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Kreis Ludwigsburg: Mann (39) rammt sich Messer in die Brust

Ein Sondereinsatzkommando der Polizei überwältigte in Steinheim an der Murr im Landkreis Ludwigsburg einen Mann, der sich zuvor ein Messer in die Brust gerammt hatte und verhinderte damit einen Selbsttötungsversuch.

Laut einer Meldung der Polizei Ludwigsburg hat sich ein 39-jähriger Mann in Steinheim in der Nacht zum Dienstag vermutlich unter dem Eindruck einer psychischen Ausnahmesituationselbst ein Messer in die Brust gerammt und sich dabei lebensbedrohliche Verletzungen beigebracht. Der Meldung zufolge wurden die Polizeibeamte von einem Nachbarn gegen 01:10 Uhr alarmiert. Vor einem Wohnhaus wurde dann der schwerverletzte 39-Jährige angetroffen.

Das Messer steckte noch in seiner Brust und mit einem zweiten Messer drohte er an, sich weitere Verletzungen beizubringen. Nachdem die Polizisten die Angehörige aus dem Gefahrenbereich gebracht hatten, konnte der 39-Jährige gegen 03:10 Uhr von Beamten des Spezialeinsatzkommandos Baden-Württemberg überwältigt und in ärztliche Obhut übergeben werden.

red

Quelle: Polizei Ludwigsburg

Was in Ludwigsburg und in der Region los war

Ludwigsburg-Eglosheim: Jugendlicher mit Schleuder beschossen

Ein 15-Jähriger wurde am Montag gegen 18:00 Uhr in Ludwigsburg-Eglosheim vor einem Einkaufsmarkt in der Hirschbergstraße mit einer Schleuder beschossen. Der Jugendliche wartete vor dem Einkaufsmarkt auf einen Freund, als sich ihm zwei mutmaßlich alkoholisierte Erwachsene näherten. Einer der beiden beschoss nach kurzer Ansprache den 15-jährigen äthiopischen Staatsangehörigen mit einer Schleuder. Dieser wurde an der Brust getroffen. Bei dem Geschoss handelte es sich vermutlich um eine Stahlkugel. Der Jugendliche rannte daraufhin davon und wandte sich an eine Angehörige, die dann die Polizei verständigte. Der Mann mit der Schleuder wird als etwa 40 Jahre alt, schlank, etwa 190cm groß und mit einem “Donald Trump”-Shirt bekleidet beschrieben. Sein Begleiter soll etwa 180 Zentimeter groß und von dicklicher Statur gewesen sein. Er habe ein Fahrrad mit sich geführt. Der Polizeiposten Eglosheim hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht nun Zeugen des Vorfalls. Es wird insbesondere ein älteres Ehepaar gesucht, welches die Situation beobachtet haben soll. Zeugen können sich unter Tel. 07141 22150 0 melden.

Korntal-Münchingen: Unfallflucht

Ein bislang unbekannter Fahrzeuglenker beschädigte vermutlich beim Ein- oder Ausparken ein in der Goethestraße in Korntal-Münchingen abgestelltes Wohnmobil. Der Schaden wurde am Montag zwischen 8:50 Uhr und 16:00 Uhr verursacht und auf etwa 7.000 Euro geschätzt. Das Polizeirevier Ditzingen nimmt unter Tel. 07156 4352 0 Hinweise entgegen.

Sachsenheim: Schwerverletzte Fußgängerin

Mit schweren Verletzungen musste der Rettungsdienst am Montag eine 71-jährige Fußgängerin in ein Krankenhaus bringen, nachdem sie in der Bahnhofstraße in Großsachsenheim in einen Verkehrsunfall verwickelt war. Gegen 10:40 Uhr wollte ein 51-Jähriger am Bahnhof mit einem Opel auf einen öffentlichen Parkplatz einfahren. Als der Mann dort keinen Parkplatz finden konnte, fuhr er in der Einfahrt langsam rückwärts, um wieder auf die Bahnhofstraße zu gelangen. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die 71-jährige Fußgängerin im Bereich der Parkplatzeinfahrt. Der Autofahrer übersah die Frau vermutlich aus Unachtsamkeit und erfasste sie mit dem Fahrzeugheck. Die 71-Jährige stürzte in der Folge und wurde schwer verletzt. Ein Sachschaden entstand nicht.

Schwieberdingen: Audi beschädigt

Ein Sachschaden von etwa 2.500 Euro hinterließ ein noch unbekannter Fahrzeuglenker an einem Audi, der am Montagnachmittag in der Breslauer Straße in Schwieberdingen am Fahrbahnrand abgestellt war. Zwischen 14.30 Uhr und 16:00 Uhr stieß der Unbekannte vermutlich beim Ein- oder Ausparken gegen das Fahrzeugheck des Audi. Anschließend machte sich der Unbekannte aus dem Staub und kümmerte sich nicht um den angerichteten Sachschaden. Die Beschädigungen am Heck wurden vermutlich durch eine Anhängerkupplung oder einem vergleichbaren Fahrzeugteil verursacht. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, melden sich bitte unter der Tel. 07042 941-0 beim Polizeirevier Vaihingen an der Enz.

Remseck am Neckar-Aldingen: Unfall mit 17.500 Euro Sachschaden

Am Montag ereignete sich gegen 15.25 Uhr auf der Landestraße 1144 auf Höhe Aldingen ein Unfall, bei dem ein Sachschaden von rund 17.500 Euro entstand. Ein 51 Jahre alter Seat-Fahrer hatte sich auf den Linksabbiegestreifen in Richtung der Cannstatter Straße eingeordnet und wartete an der rot zeigenden Ampel. Hinter ihn reihte sich ein 80 Jahre alter Toyota-Fahrer ein. Der Toyota-Fahrer wechselte schließlich doch wieder zurück auf die L 1144, wobei er vermutlich einen von hinten herannahenden 50 Jahre alten BMW-Lenker übersah und mit diesem zusammenstieß. Durch den Aufprall wurde der Toyota nach links abgewiesen und prallte gegen den BMW.

Asperg: Unfallflucht

Das Polizeirevier Kornwestheim, Tel. 07154/1313-0, bittet Zeugen, die am Montag zwischen 08.00 Uhr und 09.00 Uhr einen Unfall auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarkts in der Ruhrstraße in Asperg beobachtet haben, sich zu melden. Ein bislang unbekannter Fahrzeuglenker streifte vermutlich beim Ein- oder Ausparken einen abgestellten VW. Ohne sich anschließend um den Sachschaden in Höhe von rund 2.500 Euro zu kümmern, machte sich der Unbekannte davon.

Gerlingen:

Der Polizeiposten Gerlingen ermittelt derzeit wegen Sachbeschädigung nachdem zwischen dem 30. Mai und dem 04. Juni bislang unbekannte Täter den Glasbau am Rathausplatz beschädigten. Eine der Glasscheiben wurde vermutlich mit einem Gegenstand beworfen oder beschossen, so dass eine etwa tennisballgroße Beschädigung entstand, ohne dass die Scheibe vollständig zerbrach. Der hinterlassene Sachschaden wurde auf etwa 12.000 Euro geschätzt. Hinweise nimmt die Polizei unter Tel. 07156/9449-0 entgegen.

Quelle: Polizei Ludwigsburg

Zahl der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg weiter auf niedrigem Niveau

Eine Neuinfektion hat das Landratsamt in Ludwigsburg auch am Montag (08. Juni) für den Landkreis Ludwigsburg gemeldet. Die Zahl der Gesamtinfizierten im Kreis Ludwigsburg steigt somit auf mindestens 1.774 (Stand: 08. Juni 20, 17.00Uhr). Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit COVID-19 verstorben sind, wird vom Landratsamt weiterhin mit 73 (+0) angegeben. Die Zahl der Genesenen wird vom Amt mit ungefähr 1.685 beziffert. In den letzten 7 Tagen wurden 1,3 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner im Landkreis Ludwigsburg erfasst, also derzeit deutlich unter dem festgelegten Grenzwert von 50.

Wie ist die Lage in Baden-Württemberg?

Die Gesundheitsämter in Baden-Württemberg haben am Montag (08. Juni) rund 19 Corona-Neuinfizierte binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise mindestens 34.949 in Baden-Württemberg nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. Gestern wurden 24 Fälle gemeldet. Ungefähr 32.506 Personen sind den Angaben zufolge bereits wieder genesen. Die Zahl der Todesfälle, die im Zusammenhang mit Covid-19 stehen, steigt laut dem Sozialministerium innerhalb von 24 Stunden um vier auf 1.795.

Die Reproduktionszahl für Baden-Württemberg wird vom Robert-Koch-Institut mit R 0,79 (Stand: 08. Juni – 19Uhr) angegeben. Gestern lag der Wert bei 0,65.

Dem Landesgesundheitsamt wurden heute aus den Landkreisen Biberach, Rems-Murr-Kreis, Schwäbisch Hall sowie aus der Stadt Stuttgart insgesamt vier weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Damit steigt die Zahl der Covid-19-Todesfälle in Baden-Württemberg auf insgesamt 1.795. Unter den Verstorbenen waren 1.013 Männer und 782 Frauen. Das Alter lag zwischen 18 und 106 Jahren. 65 Prozent der Todesfälle waren 80 Jahre oder älter.

Wichtiger Hinweis:

Basis für die mit dieser Pressemitteilung übermittelten Daten sind die Zahlen, die die Gesundheitsämter der Stadt- und Landkreise dem Landesgesundheitsamt auf dem offiziellen Meldeweg mitgeteilt haben. Es handelt sich dabei um einen vorläufigen Datenstand. Änderungen sind durch Nachmeldungen und Streichungen möglich. Aufgrund des Meldeverzugs zwischen dem Bekanntwerden neuer Fälle vor Ort und der elektronischen Übermittlung an das Landesgesundheitsamt kann es mitunter deutliche Abweichungen zu den von den kommunalen Gesundheitsämtern aktuell herausgegebenen Zahlen geben. Verzögerungen bei der standardisierten Falldatenübermittelung an das LGA können auch dadurch bedingt sein, dass die Gesundheitsämter vor Ort als erste Priorität die notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen einleiten sowie die Kontaktpersonen recherchieren, um Infektionsketten so schnell wie möglich unterbrechen zu können.

red

Gerichtsurteil: Corona-Verordnung für Einzelhandel ist unwirksam

Die coronabedingte Zutrittsbegrenzung im Einzelhandel wurde heute in einem aktuellen Gerichtsurteil vom Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg für ungültig erklärt. Die Richtgröße von 20 Quadratmetern Verkaufsfläche je Person im Laden ist damit vorläufig außer Vollzug gesetzt. Dies teilte der VGH am Montag in Mannheim mit. Er gab damit einem Eilantrag der Tchibo GmbH gegen die entsprechende Bestimmung in der Corona-Verordnung der Landesregierung statt.

red

Quelle: Verwaltungsgericht Baden-Württemberg – (Az. 1 S 1623/20)

Zulassungsstelle Ludwigsburg: Kreisverwaltung arbeitet intensiv an Verbesserung der Situation

Auch die Kfz-Zulassung des Landratsamts leidet unter der Corona-Krise. Das spüren sowohl die Mitarbeitenden der Zulassungsstelle als auch ihre Kunden. Die Schwierigkeiten haben mehrere Ursachen. Die Kreisverwaltung arbeitet laut eigenen Angaben intensiv an einer Verbesserung der Situation.

Für die Bearbeitung der Zulassungen stehen im Kreishaus 46 Stellen zur Verfügung, heißt es in einer Meldung des Landratsamtes. Aktuell sind sechs Stellen unbesetzt, die Personalsuche läuft. Hinzu kommt ein hoher Krankenstand. In der Summe kam es dadurch zu einem erheblichen Personalausfall. Problematisch ist auch, dass manche Kunden Termine vereinbaren und dann nicht zum Termin erscheinen. Festzustellen ist auch, dass teilweise Termine vereinbart werden und gleichzeitig die Zulassung an einen Zulassungsdienst übergeben wird. In beiden Fällen werden Termine unnötig blockiert und stehen anderen Kunden nicht zur Verfügung.

Aufgrund der aktuellen Probleme mit der zentralen Online-Terminvergabe durch die ITEOS GmbH wird der Landkreis die Terminvergabe auf ein anderes System umstellen. Die vorbereitenden Arbeiten stehen kurz vor dem Abschluss, die Landkreisverwaltung rechnet damit, dass die Software für die neue Online-Terminvergabe bis in zwei Wochen einsatzbereit ist. Dann soll auf einen Blick ersichtlich  sein, welche Termine noch frei sind. Parallel wird die Öffnung von Außenstellen vorbereitet. Dies wird umgesetzt, sobald es die Personalkapazitäten erlauben. Auch bei den Außenstellen wird ein Besuch nur mit einem vorab vereinbarten Termin möglich sein.

Aktuell findet keine unmittelbare Bearbeitung der Zulassungsanträge statt, sondern die Kunden geben ihre Unterlagen ab und können entscheiden, ob sie die Unterlagen wieder abholen oder sich per Post und ohne Mehrkosten zusenden lassen. Für die Abgabe der Anträge wurden gesonderte Schalter eingerichtet, die Abholung erfolgt außerhalb der Räume der Zulassungsstelle an zwei Ausgabecontainern, so die Behörde.

Gewerbliche Kunden (Autohäuser und Zulassungsdienste) können jeden Vormittag von 07:30 bis 12:00 Uhr Zulassungsanträge abgeben. Sobald die Anträge fertig bearbeitet sind, erhalten die Kunden eine Mitteilung und können die fertigen Unterlagen abholen. In der Regel kann eine Bearbeitungszeit von einem Werktag, maximal zwei Werktagen eingehalten werden.

Privatkunden können online einen Termin für die Abgabe der Zulassungsanträge vereinbaren. Die Terminvergabe ist längstens zwei Wochen im Voraus möglich. Die Räume der Zulassungsstelle dürfen nur zu dem vereinbarten Termin betreten werden, der Zugang wird über einen Sicherheitsdienst geregelt.

Die Kunden geben an eigens dafür eingerichteten Schaltern ihre Anträge ab, die die Mitarbeitenden sofort auf Vollständigkeit prüfen. Die Kunden müssen durch dieses Verfahren eine nur sehr kurze Aufenthaltszeit einplanen. Bei der Abgabe kann der Kunde festlegen, ob er die fertigen Zulassungsunterlagen wieder abholt oder ohne zusätzliche Kosten per Post zugestellt bekommt. Sobald die Anträge fertig bearbeitet sind, erhalten die Kunden eine Mitteilung und können die fertigen Unterlagen abholen beziehungsweise werden die Unterlagen dem Kunden auf dem Postweg zugeschickt. Auch hier kann in der Regel eine Bearbeitungszeit von einem Werktag, maximal zwei Werktagen eingehalten werden.

Während der gesamten Pandemie gab es keine komplette Schließung der Kfz-Zulassung, nur die Außenstellen wurden geschlossen. Bis 10. April hat das Personal im Schichtbetrieb gearbeitet, ab 14. April war das komplette Personal im Einsatz.

Aktuell werden pro Tag rund 350 Termine für Privatkunden vergeben, zusätzlich werden je-den Tag rund 300 Zulassungsanträge der gewerblichen Kunden bearbeitet. Neben den eigentlichen Zulassungen muss auch die Postbearbeitung sichergestellt werden. Dabei geht es um Versicherungsanzeigen, Halteranfragen und Ähnliches. Insgesamt werden pro Tag bis zu 1.100 Vorgänge bearbeitet.

Zahlen / Daten:

Die Kfz-Zulassung verzeichnet pro Jahr rund 230.000 Vorgänge. Hinzu kommen jährlich noch rund 3000 Vollstreckungsmaßnahmen. Darunter versteht man die Stilllegung von Fahrzeugen wegen fehlender Versicherung, nicht bezahlter Steuern oder technischer Mängel.

red

BBL-Final: MHP-Riesen gewinnen Auftaktspiel in München

Nach 91 langen Tagen des Wartens auf ein gewisses Maß an Normalität während der Corona-Pandemie gingen Vechta und Ludwigsburg ab der ersten Spielminute mit voller Intensität zu Werke. Während bei den MHP RIESEN Neuzugang Zamal Nixon direkt in die Startformation rückte – komplettiert wurde diese durch die auch vor der virusbedingten Unterbrechung beginnenden Nick Weiler-Babb, Marcos Knight, Thomas Wimbush und Jonas Wohlfarth-Bottermann – stand auch Jacob Patrick erstmals im Ludwigsburger Profi-Kader. Der 16-Jährige sollte bereits in den ersten zehn Minuten zu seinem Profi-Debüt kommen, saß aber zunächst auf der Bank und sah von dort, wie Knight die ersten drei Punkte des Final-Turniers einnetzte. Da zudem Wohlfarth-Bottermann, Weiler-Babb und Wimbush weitere Zähler folgen ließen, entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch bei dem Vechta bereits nach viereinhalb Minuten mit Foul-Problemen zu kämpfen hatte. Die nominellen Ludwigsburger Gäste nutzen die sich dadurch bietenden Gelegenheiten an der Freiwurflinie konsequent aus und etablierten eine erste Führung (8:15, 5. Spielminute). Angeführt von Ishmail Wainright fanden die Vechtaer ab der sechsten Minute zunehmend besser ins Geschehen. Die Schwaben verteidigten ihren Vorsprung dennoch konsequent und setzten in der Offensive, durch eine gute Ballbewegung und ebenso starke 1-gegen-1-Aktionen, die Akzente. Matic Rebec verdeutlichte jedoch, per Downtown-Buzzerbeater, noch vor der Viertelpause die Qualitäten Vechtas (20:24, 10.)

Nach der kurzen Neujustierung an der Seitenlinie sollte das Spiel der MHP RIESEN im zweiten Viertel an Fahrt aufnehmen: Teyvon Myers und Co. spielten intensiv, agierten defensiv gallig und zwangen Pedro Calles schnell zur Auszeit (21:30, 14.). Am Bild, welches sich auf dem Parkett darstellte, änderte die Ansprache des Spaniers aber nichts: Die Schwaben blieben, mit kontinuierlichen durchwechselndem Spielerpersonal, am Drücker. Erst Trevis Simpson brach den niedersächsischen Bann. Der US-Amerikaner, der bereits in der regulären Hauptrunde Vechtas Topscorer (13.8 PpS) war, netzte dreifach in Folge aus der 6,75-Meter-Distanz und verkürzte für seine Farben bis auf sieben Zähler (32:39). Patricks Schützlinge legten derweil abermals eine Energieleistung auf das Parkett – und bauten ihre Führung bis zum Gang in die Kabinen wieder aus. Diesmal sogar bis auf 14 Zähler (32:46, 20.).

Vechta bäumt sich auf, Ludwigsburg bleibt konzentriert

Nach dem Seitenwechsel ging das mit offenem Visier geführte Duell nahtlos in seine Fortsetzung über: Während sich die beiden Kontrahenten dabei defensiv beharkten, lief der Ball in der gelb-schwarzen Offensive unterdessen weitaus flüssiger, sodass Ludwigsburg die Partie weiterhin souverän kontrollierte. Bei den „Hausherren“ sorgte nun Neuzugang Jaroslwa Zyskowski für zahllose Akzente. Der Liga-MVP Polens, der in den ersten zwanzig Minuten lediglich zwei Zähler markierte hatte, kam binnen weniger Angriffe auf eine zweistellige Punkteausbeute. Er blieb, wie Simpson in Halbzeit eins, dank der schwäbischen Defensive aber der einzige Aktivposten, weshalb die Ludwigsburger ihre Vorstellung auch bis zum Viertelende humorlos und souverän fortsetzten (49:62, 30.).

Während Vechta sich im Verlauf des vierten Viertels im Versuch einer Aufholjagd versuchte, verdeutlichte der Mann des Abends, Thomas Wimbush, dann umso vehementer, dass er an einer spannenden Schlussphase wenig Interesse hatte. Er schulterte die Verantwortung und stellte Calles‘ Mannen vor defensiv unlösbare Probleme. Denn obwohl der Fokus nun merklich schwand und die Niedersachsen bis auf fünf Zähler Differenz verkürzten (70:75, 37.), vertrieb John Patrick die aufkeimende Fahrlässigkeit durch eine Zusatzansprache. Die MHP RIESEN ließen sich nicht mehr verunsichern, kamen zu den noch notwendigen Defensiv-Stops und feierten schlussendlich einen verdienten Start-Ziel-Sieg.  Durch den ersten Erfolg im ersten Spiel des Final-Turniers verdeutlichten die Mannen nicht nur ihre Ambitionen, sondern nahmen auch Rhythmus für die kommende Partie auf. In dieser trifft Ludwigsburg am Dienstag auf die FRAPORT SKYLINERS, die am heutigen Nachmittag ihr Auftakt-Duell gegen Berlin verloren (72:81).

Statements und Stats

John Patrick | Headcoach Ludwigsburg: „Es war ein hart umkämpftes Spiel. Wir hatten dabei das bessere Ende, aber man hat gemerkt, dass beide Mannschaften nicht in ihren Rhythmus gekommen sind. Es war spannend bis zum Ende! Es war schön, dass mit Luc, Jake und Johannes drei Jungs auf dem Parkett standen, die bereits vor Jahren zusammen in der niedersächsischen Auswahlmannschaft gespielt haben. Es war ein wichtiger Sieg für uns, gerade da wir auf Jaleen Smith verzichten mussten.”

Pedro Calles | Headcoach Vechta: „Ich denke, dass Ludwigsburg ziemlich aggressiv ins Spiel gestartet ist. Wir haben nicht das richtige Mindset mitgebracht, sind mit dem Druck nicht gut umgegangen und haben zu viel und zu einfach gefoult. Dazu haben sie, besonders in den ersten zwanzig Minuten viel zu einfach den Offensiv-Rebound kontrolliert.“

Für Vechta spielten: Trevis Simpson 18 Punkte, Jaroslaw Zyskowski 18/8 Rebounds, Ishmail Wainright 10, Luc van Slooten 9 Matic Rebec 6/5/7 Assists, Philipp Herkenhoff 4, Josh Young 4, Max DiLeo 3, Jarelle Reischel 2 und Michael Kessens

Für Ludwigsburg spielten: Thomas Wimbush 24 Punkte/6 Rebounds, Marcos Knight 13/6/6 Assists, Cameron Jackson 11/7, Nick Weiler-Babb 10/6, Zamal Nixon 8/5, Teyvon Myers 6, Hans Brase 5, Jonas Wohfarth-Bottermann 3, Ariel Hukporti 1, Jacob Patrick, Johannes Patrick und Christian von Fintel.

red

Verkehrsbericht: Welche Straßen diese Woche gesperrt sind

Verkehrsbericht gültig ab Montag, 08. Juni

Abelstraße
Es besteht eine Vollsperrung der Abelstraße zwischen dem Schützenplatz und der Kreuzstraße – Anlieger und Andienungsverkehr sind eingeschränkt frei.

Gebiet Altach
Hier besteht voraussichtlich Mitte August eine abschnittsweise Sperrung der Feldwege zwischen der Hirschbergschule und der Kläranlage Eglosheim sowie zwischen der Tammer Straße und der Autobahnmeisterei Ludwigsburg. Die Zufahrt zur Kläranlage und zur Hirschbergschule bleibt eingeschränkt frei; die Zufahrt zur Tammer Straße ist für Anlieger ebenfalls eingeschränkt frei.

Alter Oßweiler Weg
Es besteht bis voraussichtlich Mitte Juli 2020 eine Vollsperrung im Bauabschnitt 1 ab Remsweg bis Alter Oßweiler Weg 42.

Friedrichstraße
Von der Stuttgarter Straße kommend ist die Zufahrt in die Friedrichstraße stadtauswärts voraussichtlich bis zum 19. Juni voll gesperrt. Die Umleitung ist ausgeschildert und führt über: Robert-Franck-Allee – Aldinger Straße – Danziger Straße.

Friedrichstraße/Königsallee
Zwischen der Friedrichstraße 48 und der Königsallee 58 kommt es zu Beeinträchtigung im Baustellenbereich. Zudem besteht eine einseitige Sperrung der Friedrichstraße zur Stuttgarter Straße hin. Die Einschränkungen bestehen bis vorrausichtlich Ende Juni.

Hauptstraße
Hier besteht bis vorrausichtlich Mitte Juni eine halbseitige Sperrung im Baustellenbereich auf Höhe der Hauptstraße 102.
 
Kallenberg´sches Areal
Die Leonberger Straße ist zwischen der Solitudestraße und dem Zentralen Omnibus-bahnhof (ZOB) für den Individualverkehr gesperrt. Die Solitudestraße ist halbseitig gesperrt – die Verkehrsführung erfolgt stadteinwärts zwischen der Friedrichstraße und der Leonberger Straße.

Karl-Hüller-Straße
Es besteht bis voraussichtlich Anfang September eine Vollsperrung der Karl-Hüller-Straße.

Mörikestraße
Hier kommt es bis voraussichtlich Ende Juni zwischen der Albrechtstraße und der Martin-Luther-Straße zu Beeinträchtigung im Baustellenbereich.

Muldenäcker
Es besteht bis etwa Mitte Juni eine Vollsperrung der Straße Muldenäcker – dadurch wird die Schönbeinstraße zur Sackgasse.

Riedstraße
Hier besteht bis voraussichtlich Ende Juli eine Vollsperrung zwischen der Eduard-Krauß-Straße und der Bachstraße.

Schillerstraße
Die Schillerstraße ist für den Fahrzeugverkehr in Richtung Westen befahrbar. Der Radverkehr bleibt in beide Richtungen aufrecht erhalten. Der Fußgängerverkehr wird über den Gehweg auf der Südseite geführt. Diese Verkehrsregelung gilt für die Dauer der Bauarbeiten bis voraussichtlich Ende 2022.   
 
Uferwiesen II
Hier besteht eine Vollsperrung der Anlegestelle. Die Arbeiten sind witterungsabhängig und die Dauer derzeit noch nicht genau absehbar.

Untere Kasernenstraße – Parkplatz Untere Stadt
Der Parkplatz Untere Stadt ist im Zuge der Umgestaltung des Walckerparks bis voraussichtlich April 2021 gesperrt. Im Bereich der Unteren Kasernenstraße, der Oberen Kasernenstraße und der Bietigheimer Straße werden daher die öffentlichen Stellplätze in Anwohnerparkplätze umgewandelt (Bewohnerparkbereich 1).

Waldäcker III
Hier sind temporäre Einschränkungen bei der Nutzung des Radweges entlang der Schwieberdinger Straße möglich. Die Arbeiten sind witterungsabhängig und die Dauer derzeit noch nicht genau absehbar.

Westfalenstraße
Hier besteht bis vorrausichtlich Mitte Juni eine halbseitige Sperrung auf Höhe der Flurstraße.

Was in Ludwigsburg und in der Region los war

Sachsenheim: Drei Verletzte nach Schlägerei vor Gaststätte

Am Sonntag, gegen 02.30 Uhr, kam es aus noch ungeklärten Gründen vor einer Gaststätte in der Von-König-Straße zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen. Hierbei ging eine größere Personengruppe auf zwei 26 und 21 Jahre alte Brüder los und attackierte diese mit Bierflaschen. Noch vor dem Eintreffen der ersten Streifenwagenbesatzungen war die Personengruppe bereits geflüchtet. Nach einem Hinweis konnte in der nahegelegenen Bahnunterführung der 53-jährige Vater der Brüder verletzt am Boden liegend aufgefunden werden. Dieser gab an, dass er von einer Personengruppe angegriffen und mit einem unbekannten Gegenstand auf den Kopf geschlagen wurde. Der Vater und seine ebenfalls verletzten Söhne wurden vom alarmierten Rettungsdienst vor Ort versorgt und zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert. Eine sofort eingeleitete Fahndung nach den flüchtigen Personen verlief ohne Erfolg. Das Polizeirevier Vaihingen/Enz sucht daher Zeugen der Auseinandersetzung und bittet diese, sich unter Telefon 07042 9410 zu melden.

Hemmingen: Zu schnell auf nasser Fahrbahn – Totalschaden

Wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von rund 30.000 Euro entstand bei einem Verkehrsunfall welcher sich am Samstag, gegen 08.30 Uhr, auf der Kreisstraße 1690 zwischen Hemmingen und Korntal-Münchingen ereignete. Ein 27-jähriger Mercedes-Fahrer war auf nasser Fahrbahn zu schnell unterwegs und verlor in einer Rechtskurve die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Mercedes kam dabei nach links von der Fahrbahn ab und blieb an einer steilen Böschung zwischen Bäumen stecken. Der 27-jährige Fahrer sowie sein 26-jähriger Mitfahrer blieben unverletzt. Zur Bergung des Unfallfahrzeuges mussten insgesamt drei Abschleppfahrzeuge eingesetzt werden.

Ludwigsburg: Rotlicht missachtet – Verkehrsunfall mit leicht verletzter Person

Weil ein 49-jähriger Skoda-Fahrer am Samstag gegen 15.40 Uhr an der Kreuzung Friedrichstraße / Alt-Württemberg-Allee das Rotlicht der Lichtzeichenanlage nicht beachtete, stieß er mit einem 56-jährigen Mercedes-Fahrer zusammen, welcher dabei leicht verletzt wurde. Der Skoda Fahrer hatte die Friedrichstraße in Richtung Oßweil befahren und war nach Zeugenaussagen bei Rot in die Kreuzung eingefahren. Hier stieß er mit dem von rechts von der Alt-Württemberg-Allee kommenden Mercedes des 56-Jährigen zusammen. Dieser wurde hierbei leicht verletzt und mit einem Rettungswagen zur Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert. Am Mercedes entstand wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von etwa 8.000 Euro. Das Fahrzeug musste abgeschleppt werden. Der Sachschaden am Skoda wurde mit rund 5.000 Euro beziffert.

Kornwestheim: Einbrüche in Gartenhäuser

In der Zeit von Donnerstag, 17.00 Uhr, bis Samstag, 12.00 Uhr, suchten unbekannte Täter insgesamt drei an der Westrandstraße gelegene Gartengrundstücke auf und hebelten die Türen der dortigen Gartenhäuser auf. Nach bisherigen Erkenntnissen entwendeten die Täter zwei Solarpanele, einen Laderegler und einen Spannungsregler sowie einen Werkzeugkoffer mit Werkzeug. Der hierbei entstandene Sachschaden beläuft sich auf insgesamt rund 1.400 Euro.

Quelle: Polizei Ludwigsburg

Corona-News: Ministerium meldet keine weiteren Tote in Baden-Württemberg

Eine Neuinfektion hat das Landratsamt in Ludwigsburg am Sonntag (07. Juni) für den Landkreis Ludwigsburg gemeldet. Die Zahl der Gesamtinfizierten im Kreis Ludwigsburg steigt somit auf mindestens 1.773 (Stand: 07. Juni 20, 17.00Uhr). Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit COVID-19 verstorben sind, wird vom Landratsamt weiterhin mit 73 (+0) angegeben. Die Zahl der Genesenen wird vom Amt mit ungefähr 1.684 beziffert. In den letzten 7 Tagen wurden 1,1 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner im Landkreis Ludwigsburg erfasst, also derzeit deutlich unter dem festgelegten Grenzwert von 50.

Wie ist die Lage in Baden-Württemberg?

Die Gesundheitsämter in Baden-Württemberg haben am Sonntag (07. Juni) rund 24 Corona-Neuinfizierte binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise mindestens 34.930 in Baden-Württemberg nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. Gestern wurden 14 Fälle gemeldet. Ungefähr 32.462 Personen sind den Angaben zufolge bereits wieder genesen. Die Zahl der Todesfälle, die im Zusammenhang mit Covid-19 stehen, blieb laut dem Sozialministerium innerhalb von 24 Stunden unverändert bei 1.791.

Die Reproduktionszahl für Baden-Württemberg wird vom Robert-Koch-Institut mit R 0,65 (Stand: 07. Juni – 19Uhr) angegeben. Gestern lag der Wert bei 0,65.

Keine weiteren Todesfälle in Baden-Württemberg

Dem Landesgesundheitsamt wurden heute aus den Landkreisen und Städten keine weiteren Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Damit bleibt die Zahl der Covid-19-Todesfälle in Baden-Württemberg bei insgesamt 1.791. Unter den Verstorbenen waren 1.011 Männer und 780 Frauen. Das Alter lag zwischen 18 und 106 Jahren. 65 Prozent der Todesfälle waren 80 Jahre oder älter.

Wichtiger Hinweis:

Basis für die mit dieser Pressemitteilung übermittelten Daten sind die Zahlen, die die Gesundheitsämter der Stadt- und Landkreise dem Landesgesundheitsamt auf dem offiziellen Meldeweg mitgeteilt haben. Es handelt sich dabei um einen vorläufigen Datenstand. Änderungen sind durch Nachmeldungen und Streichungen möglich. Aufgrund des Meldeverzugs zwischen dem Bekanntwerden neuer Fälle vor Ort und der elektronischen Übermittlung an das Landesgesundheitsamt kann es mitunter deutliche Abweichungen zu den von den kommunalen Gesundheitsämtern aktuell herausgegebenen Zahlen geben. Verzögerungen bei der standardisierten Falldatenübermittelung an das LGA können auch dadurch bedingt sein, dass die Gesundheitsämter vor Ort als erste Priorität die notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen einleiten sowie die Kontaktpersonen recherchieren, um Infektionsketten so schnell wie möglich unterbrechen zu können.

red

“Ja, ich werde auf jeden Fall wieder kandidieren”. Macit Karaahmetoğlu im Gespräch mit Ludwigsburg24

Er steht für Gerechtigkeit, soziales Engagement und gehört zu den wichtigen politischen Köpfen der Region. Macit Karaahmetoğlu ist ein türkischstämmiger Anwalt aus Ditzingen, spezialisiert auf Urheber- und Medienrecht, der mit seinen Fällen auch bundesweit schon für Furore sorgte. So vertrat er vor Gericht die Familie der deutsch-türkischen Lehramtsstudentin Tuğçe Albayrak, die im November 2014 von einem Jugendlichen vor einem Schnellrestaurant tätlich angegriffen wurde und kurze Zeit später an den Folgen der Schläge gegen ihren Kopf starb. Oder die Mutter des kleinen Jungen, der von einer fremden Frau aus seinem Bettchen der Säuglingsstation des Robert-Bosch-Krankenhauses entführt wurde. Der 51-jährige Jurist und Vater eines vierjährigen Sohnes steht aber nicht nur für beruflichen Erfolg, er ist ebenso ein gutes Beispiel für gelungene Integration.

Ein Interview von Patricia Leßnerkraus und Ayhan Güneş

Herr Karaahmetoğlu, Sie waren elf Jahre alt, als Sie aus Rize in der Türkei nach Hemmingen kamen. Können Sie sich noch an Ihre Ankunft in Deutschland und die damit verbundenen Gefühle erinnern?

Ja, daran erinnere ich mich sogar noch sehr gut, denn diesem Umzug ging ja schon eine lange Trennung von meinen Eltern, speziell von meiner Mutter voraus. Sie ging fünf Jahre vor mir nach Deutschland, mein Vater folgte ihr einige Monate später. Eigentlich wollten sie nur für zwei, maximal drei Jahre nach Deutschland. Meine zwei Jahre ältere Schwester und ich blieben in der Türkei und lebten bei meiner Oma. Ich wurde auch noch zusätzlich von verschiedenen Tanten betreut, da ich wohl für meine Oma oftmals zu frech und anstrengend war. Nach insgesamt fünf Jahren haben meine Eltern uns dann doch nach Deutschland geholt. Für mich war diese Entscheidung die allerbeste, ich war einfach nur glücklich und habe mich riesig auf Deutschland gefreut.

Auf was haben Sie sich besonders gefreut, was haben Sie sich vom Leben hier erwartet?

Für mich war es einfach ein unglaubliches Gefühl, zu meinen Eltern zu kommen. Ich hatte schon immer ein sehr inniges Verhältnis zu meiner Mutter und habe sehr an ihr gehangen. Deshalb war die Entscheidung meiner Eltern, uns endlich nachzuholen, das Beste, was mir passieren konnte. Deutschland hat mir sofort gefallen, aber das war nebensächlich. Ich hatte keine großen Erwartungen. Was zählte, war einzig die Nähe zu meiner Mutter.

Wie schnell haben Sie sich eingelebt?

Gut und schnell habe ich mich eingelebt. Wir wohnten in Hemmingen, dort bin ich dann direkt in die 5. Klasse der Hauptschule gegangen, konnte mich nach nicht ganz einem Jahr schon sehr gut auf Deutsch verständigen und hatte auch schnell Freunde gefunden. Die Schule damals war spitze. Wir hatten richtig gute Lehrer, die uns Schüler sehr gefordert und auch viel gefördert haben. Vor allem meine Klassenlehrerin Frau Behrens, zu der ich heute noch gelegentlich Kontakt habe, war ein echter Glücksfall für uns. Zwei meiner Kumpels und Mitschüler von damals sind heute Lehrer und Ingenieur, ich wurde Rechtsanwalt.

Meinen Eltern war klar, dass ihren Kindern die Integration am besten gelingt, wenn sie die deutsche Sprache schnell erlernen. Sie haben mich deshalb dazu animiert, mich in Vereinen zu engagieren. So habe ich beispielsweise im Hemminger Spielmanns- und Fanfaren-Zug Trompete gelernt, habe im Sportverein gekickt und Tischtennis gespielt.

Von der Hauptschule über die Berufsfachschule und schließlich Abitur nach Tübingen zum Jura-Studium. Wann und wodurch hat sich der Wunsch ergeben, Rechtsanwalt zu werden?

Geprägt haben mich da wohl die amerikanischen Serien im Fernsehen. Mir hat das kämpferische Auftreten der Anwälte gefallen und das Klischee, dass diese mit ihrem Job viel Geld verdienen. Und ganz ehrlich: Davon habe ich als 20-Jähriger natürlich auch geträumt. Mit zunehmendem Alter ließ das aber nach, denn die Realität in Deutschland ist ganz anders. Hier wird in der Regel niemand von seinen Händen oder seines Kopfes Arbeit richtig reich. Dafür müsste er schon gut erben.

Sie sind SPD-Kreisvorsitzender in Ludwigsburg, standen 2011 schon als Integrationsminister auf der Schattenkabinettsliste von Nils Schmid, dem einstigen SPD-Spitzenkandidaten für den Landtag. Was reizt sie an der Politik?

Ich war schon als Jugendlicher an Politik interessiert. Mein Vater war ein überzeugter Kommunist, mit ihm habe ich mich immer viel gestritten, weil ich den Kommunismus nicht für den richtigen gesellschaftlichen Weg gehalten habe. Mich dagegen hat die Sozialdemokratie überzeugt, für die die SPD steht, weil ich finde, dass die Gesellschaft vom Eifer der Menschen lebt, wovon am Ende alle profitieren, weil dadurch die Gesellschaft leistungsfähiger und unterm Strich auch gerechter wird.

Ich erinnere mich an eine Klassenreise in der Oberstufe in die frühere DDR. Ein ehemaliger Lehrer von dort hat uns über die DDR sehr einseitig erzählt und hat das ganze Leben dort schlecht geredet. Ihm habe ich deshalb in manchen Teilen widersprochen, zum Beispiel was Gleichstellung von Frauen anbelangt, was in der DDR ja viel ausgeprägter und früher als bei uns gelebt wurde. Wir haben uns so in die Haare bekommen, dass er keine Lust mehr auf unsere Klasse hatte und seinen Vortrag beendete. Mein eigener Lehrer kam hinterher zu mir und sagte: „Ich fand es sehr gut, dass du ihm Paroli geboten hast!“ Es ging mir damals eigentlich gar nicht darum, eine politische Meinung zu vertreten. Ich glaube, mich hat vielmehr gestört, wenn jemand die Dinge zu pauschal gesehen hat. Es gibt keine absolute Wahrheit. Man sollte alles in Frage stellen, denn die Wahrheit liegt fast immer in der Mitte.

Als Jurist glauben Sie also, es gibt keine Wahrheit?

Wahrheit ist oft subjektiv. Gerade als Anwalt erlebe ich das täglich. Egal, ob sie den Kläger oder den Beklagten vertreten: Meist sind beide davon überzeugt, im Recht zu sein. Es ist immer alles relativ. Natürlich gibt es in der Juristerei einen gewissen Korridor für richtig oder falsch, aber im Leben ist es eben schwierig, die großen Dinge einfach zu erklären.

Gibt es eigentlich Mandanten oder inhaltliche Themen, die Sie als Auftrag ablehnen würden?

Den Auftrag, als Anwalt die AfD oder einen renommierten AfD-Politiker wegen einer politischen Auseinandersetzung vor Gericht zu vertreten, würde ich ohne Wenn und Aber ablehnen.

Das heißt, Ihr moralischer Kompass schwingt immer mit?

Ja, das tut er.

Haben Sie noch Kontakt mit der Familie der toten Tuğçe Albayrak ?

Ja, ich habe noch Kontakt zum Bruder. Der Täter ist inzwischen nach Serbien ausgewiesen, obwohl er hier geboren und aufgewachsen ist. Er ist ein Produkt unserer Gesellschaft und nur, weil seine Eltern nicht die deutsche Staatsbürgerschaft hatten, wurde er abgeschoben. Ich muss ehrlich sagen, dass mir der Täter ebenfalls leid tut. Jeder Mörder tut mir leid. Ich finde es eine menschliche Tragödie, in so einer Situation zu enden. Was bringt einen Menschen dazu? In Tugces Fall war es ein jugendlicher Täter, der keine Tötungsabsicht hatte. Aber er wurde gewalttätig, hat sie geschlagen. Nun muss er sein ganzes Leben mit dieser Schuld leben.

Wäre die Familie des Täters zuerst auf Sie zugekommen, hätten Sie das Mandat angenommen?

Ich mache keine Strafverteidigung, sondern nur Opfervertretung. Wäre ich Strafverteidiger, dann hätte ich diesen Fall nur angenommen, wenn der Täter sich entschuldigt und deutlich Reue und Empathie gezeigt hätte. Das hat mir bei ihm und seinem Umfeld jedoch komplett gefehlt.

Wie lautet Ihr persönliches Lebensmotto?

Es klingt banal: Leben und leben lassen. Ich bin zwar kein gläubiger Mensch, aber ich bin fest davon überzeugt, dass, wenn es wirklich einen Gott gibt, es ihm nicht wichtig sein kann, in welche Religion ein Mensch zufällig hineingeboren wird. Trotzdem glaube ich, dass die Religionen etwas haben, um das Ego zu überwinden. Ich finde es sehr wichtig daran zu arbeiten, gelassener und objektiver zu werden. Je älter ich werde, umso besser gelingt es mir.

Kommen wir zurück zum Politiker Karaahmetoğlu: In der CDU wird darüber diskutiert, den Mindestlohn in Zeiten von Corona einzufrieren oder gar abzusenken. Was sagen Sie zu diesem Vorschlag?

Jeder vernünftige Mensch muss eine solche Idee zurückweisen. Die Menschen verdienen derzeit wegen beispielsweise Kurzarbeit eh schon wenig. Bei Kellnern, Friseuren und ähnlichen Berufen fehlt nicht nur das von Haus aus geringe Gehalt, ihnen fehlt auch das wichtige Trinkgeld. Da noch über eine Kürzung des Mindestlohns zu sprechen, halte ich wirklich für unverschämt.

Ende Mai hat die Arbeitsagentur im Landkreis Ludwigsburg rund 5.200 Unternehmer mit Kurzarbeit gemeldet, davon sind über 85.000 Menschen Arbeitnehmer betroffen. Was bedeutet das konkret für unseren Landkreis?

Da wir im Durchschnitt hier relativ vermögende und gutverdienende Menschen haben, glaube ich, dass wir trotz dieser hohen Zahlen noch immer relativ gut dastehen. Natürlich trifft es den Landkreis und seine Bürger hart, dennoch glaube ich, dass die Maßnahmen vor allem des Arbeitsministers Hubertus Heil und des Finanzministers Olaf Scholz für kleinere Unternehmen eine schnelle sowie unkomplizierte Hilfe waren, um eine Insolvenz abzuwenden und damit Arbeitsplätze zu erhalten.

Wie zufrieden sind Sie generell mit der derzeitigen Krisenbewältigung der Bundesregierung?

Die Bundesregierung leistet hervorragende Arbeit, die getroffenen Maßnahmen waren und sind wichtig, richtig und mit Augenmaß.

Die Coronakrise hat die politische Stimmungslage durcheinander gewirbelt. Während fast alle Parteien an Zustimmung verlieren, die SPD von ihrer Regierungsbeteiligung in Umfragen nicht wirklich profitieren kann, hat sich die CDU auf fast 40% Zustimmung hochgearbeitet…

Das liegt meines Erachtens daran, dass die Bevölkerung die Arbeit der Bundesregierung anerkennt. Die Krise ist eine riesige Herausforderung, die mutige Entscheidungen abverlangt, die in einer Demokratie immer kritisch betrachtet werden. Die Bundesregierung hat bislang aber alles gut gemacht. Da Angela Merkel die Regierung anführt, heimst sie dank ihres Amtsbonus den Erfolg ein. Das muss man aushalten können. Ganz ehrlich: mir ist das im Moment aber nicht so wichtig. Meine Priorität ist, dass wir in der Krise gut vorankommen. Aber jeder, der sich damit beschäftigt, weiß, dass die SPD sehr viel zur Krisenbewältigung beigetragen hat. Ich bin guter Dinge, dass sich das positiv auf die SPD auswirken wird.

Fürchten Sie, dass die Leistungen von Scholz und Heil vom nicht unumstrittenen Tandem Walter-Borjans und Eskens an der Parteispitze wieder zerstört werden könnte?

Nein, das glaube ich nicht. Ursprünglich hatte ich die Sorge, dass sich die Trennung zwischen Parteiführung und Regierung negativ auswirken könnte. Aber es hat sich gezeigt, dass die Menschen das positiv sehen. Bislang fahren wir als SPD jedenfalls gut damit.

Sind Walter-Borjans und Eskens die richtigen Personen an der Parteispitze?

Die Frage stellt sich für mich nicht. Die Parteimitglieder haben die Parteispitze mit deutlicher Mehrheit gewählt. Deshalb erübrigt sich jegliche Diskussion.

Gehören Sie zur Mehrheit?

Nein, in diesem Fall habe ich zur Minderheit gehört. Da ich Olaf Scholz mehrmals in verschiedenen Gesprächen erlebt habe, sage ich ganz klar: Es gibt kaum einen Politiker, der sich in der deutschen Politik in einzelnen Fachbereichen so gut auskennt wie er. Das spüren die Menschen. Deshalb glaube ich, dass Olaf Scholz der richtige Kanzlerkandidat für die SPD ist. Sollte er als Spitzenkandidat in die Bundestagswahl gehen, hoffe ich nach Ende der Ära Merkel auf einen hohen Zuspruch der Bevölkerung für ihn.

Sie haben bei der letzten Bundestagswahl den Sprung nach Berlin nicht geschafft, weil die SPD insgesamt schlecht abgeschnitten hat. Werden Sie trotzdem wieder kandidieren?

Ja, ich werde auf jeden Fall wieder kandidieren und hoffe, dass es dieses Mal funktioniert.

Was reizt Sie an der Politik mehr als an der Juristerei?

In der Politik kann ich mehr bewegen. Man findet mehr Gehör und kann gemeinsam mit anderen Abgeordneten wichtige Dinge anstoßen.

Wenn Sie 2021 den Einzug in den Bundestag tatsächlich schaffen, in welchen Themenbereichen wollen Sie sich einbringen?

Ein Bereich, bei dem ich mit Herzblut dabei bin, ist die soziale Gerechtigkeit. Natürlich ist es mir auch wichtig, meine Erfahrungen als Rechtsanwalt in die Politik einzubringen, zum Beispiel für einen besseren Schutz des Persönlichkeitsrechts. Gerade in den sozialen Medien spielt das immer wieder eine große Rolle, wenn Menschen regelrecht bloßgestellt werden, indem gegen ihren Willen Details aus ihrer Intimsphäre veröffentlicht werden. Meist trifft so etwas Frauen. Macht man den Täter ausfindig, gehört er hart bestraft. Zudem müssen die Opfer besser entschädigt werden. Das, was Opfer bislang an Entschädigung bekommen, ist absolut lächerlich für das, was ihnen an Schaden zugefügt wurde. Das ist ein Thema, für das ich mich unbedingt engagieren möchte.

Sollte die SPD die Wahl gewinnen, welchen Koalitionspartner wünschen Sie sich?

Eine Koalition mit der CDU sollten wir nicht mehr eingehen, mit ihr haben wir lange genug regiert. Diese Legislaturperiode auch nur, weil wir nach dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen mehr oder weniger dazu genötigt wurden mit dem Argument, wir dürfen das Land nicht im Stich lassen. So eine Argumentation berührt die sozialdemokratische Seele. Wir haben jetzt gute Chancen, die stärkste Partei zu werden und müssen abwarten, welche Konstellationen sich ergeben. Für mich ist alles vorstellbar von den Grünen über die FDP, falls sie es wieder in den Bundestag schafft, bis hin zur Linken, die sich immer mehr in Richtung Gesellschaftsmitte bewegt. Im Gegensatz zur AfD, die immer mehr zum Rand der Gesellschaft wandert und immer radikaler wird. Aber über eine Koalition entscheide nicht ich.

Hat Corona die AfD entzaubert?

Was heißt entzaubert? Meiner Ansicht nach wird die AfD von vielen Menschen nur aus Protest gewählt. Die Partei bedient zudem absichtlich das rechte Spektrum, sonst würde sie bei Wahlen nicht so gut abschneiden. Deshalb glaube ich fest, dass alles über 5 Prozent reine Proteststimmen sind. Die AfD kanalisiert diesen Protest als solchen für sich. Dass man aus Protest die AfD wählt, finde ich unverantwortlich und gefährlich. Denn man sollte schon wissen, welche Kräfte man dabei stärkt.

Was machen die anderen Parteien falsch, dass die AfD so einen Zulauf hat?

Vor Corona hatten wir in Deutschland immer einen besseren wirtschaftlichen Wohlstand als andere Länder. Wir haben ein super Gesundheitssystem. Haben sie wirklich so viel falsch gemacht? Ich denke das nicht. Jetzt, wo der Kern des Wohlstands, und damit meine ich nicht nur den monetären, sondern auch die freiheitlichen Möglichkeiten in ihrem ganzen Ausmaß, plötzlich so eingeschränkt ist, besinnen sich die Leute vielleicht wieder auf die Realität und die Tatsachen und sehen, wie gut es uns doch eigentlich geht. Man muss wahrscheinlich zwischendrin einmal schlechte Phasen haben, damit man die guten wieder spüren und gewisse Dinge schätzen kann.

Wie erklären Sie sich dann die ganzen Verschwörungstheoretiker, die jetzt aus allen Ecken gekrochen kommen?

Das Problem mit den Verschwörungstheoretikern ist, dass diese Gedanken noch von den Algorithmen in den sozialen Medien angefeuert werden. Wenn man als User auf Facebook oder YouTube immer wieder Beiträge dieses Genres anklickt, werden einem immer mehr dieser Beiträge automatisch angeboten. Das schaukelt sich regelrecht hoch. Irgendwann bekommt man dann nur noch diese Beiträge und hat das Gefühl, dass sie die Realität darstellen. Das ist ein großes Problem. Einer der Beweggründe ist sicherlich, dass man plötzlich das Gefühl entwickelt, man gehört zu der Minderheit, die die Realität erkennt und alle anderen sind dumme Schäfchen. Interessant finde ich, dass Männer ab 50 Jahren besonders anfällig sind für Verschwörungstheorien.

Die Mutter aller verbreiteten Verschwörungstheorien in den Social Media ist das Gerücht, Bill Gates sei mitverantwortlich für die Pandemie. Solche Gerüchte können jeden von uns treffen. Wie kann man sich dagegen wehren?

Für einen Bill Gates wird es schwierig sein, sich gegen so eine Massenbewegung zu wehren. Greift er einzelne Leute an, bringt es nicht viel und es heißt sofort: Mit seinem Geld versucht er jetzt dieses oder jenes zu beeinflussen. Er kann da nur drüberstehen.

Wenn Ihnen oder mir das passiert, können wir zwar versuchen uns dagegen zu wehren, aber die Täter ausfindig zu machen, ist oft schwer, weil sie teils mit Fake-Accounts operieren. Kennt man allerdings die Person, dann kann man gegen sie vorgehen, sofern sie unwahre Tatsachen behauptet. Wobei es immer eine Gratwanderung ist zu unterscheiden zwischen einer Meinungsäußerung und einer Tatsache.

Herr Karaahmetoğlu, wir danken Ihnen für das Gespräch!