankungen. Mitte September hat die Sieben-Tage-Inzidenz – also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – kurzfristig in der Stadt Ludwigsburg den Wert von 41,7 erreicht. Aktuell ist dieser wieder auf 19,3 (Stand: 1. Oktober 2020) gesunken.

Bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage tritt eine Vorwarnstufe, bei 50 ein Notfallmechanismus mit weiterreichenden Beschränkungen für die betroffenen Städte beziehungsweise Landkreise in Kraft. Das
wurde bei einer Bund-Länder-Konferenz im Mai beschlossen.

Mögliche Maßnahmen bei weiter steigenden Zahlen

„Wir im Krisenstab beobachten die Situation ganz genau, um frühzeitig und gezielt handeln zu können, sollte die Sieben-Tage-Inzidenz in Ludwigsburg den kritischen Wert von 35 beziehungsweise 50 erreichen. Wir sind vorbereitet und behalten uns vor, auch schon unterhalb dieser Schwellenwerte zu reagieren“, erklärt Erster Bürgermeister Konrad Seigfried.

Folgende Ludwigsburg-spezifische Maßnahmen wären bei weiter steigenden Infektionszahlen denkbar: Zum Beispiel die Anordnung einer Maskenpflicht für bestimmte öffentliche Bereiche, wenn sich dort sehr viele Menschen aufhalten – etwa
beim Wochenmarkt auf dem Marktplatz. Oder eine Ausweitung der Gastronomie- Sperrstunde werktags auf 23 Uhr und am Wochenende auf 24 Uhr.

Appell an die Bürgerinnen und Bürger

Ganz aktuell haben sich Bund und Länder angesichts der Lage auf eine Verschärfung der Corona-Regeln geeinigt. Sie beinhaltet auch striktere Vorgaben für private Feiern. „Ich halte dieses Vorgehen für sehr zielführend und sinnvoll. Hat sich doch in der Vergangenheit eindeutig gezeigt, dass große Familienfeiern wie Katalysatoren wirken und das Infektionsgeschehen lokal leider sehr negativ beeinflussen können“, so Erster Bürgermeister Konrad Seigfried.

Gemeinsam mit Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht richtet er noch einmal einen dringenden Appell an die Ludwigsburger Bürgerinnen und Bürger: „Bitte halten Sie sich unbedingt weiter an die Corona-Regeln. Halten Sie die Abstandsregeln ein, waschen Sie sich häufig und gründlich die Hände und tragen Sie – wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann – unbedingt eine Alltagsmaske. Nur so können wir einen weiteren Anstieg der Neuinfektionen verhindern. Jeder Einzelne ist in der Verantwortung!“

red

Welche Straßen in Ludwigsburg diese Woche gesperrt sind

Verkehrsbericht gültig ab Montag, 5. Oktober

Gebiet Altach
Hier besteht bis Ende Oktober eine abschnittsweise Sperrung der Feldwege zwischen der Hirschbergschule und der Kläranlage Eglosheim sowie zwischen der Tammer Straße und der Autobahnmeisterei Ludwigsburg. Die Zufahrt zur Kläranlage und zur Hirschbergschule bleibt eingeschränkt frei; die Zufahrt zur Tammer Straße ist für Anlieger ebenfalls eingeschränkt frei.

Brahmsweg (Schlösslesfeldschule)
Es besteht bis voraussichtlich Ende April 2021 eine Vollsperrung auf Höhe des Gebäudes Brahmsweg 30/2.

Dieselstraße
Hier besteht voraussichtlich bis Ende November zwischen der Römeraue und der Friedenstraße eine halbseitige Sperrung in den jeweiligen Bauabschnitten.

Einsteinstraße
Hier kommt es zwischen der Einsteinstraße 17 und der Daimlerstraße zu halbseitigen Sperrungen in den jeweiligen Bauabschnitten bis vorrausichtlich bis Mitte November.

Flattichstraße
Hier besteht eine Vollsperrung für den Durchgangsverkehr. Für Anwohner ist die Zufahrt teilweise möglich.
 
Friedrichstraße Nordseite
Hier steht bis voraussichtlich März 2021 zwischen der Solitudestraße und der Stuttgarter Straße nur jeweils eine Fahrspur in jeder Richtung zur Verfügung.

Gänsfußallee
Es besteht voraussichtlich bis Mitte Oktober eine halbseitige Sperrung der Gänsfußallee zwischen der Grönerstraße/Hoferstraße und der Brenzstraße mit Einbahnstraßenregelungen (Fahrrichtung von der Hoferstraße in Richtung Schwieberdinger Straße).

Heilbronner Straße /B 27
Hier wird die äußerste Fahrspur wegen Instandsetzungsarbeiten an der Stützwand außerhalb der Hauptverkehrszeiten abschnittsweise gesperrt.

Johannesstraße
Hier besteht eine Vollsperrung in den jeweiligen Bauabschnitten bis voraussichtlich Anfang März 2021.
 
Kallenberg´sches Areal
Die Leonberger Straße ist zwischen der Solitudestraße und dem Zentralen Omnibus-bahnhof (ZOB) für den Individualverkehr gesperrt. Die Solitudestraße ist halbseitig gesperrt – die Verkehrsführung erfolgt stadteinwärts zwischen der Friedrichstraße und der Leonberger Straße.

Karl-Hüller-Straße
Es besteht eine Vollsperrung der Karl-Hüller-Straße.

Metterstraße
Hier kommt es zu Beeinträchtigungen im Baustellenbereich.

Neckarhalde
Hier besteht auf Höhe der Neckarhalde 39 bis voraussichtlich Ende Dezember eine Vollsperrung für den Kfz-, Fußgänger- und Radverkehr. Es besteht eine Umleitung über: Neckarhalde – Herrmann-Wißmann-Straße – Steinäckerstraße.
 
Riedstraße/Ecke Theurerstraße
Es kommt zwischen der Riedstraße 27 und der Riedstraße 45 zu Beeinträchtigungen im Baustellenbereich und des nördlichen Gehwegs.

Sachsenheimer Straße
Es besteht bis voraussichtlich Ende Oktober eine Vollsperrung der Sachsenheimer Straße mit örtlicher Umleitung.

Schillerstraße
Die Schillerstraße ist für den Fahrzeugverkehr in Richtung Westen befahrbar. Der Radverkehr bleibt in beide Richtungen aufrecht erhalten. Der Fußgängerverkehr wird über den Gehweg auf der Südseite geführt. Diese Verkehrsregelung gilt für die Dauer der Bauarbeiten bis voraussichtlich Ende 2022.   
 
Schwieberdinger Straße /Keplerstraße/ Friedrichstraße
Hier steht pro Richtung im Baufeld nur jeweils eine Fahrspur zur Verfügung. Die Zu- und Abfahrt aus den Nebenrichtungen ist eingeschränkt oder teilweise nicht möglich. Die Zu- und Abfahrt aus der Pflugfelder Straße in die Schwieberdinger Straße ist aufgrund der dortigen Baustelle nicht möglich.
 
Seeschlossallee / Lichtäcker
Der Feldweg zwischen der Seeschlossallee und Lichtäcker 36 ist voraussichtlich bis Ende November im betroffenen Bereich voll gesperrt.

Steinbeisstraße
Halbseitige Sperrung zwischen der Schwieberdinger Straße und der Karl-Haußmann-Straße in den jeweiligen Bauabschnitten. Die Fahrt in Richtung Schwieberdinger Straße  bleibt möglich.
 
Uferwiesen II
Hier besteht eine Vollsperrung der Anlegestelle. Die Arbeiten sind witterungsabhängig und die Dauer derzeit noch nicht genau absehbar.

Untere Kasernenstraße – Parkplatz Untere Stadt
Der Parkplatz Untere Stadt ist im Zuge der Umgestaltung des Walckerparks bis voraussichtlich April 2021 gesperrt. Im Bereich der Unteren Kasernenstraße, der Oberen Kasernenstraße und der Bietigheimer Straße sind daher die öffentlichen Stellplätze in Anwohnerparkplätze umgewandelt (Bewohnerparkbereich 1).
 
Waldäcker III
Hier sind temporäre Einschränkungen bei der Nutzung des Radweges entlang der Schwieberdinger Straße möglich. Die Arbeiten sind witterungsabhängig und die Dauer derzeit noch nicht genau absehbar.

Quelle: Stadt Ludwigsburg

Wohnmobil in Ludwigsburg umgekippt – Zwei Leichtverletzte

Am Samstag gegen 16.00 Uhr befuhr der 72-jährige Lenker eines Audi die Hoferstraße in Richtung Martin-Luther-Straße. An der Kreuzung zur Martin-Luther-Straße missachtete er die rote Ampel und kollidierte mit einem dort fahrenden Wohnmobil. Das Wohnmobil kam ins Schleudern und kippte anschließend zur Seite. Der Audi fuhr noch ein Stück auf dem Gehweg der Hoferstraße bis er schlussendlich gegen einen geparkten BMW prallte und zum Stehen kam. Durch den Unfall wurden der Lenker des Audi sowie der 55-jährige Lenker des Wohnmobils leicht verletzt. Es entstand Sachschaden in Höhe von etwa 35.000 Euro.

Quelle: Polizeipräsidium Ludwigsburg

Deutsche Meisterschaft im Kürbiswiegen: Siegerkürbis bringt 720,5 Kilogramm auf die Waage

Bei strahlendem Sonntag fand am Sonntag im Blühenden Barock Ludwigsburg die Deutsche Meisterschaft im Kürbiswiegen statt. Aufgrund der momentanen Situation wurden die Kürbisse ohne Publikum gewogen und danach ins Blühende Barock gefahren. Dort können die Kürbisse nun von den Besuchern bestaunt werden.

Mehr als 20 Züchter*innen aus Baden-Württemberg, Thüringen, dem Saarland, Hessen, Bayern und Rheinland Pfalz waren nach Ludwigsburg angereist und hatten riesige Kürbisse im Gepäck, heißt es in der Mitteilung der Versanstalter. Den schwersten Kürbis hatte Michael Asam aus Heretshausen (Bayern) nach Ludwigsburg gebracht. Stolze 720,5 Kilogramm brachte das Exemplar der Sorte Atlantic Giant auf die Waage. Auf Platz zwei landete Matthias Würsching aus Einhausen (Hessen), sein Kürbis wog 702,5 Kilogramm. Platz drei belegte Elmar Hubertus aus Urexweiler (Saarland) mit seinem 617,5-Kg-Exemplar.

Der diesjährige schwerste Kürbis Baden-Württembergs von Martin Rudorfer aus Hemmingen schaffte es mit 555,5 Kilogramm auf den vierten Platz der Deutschen Meisterschaft.

Der deutsche Rekord von 916 Kilogramm wurde im Jahr 2018 von Mario Weishäupl (Bayern) aufgestellt und bislang ungebrochen.

Neben den riesigen Kürbissen wurde auch anderes Gemüse gewogen. So kam etwa die 11,5 Kilogramm schwere Melone von Helga Rudorfer auf die Waage. Die schwerste Tomate des Tages von Züchter Udo Karkos wog 2119 Gramm und Armin Frommelt hatte eine 4,60 Meter lange Sonnenblume im Gepäck.

red

So sehen die aktuellen Corona-Zahlen im Südwesten vor dem Wochenende aus

Die Lage am Freitag (02.10.)

Im Landkreis Ludwigsburg:

Binnen 24 Stunden hat das Gesundheitsamt für den Landkreis Ludwigsburg weitere 29 bestätigte Corona-Neuinfizierte gemeldet. Gestern hatte das Landratsamt 14 Fälle gemeldet.

Die Zahl der Gesamtinfizierten im Kreis stieg am Donnerstag somit auf mindestens 2.730. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit COVID-19 verstorben sind, wird vom Landratsamt weiterhin mit 73 (+0) angegeben. Die Zahl der Genesenen wird vom Amt mit ungefähr 2.426 beziffert. In den letzten 7 Tagen wurden 27,1 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner im Landkreis Ludwigsburg erfasst. Der Grenzwert liegt bei 50 Neuerkrankungen.

In Baden-Württemberg:

Am Freitag meldete das Landesgesundheitsamt weitere 303 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Damit erhöhte sich die Zahl der Infizierten im Land auf mindestens 50.400, davon sind ungefähr 44.138 Personen wieder genesen. Gestern wurden 399 Fälle gemeldet. Die Zahl der COVID-19-Todesfälle stieg im Vergleich zum Vortag um einen auf insgesamt 1.888 (Datenstand: 02.10. – 17Uhr).

Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages-R-Wert wird vom RKI für Baden-Württemberg mit R 1,06 angegeben.

Wichtiger Hinweis:

Basis für die mit dieser Pressemitteilung übermittelten Daten sind die Zahlen, die die Gesundheitsämter der Stadt- und Landkreise dem Landesgesundheitsamt auf dem offiziellen Meldeweg mitgeteilt haben. Es handelt sich dabei um einen vorläufigen Datenstand. Änderungen sind durch Nachmeldungen und Streichungen möglich. Aufgrund des Meldeverzugs zwischen dem Bekanntwerden neuer Fälle vor Ort und der elektronischen Übermittlung an das Landesgesundheitsamt kann es mitunter deutliche Abweichungen zu den von den kommunalen Gesundheitsämtern aktuell herausgegebenen Zahlen geben. Verzögerungen bei der standardisierten Falldatenübermittelung an das LGA können auch dadurch bedingt sein, dass die Gesundheitsämter vor Ort als erste Priorität die notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen einleiten sowie die Kontaktpersonen recherchieren, um Infektionsketten so schnell wie möglich unterbrechen zu können.

red

Seniorin aus Ludwigsburg wird Opfer von angeblichen Dachdeckern

Eine 87-Jährige wurde am Donnerstag zwischen 11:30 Uhr und 12:30 Uhr in Ludwigsburg-Eglosheim Opfer zweier Betrüger. Die Männer verschafften sich unter einem Vorwand Zugang zum Haus und behaupteten, dass das Dach der Seniorin undicht sei. Gemeinsam mit den Tätern begab sich die Frau in den Dachstock des Hauses. In einem unbeobachteten Moment brachten die Männer Wasser aus und mit Hinweis auf die Wasserlache überredeten die Täter die Seniorin zu einer Reparatur des Daches.

Zur Beschaffung des Materials forderten die beiden eine Vorauskasse in Höhe von mehreren tausend Euro. Hierzu begleiteten sie die Frau zur Bank, die dort das Geld abhob und den Tätern übergab. Zu einer Reparatur des Daches kam es nicht.

Der Polizeiposten Eglosheim hat die Ermittlungen wegen Betrugs übernommen und bittet Zeugen, die Angaben zu den Tätern machen können, oder weitere Geschädigte, die ebenfalls von den Tätern angegangen worden sind, sich unter Tel. 07141 2215027 zu melden.

Die beiden Tatverdächtigen wurden wie folgt beschrieben:

Täter 1: etwa 170 Zentimeter groß, schlanke Figur, Glatze, weiße Hose, dunkelblauer Blouson

Täter 2: etwa 170 Zentimeter groß, kräftige Figur, kurzes dunkelbraunes Haar, kurzrasierter Vollbart, weiße Hose, dunkelblauer Blouson

Beide Tatverdächtige wirkten gebildet und sprachen akzentfreies Deutsch.

Vor diesem Hintergrund warnt die Polizei und empfiehlt nicht auf Haustürgeschäfte einzugehen und Fremde nicht einzulassen. Insbesondere wenn von den Unbekannten eine Vorauskasse in bar gefordert wird, verbunden mit einer direkten Begleitung zur Bank, sollte man auf die Forderungen nicht eingehen. Im Zweifelsfall sollten sich Senioren an Familienangehörige, Nachbarn oder direkt an die Polizei wenden.

Quelle: Polizeipräsidium Ludwigsburg

Tempo 30 nachts in Eglosheim: Ministerium stimmt zu

Das baden-württembergische Verkehrsministerium hat dem vom Regierungspräsidium Stuttgart unterstützten Antrag der Stadt Ludwigsburg zugestimmt, aus Lärmschutzgründen in Eglosheim in den Nachtstunden die Höchstgeschwindigkeit zu reduzieren: Zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens heißt es nun „Tempo 30“ auf der B 27 Frankfurter Straße/Heilbronner Straße zwischen Reuteallee und circa 150 Meter nördlich der Einmündung Monreposstraße. Die Regelung wird zum Montag, 5. Oktober, umgesetzt. Im Laufe dieses Tages werden Mitarbeitende der Technischen Dienste Ludwigsburg die entsprechenden Verkehrszeichen „enthüllen“. Eine entsprechende Pressemitteilung hat am Donnerstag die Stadtverwaltung von Ludwigsburg veröffentlicht.

Die Maßnahme ist ein Teil des Lärmaktionsplanes, in dessen Rahmen die Stadtverwaltung beim Regierungspräsidium Stuttgart für eine Reihe von Straßen eine Temporeduzierung beantragt hatte. Die Stadt folgt damit einem Auftrag des Gemeinderats sowie dem Wunsch der Anwohnerinnen und Anwohner – denn die Lärmbelastung am entsprechenden Straßenabschnitt lag bereits in einem gesundheitsgefährdenden Bereich. Bevor das Regierungspräsidium (RP) einer Temporeduzierung zustimmt, prüft es eine Reihe von Fragen – denn den Anforderungen der Lärmaktionsplanung können andere Ansprüche wie mögliche Verkehrsverlagerungen in andere Straßen entgegenstehen.

Nach erteilter Genehmigung durch das RP hatte ein Bürger vor dem Petitionsausschuss Widerspruch eingelegt. Die Stadt war nun zunächst gehalten, die Umsetzung der Maßnahme bis zu einer Entscheidung über die Petition auszusetzen (ein so genanntes „Stillhalteabkommen“). Von diesem Stillhalteabkommen hatte die Stadtverwaltung jedoch eine Ausnahme beantragt – und diesem Antrag hat das Verkehrsministerium nun nach Unterrichtung der Vorsitzenden des Petitionsausschusses und Abstimmung mit dem Petitionsausschuss zugestimmt. Damit ist der Weg frei für die Umsetzung der Temporeduzierung.

red

Was kann für den Wald in der Region getan werden?

STUTTGART: Die von der Pandemie geprägten vergangenen Monate haben verdeutlicht, wie wichtig nahegelegene Erholungs- und Freizeitangebote im „Grünen“ sind. Gerade der Wald erfüllt dabei vielfältige Funktionen für Mensch und Klima. Am vergangenen Dienstag (29.09) wurde im Planungsausschuss auf Antrag der CDU/ÖDP-Fraktion berichtet, wie es um den Wald in der Region Stuttgart steht und inwieweit waldunterstützende Maßnahmen beim Kofinanzierungsprogramm „Landschaftspark Region Stuttgart“ umgesetzt werden können.

Die quantitative Situation des Waldes in der Region Stuttgart gestaltet sich, gerade im bundesweiten und internationalen Vergleich und für einen hochverdichteten Raum, bemerkenswert gut. Der Waldflächenanteil in der Region Stuttgart liegt bei 30,4 Prozent (Deutschland 32 Prozent). Dieser Wert entspricht einer Fläche von 110.900 Hektar. Ähnlich wie im Landesgebiet ist der Wald dabei regional und auch innerhalb der einzelnen Kreise sehr unterschiedlich verteilt. Der Anteil schwankt zwischen dem waldarmen Landkreis Ludwigsburg mit 18 Prozent und dem waldreichen Rems-Murr-Kreis mit 39 Prozent. Insgesamt ist die Baumartenvielfalt in der Region Stuttgart in den vergangenen Jahrzehnten größer geworden. Mit dem Klimawandel ist zu erwarten, dass längere Trockenphasen und Extremereignisse wie Stürme, Starkregen, Waldbrände und Massenvermehrungen von Schädlingen zunehmen werden. Somit steigt die Bedeutung und Notwendigkeit, die Wälder klimaresilient zu entwickeln. Die Entwicklung des Waldes unterliegt allerdings starken gesetzlichen Regelungen von Bund und Ländern, so dass regionale Einflussmöglichkeiten begrenzt sind.

Mit dem Landschaftspark Region Stuttgart ist der Verband Region Stuttgart jedoch mit erweiterten Möglichkeiten ausgestattet: Seit 2005 verfügt die Region Stuttgart – als einzige Region im Land – über ein wirksames Instrument, um aktiv gemeinsam mit den Kommunen die Landschaft für Freizeit und Bewegung zu erschließen, aber auch ökologisch aufzuwerten. Ziel ist ein gemarkungsübergreifendes, durchgängiges Netz an Erholungsräumen sowie ökologisch wertvollen Flächen. Der Wald ist dabei ein zentraler Baustein: für das Klima, aber gerade in diesen Zeiten auch ganz besonders für die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen in der Region.

Baumpflanzungen effizient gestalten

Wie viele Bäume müssten in der Region etwa neu gepflanzt werden, um das bei Fahrten der Mitglieder der Regionalversammlung sowie der Beschäftigten des Verbands Region Stuttgart entstehende CO2 auszugleichen? Eine von Bündnis90/Die Grünen beantragte Berechnung mit dem Ziel eines „Sonderbudgets Bäume“ zeigt hier, wie wirksam Baumbestand tatsächlich ist. Wenn innerhalb einer Sitzungsperiode 100.000 Kilometer an individuellen Fahrten zugrunde gelegt werden, müssten 1.000 Bäume zur CO2-Kompensation gepflanzt werden. Für die Pflanzung von Stadtbäumen beispielsweise würde dies einer Investition von rund einer Million Euro entsprechen. Um die bestehenden Mittel im Rahmen des Landschaftsparks möglichst effizient zu nutzen, verfolgt der Verband Region Stuttgart mit einstimmigem Beschluss des Planungsausschusses künftig unter anderem verstärkt die folgenden zwei Strategien: Zum einen sollen Einzelprojekte, die in größere Konzepte wie etwa dem landesweiten Biotopverbund zur Vernetzung von Grün- und Freiflächen eingebettet sind, priorisiert werden. Zum anderen sollen gezielt Maßnahmen aus den Klimaschutzkonzepten der Kommunen und Landkreise kofinanziert werden. Grundsätzlich sollen Ideen aus dem Landschaftspark-Masterplänen und Projektvorschläge, die einen wirksamen Beitrag zu Klimaschutz und -anpassung leisten besonders berücksichtigt werden, darunter beispielsweise Baumbepflanzungen entlang von Wander- und Radwegen oder an Flüssen und Auen. Diese Ansätze, um Aufforstung und Bewaldung besonders klimagerecht zu gestalten, adressieren gleichzeitig den Antrag der FDP-Fraktion, die Dimension eines „Klimaparks“ beim Kofinanzierungsprogramm Landschaftspark verstärkt mitzudenken.

Stimmen aus den Fraktionen

Michael Schreiber (CDU/ÖDP) zeigte sich erfreut, „dass die Region im nationalen und internationalen Vergleich nicht so schlecht dasteht“. Die Erholungsfunktion des Waldes solle weiter gestärkt werden. Hier sei die Strategie der Biotopvernetzung sehr gut ebenso wie die im Konzept berücksichtigten Kompensationsmöglichkeiten. „Im Anschluss an die Wettbewerbsrunde der Kofinanzierung 2022 möchten wir dann erfahren, wie die Resonanz bei den Kommunen war.“

Kai Buschmann (FDP) befand die Ideen zur Unterstützung des Waldes und zur Weiterentwicklung des Landschaftsparks für gut. Er vermisste jedoch die Diskussion über die von seiner Fraktion dafür zusätzlich beantragten Landschaftsparkmittel von jährlich einer halben Million. „Bei der letzten Wettbewerbsrunde war zu wenig Wettbewerb spürbar. Deswegen soll das Programm attraktiver gemacht werden.“ Jedoch sei es bei den derzeitigen Rahmenbedingungen in Ordnung, dass eine Erhöhung des Budgets zunächst verschoben werde.

Margit Riedinger (Bündnis 90/Die Grünen) betonte angesichts der Berechnungen den zufolge für den CO2- Ausgleich benötigt Bäume, dass der Anteil des öffentlichen Nahverkehrs bei allen Beteiligten noch gestärkt werden könne. Sie kündigte an, dass auch ihre Fraktion am beantragten Thema „Zusatzbudget“ dranbleiben werde. „Gezielte Vernetzung von Baumgruppen, Hineinwirken in Stadtflächen sowie Biotope und Korridore zu schaffen, ist genau der richtige Weg.  Wir hoffen, dass sich bei der Ansprache der Kommunen etwas bewegt.“

Wilfried Wallbrecht (Freie Wähler) unterstützte den „Geist der Vorlagen“. Der Wald sei durch die trockenen Jahre in dramatischem Zustand und es sei zu erwarten, dass sich dies in den nächsten fünf Jahren weiter verschlimmern werde. Gleichzeitig müsse aber anerkannt werden, dass der Wald in Deutschland strukturell gut aufgestellt ist und sein Flächenanteil in der Region bereits hoch ist.

„Die Vorschläge sind hervorragend“, sagte Regina Traub (SPD). „Viele Themen kommen sinnvoll zusammen.“ Allerdings sei es nicht Aufgabe der Region, sich über den Wald auszutauschen – dafür seien andere Stellen zuständig. „Wir können noch Verknüpfungen bringen, aber mit Aufforstung in größerem Maßstab wird es angesichts der knappen Flächen schwierig.“ Bäumen sei in der Vergangenheit zu wenig Raum gegeben worden, beispielsweise zugunsten von Parkplatzflächen. Es müsse geschaut werden, wieweit hier die aktuellen Mittel reichen.

Christoph Ozasek (DIE LINKE/PIRAT) stellte fest, dass sich die „Klimakrise im Wald abbildet“. Hier müsse gemeinsam mit den Forsteinrichtungen gegengesteuert werden, um das Ökosystem Wald zu schützen. Aus regionaler Perspektive sei es aber besonders wichtig, auf die kleinteiligen Strukturen innerhalb der Städte zu schauen, gerade auch um planerisch mit den massiven Hitzebelastungen der Zukunft umzugehen und den Kommunen Impulse zu geben.

red