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23-Jähriger nach Wohnungseinbruch in Untersuchungshaft

Vaihingen an der Enz:

Am vergangenen Donnerstag, zwischen 09:00 und 15:15 Uhr, ist ein 23-jähriger Mann in ein Wohn- und Geschäftshaus auf einem Betriebsgelände im Stadtteil Gündelbach eingedrungen. Er hebelte die Wohnungstür auf und erbeutete neben Bargeld den Schlüssel eines hochwertigen Mercedes-Pkw. Ohne im Besitz eines Führerscheins zu sein, fuhr der Tatverdächtige mit dem Mercedes nach Augsburg, wo er im Rahmen der Fahndungsmaßnahmen noch am selben Tag von der bayerischen Polizei ermittelt und vorläufig festgenommen wurde. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heilbronn wurde der 23-Jährige am Freitag der Haftrichterin beim Amtsgericht Heilbronn vorgeführt, die den beantragten Haftbefehl in Vollzug setzte und den Verdächtigen in eine Justizvollzugsanstalt einwies.

red

Januar 2019: Mehr Erwerbslose im Landkreis Ludwigsburg

Aktuelle Arbeitslosenzahlen Januar 2019 für den Kreis Ludwigsburg

Quote jetzt bei 2,9% bzw. 8.971 Menschen ohne Beschäftigung.

Grund zur Freude bei den Arbeitnehmern gab es im Januar zwar nicht, trotzdem hat sich der Arbeitsmarkt im Landkreis Ludwigsburg im Vergleich zum Vorjahresmonat weiter positiv entwickelt. Saisonbedingt waren im Januar 2019  2,9% bzw. 8.971 Erwerbslose gemeldet. Im Vormonat Dezember waren es noch 2,7% bzw. 8.247 Erwerbslose. Ein Jahr zuvor waren es noch 942 Erwerbslose mehr.

In Baden-Württemberg steigt die Quote auf 3,3% bzw. 201.139 Menschen ohne Job

Nur der Landkreis Böblingen, mit 2,8%, hat in der Gesamtregion Stuttgart einen minimal besseren Wert vorzuweisen als der Landkreis Ludwigsburg. In der Stadt Stuttgart beträgt die Quote 3,6 %. In Landkreis Waiblingen sind es 3,1%. In Baden-Württemberg liegt die Quote bei 3,3%.

Auch die Zahl der offenen Stellen im Landkreis Ludwigsburg ist im Vergleich zum Vorjahresmonat um 302 auf 4.527 Stellen angestiegen.

Arbeitsmarkt im Überblick – Berichtsmonat Januar 2019 – Ludwigsburg
Ausgewählte Merkmale Aktueller Monat Veränderung zum Vorjahresmonat
Arbeitslose insgesamt 8.971 942
Arbeitslose SGB III 4.614 -177
Arbeitslose SGB II 4.357 -765
Arbeitslosenquote insgesamt 2,9% -0,4%
Gemeldete Arbeitsstellen 4.527 302
Zahlen Januar 2019

red

Alkoholisierter bedroht Lokalgäste in Kornwestheim mit Messer

Kornwestheim: Bedrohung mit Messer

Am Samstag gegen 15:30 Uhr kam es an der Sportsbar Vis-a-Vis zu einer Bedrohungslage mit Messer. Der alkoholisierte 25 jährige Beschuldigte wurde auf Grund eines bestehenden Hausverbotes der Sportsbar verwiesen. Der Beschuldigte verließ die Lokalität und kam kurze Zeit später zum Tatort zurück. Hierbei war er mit einem Messer bewaffnet und bedrohte mit diesem mehrere unbeteiligte Passanten und beleidigte dies auch. Des Weiteren warf er einen Tisch der dortigen Außenbewirtung in eine angrenzende Bushaltestelle. Der Tisch ging dabei zu Bruch. Beim Eintreffen erkannten die Beamten den Beschuldigten als revierbekannten Gewalttäter. Die Polizeibeamten sprachen den 25 Jährigen mehrfach an und forderten ihn auf, sich auf den Boden zu legen. Aus Eigensicherungsgründen hatten die Beamten ihre Dienstwaffen gezogen und konnten so den Beschuldigten ohne weitere Gefährdung für die umstehenden Passanten festnehmen. Während der Festnahme und den anschließenden Maßnahmen wurde niemand verletzt. Das vom Beschuldigten mitgeführte Einhandmesser konnte auf dem Boden vor der Bar aufgefunden werden. Der 25 Jährige hatte eine leichte Schnittverletzung an der Hand, die er sich selbst zugefügt hatte. Ihm droht nun eine Anzeige u.a wegen Bedrohung, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung. Zeugen des Vorfalls werden gebeten, sich beim Polizeirevier Kornwestheim unter Tel.: 07154 13130 zu melden.

Brand eines Schuppens in Freiberg am Neckar

Am Samstag, 02.02.19, um 13.01 Uhr, wurde in Freiberg / Heutingsheim, Dieselstraße der Brand eines Schuppens gemeldet. Beim Eintreffen der Feuerwehr brannte der abgesetzte Schuppen und das Schrottfahrzeug welches im Schuppen abgestellt war. Die Feuerwehr konnte das Feuer schnell löschen und ein Übergreifen auf benachbarte Grundstücke verhindern. Am Schuppen und dem Fahrzeug entstand Sachschaden in Höhe von etwa 10.000,-Euro. Die Ermittlungen zur Brandursache hat die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg übernommen. Die Feuerwehr Freiberg war mit 6 Fahrzeugen / 40 Mann und der RTW mit 1 Fahrzeug vor Ort

Bietigheim-Bissingen, Kreis Ludwigsburg: Bei Diebstahl Gegenwehr geleistet

Kleidungsartikel im Wert von 85,- Euro versuchte am Samstagabend ein 63 Jähriger aus einem Sportgeschäft in Bietigheim- Bissingen zu entwenden. Hierbei konnte er allerdings durch zwei Mitarbeiter dabei beobachtet werden, wie er mehrere Bekleidungsgegenstände mit in die Umkleidekabine nahm und ohne diese versuchte das Ladengeschäft zu verlassen. Der Beschuldigte hatte das vermeintliche Diebesgut zwischenzeitlich in seiner Jackentasche verstaut und wurde daraufhin von den Mitarbeitern angesprochen. Bis zum Eintreffen von zwei Streifenwägen des Polizeireviers Bietigheim-Bissingen wurde der Mann handgreiflich, konnte aber festgehalten werden. Die Ermittlungen wurden durch den Kriminaldauerdienst des Polizeipräsidiums Ludwigsburg übernommen. Der Täter muss nun mit einer Anzeige wegen räuberischen Diebstahls rechnen.

red

Abwasserkanal aus dem 19. Jahrhundert wird erneuert

Abwasserkanal Abelstraße wird erneuert

Zwischen Talstraße und Schützenplatz gesperrt – Busse werden umgeleitet

In der Abelstraße zwischen Talstraße und Schützenplatz beginnen am Montag, 4. Februar, die Arbeiten zur Erneuerung des Abwasserkanals. Die Abelstraße wird dafür für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Die Buslinien 424 und 429 werden über die Heilbronner Straße, Schlossstraße und Wilhelmstraße geleitet. Die Haltestellen Bietigheimer Straße, Talstraße, Abelstraße, Gartenstraße sowie Uhlandstraße entfallen. Die Haltestelle der Linie 424 in der Heilbronner Straße wird weiterhin angefahren.

Voraussichtlich bis Mitte Mai wird die Baustelle abgeschlossen sein. Gegen Ende der Bauzeit werden die Bauhofstraße und der Schützenplatz zur Sackgasse, sobald die Arbeiten bis zum Einmündungsbereich des Schützenplatzes fortgeschritten sind. Die Einbahnregelung in der Bauhofstraße entfällt dann für die restliche Bauzeit.

Der aus dem 19. Jahrhundert stammende gemauerte Abwasserkanal liegt mitten unter der Abelstraße. Er ist dringend sanierungsbedürftig und muss auf einem etwa 120 Meter langen Abschnitt in offener Bauweise erneuert werden. Der dafür nötige Graben muss drei Meter breit ausgehoben werden.

red

Verkehrsbericht Ludwigsburg: Welche Straßen diese Woche gesperrt sind

Verkehrsbericht gültig ab Montag, 04. Februar 2019

Abelstraße
Es besteht eine Vollsperrung zwischen der Wilhelm-Keil-Straße und der Abelstraße 42.

Asperger Straße
Zwischen der Uhlandstraße und der Gartenstraße besteht eine Einbahnstraßenregelung in Richtung Marktplatz.
 
Gänsfußallee zwischen Schwieberdinger Straße und Belschnerstraße
Der Verkehr wird durch eine Einbahnstraße zwischen der Schwieberdinger Straße und der Gröner-/Hoferstraße in nördlicher Fahrtrichtung geregelt.

Irisweg von Sommerhalde bis Südstraße
Es besteht eine abschnittsweise Straßensperrung, ebenso herrscht ein Halteverbot.

Kallenberg´sches Areal
Die Leonberger Straße ist zwischen der Solitudeallee und dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) gesperrt. Die Solitudestraße ist halbseitig gesperrt.

Kammererstraße
Es besteht eine Vollsperrung des Abschnitts zwischen Oscar-Walker-Straße/ Kammererstraße und Kammererstraße/Zufahrt Firma Stihl.

Römerhügelweg
Der Verkehr von der Solitudeallee bis zum Wasserturm wird über eine Einbahnstraße geregelt.

Saarstraße
Es besteht eine Vollsperrung im Bereich der Kreuzung Saar-/Sieges-/Kammererstraße. Die Saarstraße und die Siegesstraße werden zur Sackgasse.

Salonallee
Der Verkehr ist nur auf halbseitiger Fahrbahn möglich. Es besteht eine Einbahnstraßen-regelung in Richtung Stuttgarter Straße.
 
Mülleimer sind an einem gut anfahrbaren Platz bereitzustellen.

Galerie

Jazz on a Sunday im Breuningerland Ludwigsburg

Jazz Spektakel am heutigen Sonntag im Breuningerland Ludwigsburg

Und wieder hieß es, Bühne frei für “Jazz on a Sunday“ im Breuningerland Ludwigsburg. Das abwechslungsreiche und exklusive Jazz-Spektakel jährt sich in diesem Jahr zum 17.mal. Unter der künstlerischen Leitung von Bernd Marquart wurde wieder Jazz vom Feinsten geboten. Auf zwei Bühnen zelebrierten namhafte Künstler wie das Jugendjazzorchester Baden-Württemberg, Allotria Jazzband, Ellen und Bernd Marquart Quartett, Max Greger Jr., Trio Feat, Eva Leticia Padilla sowie Vintage Vegas von 11.00 Uhr bis 17.30 Uhr ein vielfältiges und internationales Jazzprogramm. Auf 2 Bühnen wurden 5 Liveacts, moderiert durch Radiolegende Matthias Holtmann, in spannender Abwechslung den über 1.000 Besuchern geboten.

red

 

Im Kampf um die Play-offs lassen die Riesen weiter Federn

Aufbäumen kommt zu spät

Die MHP RIESEN Ludwigsburg haben ihr Heimspiel gegen die Telekom Baskets Bonn 68:73 verloren und damit die wettbewerbsübergreifend fünfte Niederlage in Serie kassiert. Hierdurch müssen die Schwaben im Playoff-Wettstreit weiter abreißen lassen – verbleiben auf dem neunten Tabellenplatz der easyCredit BBL. 

Ohne Quirin Emanga Noupoue, der Youngster verletzte sich am Nachmittag in der Regionalliga-Partie gegen Karlsruhe (80:65), dafür aber mit 4.016 Zuschauer im Rücken starteten die MHP RIESEN solide ins Spiel. Adam Waleskowski, Kelan Martin, der Owen Klassen in der Starting Five ersetzte, und Jordon Crawford sorgten für eine erste Führung (7:5, 2. Spielminute). Aufgrund einiger defensiver Mängel hielt diese aber nicht lange. Die Gäste nutzen die sich bietenden Gelegenheiten, drehten das Spiel (14:17, 7.) und zwangen Headcoach John Patrick zur ersten Auszeit der Begegnung. Der US-Amerikaner fand die richtigen Worte und sah, wie seine Mannschaft bis zum Viertelende die Partie wieder ausgeglichen gestaltete (22:24, 10.).

Spätestens mit Beginn des zweiten Spielabschnitts wurde der Unmut der RIESEN-Fans dann größer: Lautstark monierten sie die Gangart der Schiedsrichter. Helfen tat dies wenig. Die MHP RIESEN bleiben fast vier Minuten ohne eigenen Korberfolg und mussten bis auf neun Zähler abreißen lassen. Kurzzeitig fanden die Hausherren den verloren gegangenen Fokus zwar wieder, doch die Telekom Baskets deckten immer wieder die defensiven Mängel erfolgreich auf und kamen zu teils leichten Korberfolgen (27:37, 16.). Ludwigsburg musste in dieser Phase der Partie verdientermaßen abreißen lassen. Erst in der Schlussphase der ersten Hälfte fanden die Schwaben wieder Zugriff zum Spiel und eroberten sich hierdurch die Unterstützung ihrer Fans zurück. Doch trotz aller Versuche von Donatas Sabeckis und Co.: Bonns deutliche Führung beim Gang in die Kabinen der MHPArena ging in Ordnung und wurde durch einen Buzzerbeater-Dreier von Josh Mayo veredelt (36:46, 20.).

Bombastische Kulisse im vierten Viertel

Auch im Anschluss an den Seitenwechsel blieben die Telekom Baskets überlegen. Die Nordrhein-Westfalen zogen ein teamdienliches und gutes Offensivspiel auf, kontrollierten die Ludwigsburger spielerisch und stellten binnen kürzester Zeit auf +23. Die gelb-schwarz gekleideten Hausherren suchten ihr Glück derweil in Einzelaktionen. Doch sie fanden es nicht. Lamont Jones und seine Mittstreiter vergaben zahlreiche Aktionen und waren zum Viertelende auf der Verliererstraße (48:68, 30.).

Angeführt von Marcos Knight, der sich offenkundig mit diesem Zustand nicht zufriedengeben wollten, startete Ludwigsburg dann deutlich verbessert ins letzte Viertel. Der US-Amerikaner schulterte seine Farben und ließ alles auf dem Feld. Seine Teamkollegen taten es ihm gleich – und zeigten den sträflich vermissten, bedingungslosen Einsatz. Hierdurch wussten sie zwar nicht die Führung, wohl aber die Zuschauer auf ihrer Seite und verkürzten das deutlich zweistellige Defizit binnen kürzester Zeit. In der Crunchtime sollte diese Aufholjagd aber nicht von Erfolg gekrönt sein. Denn Jordon Crawford verpasste, bei noch 02:28 Minuten auf der Uhr, den notwendigen Treffer aus der 6,75-Meter-Distanz – und da Martin Breunig sich seinerseits einige Augenblicke später abgezockt zeigte und wieder auf +5 stellte (74:79), war die Partie entschieden.

Statements und Stats

Chris O´Shea: „Wir wussten, dass Ludwigsburg sehr heimstark ist. Sie haben ihre letzten fünf BBL-Spiele in der Arena hier alle gewonnen, sind physisch stark. Wir haben allerdings heute eine gute und konzentrierte Leistung gezeigt, uns gut präsentiert – und auch am Ende die Nerven behalten.“

John Patrick: „Erst einmal Glückwunsch an Bonn! Sie haben uns über zwei, drei Viertel dominiert. Wir sind erst im vierten Viertel aufgewacht und haben dann, vor einer großartigen Kulisse, eine Aufholjagd gestartet. Diese kam letztlich zu spät. Denn Bonn war konzentriert und geordnet genug, um das Spiel verdient zu gewinnen.“

Für Ludwigsburg spielten: Kelan Martin 18 Punkte, Lamont Jones 16, Marcos Knight 12/7 Assists/6 Rebounds, Jordon Crawford 10, Donatas Sabeckis 8, Adam Waleskowski 6, Owen Klassen 5, David McCray 3 und Christian von Fintel.

Für Bonn spielten: Yorman Polas Bartolo 16 Punkte, T.J. DiLeo 15, Martin Breunig 12, Bojan Subotic 11, Jarelle Reischel 8, Josh Mayo 6, James Webb III 6, Stefan Bircevic 5, Olivier Hanlan 4 und Nate Linhart.

red

Oberbürgermeister Werner Spec im großen Exklusiv-Interview mit Ludwigsburg24

Oberbürgermeister Werner Spec im großen Exklusiv-Interview mit Ludwigsburg24: Über Landrat Dr. Haas, Mobbing im Internet, sozialen Wohnungsbau, drohende Fahrverbote und seine Erwartungen von Land und Bund bezüglich Ludwigsburg 

 

Erstmals stellt sich Ludwigsburgs Oberbürgermeister Werner Spec den Fragen der Online-Tageszeitung Ludwigsburg24. Im Exklusiv-Interview fordert Spec Kritiker auf, ihre Positionen offen auszusprechen. Warum der Umbau der Stadt zu einem Innovationszentrum sinnvoll ist, untermauert Spec mit eindrucksvollen Zahlen – in den vergangenen sechs Jahren ist die Zahl der Arbeitsplätze von 42.000 auf über 51.000 massiv gestiegen. Trotz aller Anstrengungen der Verwaltung und Politik warnt Spec die Ludwigsburger, dass ein Fahrverbot drohen kann: „Ich kann keine Garantien geben, aber wir haben alles in unserer Macht stehende unternommen, um Fahrverbote verhindern zu können“, sagt Spec. Mit Landrat Dr. Haas habe er auf der persönlichen Ebene zudem ein fast schon freundschaftliches Verhältnis.

 

Herr Spec, seit 2003 stehen Sie an der Spitze von Ludwigsburg. Bereitet Ihnen der Job eigentlich noch Freude? 

Werner Spec: Es macht nach wie vor Freude, gemeinsam mit vielen Anderen das Zusammenleben und die weitere Entwicklung dieser außergewöhnlich attraktiven Stadt zu gestalten.

 

Nutzer in den sozialen Netzwerken verbreiten oft Lügen und Hass. Zielscheibe sind dabei häufig Verantwortliche in Politik und Verwaltung, die eine andere Meinung vertreten.

Werner Spec: Es gibt viele Entwicklungen, die Anlass zur Sorge geben: Fake-Behauptungen, Fremdenhass, Rechtspopulismus, Nationalismus untergraben das Fundament einer friedlich-freiheitlichen und auf Toleranz aufgebauten Demokratie. Wir brauchen deshalb eine breite Bewegung aus der Gesellschaft, die aktiv für unsere Wertekultur eintritt. Diese Herausforderung müssen wir annehmen, darin liegt auch eine Chance für eine aktive und zukunftsfähige Demokratie.

 

„Benutze bewusst kein Facebook“

 

Lesen Sie alles, was über Sie auf Facebook oder Twitter gepostet wird? 

Werner Spec: Wir nutzen in der städtischen Öffentlichkeitsarbeit unterschiedliche soziale Medien wie Facebook und Instagram. Ich persönlich bin bewusst kein Facebooknutzer.

 

Und was sagen Sie Ihren Kritikern, die sich nicht selten in der Anonymität verstecken?

Werner Spec: Ich pflege keinen Politikstil, der klare inhaltliche Aussagen möglichst vermeidet, um für Kritiker keine Angriffsflächen zu bieten. Aus meiner Sicht muss man immer wieder klare Position beziehen und diese mit Argumenten unterfüttern. Aber auch offen sein für bessere Argumente. Ich freue mich über konstruktiv-kritische Hinweise, diese gehören zum Wesen einer Demokratie im Ringen um die besten Lösungen. Jeder sollte den Mut haben, seine Positionen offen anzusprechen.

 

Wert auf Datenschutz und Datensicherheit

 

Sie haben sich die vergangenen Jahre für die Digitalisierung Ludwigsburgs massiv eingesetzt. Reichen schnelle Glasfaserleitungen, damit die Stadt im Wettstreit der Regionen mithalten kann? 

Werner Spec: Schnelle Glasfaserleitungen und der künftige 5G-Mobilfunkstandard sind künftig unverzichtbarer Bestandteil der Hardware. Aber zur digitalen Infrastruktur gehört wesentlich mehr. Wir müssen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass digitale Netzwerkstrukturen diskriminierungsfrei in Interaktion treten können und gleichzeitig Datenschutz und Datensicherheit gewahrt werden. Gerade den Kommunen kommt hierbei eine entscheidende Bedeutung zu, denken Sie beispielsweise an die Bereiche Mobiliät und Energie, aber auch lokale Gesundheits- und Pflegeangebote, lokaler Handel und Logistik oder sozialer Zusammenhalt auf der Grundlage von Quartierskommunikation gehören dazu.

 

Was für Ludwigsburg und gegen Berlin spricht

 

Derzeit sind es vor allem Konzerne wie Porsche, die in der Weststadt investiert haben. Wie wollen Sie junge Kreative davon überzeugen, in Ludwigsburg und nicht in Berlin ein Startup zu gründen? 

Werner Spec: Berlin ist eine coole und offene Weltstadt, für Künstler und Kreative oft aber auch ein hartes Brot, weil die Konkurrenz groß und das wirtschaftliche Potential nicht endlos ist. Ludwigsburg ist eine der besonders attraktiven Städte in einer Region mit 2,7 Millionen Einwohnern, mit einem kulturellen Angebot, das seinesgleichen sucht. Wirtschaftlich gesehen eine der wichtigsten Regionen in Europa. Wir haben mit der Filmakademie Baden-Württemberg eine der besten Filmhochschulen weltweit und damit eine internationale Pulsfrequenz, die sich mit den vielen Kreativen in der Stadt verbindet.

 

9000 neue Arbeitsplätze in sechs Jahren

 

Was bringt dieser Einsatz denn eigentlich der Stadt?

Werner Spec: Unsere Stadtentwicklungsstrategie beinhaltet, dass wir aus einer Position der Stärke vorausschauend neue und zukunftsfähige Arbeitsplätze ansiedeln wollen. In der Umsetzung dieser Strategie befinden wir uns auf einem Erfolgskurs. Insgesamt konnten wir die Zahl der Arbeitsplätze in den vergangenen sechs Jahren von 42.000 auf über 51.000 steigern.

 

Ohne die Automobilbranche wäre Baden-Württemberg nicht eine der industriellen Herzkammern Deutschlands. Wie oft liegen Sie nachts wach aus Sorge, dass die Firmen ihren Vorsprung nicht nutzen?

Werner Spec: In der Tat hängen bei uns sehr viele Arbeitsplätze unmittelbar und mittelbar an der Automobilindustrie. Deshalb müssen wir vieles unternehmen, um den bereits begonnenen Strukturwandel erfolgreich zu bewältigen. Nachts schlafe ich gut, aber bei der täglichen Arbeit gebe ich dem Thema einen hohen Stellenwert.

 

Werden wir hier in Ludwigsburg ein Fahrverbot wie in Stuttgart 2019 noch erleben? 

Werner Spec: Ich kann keine Garantien geben, aber wir haben alles in unserer Macht stehende unternommen, um Fahrverbote verhindern zu können. Diese würden viele Menschen, vor allem mit mittleren und kleineren Einkommen, hart treffen. Unsere technologische Vorreiterrolle hilft uns dabei maßgeblich.

 

„Mindestens 30 Prozent aller Wohnungen preisreduziert“

 

Für viele Menschen wird Wohnraum auch in Ludwigsburg kaum bezahlbar. Wird es in den nächsten Jahren einen sozialen Bauboom geben? 

Werner Spec: Wir haben vor einigen Jahren bereits einen erheblichen Schub für die Schaffung von Wohnraum erreicht. Dieser hat dazu geführt, dass sich die Bevölkerung innerhalb weniger Jahre von 85.000 auf über 93.000 Einwohner erhöht hat. Nach der harten Arbeit der zurückliegenden Jahre stehen jetzt wieder größere Flächen zur Bebauung an. Wir werden von jedem Bauträger erwarten, dass dieser neben frei finanzierten Wohnungen auch sozial geförderte und damit vergünstigte Wohnungen baut. Mindestens 30 Prozent der künftigen Wohnungen sollten preisreduziert angeboten werden.

 

Was erwarten Sie dabei eigentlich von der Landes- und Bundespolitik?

Werner Spec: Dass die Förderinstrumente verstetigt und möglichst noch weiter ausgebaut werden.

 

„Wünsche mir möglichst hohe Wahlbeteiligung“

 

Direkt im Mai wird in den Kommunen gewählt. Wie setzt sich Ihr Wunsch-Stadtrat zukünftig zusammen?

Werner Spec: Ich würde mich freuen, wenn der Gemeinderat wieder mit einer möglichst hohen Wahlbeteiligung gewählt wird. Je größer die Wahlbeteiligung, umso geringer die Chance für politische Kräfte, die sich außerhalb oder im Graubereich unseres demokratischen Spektrums bewegen.

 

Ihr Verhältnis zu Landrat Haas gilt nicht nur unter Kennern der Lokalpolitik als schwierig. Gibt es in der Politik keine Freunde?

Werner Spec: Mit Landrat Dr. Haas habe ich auf der persönlichen Ebene ein fast schon freundschaftliches Verhältnis. Es gab in der Sache ein hartes Ringen um die beste Lösung für einen besseren ÖPNV. Mir war es sehr wichtig, dass wir nicht nur konventionelle Schienenlösungen diskutieren, die in der Umsetzung sehr teuer sind und viel Zeit benötigen, sondern neue Technologien wie das BRT-System berücksichtigen, die sehr viel schneller, flexibler und auch noch kostengünstiger wirksame Verbesserungen bringen. Denn eine Stadtbahn kommt frühestens im Jahr 2030 im Stadtgebiet Ludwigsburg zum Einsatz. Angesichts der drängenden Überlastung der heutigen Infrastruktur und der drohenden Fahrverbote waren mir diese Systeme sehr wichtig. Deshalb habe ich mich mit aller Leidenschaft dafür eingesetzt und am Ende haben wir eine Position gefunden, bei der sich alle wiederfinden.

 

„Arbeite gerne in Ludwigsburg und mit den Ludwigsburgern“

 

Warum sollten die Ludwigsburger im Juni Ihnen ihre Stimme geben? 

Werner Spec: Wir haben es in den vergangenen Jahren geschafft, die Attraktivität dieser außergewöhnlichen Stadt noch weiter auszubauen und eine Kultur des ehrenamtlichen Engagements für das Ganze und der Bürgerbeteiligung an politischen Entscheidungsprozessen zu schaffen. In den zurückliegenden Monaten und Jahren habe ich gemeinsam mit der Verwaltung und wichtigen Partnern aus der Wirtschaft an weiteren Impulsen für die Fortsetzung dieser Entwicklung gearbeitet. Deshalb bin ich bereit, erneut in die Verantwortung zu gehen, um diese kontinuierliche Entwicklung weiterzuführen. Meine langjährigen Erfahrungen und die enge Vernetzung mit wichtigen Institutionen lassen sich für die Stadt weiter nutzbar machen. Außerdem arbeite ich einfach gerne in dieser Stadt und mit den Menschen in dieser Stadt zusammen.

 

Die Fragen an Werner Spec, Oberbürgermeister der Stadt Ludwigsburg, stellte Ludwigsburg24-Chefredakteur Hendrik Paul.

 

Zur Person: Werner Spec, geboren am 1. Februar 1958, lenkt seit 2003 als Oberbürgermeister die Geschicke Ludwigsburgs. Seine Stimme wird aber weit über die Grenzen der Stadt gehört. Der bewusst parteilose Politiker setzt auf Bürgerbeteiligung. Eine aktive Stadtentwicklung ist laut dem gebürtigen Sigmaringer, der längst in Ludwigsburg heimisch ist, erst dann möglich, wenn über Generationen hinweg gemeinsam diskutiert, gestritten und entschieden wird. Spec stellt sich dabei jeder Diskussion, auch im Internet. Sein Angebot Frag den OB www.frag-den-ob.ludwigsburg.de  bietet den Ludwigsburgern die Möglichkeit, bequem von der eigenen Couch dem Ersten Bürger der Stadt ihre Anliegen zu unterbreiten. (red.)

50 Jahre Schlosshotel Monrepos

Ludwigsburg/Monrepos:

Das Schlosshotel Monrepos in Ludwigsburg feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Zur Jubiläumsfeier im 4-Sterne-Hotel am vergangenen Donnerstag kamen zahlreiche Stammgäste, Wegbegleiter, Geschäftspartner und Gratulanten. Gebaut wurde das Hotel in der Zeit zwischen 1967-1969 und wird seit 2014 von den Pächtern Heiner und Renate Finkbeiner geführt, die auch für das familiengeführte Traditionshotel Traube Tonbach im Nordschwarzwald verantwortlich sind. Das Gesamtanwesen Domäne Monrepos, welches im Eigentum des Hauses Württemberg ist, wurde 2015 umfangreich renoviert und bietet aktuell 77 Zimmer an. Nur 10 Autominuten von der Innenstadt Ludwigsburg entfernt verbindet es gleichzeitig eine einzigartig schöne Lage und den Glanz der Geschichte.

Ludwigsburg24 Society-Fotograf Christof R. Sage lies sich diese einmalige Gelegenheit nicht nehmen und war für uns vor Ort.

red

Erben: Geld für Resturlaub

Verstirbt ein Arbeitnehmer, haben seine Erben einen Anspruch auf Geldersatz für nicht genommene Urlaubstage, wie das Bundesarbeitsgericht nun bestätigt hat. Der Gerichtshof der Europäischen Union hatte eine entsprechende Vorgabe gemacht.

Der durch Art. 7 Abs. 1 der Richtlinie 2003/88/EG (Arbeitszeitrichtlinie) gewährleistete Anspruch auf bezahlten Mindestjahresurlaub dürfe nicht mit dem Tod des Arbeitnehmers im laufenden Arbeitsverhältnis untergehen, ohne dass ein Anspruch auf finanzielle Vergütung für diesen Urlaub besteht, der im Wege der Erbfolge auf den Rechtsnachfolger des Arbeitnehmers überzugehen habe, lautet ein Richterspruch des Gerichtshofs der Europäischen Union.

Im deutschen Fall, den das Bundesarbeitsgericht (BAG) zu entscheiden hatte, ging es um einen verstorbenen Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes, auf dessen Arbeitsverhältnis der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) anwendbar war – hiernach standen dem Mann 30 Tage Urlaub zu. Die Klägerin, die Witwe des Mannes, verlangte insgesamt Geld für 25 Arbeitstage. Die nach dem europäischen Unionsrecht gebotene Auslegung der §§ 1, 7 Abs. 4 (Bundesurlaubsgesetz (BurlG) verlange, dass der Resturlaub auch dann abzugelten ist, wenn das Arbeitsverhältnis durch den Tod des Arbeitnehmers endet. Denn die Vergütungskomponente des Anspruchs auf den vor dem Tod nicht mehr genommenen Jahresurlaub werde als Teil des Vermögens auch Teil der Erbmasse.

Die Erben hätten nicht nur den sogenannten Abgeltungsanspruch für den bezahlten Erholungsurlaub nach §§ 1, 3 Abs. 1 BUrlG von 24 Werktagen, sondern auch den Anspruch auf Zusatzurlaub für schwerbehinderte Menschen nach § 125 Abs. 1 Satz 1 Sozialgesetzbuch IX der damaligen Fassung sowie den Anspruch auf Urlaub nach § 26 TVöD, der den gesetzlichen Mindesturlaub übersteige, teilen die Rechtsexperten der ARAG mit (BAG, Az.: 9 AZR 45/16). wid/Mst