641.000 Menschen im Gazastreifen vom Hungertod bedroht

Die IPC-Initiative hat offiziell eine Hungersnot im Gazastreifen ausgerufen. Laut Hilfsorganisation „Aktion gegen den Hunger“ sind mehr als 640.000 Menschen akut vom Hungertod bedroht. Sie fordert einen sofortigen Waffenstillstand, um Hilfslieferungen zu ermöglichen.

Berlin (red) – Nachdem die IPC-Initiative offiziell eine Hungersnot (IPC-Phase 5) im Verwaltungsbezirk Gaza bestätigt hat, drängt die Hilfsorganisation “Aktion gegen den Hunger” auf einen Waffenstillstand.

“Ein sofortiger Waffenstillstand ist entscheidend, um groß angelegte Hilfe zu ermöglichen und Leben zu retten. Die Hungersnot muss jetzt gestoppt werden”, sagte Vincent Stehli, Einsatzleiter von Aktion gegen den Hunger.

Humanitäre Hilfe werde in Gaza weiterhin stark eingeschränkt. Aktion gegen den Hunger und andere Hilfsorganisationen kritisieren administrative Hürden bei der Einfuhr von Hilfsgütern. “Angesichts der Hungersnot ist die derzeitige Hilfe absolut unzureichend.” Nach fast zwei Jahren Zwangsumsiedlungen, Luftangriffen und unterbrochener Versorgung seien die Menschen in Gaza auf humanitäre Hilfe angewiesen. “Mütter und ihre Kinder sind besonders gefährdet”, so Stehli.

Laut IPC-Bericht könnte sich die Hungersnot bis Ende September auf die Bezirke Dair al-Balah und Chan Yunis ausweiten. 641.000 Menschen sind akut vom Hungertod bedroht, darunter eine hohe Zahl von Kindern.

Schüsse nach Tankstellen-Überfall: Polizist stirbt bei Einsatz

Ein Polizeieinsatz im saarländischen Völklingen endet tödlich: Ein junger Beamter stirbt, nachdem ihm ein Täter die Dienstwaffe entriss und mehrere Schüsse abgab. Der Angreifer wurde verletzt festgenommen. Politiker und Polizei zeigen sich tief erschüttert, das Saarland trauert um den Kollegen.

Saarbrücken/Völklingen (red) – Nach dem Tod eines Polizisten bei einem Einsatz im saarländischen Völklingen herrscht Trauer und Entsetzen.

Gegen 18 Uhr am Donnerstagabend hatte die Polizei eine Mitteilung erhalten, dass eine männliche Person eine Tankstelle auf der Karolinger-Brücke in Völklingen überfallen habe. Polizeibeamte verfolgten den Täter fußläufig, nach einem Handgemenge kam es zum Schusswechsel. Hierbei wurde ein Polizeibeamter so schwer verletzt, dass er letztendlich seinen schweren Verletzungen erlegen ist. Nach Angaben der Polizei hatte der Täter einem Polizisten die Dienstwaffe entrissen und damit mehrere Schüsse abgegeben. Der Täter wurde durch den folgenden Schusswechsel ebenfalls getroffen, flüchtete noch weiter fußläufig, ehe er festgenommen wurde. Er ist später in ein Krankenhaus eingeliefert worden.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) meldete sich noch am Abend zu Wort: “Ich bin entsetzt und schockiert angesichts der brutalen Gewalttat in Völklingen. Ein junger Polizist wurde im Dienst mitten aus dem Leben gerissen. Wir sind in tiefer Trauer verbunden mit seinen Angehörigen, Freunden und Kollegen. Meine Gebete sind bei der Familie des Verstorbenen.”

Saarlands Innenminister Rheinhold Jost (SPD) äußerte sich wie folgt: “Als Innenminister und Dienstherr der saarländischen Polizei trauere ich um unseren jungen Kollegen, der in Völklingen im Einsatz für unsere Sicherheit sein Leben verloren hat. Mein tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden und allen Kolleginnen und Kollegen. Wir werden die Angehörigen und die Polizeifamilie in dieser schweren Zeit bestmöglich unterstützen. Zugleich werden wir den Einsatzablauf sorgfältig aufarbeiten.”

CDU-Abgeordneter van Beek fordert AfD-Verbot – SPD drängt ebenfalls

CDU-Abgeordneter Sascha van Beek fordert ein Verbot der AfD, während SPD-Politikerin Carmen Wegge die Einrichtung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe verlangt. Innenminister Dobrindt mahnt, zuvor die gerichtliche Einstufung als rechtsextrem abzuwarten.

Berlin (red) – Der CDU-Bundestagsabgeordnete Sascha van Beek spricht sich für ein AfD-Verbotsverfahren aus.

“Nach allem, was ich von der AfD sehe und höre, führt kein Weg an einem Verbot vorbei. Es darf kein Schnellschuss sein, aber wir dürfen auch nicht ewig öffentlich debattieren”, sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenmagazin POLITICO. “Ich beurteile das nicht juristisch oder politikwissenschaftlich, sondern aus Sicht eines Parlamentariers und Familienvaters. Ein Blick auf die Geschichte gibt mir auf jeden Fall Klarheit in meiner Meinung.”

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) spricht sich dafür aus, bei der Vorbereitung eines AfD-Verbotsverfahrens unbedingt die gerichtliche Bestätigung der Einstufung der AfD als gesichert rechtsextremistisch abzuwarten.

Van Beek hat einen Vorschlag, wie man ein solches Verbot vorbereiten könnte: “Vielleicht wäre ein unabhängiger Sonderermittler der richtige Weg, der alles bündelt und vorbereitet. Am Ende gilt: weniger reden, einfach machen. Wie auch immer”, so van Beek.

Auch die Sprecherin für Recht und Verbraucherschutz in der SPD-Bundestagsfraktion, Carmen Wegge, bekräftigte gegenüber POLITICO die SPD-Forderung nach der Einrichtung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe: “Wir sind der festen Überzeugung, dass wir ein AfD-Verbotsverfahren jetzt vorbereiten und anschließend einleiten müssen.” Man führe dazu auf allen Ebenen Gespräche mit den demokratischen Kollegen einschließlich der Union. “Angesichts der inzwischen erdrückenden Erkenntnisse kann sich die Union dem aus unserer Sicht nicht länger verschließen.”

Nord-Stream-Bombenleger: Ukrainer in Italien festgenommen

In Italien ist ein Ukrainer wegen des Nord-Stream-Anschlags von 2022 festgenommen worden. Er soll zu den Koordinatoren der Operation gehört haben, bei der Sprengsätze an den Gaspipelines nahe Bornholm platziert wurden.

Karlsruhe (red) – In Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines ist in der Nacht zu Donnerstag ein Ukrainer in Italien festgenommen worden. Die Festnahme sei aufgrund eines Europäischen Haftbefehls des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs erfolgt, teilte die Bundesanwaltschaft mit.

Der Mann wurde demnach in der Provinz Rimini durch Beamte der Carabinieri-Station in Misano Adriatico in enger Kooperation mit dem Dienst für Internationale Polizeiliche Zusammenarbeit in Gewahrsam genommen. Er ist den Ermittlern zufolge des gemeinschaftlichen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, der verfassungsfeindlichen Sabotage sowie der Zerstörung von Bauwerken dringend verdächtig.

Serhii K. soll laut Bundesanwaltschaft zu einer Gruppe von Personen gehört haben, die im September 2022 nahe der Insel Bornholm Sprengsätze an den Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 platzierte. Bei dem Beschuldigten handelte es sich mutmaßlich um einen der Koordinatoren der Operation. Für den Transport nutzten er und seine Mittäter eine Segelyacht, die von Rostock aus startete. Die Yacht war zuvor mithilfe gefälschter Ausweispapiere über Mittelsmänner bei einem deutschen Unternehmen angemietet worden.

Die Sprengsätze detonierten am 26. September 2022. Durch die Explosionen wurden beide Pipelines schwer beschädigt. Der Beschuldigte soll nach einer Überstellung aus Italien dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden.

Nach Rückzug von Brosius-Gersdorf: SPD stellt neuen Kandidaten für das Bundesverfassungsgericht auf

Die SPD hat nach dem gescheiterten Anlauf vor der Sommerpause einen neuen Kandidaten für das Bundesverfassungsgericht gefunden. Fraktionschef Matthias Miersch bestätigte, dass man sich auf eine Person geeinigt habe, den Namen aber noch nicht verrate. Nun müsse die Zustimmung von Union, Grünen und Linken gesichert werden, da eine Zweidrittelmehrheit erforderlich ist. Zuvor war die Juristin Frauke Brosius-Gersdorf an mangelnder Unterstützung gescheitert.

Berlin (red) – Die SPD hat einen neuen Richterkandidaten für das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gefunden. “Wir haben einen Namen”, sagte SPD-Fraktionschef Matthias Miersch den Fernsehsendern RTL und ntv. “Und den werde ich jetzt aber garantiert nicht nennen.”

“Denn es ist wichtig, dass wir natürlich jetzt mit der CDU, und ich sage auch mit den Grünen und den Linken, natürlich darüber reden, denn wir brauchen eine Zweidrittelmehrheit”, so der SPD-Politiker weiter.

Mit Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) sei er dabei, ein gutes Vertrauensverhältnis aufzubauen. “Allerdings haben wir gesehen, dass das, was bei der Verfassungsrichterwahl passiert ist, nicht gut gewesen ist”, sagte Miersch. Die Juristin Frauke Brosius-Gersdorf, vorgeschlagen von der SPD, hatte kurz vor der Sommerpause keine ausreichende Unterstützung auf Seiten der Union gefunden und war schließlich von ihrer Kandidatur zurückgetreten.

Mehr Jugendschutz: Bundesegierung will Alterskontrolle im Internet einführen

Die Bundesregierung will verpflichtende Altersverifikationen im Internet einführen – ähnlich wie in Großbritannien. Während das Ministerium darin einen wichtigen Schritt für mehr Jugendschutz sieht, warnen Opposition und Fachpolitiker vor massiven Datenschutzrisiken und einer leichten Umgehung der Systeme. Kritiker fordern stattdessen mehr Aufklärung, strengere Plattformregeln und wirksame Moderation.

Berlin (red) – Die Bundesregierung will verpflichtende Altersverifikationen im Netz einführen. “Altersverifikation auf digitalen Endgeräten sollte Standard in Europa sein”, sagte ein Sprecher des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben).

Nach geltendem EU-Recht sei eine verpflichtende Altersverifikation, etwa nach Vorbild des britischen Online Safety Acts, im Internet zwar nicht möglich. “Die Bundesregierung will das ändern und setzt sich entsprechend dem Koalitionsvertrag für verpflichtende Altersverifikationen und sichere Voreinstellungen für Kinder und Jugendliche bei digitalen Angeboten ein”, so der Sprecher. Man stehe dazu in Gesprächen mit der EU-Kommission und europäischen Partnern. Entscheidend sei eine “möglichst praktikable, alltagsnahe Umsetzung”.

Politikerinnen der Linksfraktion warnen vor verpflichtenden Altersverifikationen nach britischem Vorbild. “Hohe Eingriffe in den Datenschutz bei gleichzeitig leichter technischer Umgehung ist kein wirksamer Jugendschutz”, sagte Donata Vogtschmidt, Sprecherin für Digitalpolitik und Cybersecurity der Fraktion, den Funke-Zeitungen. “Wenn sich Altersverifizierungen mit wenigen Klicks per VPN umgehen lassen, entsteht für Kinder und Jugendliche kein echter Schutz, dafür aber erhebliche Risiken durch die massenhafte Erfassung sensibler Daten.”

Ihre Fraktionskollegin Anne-Mieke Bremer, Sprecherin für Games und Digitale Infrastruktur, sprach sich für eine andere Schwerpunktsetzung aus. “Guter, digitaler Jugendschutz braucht Aufklärung, konsequente Moderation und klare Plattformverantwortung, nicht unsichere und am Ende wirkungslose Datensammlungen. Nur wenn Plattformen ihre Strukturen aktiv sicher gestalten, Meldewege funktionieren und problematische Inhalte schnell entfernt werden, können Kinder und Jugendliche wirklich geschützt werden”, sagte Bremer.

Auch aus der CDU/CSU-Fraktion gibt es Kritik an solchen Überprüfungen. “Wir brauchen einen wirksamen Kinder- und Jugendschutz im Internet”, sagte Ralph Brinkhaus, Sprecher der AG Digitales und Staatsmodernisierung, den Zeitungen. Eine verpflichtende Personenidentifizierung gegenüber jedem Anbieter berge jedoch erhebliche Risiken für Datenschutz und IT-Sicherheit. “Selbst bei hohen Sicherheitsstandards kann nie vollständig ausgeschlossen werden, dass zentrale Datensätze durch Cyberangriffe oder Insider-Missbrauch kompromittiert werden”, warnte Brinkhaus.

In Großbritannien gilt seit Juli der Online Safety Act, der Plattformen mit potenziell schädlichen Inhalten verpflichtet, Altersüberprüfungen etwa per Personalausweis oder Kreditkarte einzuführen.

Wagenknecht hält sich Zukunftsrolle im BSW offen – Parteitag soll entscheiden

Unklarheit um Sahra Wagenknechts politische Zukunft: Die Co-Vorsitzende will sich weiterhin für das BSW engagieren, über ihre künftige Rolle soll jedoch der Parteitag im Dezember in Magdeburg entscheiden. Zugleich sucht die Partei einen neuen Namen – ein weiteres Signal, das Spekulationen über einen möglichen Rückzug Wagenknechts aus der Führungsriege befeuert.

Berlin (red) – Die Co-Vorsitzende des BSW, Sahra Wagenknecht, lässt offen, welche Rolle sie zukünftig in der nach ihr benannten Partei spielen will. “Frau Wagenknecht wird sich selbstverständlich weiterhin für das BSW engagieren”, sagte eine Parteisprecherin der “Bild” (Mittwochausgabe). “In welcher Rolle, das wird der Parteitag am 6. und 7. Dezember in Magdeburg entscheiden.”

Die BSW-Spitze hat ihre Mitglieder aufgefordert, der Partei einen neuen Namen zu geben. Aktuell steht BSW für Bündnis Sahra Wagenknecht. In Teilen der Partei wird daher vermutet, dass sich Wagenknecht aus der führenden Position in der Partei zurückziehen möchte.

Ex-US-Oberbefehlshaber fordert Tausende westliche Soldaten für die Ukraine

Ben Hodges, ehemaliger Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in Europa, warnt vor „leeren Sicherheitsgarantien“ für die Ukraine ohne robusten Militäreinsatz. Nur die Präsenz tausender europäischer Soldaten mit klaren Regeln, Luftabwehr und Langstreckenwaffen könne Russland abschrecken, so Hodges. Er zweifelt jedoch am Willen der USA und wirft Trump Untätigkeit vor – während Europas Regierungen zunehmend um Schutz vor Putins Aggression fürchten.

Kiew (red) – Der frühere Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in Europa, Ben Hodges, hat für robuste Sicherheitsgarantien für die Ukraine die Entsendung tausender westlicher Soldaten gefordert. “Ohne die Entsendung vieler tausend europäischer Soldaten, vor Ort mit einem klaren Auftrag, strengen Einsatzregeln und echten Fähigkeiten, die Russland respektiert, bleiben solche Garantien eine leere Hülse”, sagte Hodges dem “Redaktionsnetzwerk Deutschland” (Mittwochausgaben).

Russland müsse wissen, dass die westlichen Soldaten zurückschießen dürfen, wenn sie mit russischen Raketen oder Drohnen provoziert würden. “Eines ist sicher: Moskau wird die Garantien auf die Probe stellen. Nur die Präsenz westlicher Soldaten – ausgerüstet mit Luftabwehr, Langstreckenwaffen und Artillerie – und integriert in die ukrainischen Verteidigungsstrukturen und mit robusten Einsatzregeln könnte Putin wirksam abschrecken”, so Hodges.

Gleichzeitig gibt er zu bedenken, dass Putin mehrfach deutlich gemacht habe, dass er westliche Soldaten an der Grenze niemals akzeptieren werde. “Ich habe Zweifel, dass die USA es mit Sicherheitsgarantien für die Ukraine wirklich ernst meinen”, sagte der US-General a. D. Trump habe sich bislang zu nichts Konkretem verpflichtet. “In den letzten sechs Monaten hat er zahlreiche Ankündigungen gemacht, aber kaum eine davon umgesetzt”, warnte Hodges. “Dass so viele europäische Staats- und Regierungschefs eigens zu diesem Zweck nach Washington reisen, zeigt, wie groß das Misstrauen gegenüber Trump ist und wie tief die Sorge, dass Europa letztlich Putins Aggression schutzlos ausgeliefert sein könnte.”

Mehrheit für Social-Media-Verbot: Unter-16-Jährige sollen raus aus Tiktok & Co.

TikTok, Instagram & Co. stehen in Deutschland unter Druck: Eine Forsa-Umfrage zeigt, dass 54 Prozent ein Mindestalter von 16 Jahren befürworten. Besonders Eltern und Ältere wollen Kinder fernhalten – junge Erwachsene sind gespalten. Die Debatte um digitale Kinderschutz-Grenzen bekommt damit neuen Schwung.

Berlin (red) – Eine Mehrheit der Deutschen spricht sich dafür aus, Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren den Zugang zu Sozialen Medien wie Tiktok oder Instagram zu verbieten.

Das ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag des “Stern”. Danach sind 54 Prozent für ein Social-Media-Verbot. 41 Prozent sind gegen Einschränkungen. Fünf Prozent äußern sich nicht. Zuletzt hatten sich Stimmen aus der Politik gemehrt, nach australischem Vorbild auch hierzulande eine Altersgrenze für die Nutzung sozialer Medien einzuführen.

Besonders hoch ist der Anteil der Verbots-Befürworter unter Eltern und Älteren. Von den Personen, in deren Haushalten Kinder leben, sowie den ab 60-Jährigen sprechen sich jeweils 60 Prozent dafür aus. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es deutlich weniger, aber auch noch die Mehrheit (51 Prozent). Auch die Anhänger von Union (54 Prozent), SPD (69 Prozent) und Linke (57 Prozent) sind mehrheitlich dafür, Tiktok und Co. für jüngere Jugendliche zu verbieten. Nur die Wähler der Grünen (53 Prozent) und der AfD (49 Prozent) sind mehrheitlich anderer Meinung.

Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa für den “Stern” und RTL Deutschland am 14. und 15. August telefonisch erhoben. Datenbasis: 1.001 Befragte.

Merz zweifelt an Trump-Gipfel – „Ob Putin den Mut hat, wissen wir nicht“

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat in Washington Zweifel geäußert, ob das von US-Präsident Donald Trump angekündigte Treffen zwischen Putin und Selenskyj tatsächlich zustande kommt. Er betonte, dass ein Gipfel nur denkbar sei, wenn die Ukraine beteiligt ist, die Waffen schweigen und keine Gebietsabtretungen erzwungen werden.

Washington (red) – Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) meldet Zweifel an, ob das von US-Präsident Donald Trump am Abend angekündigte Treffen zwischen Putin und Selenskyj zustande kommen kann. “Ob der russische Präsident den Mut haben wird, zu einem solchen Gipfel zu kommen: Das wissen wir nicht”, sagte Merz am Montagabend (Ortszeit) in Washington. Deswegen brauche es jetzt “Überzeugungsarbeit”.

Eine echte Verhandlung könne jedenfalls es nur auf einem Gipfel geben, an dem die Ukraine selbst auch teilnimmt, so der Bundeskanzler. “Ein solcher Gipfel ist nur denkbar, wenn die Waffen schweigen. Ich habe diese Forderung heute noch einmal erneuert.”

Außerdem dürften der Ukraine keine Gebietsabtretungen aufgezwungen werden, forderte der Bundeskanzler. “Und wir haben sehr nachdrücklich die Ankündigung von Präsident Trump begrüßt, der Ukraine Sicherheitsgarantien zu geben und sie mit den Europäern zu koordinieren”, sagte Merz.

Der Kanzler war am Montag für einen Ein-Tages-Trip nach Washington gereist, um an einem kurzfristig anberaumten Gipfel teilzunehmen, auf dem die Ergebnisse des Alaska-Treffens zwischen US-Präsident Trump und Russlands Präsident Putin aufgearbeitet wurden. Daran nahmen zwischen Trump und dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der finnische Präsident Alexander Stubb, Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, Großbritanniens Premier Keir Starmer, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Nato-Generalsekretär Mark Rutte teil.

Stubb bestätigte nach dem Treffen in einem Interview auf CNN, dass die Planung eines direkten Treffens zwischen Putin Selenskyj und ein anschließendes Dreiertreffen, an dem auch Trump teilnehmen soll, zentrales Thema des vierstündigen Gesprächs in der großen Runde gewesen sei – neben der Erörterung möglicher “Sicherheitsgarantien”.

Trump hatte nach eigenen Angaben nach Abschluss der Gespräche Putin angerufen und “mit den Vorbereitungen für ein Treffen zwischen Präsident Putin und Präsident Selenskyj an einem noch zu bestimmenden Ort” begonnen. Dem Vernehmen nach soll dieses bereits innerhalb der nächsten zwei Wochen stattfinden.

Seite 28 von 410
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 389 390 391 392 393 394 395 396 397 398 399 400 401 402 403 404 405 406 407 408 409 410